Mein Rezept für...

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In jeder FÜR SIE Ausgabe erzählt uns ein Prominenter sein Lieblingsrezept für besondere Situationen. Hier finden Sie die gesammelten Werke und Rezeptideen vieler Promis.

Dampfnudeln
© jalag-syndication.de
Mein Rezept für...

… Happy-Momente mit Mama und ihren Dampfnudeln

An seine Schulzeit in Baden denkt Sterne-Koch Andi Schweiger vor allem wegen der selbst gemachten Dampfnudeln seiner Mutter gern zurück – mit ihnen begann der schöne Teil des Tages!

Seit 2009 kennt ganz Deutschland den Münchner Koch: Andi Schweiger ist Teil von „Die Kochprofis“ auf RTL 2 und bekam für sein Restaurant „schweiger2“ einen Michelin-Stern. Seine Leidenschaften: Hardrock-Musik und Motorradfahren. Sein neuestes Projekt: das Buch „Vegetarisch mit Leidenschaft“.

Leider bin ich kein besonders guter Schüler gewesen – was vor allem daran lag, dass ich mir keine Mühe gegeben habe. In Gedanken war ich oft schon zu Hause, beim Mittagessen. Meine Mama fragte meine jüngere Schwester und mich oft: „Was wollt ihr denn nach der Schule essen?“ Meist wünschte ich mir Dampfnudeln. Ich fand es herrlich, wenn mich beim Heimkommen der süße Hefeduft begrüßte und meine Mama den großen Topf mit Dampfnudeln auf den Herd schob. Da standen wir Kinder gespannt wie die Flitzebogen in der Küche, am liebsten hätten wir ständig in den Topf geguckt – aber natürlich wollten wir nicht riskieren, dass die Köstlichkeiten zusammenfallen. Meine Mama machte inzwischen die Vanillesoße, legte hin und wieder den Kopf schief und horchte auf die Geräusche vom Herd. Wenn sich das sanfte, leise Blubbern des Milchsuds in ein leichtes Knistern verwandelte, aus der süßen Milch also Karamell entstand, nahm sie den Topf schnell runter. Und da saß ich dann total happy mit meinen luftig-süßen Hefeklößen und diskutierte schon während des Essens mit Mama und Schwester, wer die süße Kruste vom Topfboden kratzen darf. Vielleicht haben meine Lieblingsnudeln ja dazu beigetragen, dass ich schon als Kind Koch werden wollte! Bis heute gehören sie jedenfalls zu meinen absoluten Genuss-Momenten.

Mamas Dampfnudeln Rezept

Zutaten für 4 Portionen

  • 250 g Mehl
  • 1/3 Würfel frische Hefe
  • 25 g Zucker
  • 1/8 l lauwarme Milch
  • 1 Ei
  • 25 g weiche Butter
  • abgeriebene Schale von 1 Bio-Zitrone
  • 1 Prise Salz
  • etwas Mehl für die Arbeitsfläche
  • 1/8 l Milch
  • 20 g Butter
  • 25 g Zucker
  • 1 Prise Meersalz

Zubereitung

1 Mehl in eine Schüssel geben, in die Mitte eine Mulde drücken und Hefe hineinbröckeln. Hefe mit 1 TL Zucker und 5 EL Milch verrühren. Mit einem Tuch bedeckt an einem warmen Ort ca. 15 Minuten gehen lassen.

2 Ei und restliche Milch verquirlen, in die Schüssel geben. Butter in Stückchen, restlichen Zucker, Zitronenschale und Salz zufügen, alles verkneten. Hefeteig auf bemehlter Fläche so lange „schlagen“, bis er Blasen wirft. In 8 Stücke schneiden und zu Kugeln formen. Zugedeckt an einem warmen Ort ca. 30 Minuten gehen lassen.

3 In einen weiten Topf Milch, Butter, Zucker und Meersalz geben, Teigkugeln hineinsetzen. Flüssigkeit zugedeckt zum Kochen bringen. Kugeln bei schwacher Hitze ca. 20 Minuten gar dämpfen (Deckel nicht öffnen, sonst fallen die Dampfnudeln in sich zusammen!).

aus der FÜR SIE 17/2014

Fleischküchle
© Stockfood
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... ganz viel Lebensfreude im Alltag

Um ihre Bodenhaftung nicht zu verlieren, kocht die Designerin Aysen Bitzer-Bourak ihrer Familie schwäbische Fleischküchle mit mediterranem Flair.
Mein Ruhepol ist meine Heimatstadt Stuttgart, das wunderschöne Schwabenland. Hier bin ich aufgewachsen, später vertrösten. Für dieses „Später“, also den darauffolgenden Tag oder das Wochenende, habe ich jetzt ein wunderbares Ritual entwickelt: Wir verbringen alle zusammen einen entspannten Familienabend, kulinarisch gekrönt von schwäbischen Fleischküchle – mit einem Hauch Türkei: Zu den traditionellen schwäbischen Frikadellen gibt es bei uns eine erfrischende Joghurtsoße mit Minze. Statt Kartoffeln gibt’s Reis – und schon sind wir gedanklich im letzten Urlaub. Bei Verwandten. Freunden.
Spätestens hier habe ich meine Familie gegründet, hier konnte ich mich beruflich entfalten. Doch wie vielen anderen berufstätigen Müttern passiert es auch mir, dass ich im hektischen Alltag manchmal die Erdung verliere. Gerade wenn ich mit neuen Kollektionen an den Start gehe, Musterstücke fehlen, Änderungen anfallen, muss Persönliches oft hintenanstehen. Auch meine Familie leidet darunter. Wenn zwischendurch das Telefon klingelt und einer unserer beiden Söhne mir von seinen Erlebnissen erzählen möchte, muss ich ihn oft kurz, aber bestimmt auf jetzt sind all die Dinge, die mich gestresst haben, nur noch Nebensache. Es wird gegessen, gelacht. Herrlich entspannend. Die nächste Kollektion kann kommen.

Fleischküchle

Zutaten für 4 Portionen

  • 1 Weizenbrötchen
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • 1 Bund glatte Petersilie
  • 500 g Kalbshackfleisch aus der Oberschale (beim Metzger frisch durchdrehen lassen)
  • 1 Ei
  • 1/2 TL Instant-Gemüsebrühe
  • 1/2 EL Tomatenmark
  • Salz
  • Pfeffer (Mühle)
  • 2 TL Sonnenblumenöl

1 .Das Brötchen einige Minuten in kaltem Wasser einweichen. Dann das Brötchen ausdrücken und in sehr feine Würfel schneiden.

2. Die Zwiebel schälen und auf einer Reibe klein reiben – das gibt ein ganz feines Aroma. Die Petersilie waschen, trocken schütteln. Abzupfen und sehr fein schneiden.
3. Hackfleisch, Brötchenwürfel, Zwiebel und Ei mit Gemüsebrühe, Tomatenmark und Petersilie in einer Schüssel vermengen, mit Salz und Pfeffer würzen und gut durchkneten. Zu Fleischküchle (Frikadellen) formen und in einer Pfanne mit heißem Sonnenblumenöl von beiden Seiten goldbraun braten.
EXTRA-TIPP: Dazu essen wir Reis mit einer Joghurt-Minz-Soße aus 500 g Joghurt, 1/2 Bund gehackter Minze, 1 gehackten Knoblauchzehe, gemahlenem Kreuzkümmel und etwas Zitronensaft.
aus der FÜR SIE 16/2014
Gulasch
© zeleno/iStock/Thinkstock
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... die schönsten Kindheitserinnerungen

Wenn Sternekoch Rolf Fliegauf seine Großmutter besucht, wünscht er sich Gulasch. Warum? Weil es ihn daran erinnert, dass Missgeschicke auch was Gutes haben können. Der gebürtige Schwabe (33) ist einer der höchstdekorierten Köche der Schweiz – seit 2012 hat er je zwei Sterne für das Restaurant „Ecco“ im Hotel „Giardino“ in Ascona und das „Ecco on Snow“ in St. Moritz, für das er nur in den Wintermonaten kocht
Schon als kleiner Junge war Kochen für mich wie ein Puzzle, das man nach und nach zusammensetzt und das langsam zu einem großen Bild wird. Ich habe deshalb als Kind im Restaurant meiner Eltern gern in der Küche zugeschaut und immer wieder nachgefragt – wie Kinder es eben tun: „Was machst du da?“ Oder: „Warum machst du das?“. Bei meiner Oma hieß ich schon nicht mehr Rolf, sondern „Wie machst du das?“. Einmal wurde sie meinetwegen aber ziemlich wütend. Und das war passiert: Oma servierte zu ihrem Rindergulasch immer gekochte Kartoffelklöße. Und die gingen an diesem Tag total in die Hose, zerfielen beim Garen komplett. Da stand Oma in ihrer bunten Schürze mit ratlosem Gesicht am Herd. Und ich, der zehnjährige Bub, stand daneben und fragte natürlich: „Warum ist das passiert?“ Da gab es erst mal Ärger und dann nur Gurkensalat zum Gulasch. Auch wenn das jetzt merkwürdig klingt: Als sich die kühle, cremige Salatsoße auf dem Teller mit dem heißen Gulasch vermischte, war ich hin und weg. Es sah aus wie bei meinem Malkasten in der Schule. Auch der Geschmack begeisterte mich: diese Mischung aus würzigem Schmorfond und erfrischendem Dressing, toll! An diesen Moment werde ich mich noch als 80-Jähriger erinnern – denn er zeigt, dass aus Missgeschicken etwas Leckeres entstehen kann.


Gulasch mit Gurkensalat

Zutaten für 4 Portionen

  • 500 g Zwiebeln (gewürfelt)
  • 80 g Butterschmalz
  • 1 EL Tomatenmark
  • 50 g Paprikapulver
  • 1 l Rinderfond
  • 1 kg Rindergulasch
  • Salz, Pfeffer, Majoran
  • 2 Gurken
  • 1/2 Bund Dill
  • 1 EL Öl
  • 150 g saure Sahne
  • 2 EL weißer Balsamico
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1/4 TL Kümmel
  • etwas Bio-Zitronenschale
  • 50 g Butter

Zubereitung
1. Zwiebelwürfel im heißen Schmalz goldgelb dünsten. Tomatenmark und Paprika kurz mitdünsten. Mit etwas Fond ablöschen. Fleisch mit Salz und Pfeffer würzen, mit 1/2 TL Majoran zugeben. Zugedeckt ca. 1 1/2 Stunden schmoren. Wenn nötig, noch etwas Fond zugeben.
2. Gurken schälen, längs halbieren, das Innere herauskratzen. In Scheiben hobeln, leicht salzen und ca. 10 Minuten stehen lassen. Entstandene Flüssigkeit abgießen. Fein geschnittenen Dill, Öl, saure Sahne und Balsamico zugeben. Ca. 20 Minuten ziehen lassen. Abschmecken.
3. Knoblauch, Kümmel und Zitronenschale zusammen mit der Butter hacken, bis eine Paste entsteht. Paste ins fertige Gulasch rühren, mit Pfeffer abschmecken.

Penne All'Arrabbiata
© Piotr Krześlak / iStock / Thinkstock
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... Urlaubs-Feeling daheim

Schauspielerin Christine Neubauer hat ein Faible für die mediterrane Küche. Ein Pastagericht aus Italien liebte sie schon als Kind über alles: Penne all’arrabbiata.

Christine Neubauer (51) spielte Theater, bevor sie ab 1984 im TV zu sehen war. Neben langjährigen Serien-Drehs („München 7“, „Die Landärztin“) machte sie sich als Autorin der „Vollweib“-Reihe einen Namen. Inzwischen wurde das „Vollweib“ mit Hilfe von Weight Watchers zehn Kilo leichter und ist seither das Gesicht des Abnehm-Programms.

Als Kind machte ich mit der Familie regelmäßig Sommerurlaub in Italien. Oft in einer gemütlichen Pension an der Adria, wo auch viele Italiener die Ferien verbrachten. Dort lernte ich Maria kennen, ein Mädchen in meinem Alter. Sie nahm mich eines Abends mit in die Küche der Pension, aus der es herrlich duftete. Ihre Mamma hatte gekocht: Penne all’arrabbiata. Gastfreundlich, wie die Italiener sind, durfte ich am großen Küchentisch mit der fröhlich durcheinanderplappernden Familie essen. Und es schmeckte sooo gut – ich schwebte auf einer kulinarischen Wolke sieben. Nach dem Urlaub ließen mich diese weltbesten Nudeln nicht los, meine Mutter und ich versuchten mehrmals, sie nachzukochen. Aber nie wurden die Penne so, wie ich sie in Erinnerung hatte. Mir blieb nur eine Möglichkeit: Ich musste Maria nach dem Rezept fragen. Zum Glück hatten wir im Urlaub Adressen ausgetauscht, und so schrieb ich ihr einen Brief. Nach ein paar Wochen bekam ich Post aus Italien, mit der heiß begehrten „Formel“ für die perfekten Penne all’arrabbiata. Wir machten uns sofort ans Kochen– und siehe da: Die Pasta schmeckte wie im Urlaub! Ob es an der Kombination von gekochten und frischen Tomaten liegt oder an der leichten Süße der mitgekochten Möhrenwürfelchen? Keine Ahnung, ich hüte dieses Rezept jedenfalls bis heute wie einen Schatz.

Penne all'Arrabbiata

Zutaten für 4 Portionen

  • 5 Fleischtomaten
  • 2 rote Chilischoten
  • 1 Möhre
  • 2 Zwiebeln
  • 2 TL Olivenöl
  • 2 Knoblauchzehen
  • 4 EL Tomatenmark
  • 300 g Penne
  • Salz
  • 250 g Kirschtomaten
  • 1 TL gehacktes Basilikum
  • 1 TL gehackter Oregano
  • Pfeffer
  • Prise Chilipulver

1 Fleischtomaten kreuzweise einschneiden, mit kochendem Wasser überbrühen, häuten und würfeln. Chilischoten waschen, der Länge nach halbieren, entkernen und fein schneiden. Möhre und Zwiebeln schälen und fein würfeln. 2 Öl in einer Pfanne erhitzen, Chilis, Zwiebeln und Möhre darin andünsten, Knoblauch schälen, dazupressen und mitdünsten. Tomatenmark unterrühren,Tomatenwürfel zufügen und die Soße ca. 15 Minuten bei geringer Hitze einkochen lassen. 3 Penne nach Packungsanweisung in Salzwasser bissfest kochen. Kirschtomaten waschen, eventuell halbieren, zur Soße geben und erhitzen. Basilikum und Oregano unterrühren. Soße mit Salz, Pfeffer und Chilipulver abschmecken. Penne abgießen, abtropfen lassen und mit der Tomatensoße mischen. Buon appetito!

Für Sie 13/14

Kaltes Huhn mit Kräuter-Mayonnaise - Das Rezept finden Sie bei uns
© Staras / iStock / Thinkstock
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... ein Picknick im Grünen

Essen unter freiem Himmel ist für Sterne-Köchin Léa Linster das Allergrößte. Immer dabei: liebe Menschen und ein gebratenes Huhn mit Kräutermayonnaise.

Léa Linster (59): Als bislang einzige Frau erkochte sich die charmante Luxemburgerin den Bocuse d’Or, die höchste Auszeichnung für Köche. In Frisingen betreibt sie den Gourmettempel „Léa Linster“, in Hellingen „Das Kaschthaus“. Gerade erschien ihr neues Buch: „Das Gelbe vom Ei“ (Ars Vivendi Verlag)

Bereits als Kind liebte ich es über alles, draußen zu essen. Besonders gern erinnere ich mich aber an ein Draußen-Erlebnis aus der Mitte der 70er-Jahre, ein Picknick mit meinem Freund Reg. Reg holte mich mit seinem tollen Jaguar E-Type ab, der Picknickkorb und die gute Flasche Wein passten kaum in den winzigen Kofferraum. Wir fuhren in eine ganz reizende Gegend, in der Reg Bachforellen fischen wollte. Doch gerade als wir auf einer wunderschönen Wiese unsere Leckereien auspackten, stand plötzlich ein riesiger Bulle mit unglaublich großem Nasenring vor uns! In Sekundenschnelle war der Korb wieder gefüllt, und wir rannten zurück zum Auto. Dort ließen wir uns dann den Inhalt schmecken. Reg fand das schade, ich fand es toll. Mein kaltes Huhn hat mir nie besser geschmeckt, auch wenn wir kaum Platz zum Essen hatten. Denn ich wusste, dass man so ein Erlebnis ein Leben lang mit sich trägt. Heute wohne ich inmitten von Weinbergen und habe herrliche Natur direkt vor der Tür da kommt es durchaus vor, dass ich spontan einen Picknickkorb packe und mich mit meinem Sohn Louis und guten Freunden auf eine warme Mauer setze und einfach genieße – einen guten Riesling, das kalte Huhn, frisch gekochte Eier. Und einen Moment mag ich besonders: Du öffnest den Korb et voilà, alles duftet fabelhaft.

Kaltes Huhn mit Kräuter-Mayonnaise

Zutaten für 4 Portionen

  • 1 Poularde (ca. 1,6 kg)
  • etwas weiche Butter zum Bestreichen
  • Meersalz
  • 1 Prise Piment d’Espelette (getrocknete frz. Chilis)
  • 2 Eigelb
  • 1 EL Dijon-Senf
  • 1⁄4 l Sonnenblumenöl
  • je 1 EL fein geschnittener Kerbel, Schnittlauch, Petersilie und Estragon
  • 1 Spritzer Zitronensaft

1 Poularde abspülen, mit Küchenpapier trocken tupfen, rundherum großzügig mit Butter bestreichen, diese in die Haut massieren. Mit Salz und Piment d’Espelette würzen. 2 Poularde auf dem Rost in den heißen Ofen (Umluft 180 Grad) schieben, ca. 50 Minuten knusprig und goldbraun braten. Aus dem Ofen nehmen und bei Zimmertemperatur langsam auskühlen lassen. 3 Für die Mayonnaise Eigelbe und Senf mit dem Schneebesen verquirlen. Das Öl unterschlagen und darauf achten, dass es stets in einem dünnen Faden in die Masse läuft. 4 Mayonnaise nochmals kräftig durchschlagen, mit Meersalz und Piment d’Espelette würzen. Kräuter unterheben, mit Zitronensaft abschmecken.
Tipp: Dazu schmecken in Salzwasser blanchierte Möhren, Zuckerschoten und junger Porree.

Für Sie Heft 12/14

Udon-Nudelsuppe
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... Heimweh und weitere Wehwehchen

Wenn sie die Sehnsucht nach Japan überkommt, kocht Sake-Sommelière Yoshiko Ueno-Müller Nudelsuppe. Und schon geht es ihr wieder gut.

Die Japanerin Yoshiko Ueno-Müller (49), die 1989 als Studentin nach Deutschland kam, ist die erste Frau, die sich „Master of Sake Tasting“ nennen darf. Dem Reiswein hat sie ihr Buch „Sake“ gewidmet. Mit ihrem deutschen Mann hat sie einen Import für japanische Lebensmittel (www.ueno- gourmet.com)

Meine Eltern haben ein kleines Unterneh- men für Damentaschen im Stadtteil AsakusainTokio,undmeineMutter hatte immer alle Hände voll zu tun. Da kamen das Kochen und wir drei Kinder manchmal ein bisschen zu kurz. Wir haben viel auswärts gegessen, trotzdem hatte das Essen zu Hause einen hohen Stellenwert. Sonntags kochte meine Mutter oft eine Nudelsuppe, die uns Wärme und Kraft spendete. Sie stellte zwei große Töpfe auf den Herd, einen für die Nudeln und den anderen für die Brühe. Die große Kunst ist es nämlich, Suppe und Nudeln gleichzeitig zu kochen und schnell, in Schüsseln verteilt, aufzutischen. Sobald meine Mutter „Fertig!“ rief, rannten wir Kinder wie der Blitz zum Tisch und riefen „Itadakimasu!“ („Guten Appetit!“). Dann hieß es Schüssel in die linke Hand nehmen, mit rechts die Nudeln mit den Stäbchen aus der Suppe fischen und dabei etwas Brühe schlürfen. So ging es wortlos und konzentriert weiter: Nudeln, schlürfen, Nudeln, schlürfen. Nach dem letzten Tropfen Suppe fühlten wir uns gut und entspannt. Als ich neu in Deutschland war, half mir diese Suppe gegen das Heimweh, schon das Ritual der Zubereitung tröstete mich. Die Suppe ist aber auch gut gegen kleine Wehwehchen wie Magenschmerzen. Und manchmal verwöhne ich mich einfach so damit – nachts nach einem Konzertbesuch.

Udon Nudelsuppe

Zutaten für 2 Portionen

  • 20 g Konbu (getrocknete Algensorte)
  • 2 EL Sojasoße
  • 2 EL Sake (Reiswein)
  • 1 EL Mirin (süßer Würzsake)
  • Zucker
  • Salz
  • 200 g Udon (japanische Weizennudeln)
  • frischer Ingwer (in hauchdünnen Streifen) nach Geschmack. Alle Zutaten im Asia-Shop.

1 Konbu-Algen ca. 1 Stunde vorher in 800 ml Wasser legen. Dann alles langsam zum Kochen bringen. Bevor das Wasser zu sprudeln beginnt, Algen herausnehmen. 2 Brühe mit Sojasoße, Sake, Mirin, Zucker und Salz würzen und weite- re ca. 2 Minuten kochen. 3 Inzwischen die Udon-Nudeln nach Packungsanleitung garen, abtropfen lassen. 4 Udon schnell in Schüsseln verteilen und die kochend heiße Suppe darüberschöpfen. Ingwer zugeben.
Mein Tipp: Als Suppeneinlage eignen sich frittierte Tofuwürfel und fein geschnittenes Gemüse wie Frühlingszwiebeln, Möhren und Shiitake-Pilze. Zum Aromatisieren der Suppe nehme ich auch manchmal Chilipuder oder einige Tropfen Yuzu-Saft (japanische Zitrusfrucht, Asia-Shop). Statt Udon schmecken mir auch Soba (Buchweizennudeln).

Für Sie 11/14

Schokokekse
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... das perfekte Seelenfutter

Trostpflaster, Dankeschön und Aphrodisiakum – die Back-Königin Berlins schwört auf Chocolate Chip Cookies als Stimmungsmacherin allen Lebenslagen. Cynthia Barcomi (50) Nach ihrem Umzug von New York nach Berlin machte die Amerikanerin ihr Hobby zum Beruf: Sie eröffnete erst eine Kaffeerösterei, dann noch ein Deli. Ihre Muffins, Brownies und Cheesecakes sind längst Kult. Ihr neuestes Buch: „Let’s Bake“.

Zu jeder Jahreszeit und immer - ich liebe Cookies! Deshalb habe ich mich erst einmal gewundert, als ich als Neu-Berlinerin erfahren musste, dass die Deutschen nur an Weihnachten Plätzchen backen. Für uns Amerikaner gehören Cookies nämlich zum täglichen Leben wie Wasser und Brot. Und für mich ist der Chocolate Chip Cookie der Cookie überhaupt. Ich habe diese XXL-Plätzchen mein ganzes Leben lang gebacken, gegessen und verschenkt, meine „Back-Karriere“ hat damit angefangen. Schon mit drei Jahren konnte ich das Rezept auswendig. Als ich diese Cookies – natürlich mit Hilfe meiner Mutter – das allererste Mal selbst gemacht habe, nahm ich welche mit in den Kindergarten, drückte der Kindergärtnerin einen in die Hand und sagte stolz: „Imadeit!“ Cookies sind für mich ein echtes Allheilmittel – eine Friedenspfeife, ein Trostpflaster, ein Dankeschön und sogar ein Aphrodisiakum. Ganz wichtig bei der Zubereitung: Mehl und Schokostückchen nur so lange unterrühren, bis alles gerade eben miteinander vermischt ist, der Teig muss schön locker bleiben. Und damit die Cookies nicht zu hart werden, nimmt man sie lieber etwas früher aus dem Ofen als zu spät, sie werden nämlich beim Abkühlen noch fester. Am besten schmecken sie mir, wenn sie noch leicht warm sind und die Schokostückchen im Mund zerfließen.

Rezept für die Chocolate Chip Cookies

Zutaten für circa 30 Stück:

  • 360 g Mehl
  • 1 TL Natron
  • 1 TL Salz
  • 250 g weiche Butter
  • 260 g Zucker
  • 1 TL Zuckerrübensirup (Zum Beispiel: „Grafschafter Goldsaft“)
  • 1 TL Bourbonvanillezucker (kein Vanillin)
  • 2 Eier
  • 300 g Zartbitterschokolade (grob gehackt)

Zubereitung:

Mehl, Natron und Salz mischen. Beiseitestellen. Weiche Butter, Zucker und Sirup in der Küchenmaschine oder mit dem Handmixer ca. 3 Minuten leicht und fluffig schlagen. Vanillezucker und Eier unterrühren und noch mal ca. 3 Minuten schlagen, bis die Mischung noch fluffiger ist. Mehlmischung zufügen und mit einem Holzlöffel locker unterrühren. Schokolade kurz unterheben. Die Cookies formt man, indem man den Teig in dicken Tropfen mit einem Löffel in großem Abstand auf das Backblech setzt. Im heißen Ofen (185 Grad) je nach Größe 10–13 Minuten backen. Auf dem Blech abkühlen lassen.

Tipp: Machen Sie sich um die Form der Cookies keine Sorgen, die Teighäufchen laufen beim Backen zu perfekten Kreisen auseinander.

FÜR SIE Heft 8/14

Australische Lamingtons
© Dar1930/Thinkstock
Mein Rezept für...

... das beste Kokos-Gebäck der Welt

Für TV-Koch Mirko Reeh dreht sich auch auf Reisen alles ums Genießen. In Australien lernte er die berühmten Lamingtons kennen – und lieben.

Marco Reeh lernte das Kochen bei seiner Oma und schaute sich später bei Starköchen einiges ab. Er wirbelt in seiner Frankfurter Kochschule und im TV („Koch under Cover“, Sat.1). Neuestes Projekt:der„PrivateFoodClub“, bei dem alle Gäste um einen großen Tisch sitzen und ein großes Menü genießen.

Die große weite Welt und alles, was es darin zu entdecken gab, interessierte mich als kleiner Junge ganz besonders. Wenn mir meine Mutter abend im Bett Geschichten über ferne Länder vorlas, war ich glücklich. Vor allem die Kängurus hatten es mir angetan. Während meine Mutter kochte, sprang ich oft in der Küche wie eines um sie herum und hängte mir dazu noch einen Einkaufsbeutel um den Hals, aus dem ein kleines Stofftier oben rausguckte. Das Fernweh ist noch da, allerdings habe ich das Glück, durch meinen Beruf vieles „in echt“ erleben zu können. Vor Kurzem durfte ich auf Kangaroo Island in Südaustralien Kängurus in freier Wildbahn beobachten – war ich aufgeregt, als das erste an mir vorbeihüpfte! Besonders gefreut habe ich mich, als bei einem der Kopf eines „Joey“, wie die Australier die Känguru-Babys nennen, aus dem Beutel herausschaute. Nach einer Weile wollten meine Begleiter weiter und sagten etwas von „Lamington“. Ich war so im Tierfieber, dass ich dachte,wir gehen Lemminge gucken. Und war erst mal enttäuscht, als man mir einen Teller mit Kokos-Schoko-Würfeln kredenzte. Aber dann der Geschmack! Zu Recht gehört das Gebäck zu den beliebtesten Leckereien der Australier – und inzwischen auch zu meinen. Zudem sind sie ein Andenken an meinen Kindertraum und ein tolles Mitbringsel für meine Mama. Denn was ich auf Reisen erlebe, erzähle ich ihr am liebsten bei einem typischen Gericht.

Australische Lamingtons:

Zutaten für 16 Stück:

Für den Teig:

  • 3 Eier
  • 120 g Zucker,
  • 125 g Mehl,
  • 1 TL Stärke
  • 1 TL Butter
  • 3 TL kochendes Wasser

Für den Guss:

  • 240 g Puderzucker
  • 4 TL Kakao
  • ausgekratztes Mark von 1 Vanilleschote
  • 240 ml kochendes Wasser
  • 2 TL flüssige Butter
  • 200 g Kokosraspel

Zubereitung:

Eier trennen. Eiweiße steif schlagen, dabei nach und nach den Zucker einrieseln lassen. Weiterschlagen, bis der Zucker gelöst ist. Nacheinander Eigelbe, Mehl und Stärke unterheben. Butter im Wasser auflösen, unterheben. Masse in einer mit Backpapier ausgelegten eckigen Springform (24 x 24 cm) glatt streichen. Im heißen Ofen (180 Grad) ca. 25 Minuten backen. Auskühlen lassen. Für den Guss Puderzucker, Kakao und Vanille mischen. Erst Wasser, dann flüssige Butter unterrühren. Den Boden gleichmäßig in Würfel (ca. 6 x 6 cm) schneiden. Die Stücke in die Soße tauchen und in Kokosraspeln wälzen. Trocknen lassen.

Mein Tpp: Den Biskuit vor dem Würfeln waagerecht halbieren und mit Erdbeerkonfitüre bestreichen. Obere Hälfte daraufsetzen und alles ca. 1 Stunde trocknen lassen.

FÜR SIE Heft 7/14

Omas Dick Supp
© Ewgenija_s/Thinkstock
Mein Rezept für...

... eine Zeitreise in glückliche Kindertage

„Nein, deine Suppe ess ich nicht!“, protestierte Winzerin Eva Vollmer damals. Erst als die Großmutter sie das Gemüse dafür ernten ließ, probierte sie und war begeistert.

Eva Vollmer. Die Winzerin mit Doktortitel lernte ihren Beruf an der Hochschule in Geisenheim und im kalifornischen Weinanbaugebiet Napa Valley. 2007 gründete sie mit ihrem Mann Robert Wagner das Weingut Eva Vollmer. Bereits 2010 wurde sie vom „Gault Millau“ als Entdeckung des Jahres gefeiert. Vor Kurzem ist Eva Vollmer Mutter geworden.

Als Kind war ich verrückt nach lauter gesundern Dingen, die es in unserer Familie nie gab, wie Süßigkeiten, Pommes oder Hamburgern. So etwas kriegten wir nur auf Kindergeburtstagen. Im Alltag aßen wir brav Spinat, Kartoffeln und grüne Bohnen. Es gab aber ein Gericht, das ich partout nicht probieren wollte. Eine Suppe undefinierbaren Inhalts, „Dick Supp“ genannt. Meine Oma hatte schließlich die rettende Idee und lüftete für mich das Geheimnis der mysteriösen Suppe, die in unserem rheinhessischen Dialekt auch gern „Quer dorsch de Gaade“ (Quer durch den Garten) heißt. Sie steckte mich in kleine quietschgelbe Gummistiefelchen und schleifte mich bei Nieselregen in den Garten, um die Suppenzutaten zu ernten. Fast wären wir dabei im Matsch versunken, und ich hatte zugegebenermaßen mehr Interesse am Sammeln von Regenwürmern als am Ernten des Gemüses. Aber Omas Plan ging auf. Sie brachte mich endlich dazu, die verschmähte Suppe wenigstens zu probieren. Und was soll ich sagen? Seither bin ich ihr verfallen. Bis heute ist die „Dick Supp“ fest in unserem Speiseplan verankert. Wenn ich nach einem anstrengenden Morgen im Weinberg (inzwischen mit großen grünen Gummistiefeln) verfroren ins Haus komme, ist der Heißhunger auf Deftiges unbezwingbar und diese gehaltvolle Suppe genau das Richtige. Am besten schmeckt sie mir natürlich, wenn unsere Oma sie kocht. Früher tranken wir Kinder übrigens gern Traubensaftschorle dazu, heute ziehe ich ein schönes Glas Silvaner vor. Manche Dinge ändern sich eben, andere zum Glück nie! Danke, Oma, für deine Hartnäckigkeit – sonst hätte ich das Gericht meines Lebens verpasst!

Omas Dick Supp

Zutaten für vier Portionen:

  • 1 kg Kartoffeln
  • 1 kg Möhren
  • 1/2 Knolle Sellerie
  • 2 Stangen Porree
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 kleines Bund Petersilie
  • Salz, Pfeffer
  • ca. 1 EL gekörnte Brühe

Zubereitung:

Kartoffeln, Möhren und Sellerie schälen, würfeln. Porree putzen, waschen, in Ringe schneiden. Zwiebel und Knoblauch schälen, fein würfeln. Petersilie waschen, abzupfen. Vorbereitete Zutaten in einen Topf geben, 1 1/2 l Wasser angießen, langsam zum Kochen bringen. Suppe ca. 20 Minuten köcheln lassen. Suppe mit dem Stabmixer fein pürieren und dabei schaumig rühren. Nochmals aufkochen und mit Salz, Pfeffer und eventuell der gekörnten Brühe abschmecken.

Tipp: Zur Suppe essen wir am liebsten Kartoffel-Pfannkuchen. Dafür 1 kg Kartoffeln schälen und grob raspeln. 4 EL Mehl, 4 EL Paniermehl, 1 Msp. Backpulver, 3 Eier und 1 gehackte Knoblauchzehe unterrühren. Mit Salz, Pfeffer, einer Prise Muskatnuss und etwas Majoran würzen. Aus dem Teig in heißem Öl knusprige Pfannkuchen backen.

FÜR SIE Heft 6/14

Griessbrei mit Zimt und Pflaumen
© Olga Miltsova/Thinkstock
Mein Rezept für...

... eine richtig süße Entspannungs-Übung

Wenn es im politischen Alltag mal wieder besonders hektisch zugeht, beruhigt sich Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt mit echtem „Soul Food“ aus Kindertagen

Katrin Göring- Eckardt gehört seit 1998 dem Deutschen Bundestag an, aktuell als Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. Sie hat zwei erwachsene Söhne und lebt in Berlin und Ingersleben (Thüringen)

Wer den politischen Betrieb kennt, weiß, dass es Tage gibt, an denen gar nichts mehr geht: Termine am laufenden Band, Entscheidungen, die getroffen werden wollen, Interview-Anfragen ... Wenn ich dann nach Hause komme, muss ich erst mal abschalten. Der beste Ort dafür ist meine Küche. Ich greife zum Kochlöffel und mache mir mein Leibgericht: süßen Grießbrei, den ich schon als Kind heiß und innig geliebt habe. Am besten schmeckt er mir mit einer Portion nach Zimt duftendem Pflaumenkompott, ich mag ihn aber auch gern pur, ganz ohne Schnickschnack. Das gemächliche Umrühren des Breis hat eine meditative Wirkung auf mich, ich denke dabei nicht mehr an den Alltagstrubel, sondern komme endlich zur Ruhe – und auf andere Gedanken. So manche politische Entscheidung ist mir nach der kleinen Küchen-Auszeit plötzlich leichter gefallen. Der schönste Moment beim Kochen ist übrigens der, wenn ich die Butter auf den heißen Brei gebe und ihr beim Schmelzen zusehe. Sie bildet dann so einen kleinen goldgelben See, himmlisch! Wenn etwas von dem Brei übrig bleibt, was ehrlich gesagt selten vorkommt, fülle ich den Rest in Tassen und stelle die in den Kühlschrank. Beim Erkalten wird der Brei fest, sodass man ihn wie einen Pudding stürzen kann. Und ich habe was, worauf ich mich am nächsten Tag freuen kann

Griessbrei mit Zimt und Plaumen:

Zutaten für 4 Portitionen:

  • 1 Glas Pflaumen (395 g Abtropfgewicht)
  • 1 EL Speisestärke
  • 5 EL Zucker
  • 1 Zimtstange
  • 1 Vanilleschote
  • 1/2 l Milch
  • 1 Prise Salz
  • 60 g Weichweizengrieß
  • 1 Eigelb
  • 3 EL Butter

Zubereitung:

Pflaumen abtropfen lassen, dabei den Saft auffangen. 4 EL Saft und die Stärke glatt rühren. Restlichen Saft, 2 EL Zucker und Zimtstange aufkochen. Angerührte Stärke einrühren, aufkochen und ca. 2 Minuten köcheln lassen. Pflaumen unterheben. Vanilleschote halbieren, Mark herauskratzen. 4 EL Milch abnehmen, beiseitestellen. Restliche Milch, Salz, Vanillemark und -schote sowie 3EL Zucker aufkochen. Grieß unter ständigem Rühren zugeben, aufkochen. Bei kleiner Hitze unter gelegentlichem Rühren ca. 5 Minuten quellen lassen. Topf vom Herd ziehen. Das Eigelb mit beiseitegestellter Milch verquirlen und unterrühren. Die Butter auf den Grießbrei geben, ebenfalls langsam untermischen. Zimt-Pflaumen dazu essen.

Tipp: Wenn keine Zeit für die Zimt-Pflaumen ist, bestreue ich den Brei einfach mit etwas Zimtzucker.

FÜR SIE Heft 5/14

Senfeier
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Mein Rezept für...

... ein Gefühl von Luxus für kleines Geld

Ihre französische Großmutter lehrte die Schauspielerin Christine Kaufmann, wie aus Kartoffeln, Blumenkohl und Eiern ein Festessen werden kann.

Christine Kaufmann (69) Der Film „Rosen-Resli“ machte sie als Neunjährige zum Star. Mit 18 heiratete sie US-Kollege Tony Curtis, mit dem sie zwei Töchter hat. Nach der Scheidung kehrte Christine Kaufmann nach Deutschland zurück und spielte in vielen Filmen und Serien.

Als Tochter eines Deutschen und einer Französin bin ich in der Nachkriegszeit aufgewachsen. Wie so viele Menschen in jenen Tagen hatten wir sehr wenig Geld. Dass ich trotzdem nie das Gefühl hatte, arm zu sein, verdanke ich meiner französischen Großmutter, meiner „Mémé“. Ich sehe sie heute noch ganz deutlich vor mir: eine kleine Frau mit vollem grauem Haar und schwarzen Kirschaugen, die in Frankreich eine angesehene Ärztin war.
Obwohl Großmutter wegen der Liebe meiner Mutter zu einem „feindlichen“ Deutschen schief angesehen wurde, liebte sie ihre Enkel und versorgte uns mit all ihrer Kraft und ihrem Wissen. Dazu gehörten auch das Kochen und gute Tischmanieren – beides spielt in der bürgerlichen französischen Welt ja eine große Rolle. Großmutter hatte auch die Fähigkeit, aus wenigem ein großartiges Essen zu zaubern. Und diese Kunstfertigkeit hat sie an mich weitergegeben: Ich liebe es genau wie sie, aus einfachen Dingen etwas
Luxuriöses zu schaffen. Zum Beispiel Senfeier mit Salzkartoffeln und Blumenkohl. Die Zutaten sind schlicht und nicht teuer, aber es ist eine Mahlzeit, die durch ihre perfekte Harmonie besticht. Im Idealfall sind Kartoffeln, weich gekochte Eier und Blumenkohl gleich große Inseln auf dem Teller, überzogen mit der Béchamelsoße. Merci beaucoup, Mémé.

Senfeier mit Salzkartoffeln

Zutaten für vier Protionen:

  • 800 g Kartoffeln
  • Salz
  • 1 großer Blumenkohl
  • 150 ml Milch
  • 1 TL Mehl
  • 1 EL saure Sahne
  • Pfeffer (Mühle)
  • geriebene Muskatnuss
  • mittelscharfer Senf
  • 8 Eier

Zubereitung:

Kartoffeln schälen, waschen und in Salzwasser ca. 20 Minuten kochen. Inzwischen den Blumenkohl in Röschen teilen, waschen und in Salzwasser ca. 8 Minuten garen. Gegen Ende der Garzeit 100 ml vom Kochwasser abnehmen. Blumenkohl-Kochwasser und Milch in einem Topf aufkochen. Mehl mit etwas kaltem Wasser glatt rühren und unter ständigem Rühren langsam in die Milch-Mischung geben. Kurz
aufkochen, dann unter Rühren bei geringer Hitze ca. 5 Minuten köcheln lassen. Vom Herd ziehen und die saure Sahne unterrühren. Béchamelsoße mit Salz, Pfeffer, Muskat und Senf abschmecken. Während die Soße köchelt, die Eier in kochendem Wasser ca. 6 Minuten wachsweich kochen. Abschrecken, pellen und halbieren. Kartoffeln und Blumenkohl abgießen, mit der Soße und den Eiern anrichten. Nach Belieben mit Schnittlauch bestreuen.

Für Sie Heft 04/14

Mein Rezept für...

... alle Tiefdruckgebiete des Lebens

Hefeteig ist für die Münchner Backfee Annik Wecker der Inbegriff von Kuscheligkeit und Wärme – eine sinnliche Mischung aus Nostalgie und Meditation
Annik Wecker (39) aß schon als Kind gern süße Dampfnudeln und Pfannkuchen. Heute ist die Ex von Sänger Konstantin Wecker eine erfolgreiche Backbuch-Autorin.
Seit ich denken kann, liebe ich Süßes, Hefeteig aber ganz besonders! Schon als kleines Mädchen hat mich der herrliche Duft glücklich gemacht. Eigentlich ist es kein Wunder, dass ich meine ersten Backversuche gleich mit Hefeteig unternommen habe. Wenn ich mich recht erinnere, vor allem um den Teig gleich roh zu verputzen! Ich weiß, für manche ist der sensible Teig ein Buch mit sieben Siegeln – aber für mich ist er der Inbegriff der Wärme und Kuscheligkeit! Allein schon das Kneten des erst etwas klebrigen und dann immer geschmeidiger werden- den Teigs besänftigt mich und tut gut. Nie würde ich diesen Wohlfühl-Moment einer Küchenmaschine überlassen. Ich kann mich nämlich dabei ganz meinen Gedanken hingeben, weil das Kneten zwar dauert, ich mich aber nicht darauf konzentrieren muss. Wenn selbst das Kneten die Stimmung nicht bessert, dann mache ich mir noch eine heiße Schokolade dazu und gucke ein wenig aus dem Fenster in den Garten, während mein „Sensibelchen“ in der kuscheligen Wärme aufgeht. Wenn sich dann während des Backens noch das Zimtaroma dazugesellt, dann ist die Welt schon fast wieder in Ordnung. Doch nicht nur das Zubereiten, auch das Ergebnis tröstet. Dann taucht sofort das Bild meiner backenden Mutter in mir auf – die beste Erinnerung gegen alle Tiefdruckgebiete des Lebens.
Zimtschneckenkuchen
Zutaten für circa 12 Stücke:
Für den Teig:

  • 1 Würfel Hefe (42 g)
  • 100 ml lauwarme Milch
  • 50 g weiche Butter
  • 650 g Mehl
  • 120 g Zucker
  • 120 ml Buttermilch
  • 2 Eier
  • 1/2 TL Salz

Für den Belag:

  • 140 g Butter
  • 120 g Zucker
  • 120 ml Ahornsirup
  • 2 TL gemahlener Zimt


Zubereitung:
Hefe in der Milch auflösen. Mit restlichen Zutaten verkneten. Hefeteig so lange gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat. Für den Belag 80 g Butter, 40 g Zucker und Ahornsirup in einem Topf erwärmen. Soße auf den Boden einer Springform geben (28 cm Ø; Form gut mit Backpapier auskleiden, damit nichts herausläuft). Restliche 60 g Butter zerlassen. Restliche 80 g Zucker mit dem Zimt
mischen. Den Teig auf bemehlter Fläche quadratisch (ca. 50 x 50 cm) ausrollen. Mit der Butter bepinseln, mit dem Zimtzucker bestreuen und aufrollen. Rolle in 12 Scheiben schneiden. Rollen nebeneinander in die Form legen. Ca. 20 Minuten zugedeckt gehen lassen. Backofen auf 180 Grad vorheizen. Auf der mittleren Schiene ca. 35 Minuten backen. Herausnehmen und auskühlen lassen. Eventuell mit Hagel- oder Puderzucker bestreuen.

Für Sie Heft 03/14

Veganes Aloo Palak
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Mein Rezept für...

... die indischen Überraschungen des Lebens

In Lissabon landete „Veganista“ Nicole Just in einem Restaurant, das sie erst nicht betreten wollte. Aber dann stieß sie dort auf ein neues Lieblingsgericht.

Nicole Just (30), für die Enkelin eines Metzgers war Fleisch selbstverständlich – bis sie 2009 von heute auf morgen tierischen Produkten den Rücken kehrte, zur Veganerin und Bloggerin wurde. Ihre besten Rezepte veröffentlichte sie in „La Veganista“ und „Veganbacken“ (beide GU).

Vor einigen Jahren waren mein Freund und ich in Lissabon. Im Bezirk Graca ganz oben auf dem Hügel der Stadt suchten wir ein indisches Restaurant, das uns empfolen worden war. Zuerst fanden wir es nicht und verirrten uns ziemlich in den steilen, verwinkelten Gassen. Als wir es schließlich entdeckten, waren wir ein wenig enttäuscht: Auf den ersten Blick wirkte es ziemlich schäbig – von außen und innen. Unter normalen Umständen hätte ich das Restaurant gar nicht betreten, aber wir waren so hungrig, und es war schon spät, also gingen wir hinein. Drinnen duftete es herrlich nach Gewürzen und indischem Brot. Der Besitzer begrüßte uns höflich, aber etwas erhalten. Als wir ihm verständlich gemacht hatten, dass wir vegan essen wollten, strahlte er und meinte, wir sollten uns überraschen lassen. 20 Minuten später bog sich der Tisch vor lauter Schüsseln und Tellern mit Gemüse, Salaten und Soßen- alles unglaublich lecker! Am besten war das Aloo Palak, ein Gericht aus Kartoffeln und Spinat. Ich habe sofort nach dem Rezept gefragt, aber so richtig wollte der Koch damit nicht herausrücken. Nach seinen Andeutungen habe ich es zu Hause nachgekocht und finde, es ist gut gelungen. Allein für dieses Aloo Palak würde ich wieder nach Lissabon fahren. Den Inder in der Travesso do Monte 14 finde ich dann garantiert sofort.

Veganes Aloo Palak (Indische Spinat-Kartoffeln)

  • 400 g Kartoffeln
  • Salz
  • 1 Zwiebel
  • 20 g Ingwer
  • 1 Chili
  • 300 g Spinat
  • 1 TL Korianderkörner
  • 1/4 TL Kardamomsamen
  • 1 TL Garam Masala
  • 1 Msp. gemahlener Kreuzkümmel
  • 1/2 TL gemahlener Bockshornklee
  • 2 EL vegane Margarine
  • 240 g Kichererbsen (Dose)
  • 250 g Kokosmilch

1. Kartoffeln schälen, würfeln und in Salzwasser ca. 10 Minuten garen. 2. Zwiebel und Ingwer schälen, fein würfeln. Chilischote putzen, waschen, längs halbieren, entkernen und fein schneiden. Spinat waschen, putzen, abtropfen lassen. 3. Koriander und Kardamom im Mörser zerstoßen. Restliche Gewürze untermischen. Kartoffeln abgießen, etwas Kochwasser auffangen. Margarine erhitzen. Die Zwiebeln darin ca. 2 Minuten glasig dünsten. Gewürzmischung zufügen und ca. 30 Sekunden mit anschwitzen. Spinat zugeben, 1 Minute zusammenfallen lassen. Ingwer, Kartoffeln, Kichererbsen und Kokosmilch zufügen, salzen. 4. Das Gemüse aufkochen und bei mittlerer Hitze ca. 5 Minuten köcheln lassen. Falls die Soße zu dick wird, mit dem Kartoffelkochwasser etwas verdünnen. Abschmecken.

Für Sie Heft 02/14

Gefüllte Paprikaschoten
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Mein Rezept für...

... das ich sofort zwei Sterne gebe

Nach einem stressigen Tag freut sich Sterne-Koch Frank Rosin auf ehrliche Hausmannskost: gefüllte Paprikaschoten – gekocht von seiner Frau Claudia.

Frank Rosin (47) gehört zu Deutschlands beliebtesten Köchen. In seiner Heimat, dem westfälischen Dorsten, betreibt er ein Restaurant, das seit 2012 zwei Sterne trägt. Derzeit ist er in der Koch-Castingshow „The Taste“ (Sat.1, Mi, 20.15 Uhr) als Juror und Coach zu sehen. Frank Rosin ist verheiratet und hat drei Kinder.

Ein Tag in der Großstadt, das finde ich heute noch aufregend. Danach komme ich aber gern zurück aufs Land- hier fühle ich mich am wohlsten. Und genauso ist es mit dem Essen: Meine Zwei-Sterne-Küche vergleiche ich gern mit dem Tag in der Großstadt – und das Häuschen auf dem Land ist ein ehrlicher Teller Hausmannskost, so wie meine Großmutter sie gekocht hat. Spitzenmäßig waren ihre gefüllten Pa- prikaschoten. Gerade wenn es draußen regnete oder schon dunkel war, saß ich oft in der kuscheligen Küche und hörte dem sanften Brodeln auf dem Herd zu. Meist habe ich mir, während Oma gekocht hat, im Vorbeigehen ein Häppchen geklaut („Schmackofatze“ haben wir das genannt) und konnte so den ersten Hunger stillen. Ging bei den Paprika natürlich nicht – deshalb durfte ich beim Abschmecken der Soße helfen. Weil ich es kaum erwarten konnte, habe ich mir das eine oder andere Mal ordentlich den Mund verbrannt. Trotzdem ist dieses Essen eine schöne Familientradition. Natürlich auch, weil das Rezept über meine Mutter inzwischen zu meiner Frau gewandert ist. Und jede hat noch ein bisschen was daran verändert. Heute gibt es nichts Schöneres, als nach einem stressigen Tag von meiner Frau und dem Rest der Familie mit gefüllten Paprikaschoten zu Hause begrüßt zu werden. Ein echtes Zwei-Sterne-Essen für mich!

Gefüllte Paprikaschoten:

Zutaten:

  • 4 Paprikaschoten
  • 500 g Tomaten
  • 250 g Gemüsezwiebeln
  • 6 EL Olivenöl
  • 400 g gemischtes Hackfleisch
  • 2 EL Tomatenmark
  • Salz, Pfeffer (Mühle)
  • ca. 375 ml Gemüsebrühe
  • 1 gestrichener EL (15 g) Mehl
  • 6 EL Sahne
  • gerebelter Oregano
  • 1 Prise Zucker

1. Von den Paprika einen Deckel abschneiden. Paprika innen putzen. Tomaten vierteln, entkernen. Zwiebeln und Hälfte Tomaten würfeln. Hälfte Zwiebeln in 2 EL Öl andünsten. Hack zufügen, krümelig anbraten. Tomatenwürfel und 1 EL Tomatenmark unterrühren, würzen. In die Paprika füllen, Deckel auflegen. 2. Restliche Tomaten in Stücke schneiden. 4 EL Öl in einem großen Topf erhitzen, restliche Zwiebeln andünsten. Gefüllte Paprika, Tomaten und Brühe zugeben, bei kleiner Hitze ca. 50 Minuten garen. Paprika warm stellen. 3. Garflüssigkeit mit den Tomatenstücken durch ein Sieb streichen, 375 ml abmessen, evtl. mit Brühe auffüllen. 1 EL Tomatenmark unterrühren, alles aufkochen. Mehl und Sahne glatt rühren, in die kochende Flüssigkeit rühren. Ca. 10 Minuten köcheln. Soße mit Salz, Pfeffer, Oregano und Zucker abschmecken.

Für Sie Heft 26/13

Müsli mit Mandeln und Früchten
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Mein Rezept für...

... die Frühstücks-Ruhe vor dem Sturm

Mit Müsli, Zeitung und Cappuccino wappnet sich Dana Schweiger gegen das morgendliche Familien-Chaos.

Dana Schweiger(45) Die Mutter von vier Kindern wurde in Seattle geboren und lebt seit 2004 mit ihrer Familie in Hamburg. Zusammen mit Ursula Karven gründete sie die Firma Bellybutton (Kinder- und Schwangerschaftsmode). Dana Schweiger liebt Mandeln, besonders aus Kalifornien.

Es gibt Tage, die beginnen ruhig. Und es gibt Tage, da scheint morgens schon das Chaos auszubrechen - gefühlt ist das bei mir an 360 Tagen im Jahr der Fall. Das Einzige, was da hilft, ist „Augen zu und durch“ und nach Möglichkeit einen kühlen Kopf bewahren. Doch auf nüchternen Magen funktioniert das bei mir nicht. Vor allem, wenn alle vier Kinder da sind und Hektik ausbricht, damit sie rechtzeitig in die Schule kommen. Aber wenn unauffindbare Schulsachen und vergessene Jacken mich am Frühstücken hindern, kann ich schon mal unausstehlich werden! Kurz gesagt: Ohne mein Knusper-Müsli und einen ruhigen Moment für mich geht morgens gar nichts! Deshalb stelle ich mich so oft wie möglich in die Küche und bereite eine ordentliche Menge davon vor. Spätestens, wenn die mit Honig, Mandeln, Sesam, Vanille und Zimt vermengten Haferflocken im Ofen vor sich hinrösten und der herrliche Duft durch die Küche strömt, freue ich mich schon auf den nächsten Morgen. Dazu mache ich mir dann noch einen Cappuccino mit meiner echt italienischen Espresso-Maschine und frühstücke ganz relaxt mit der Zeitung an meinem Lieblingsplatz am Küchenfenster. Nach diesem ruhigen Morgen-Moment fühle ich mich gewappnet für den stürmischen Tagesbeginn, den ich, wenn ich ganz ehrlich bin, gar nicht missen mag.

Knusper-Müsli mit Mandeln und Früchten:

Zutaten:

  • 1 1/2 EL brauner Zucker
  • 1 1/2 EL Honig
  • 1 TL Sesamöl
  • 1/4 TL Vanilleextrakt
  • 1/4 TL Zimt
  • 125 g Haferflocken
  • 1 EL Sesamsamen
  • 30 g grob gehackte Mandeln
  • 20 g Mandelblättchen
  • 25 g getrocknete Heidelbeeren
  • 30 g Rosinen
  • 500 g Joghurt
  • 2 Bananen
  • Fett für das Blech

1. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Ein Backblech einfetten. In einem großen Kochtopf Zucker, Honig, Sesamöl, Vanilleextrakt und Zimt verrühren und bei niedriger Temperatur erhitzen, bis der Zucker geschmolzen ist. Haferflocken und Sesam sorgfältig untermengen. 2. Die Masse gleichmäßig auf dem Backblech verteilen. Auf der mittleren Schiene ca. 10 Minuten backen.
Gehackte Mandeln und Mandelblättchen darauf verteilen. Nochmals ca. 10 Minuten backen, bis die Mandeln goldbraun sind. Auf dem Blech auskühlen lassen und dann in kleine Stücke zerteilen. 3. Knusper-Müsli mit Heidelbeeren und Rosinen mischen. Zum Anrichten Joghurt in Schälchen geben, darauf das Müsli und die geschnittenen Bananen verteilen.
Mein Tipp: Luftdicht verpackt hält sich das Müsli bis zu zwei Wochen.

Für Sie Heft 20/13

Mango Lassi
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Mein Rezept für...

... die Extra-Portion Energie

Ein fruchtiger Joghurt-Drink nach indischem Rezept half Moderatorin Karen Webb schon als Kind über so manches Tief hinweg – vor allem bei den Schularbeiten.
Karen Webb (41) moderiert seit 2007 das ZDF People-Magazin "Leute heute" und ist die Adelsexpertin des Senders. Mit ihrem Freund, Moderator Christian Mürau und den beiden Kindern (4 und 2) lebt sie in München. An der dortigen Uni ist sie Lehrbeauftragte für Kommunikationswissenschaften.
Wenn ich an meine Kindheit in London denke, habe ich immer das Bild der großen quirligen Familie meines Vaters vor Augen. Bei ihnen lebten wir, bis ich sechs Jahre alt war: mein Vater, ein gebürtiger Inder, meine Mutter und ich. Hier lernte meine Mutter auch, indisch zu kochen – die älteste Schwester meines Vaters hat es ihr beigebracht. Zu meinen Lieblingsrezepten gehörte schon als Kind Mango-Lassi, ein super köstlicher Joghurt-Drink. Den gab es aber nicht, wie in Indien üblich, zum Essen dazu, sondern im Sommer als fruchtige Erfrischung zwischendurch. Oder für mich als kleine Motivationshilfe. Wenn ich am Tisch mit meinen Hausaufgaben saß und meine Mutter merkte, dass ich die Lust verliere, stellte sie mir stillschweigend ein Glas neben meine Schulbücher. Und es hat immer gewirkt! Später im Studium in Nürnberg (wir sind dann ja nach Bayern gezogen) fing ich an, mir den Lassi selbst zu mixen. Dafür hortete ich immer reife Mangos in meiner Küche – und bevor es ans Lernen ging, habe ich erst mal zum Pürierstab gegriffen. Heute ist mein vierjähriger Sohn Matteo schon Fan davon, und Romy, meine kleine Tochter, kommt bestimmt bald auf den Geschmack. Wenn die beiden später dann über ihren Hausaufgaben brüten, werde ich sie sicher ab und zu mit einem Glas Lassi verwöhnen – für die Extra-Portion Energie.

Muttis Mango-Lassi

Zutaten Für 2 Gläser:

  • 1 große reife Mango (ca. 400 g)
  • 200 g Naturjoghurt
  • 130 ml Buttermilch
  • 2 TL Zucker

nach Belieben einige Mangoscheiben und Minzeblättchen zum Garnieren.
1. Das Mangofruchtfleisch links und rechts vom Stein abschneiden, die Stücke schälen, grob würfeln und in einen Rührbecher oder Mixer geben. 2. Joghurt, Buttermilch und Zucker zufügen, alles fein pürieren. In Gläser füllen und nach Belieben mit Mangoscheiben und Minze garnieren.

Meine Tipps: Ein Lassi gelingt mit allen Joghurtsorten, von Sahnejoghurt bis Magermilchjoghurt. Ich
verwende am liebsten Joghurt mit 1,5 Prozent Fett. Ganz wichtig ist die Qualität der Mango. Die muss richtig reif sein, sonst schmeckt der Lassi nicht. Eine reife Mango kann man mit dem Daumen etwas ein- drücken, die Schale muss aber noch schön straff sein. Unreife Früchte reifen in ein paar Tagen nach. Und wer jetzt Appetit bekommen hat: Im Oktober erscheint mein erstes Kochbuch „Heute gibt’s indisch!“ im Südwest Verlag.

Für Sie 19/13

pasta-mit-tomaten-confit
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Mein Rezept für...

... Mach-mich-glücklich-Pasta

Für die Französin Vitalie Taittinger sind Bandnudeln mit fruchtiger Tomatensoße die schönste und lebendigste Sommer-Erinnerung aus Kindertagen.
Vitalie Taittinger (33) Die gelernte Grafikdesignerin leitet als Marketing-Chefin zusammen mit ihrem Bruder Clovis und ihrem Vater Pierre-Emmanuel das französische Traditionshaus Taittinger – bekannt für feinsten Champagner. Sie lebt mit Mann und zwei Kindern in Reims – im Herzen der Champagne.
Es gibt Tage im leben, da will ich einfach wieder das sorglose, unbekümmerte Kind sein. So wie damals, als ich nach einem vergnügten Spielnachmittag mit meinen besten Freundinnen erhitzt und erschöpft in die Badewanne gesteckt wurde. Und dann frisch gebadet und gekämmt mit den Eltern und GeschwisternamTischsaß.Oderwennnach einem Tag am Meer, den ich mit Schwimmen, Ballspielen und Herumtoben verbracht hatte, im Schatten der alten Bäume im Sommergarten unser rustikaler Holztisch für alle gedeckt wurde. Diese Momente sind in meiner Erinnerung immer mit dem unvergleichlichen und wunderbaren Duft nach warmen Nudeln, Tomaten und Parmesan verbunden. Denn weil wir Kinder – wie wohl alle Kinder auf der Welt – Nudeln liebten, machte meine französische Mutter regelmäßig Pasta für uns. Zu ihren hausgemachten Bandnudeln gab es meist eine fruchtige Tomatensoße. Manchmal, in der schnellen Version, auch nur etwas Butter, Parmesan und ein paar geröstete Pinienkerne obendrauf... Das Rezept mit Tomaten-Confit koche ich noch heute, wenn ich etwas gegen das ach so vernünftige Erwachsensein tun und mich für einige Augenblicke zurück in meine Kindheit zaubern möchte. Dann mache ich mir und meinen Kindern die wunderbaren Nudeln von damals. Und wenn ich daran schnuppere, sitze ich wieder sorglos und glücklich am Tisch im Garten meiner Eltern.

Pasta mit Tomaten-Confit

Zutaten für den Nudelteig:

  • 300 g Mehl
  • 100 g Hartweizengrieß
  • 3 Eier
  • 1 EL Olivenöl
  • 1/2 TL Salz

Für das Confit:

  • 250 g Kirschtomaten
  • 5 EL Olivenöl
  • 1–2 EL Zucker
  • 2 EL Weißweinessig
  • 1/4 l Tomatensaft
  • je 1/2 TL Knoblauch
  • Rosmarin und Koriander (gehackt)
  • Salz, Pfeffer
  • Pinienkerne
  • Parmesan


1. Teigzutaten zuerst mit den Knethaken des Handrührers, dann mit den Händen glatt verkneten, eventuell etwas Wasser zugeben. In Folie gewickelt 30 Minuten ruhen lassen. 2. Teig vierteln, Stücke nacheinander auf bemehlter Fläche möglichst dünn ausrollen. Nudelplatten auf einem bemehlten Tuch kurz antrocknen lassen. Leicht mit Mehl bestäuben, aufrollen. Mit einem Messer in schmale Streifen schneiden. Die Nudeln auflockern und ca. 30 Minuten antrocknen lassen. 3. Tomaten halbieren. Im heißen Öl schwenken. Zucker darüberstreuen, karamellisieren. Erst Essig und Saft, dann Knoblauch und Kräuter zugeben, ca. 5 Minuten offen köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen. 4. Nudeln in Salzwasser 3–4 Minuten bissfest garen. Abgießen. Tropfnass mit Confit mischen. Mit gerösteten Pinienkernen und geriebenem Parmesan nach Geschmack bestreuen.

Für Sie Heft 18/13

Torta Caprese
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Mein Rezept für...

... la Dolce Vita auf Capri-Art

Es kostete sie einige Urlaube und viel Überzeugungsarbeit. Aber dann hielt unsere ehemalige Food-Chefin Christine Golli endlich das Originalrezept der berühmten Torta caprese in den Händen.
Über 30 Jahre arbeitete die gelernte Diätassistentin Christine Golli (63) bei der FÜR SIE, von 1995 an leitete sie das Food-Ressort. Ihr liebstes Hobby: reisen und dabei nicht nur das Land, sondern auch die Landesküche entdecken. Eine Insel steht aber jedes Jahr auf dem Programm: Capri.
Bei meinem ersten Besuch auf der italienischen Sonneninsel Capri habe ich mich verliebt - in den romantischen Hafen, die quirlige Piazzetta und das Hotle "Luna". Das liegt eingebettet in einen Garten mit herrlichen Oleanderbüschen. Während ich auf der Terrasse auf meinen Koffer wartete, servierte mir Peppino, der charmante Barchef, die Spezialität der Insel: Torta caprese. Und ich verliebte mich gleich noch mal: in diese fluffige Schoko-Mandel-Torte. Natürlich bat ich sofort um das Rezept. Da strahlte mich Peppino an und sagte: „Signora, kommen Sie einfach wieder und genießen Sie die Torta hier.“ Ein Jahr verging, bis ich wieder zu Gast im Hotel „Luna“ war, wo mich Peppino mit „Bella Signora caprese“ begrüßte und mir gleich ein Stück meines Lieblingskuchens servierte. Da wusste ich: Ich muss dieses Rezept haben – unbedingt! Deshalb plauderteichindiesem(undauchdennächsten Urlauben) täglich mit Peppino in einem Kauderwelsch aus Deutsch, Italienisch und Englisch über die „Dolci“, die süßen Spezialitäten von Capri. Jeden Tag erfuhr ich etwas mehr, bis so etwas wie ein Rezept in meinem Notizbuch stand. Ich weiß nicht, wie oft ich die Caprese seither schon selbst gebacken habe. Aber am besten schmeckt sie immer noch auf meiner Trauminsel, wenn ich sie auf der Hotelterrasse mit Blick auf die Faraglioni-Felsen genieße.

Torta Caprese

Für ca. 12 Stücke:

  • 250 g gehackte Mandeln
  • 150 g Zartbitterschokolade (in Stückchen)
  • 200 g weiche Butter
  • 150 g feiner Zucker
  • 6 Eier
  • 1 Prise Salz
  • 1/2 TL abgeriebene Bio-Zitronenschale
  • 2–3 EL Puderzucker.


1. Mandeln etwas kleiner hacken und in einer Antihaft-Pfanne ohne Fett unter Wenden goldbraun rösten. Herausnehmen, abkühlen lassen.
2. Schokolade über einem heißen Wasserbad schmelzen lassen.
3. Butter und Zucker ca. 2 Minuten cremig schlagen. Eier trennen. Ei- gelbe nacheinander unter die Butter- masse schlagen. Dann Mandeln, geschmolzene Schokolade, Salz und Zitronenschale unterrühren.
4. Eiweiße steif schlagen und mit einem Schneebesen unter den Mandelteig heben (nicht zu lange rühren). In eine am Boden mit Backpapier ausgelegte Springform (26 cm Ø) füllen, glatt streichen.

5. Im heißen Ofen (180 Grad, zweite Schiene von unten) 40–45 Minuten backen (Ofen dabei nicht öffnen).

6. Form aus dem Ofen nehmen, Kuchen darin auskühlen lassen. Kuchen aus der Form lösen und mit Puderzucker bestäuben.

Für Sie 17/2013

Endivien Suppe
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Mein Rezept für...

... eine Sterne-Suppe, die schlank macht

Meisterkoch Heinz Wehmann wird zu einer schrägen Wette herausgefordert: Kann er in einer Woche eine kalorienarme Suppe auf Sterne-Niveau erfinden? Heinz Wehmann (57) wuchs in einer Wirtsfamilie in Versmold auf. Nach Lehrjahren im „Hotel Atlantic“ in Hamburg blieb er der Hansestadt treu. Seit 1980 arbeitet er im sternegekrönten „Landhaus Scherrer“. Im NDR-Fernsehen gibt er bei „Mein Nachmittag“ regelmäßigkulinarische Tipps.
Zweimal im Jahr- einmal im Januar und dann wieder vor dem Sommer - möchten wir alle ja gern etwas abspecken. Ein Stammgast, übrigens ein begeisteter Hobbykoch und Suppenfan, sprach mich vor einiger Zeit darauf an. Es sei so schwierig, ein köstliches Gericht zu kochen, das schmeckt, sättigt und dabei kalorienarm ist. Ich antwortete: „Kein Problem, das ist eine der leichtesten Übungen.“ Der Gast meinte, ich solle nicht so angeben, eine Suppe unter 250 Kalorien könne man nicht kochen. Und selbst wenn – schmecken werde sie noch lange nicht. Ein Wort gab das andere, und so kam es zur Wette um einen 2000er Palmer Margaux (einen edlen Roten aus Frankreich).
Dazu kam eine Extra-Hürde: Ich hatte nur eine Woche Zeit, und die Suppe sollte hinterher auch auf meiner Karte stehen können. Nach einigen „Trainingseinheiten“ und Kalorien-Einsparungen stand dann dieses Süppchen aus Endivien fest. Ja, genau: aus Salat! Der ist auch das Geheimnis des Erfolgs. Er hat kaum Kalorien und sättigt zusammen mit den Krabben richtig gut. Zum verabredeten Tag kam der Stammgast vorbei. Er setzte sich erwartungsvoll an den gedeckten Tisch und bekam von mir die Suppe serviert. Das Ergebnis? Er war total begeistert! Wahrscheinlich aber auch, weil wir den Wetteinsatz – nicht ganz so kalorienarm – gleich gemeinsam getrunken haben.
Für 4 Portionen:
Für die Suppe:

  • 2 mittlere Endivien
  • Salz
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Schalotten
  • 3 EL Butter
  • 800 ml Geflügelfond (oder Rinderfond)
  • Pfeffer (Mühle)
  • 1 Fleischtomate
  • etwas Thymian oder Dill

Für die Einlage: 200 g Büsumer Krabben.


1. Endivien vom Strunk befreien. Blätter in kochendem Salzwasser garen. Herausheben, abkühlen lassen. Endivien ausdrücken und hacken. Knoblauch und Schalotten schälen, fein würfeln. Krabben aus dem Kühlschrank nehmen, damit sie Zimmertemperatur bekommen.
2. 2 EL Butter im Topf zerlassen, Schalottenwürfel und Knoblauch anschwitzen. Gehackte Endivien zugeben, anschwitzen und
abschmecken. Fond zugeben, aufkochen. Alles pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
3. Inzwischen Tomate vierteln, entkernen und würfeln. Mit Thymian in 1 EL Butter erhitzen. Salzen, pfeffern. Suppe in vorgewärmte Teller oder Tassen füllen. Tomatenwürfel und Krabben daraufgeben.
Mein Tipp: Die Endivien ganz durchgaren, sonst werden die Blätter nach dem Pürieren grau.

Mascarpone
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Mein Rezept für...

... das mich plötzlich alle für einen Star-Koch halten

„Rezepte? Damit hab ich nichts am Hut“, sagte Markus Lanz, als man ihm eine Kochshow anbot. Er machte den Job trotzdem. Das hat geholfen.
Markus Lanz (44) Der Südtiroler führt dreimal pro Woche durch die Talkshow „Markus Lanz“ und moderiert die große Samstagabend-Show „Wetten,dass..?“.Bis Dezember 2012 war er jeden Freitag mit „Lanz kocht!“ auf Sendung – die besten Rezepte daraus veröffentlichte Markus Lanz jetzt in dem gleichnamigen Kochbuch.
An diesen heißen Augusttag im Jahr 2008 erinnere ich mich noch genau: Ohne es gewollt zu haben, geriet ich unter Verdacht. Unter Kochverdacht. „Sie können das doch, oder?“ Ich bestritt energisch und hatte das Gefühl, noch mehr zu schwitzen. Die Wahrheit war: Trotz gastronomischer Anwandlungen während meiner Studentenzeit hatte ich keinen blassen Schimmer von gehobener Küche. Ich hatte höchstens Teller gehoben – und zwar in die Spülmaschine. In der Großküche eines Hotels, in der schon Parmaschinken mit Melone als kulinarische Wunderwaffe galt. Drei Sommer schuftete ich dort und wusste danach ganz genau, was ich nie werden wollte: Koch! Den Job als Moderator der Freitagabend-Kochsendung bekam ich trotz meiner Proteste. Und hatte drei Jahre lang das Glück, den besten Köchen über die Schulter schauen zu dürfen. Und Probieren war ja sowieso mein Liebstes. Bei diesem Dessert von Nelson Müller hat’s mich echt umgehauen. Die knusprigen Mandelblättchen und die samtige Creme mit Himbeeren – der Hammer! Nach der Sendung traute ich mich endlich mal selbst an die Dessert-Front. Und geriet wieder unter Verdacht – dass ich Nelson Müller entführt und in der Küche versteckt hätte. Ganz ehrlich: Das Dessert ist einfacher, als sein Name es vermuten lässt. Sogar ich habe es so hammermäßg hinbekommen.

Mille-Feuille von Mascarpone und Himbeeren

Für 4 Portionen:

  • 2 Blatt Gelatine
  • 200 g Zucker
  • Mark von 1/2 Vanilleschote
  • 2 Eigelb
  • 170 g Mascarpone
  • Saft von 1/2 Zitrone
  • 300 g Sahne
  • 100 g gehackte Mandeln
  • 30 g Mehl
  • 50 g flüssige Butter
  • Saft und Schale von 1 Bio-Orange
  • 125 g Himbeeren


1. Gelatine in kaltem Wasser einweichen. 100 g Zucker mit Vanille und Eigelben über einem heißen Wasserbad cremig aufschlagen. Mascarpone, Zitronensaft und die Eiercreme verrühren. Ausgedrückte Gelatine erwärmen, unter die Creme ziehen. Sahne steif schlagen, unterheben. Creme mind. 5 Stunden kühl stellen.
2. Backofen auf 160 Grad vorheizen. Mandeln, 100 g Zucker, Mehl, flüssige Butter, Orangensaft und Schale mischen. Ca. 30 Minuten kühlen.
3. Teig zu kleinen Kugeln formen, mit relativ großem Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Der große Abstand ist wichtig, da der Teig beim Backen zu großen Blättern auseinanderläuft! Auf mittlerer Schiene 8–10 Minuten goldbraun backen. Auskühlen lassen. Auf je 1 Gebäckblatt Himbeeren und Tupfen der Mascarponecreme setzen. Das Ganze wiederholen. Sofort servieren.

Kartoffel-Rösti
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Mein Rezept für...

... einen ganzen Tag mit mir selbst

Knusprig gebratene Kartoffelrösti mit Bärlauchschaum – damit verwöhnt sich Star-Designer Guido Maria Kretschmer, wenn er im Frühling mal Zeit für sich hat.
Guido Maria Kretschmer (48) wurde von Udo Lindenberg „entdeckt“, der an seinem Stand auf Ibiza gleich mehrere Outfits kaufte. Als Styling-Kritiker ist er heute in der Sendung „Shopping Queen“ auf Vox zu sehen, als Designer zieht er Stars wie Iris Berben oder Charlize Theron an.
Es gibt Gerichte, die sind für die Familie, und es gibt welche, die sind für einen allein. Eigentlich gehören Kartoffelrösti und Pfannkuchen ja zurersten Kategorie – aber nur, solange man nicht derjenige ist, der am Herd steht. Ich erinnere mich noch gut an meine Mutter, die ohne Unterlass Kartoffelrösti für mich und meine Geschwister produzierte und schwitzend in einer Dampfwolke in der Küche schuftete. Und sich selbst ganz am Schluss, wenn die hungrige Meute satt war, zu Tisch setzen konnte. Deshalb brate ich Kartoffelrösti nur an Tagen mit mir! Ehrlich gesagt mag ich das auch gar nicht so, wenn man in der Küche brutzelt, und dann stehen die anderen alle hungrig in der Tür, begucken sich jeden Handgriff und wollen quatschen. So was macht mich ganz unruhig! Wenn ich im Frühjahr also mal einen Tag ganz für mich allein habe, dann kommt dieses Gericht auf den Tisch. Warum? Es geht relativ schnell, kostet nicht die Welt, ist warm und kühl zugleich. Einen kleinen Haken hat es allerdings schon: In der Küche riecht es mindestens einen Tag lang noch nach Fett... Und wenn ich fertig bin, setze ich mich mit diesem köstlichen Essen und einem kühlen Grauburgunder aus Baden vor den Fernseher und zappe durchs TV- Programm. Dann bin ich mein zufriedenster Gast!

Kartoffel-Rösti mit Bärlauch-Schaum

Für 1 Portion:

Für den Bärlauch-Schaum:

  • 1 kleines Bund Bärlauch (alternativ: Rucola)
  • 1 EL Crème fraîche
  • 2 Schuss Sahne
  • Salz, Pfeffer


Für die Rösti:

  • 300 g mehligkochende Kartoffeln
  • 1 EL Butter
  • 2 EL Olivenöl
  • 3 Scheiben Räucherlachs


1. Bärlauch waschen, trocken tupfen und hacken. Mit Crème fraîche, Sahne, Salz und Pfeffer in einen hohen Rührbecher geben. Beiseite stellen.
2. Kartoffeln schälen und grob raspeln. In ein Tuch geben, Flüssigkeit herausdrücken. Kartoffelmasse mit Salz würzen.
3. Butter und Öl in einer kleinen beschichteten Pfanne hellbraun aufschäumen lassen. Kartoffelraspel mit einer Gabel fest an den Boden drücken (maximal 1 cm dick). Ca. 5 Minuten hellbraun braten. Mit Hilfe eines leicht geölten Tellers wenden und weitere ca. fünf Minuten bräunen. Rösti auf Küchenpapier abtropfen. Lachs darauf verteilen. Bärlauch-Mix pürieren, bis er schaumig ist, über die Rösti verteilen.
Mein Tipp: Sehr hübsch sieht es aus, wenn man die Rösti mit dem Lachs aufrollt und quer halbiert.

Pasta mit Pistazienpaste)
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Mein Rezept für...

... Zeiten mit Ebbe im Portemonnaie

Bei diesem Pasta-Gericht stimmt einfach alles, findet Rebecca Gablé: Es ist günstig, schnell gezaubert und wie gemacht für eher bescheidene Kochkenntnisse.
Rebecca Gablé (48) Die Mönchengladbacherin begann während ihrer Ausbildung zur Bankkauffrau, Krimis zu schreiben. Bestseller wurden dann später ihre historischen Romane („Das Lächeln der Fortuna“). In den 1980ern sang sie außerdem in einer Rockband, die heute noch gelegentlich auftritt. Als ich Mitte zwanzig - also ziemlich spät - entschlossen, meinen Brotberuf als Bankkauffrau aufgab, um Literatur zu studieren, stand ich auf einmal da: ohne mein monatliches Einkommen, an das ich mich so schön gewöhnt hatte. Vor allem Ende des Monats hieß es bei meinem Mann und mir plötzlich regelmäßig: sparen! Irgendwann kam mir die Idee, mal auszurechnen, was eine Portion von diesem oder jenem Lieblingsgericht denn so kostet (da machte sich meine Ausbildung zur Bankkauffrau wohl bemerkbar). Bewaffnet mit Taschenrechner, Prospekten von Supermärkten und den letzten Einkaufsbons verbrachte ich einige Abende am Küchentisch. Rezepte, die unser Ende-des-Monats-Budget überschritten, versuchte ich abzuwandeln, damit wir sie uns leisten konnten. Klar gab es deshalb viel, viel Pasta bei uns. Diese Variante mit Pistaziencreme essen wir heute noch gern! Das liegt daran, dass sie schnell zubereitet ist, man alles Nötige dafür im Haus haben kann und vor allem: weil sie meine etwas bescheidenen Kochkünste nicht überfordert. Wenn ich Gäste habe, verwende ich die Pistazienpaste sogar für Vorspeisen. Ich streiche etwas davon auf geröstetes Baguette. Oder ich wickle einen Klacks in eine Scheibe Parmaschinken, perfekt.

Pasta mit Pistazienpaste

Für 2 Portionen:

  • 150 g Pistazien (die Schale mitgewogen)
  • 5 Walnüsse
  • 1 Dose Thunfisch (im eigenen Saft)
  • je 1/2 Bund Petersilie und Basilikum
  • 8 EL Olivenöl
  • 6 EL Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer
  • 250 g Nudeln (z. B. Spaghetti)


1. Pistazien schälen, Walnüsse knacken. Kerne zerkleinern (am bequemsten geht das in der Küchenmaschine). Thunfisch abtropfen lassen und mit einer Gabel zerdrücken. Petersilie und Basilikum sehr fein hacken.
2. Öl und Zitronensaft mit dem Schneebesen verquirlen. Mit den vorbereiteten Zutaten vermischen, salzen und pfeffern. Ist die Paste nicht sämig genug, ruhig noch einen Schuss Olivenöl hinzufügen, das schadet nie!
3. Spaghetti in Salzwasser nach Packungsanweisung kochen. Abgießen und sofort mit der Paste mischen (da diese kalt zubereitet wird, sollten die Spaghetti beim Auffüllen möglichst heiß sein).
Mein Tipp: Die Paste lässt sich super vorbereiten und in einem Schraubglas gekühlt ein bis zwei Tage aufbewahren.

aus der FÜR SIE 9/2013

Zimthuhn
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Mein Rezept für...

... das Sehnsuchtsessen meiner Kindheit

Samtig duftender Zimt spielte schon in ihren Mädchenträumen eine große Rolle – später experimentierte Marianne Sägebrecht auch am Herd damit.
Die Schauspielerin Marianne Sägebrecht liebt das Kochen. Und spielte deshalb in ihrem neuesten Film „Omamamia“ eine Oma, die in Italien ein Restaurant leitet (Foto). In ihrem Buch „Auf ein prima Klimakterium!“ verrät sie weitere Eigenkreationen. Ein bisschen anders als die anderen, dass war ich schon mit vier oder fünf Jahren. Ich erschuf mit ein Märchenland. In meiner Fantasie lebten dort Menschen mit chinesischen Gesichtern oder auch mal dunkelhäutige Inder. Natürlich gab es auch einen dichten Regenwald, der ein bisschen Furcht einflößend war. Und das Beste: Es duftete nach exotischen Gewürzen – erfrischend nach Ingwer, erdig nach Kurkuma oder eher warm und samtig nach Zimt. In diesem Land meiner Kindheitsträume war einfach alles wunderschön. Als Sechsjährige setzte ich daher meinen Kuschelbären Suri mit meinem Pausenbrot auf ein Floß. Er sollte flussabwärts nach Surinam fahren, um dort für meine Mutter, meine Schwester und mich ein großes Haus zu bauen. Der Duft von Gewürzen faszinierte mich aber auch in der realen Welt. Als ich 14 war, habe ich mir deshalb dieses Hühnchengericht ausgedacht. Mit dabei: Meine Lieblingsgewürze Zimt und Nelke – sie wecken bei mir die Sinne und die Wärme im Herzen. Seit mehr als 50 Jahren bekoche ich meine Familie und Freunde nun schon mit diesem Wohlfühlessen. Und wenn ich in der Küche stehe, reise ich wieder in mein „Traumland“ Surinam. Am liebsten untermalt von mitreißender Cajun-Musik.

Zimthuhn mit Tomaten:

Für 4 Portionen:

  • 1 Zwiebel
  • 4 Knoblauchzehen
  • 120 g Butter
  • 500 g Hühnerfleisch (von einem ganzen Huhn)
  • 1 TL Cayennepfeffer
  • 150 ml Wermut
  • 2 cl Cognac
  • 1 TL Tomatenmark
  • 1 TL Zimt
  • 1 Prise Nelkenpulver
  • Salz, Pfeffer
  • 250 g Tomaten (Dose)
  • 1 TL brauner Zucker


1. Zwiebel und Knoblauch schälen, fein würfeln. In der zerlassenen Butter vorsichtig andünsten. Das in Stücke geschnittene Huhn waschen, trocken tupfen und mit in den Topf geben. Mit Cayennepfeffer würzen und zum Bräunen öfter wenden.
2. Hühnerteile wieder herausnehmen und beiseitelegen. Wermut und Cognac in den Topf geben, kurz aufkochen lassen. Tomatenmark, Zimt und Nelkenpulver zufügen, mit Salz und Pfeffer würzen. Huhn zusammen mit Tomaten und Zucker wieder in den Topf geben. Ca. 1 Stunde zugedeckt auf kleiner Flamme köcheln, eventuell etwas Gemüsebrühe zugeben.
3. Zimthuhn mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dazu koche ich Basmatireis, der mit Kurkuma und Koriandergrün verfeinert wird.
Mein Tipp: Zum Schluss verfeinere ich das Huhn mal mit einem Schuss Sahne oder mal mit etwas Kokosmilch.
aus der FÜR SIE 9/2013

Porridge von Barbara Becker
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Mein Rezept für...

... eine Genuss-Meditation zum Start in den Tag

Das geduldige Umrühren ihres heiß geliebten Porridges ist für Pilates-Fan Barbara Becker die reinste Entspannungsübung – Morgen für Morgen.
Barbara Becker (46) Veröffentlichte erfolgreiche Fitness-DVDs wie „Fit in 30 Tagen“. Neben ihrer Arbeit als Home-Fitnesstrainerin ist sie eine gefragte Mode- und Schmuckdesignerin. Seit der Scheidung von Ex-Tennis-Profi Boris Becker lebt sie mit ihren Söhnen Noah (19) und Elias (13) in den USA. Ein schlichtes Porridge, das machte ich vor einigen Jahren mal im Fernsehen, als ich bei Biolek zum Kochen eingeladen war. Der gesunde Haferbrei war aber zu der Zeit überhaupt nicht angesagt. Von einigen Zuschauern habe ich sogar Beschwerdebriefe erhalten, so nach dem Motto: „Damit sollte man doch lieber die Wand kleistern.“ Bei uns zu Hause gehört Porridge aber zum Frühstück – ich will meinen Kindern morgens etwas Gutes mit auf den Weg geben, etwas, das lange satt macht. Lecker soll es natürlich auch sein, deshalb hat mich die Kritik der Zuschauer angespornt. Ich habe noch ein bisschen an meinem Porridge-Rezept herumgetüftelt und mit Getreidesorten, Joghurt und Trockenfrüchten experimentiert. Bis ich diese Mischung hier fand, die bei meinen Söhnen am besten ankam – mit nussigen Dinkelflocken, Gojibeeren und Vanillejoghurt. Das Lustige daran: Ich habe mich inzwischen so ans morgendliche Porridge-Kochen gewöhnt, dass es schon fast zur Meditationsübung geworden ist. Wenn ich vor dem blubbernden Topf am Herd stehe und langsam rühre, damit nichts ansetzt, ist das für mich der entspannteste Start in den Tag. Übrigens koche ich immer eine extragroße Portion von dem fruchtigen Frühstücksbrei. Den lieben nämlich nicht nur meine Söhne. Auch Freunde kommen morgens nach dem Joggen regelmäßig bei mir vorbei, um sich eine Schale dampfendes Porridge abzuholen.

Barbaras Porridge

Für 4 Portionen:

  • 5 EL Dinkelflocken
  • 3 EL gemahlener Buchweizen
  • 3 EL Chia-Samen
  • 1 Apfel, 3 EL Weizenkeime
  • 1 1/2 TL Bienenpollen
  • 1 EL fein gehackte getrocknete Gojibeeren
  • 5 EL Vanillejoghurt
  • 1–2 TL Honig
  • 1 EL Leinöl
  • 3 EL gemahlene Leinsamen.


1. Ca. 1/2 l Wasser aufkochen. Dinkelflocken und Buchweizen einrühren und das Ganze 5–8 Minuten unter ständigem Rühren bei geringer Hitze köcheln lassen.
2. 150–200 ml heißes Wasser in eine kleine Schüssel geben. Die Chia-Samen dazugeben und quellen lassen.
3. Den Apfel in eine Schüssel reiben und mit restlichen Zutaten vermischen. Die gequollenen Chia-Samen
unterrühren. Eventuell überschüssige Flüssigkeit des gekochten Getreides abgießen, Getreidebrei heiß unter die Apfelmischung rühren. Nach Wunsch mit frischen Früchten, zum Beispiel Beeren, anrichten.
MEIN TIPP: Manchmal mische ich noch 3 EL Hanfsamen und 1 TL Acaipulver unter. Beides stärkt das Immunsystem. Alle Zutaten gibt es in Reformhaus, Apotheke oder über das Internet zu kaufen.
aus der FÜR SIE 10/2013

Coulant au Chocolat
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Mein Rezept für...

... SCHOKOMÄULCHEN

Ein köstliches Küchlein mit flüssigem Kern – das versöhnte Sterne-Koch Ali Güngörmüs wieder mit seinem Ferienhotel auf den Seychellen. Güngörmüs ist der erste und einzige türkische Koch, der je einen Michelin-Stern erhielt. Seit 2005 leitet er sein Sterne-Restaurant in Hamburg. Das „Le Canard Nouveau“ ist neben dem Essen berühmt für seinen tollen Elbblick.

So etwa zehn Jahre ist es jetzt her, da habe ich mir mal einen Urlaub auf den Seychellen gegönnt. Ich träumte von Sonne, Strand und exotischem Essen. Sonne und Strand waren super, aber mein dritter Wunsch wurde enttäuscht. Die Qualität des Hotelrestaurants ließ etwas zu wünschen übrig. Ich bestellte mir zum Beispiel zu meinem Salat extra Balsamico-Essig, der sich dann als simple Sojasoße entpuppte. Und auch der Rest der Speisen war leider enttäuschend. Nach den ersten beiden Tagen stöberte ich in der Speisekarte – mit dem Gedanken: „Irgendwas muss doch schmecken.“ Da entdeckte ich bei den Desserts einen Schokokuchen. Und der war so super, dass ich ihn bis zum letzten Tag des Urlaubs jeden Abend bestellt habe. Kaum war ich zurück in Hamburg, habe ich mich in meine Küche gestellt und eine Versuchsreihe gestartet: Ich habe die verschiedensten Schokosorten geschmolzen und an der Ofentemperatur herumprobiert, bis die Küchlein wie in den Ferien schmeckten. Denn nur, wenn das Küchlein außen herum richtig gebacken ist, beim „Anstechen“ aber der flüssige Kern sanft herausfließt – dann ist es perfekt. Manchmal backe ich mir diese Urlaubserinnerung noch heute. Es funktioniert jedes Mal: Sobald die Schokolade auf der Zunge zergeht, fühle ich mich wieder wie am Indischen Ozean.

Schokoküchlein mit flüssigem Kern

Zutaten (für 4 Portionen):

  • 120 g Butter
  • 100 g dunkle Kuvertüre (70 % Kakao)
  • 4 Eier
  • 160 g Zucker
  • 50 g Mehl
  • Puderzucker zum Bestäuben
  • 4 Kugeln Vanilleeis

Zubereitung:

1. Butter und grob in Stücke gebrochene Kuvertüre über einem heißen Wasserbad zum Schmelzen bringen. Die Masse etwas abkühlen lassen.

2. Eier mit dem Zucker schaumig schlagen. Butter-Kuvertüre-Creme nach und nach unterrühren. Gesiebtes Mehl unterheben.

3. Die Schokomasse in 4 mit Backpapier umhüllte Dessertringe (je ca. 6 cm Ø) füllen. Im vorgeheizten Backofen (230 Grad) 8–10 Minuten backen. Der Kuchenkern sollte dabei noch flüssig bleiben.

4. Die Schokoküchlein auf Tellern anrichten und mit Puderzucker bestäuben. Je 1 Kugel Vanilleeis mit auf den Teller geben. Dazu schmeckt ein Püree aus Babybananen oder eine Passionsfruchtsoße.

MEIN TIPP: Den Teig am besten einen Tag vorher zubereiten und bis zum Backen gekühlt ruhen lassen. Dadurch gelingt der flüssige Kern deutlich leichter.

aus der FÜR SIE 6/2013

Marmorkuchen
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Mein Rezept für...

... EINEN SÜSSEN LIEBESBEWEIS

Du bedeutest mir was! Diese Botschaft überbringt der Rührkuchen in Amelie Frieds Familie schon seit Jahrzehnten. Der erste Roman der Wahl-Münchnerin erschien 1995. Es folgten zahlreiche Bestseller für Erwachsene und Kinder. Ihr letztes Buch „Verliebt, verlobt ... verrückt?“ hat sie mit ihrem Mann Peter Probst geschrieben.
Meine Mutter war und ist eine vorzügliche Köchin, aber Kuchen hat sie fast nie gemacht. Da ich Selbstgebackenes aber für mein Leben gern esse, habe ich es immer als ganz besonderen Liebesbeweis empfunden, wenn sie welchen für uns gebacken hat. Meist gab es meinen Lieblingskuchen, einen klassischen Marmorkuchen aus der Gugelhupfform, der zum Schluss einen ganz feinen Überzug aus Puderzucker bekommt. Da ich schon immer gern etwas vom Teig genascht habe, lungerte ich natürlich die ganze Zeit in der Küche herum, wenn meine Mutter die Zutaten auspackte. Als ich acht oder neun Jahre alt war, erklärte sie mir, wie man den Schokoteig unter den hellen Teig schichtet. Dabei drückte sie mir eine Gabel in die Hand, legte ihre warmen Finger über meine und zeigte mir, wie das schöne Muster entsteht. Seit dieser Zeit begleitet mich das Rezept wie ein guter Freund. Und seit 21 Jahren backe ich diesen Kuchen immer, wenn eines meiner beiden Kinder Geburtstag hat. Ich überziehe ihn dann mit Schokolade, dekoriere ihn mit Gummibärchen, Schokolinsen und der entsprechenden Anzahl kleiner Kerzen – auch heute noch, obwohl meine Kinder schon erwachsen sind. Ich hoffe, dass sie den Kuchen ihrer Oma eines Tages für ihren Nachwuchs backen. Es ist so schön, wenn Familienrezepte von Generation zu Generation weitergegeben werden!

Muttis Marmorkuchen

ZUTATEN FÜR 20 STÜCKE:

  • 4 Eier
  • 250 g Butter
  • 375 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 500 g Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 1 Tasse Milch
  • 3 EL Kakaopulver
  • 2 EL Zucker
  • 3 EL Sahne (oder Milch)
  • Puderzucker zum Bestäuben
  • Fett und Mehl für die Form

Zubereitung:

1. Eier trennen. Eiweiße steif schlagen und kalt stellen. Weiche Butter mit Zucker, Vanillezucker und Eigelben schaumig rühren. Mehl und Backpulver mischen, sieben. Mehl-Mix im Wechsel mit der Milch unter die Eigelbmasse rühren. Eischnee portionsweise unterheben.

2. Eine Gugelhupfform fetten und mit etwas Mehl ausstäuben. Ein Drittel des Teigs mit Kakao, Zucker und Sahne verrühren. Erst etwas von dem hellen, dann den dunklen Teig als Kleckse einfüllen und mit dem restlichen hellen Teig abschließen. Die Schichten vorsichtig mit einer Gabel ineinanderziehen.

3. Napfkuchen im heißen Backofen (180 Grad, zweite Schiene von unten) ca. 60 Minuten backen. Eventuell zum Schluss etwas Alufolie auflegen, damit die Oberfläche nicht verbrennt. Etwas abkühlen lassen, auf ein Kuchengitter stürzen und auskühlen lassen. Mit Puderzucker bestäuben.
DIE GEBURTSTAGS-VARIANTE:

Je 100 g gehackte Vollmilch- und Zartbitterkuvertüre über einem Wasserbad schmelzen. Kuchen auf ein Gitter setzen (ein Stück Alufolie unterlegen) und mit Schokolade überziehen. Kurz anziehen lassen, mit Schokolinsen und Gummibärchen verzieren. Trocknen lassen.

aus der FÜR SIE 4/2013

Mein Rezept für...

... LECKERE COUCH POTATOES

Michael Michalsky beschloss schon mit zwölf Jahren, Modedesigner zu werden. Nach dem Studium in London arbeitete er für Levi’s und adidas, bevor er 2006 das Label Michalsky gründete. Neben Mode entwirft er Taschen, Sneaker und Sofas. An grauen Wintertagen kuschelt sich der Designer am liebsten mit Freunden und einem Snack aufs Sofa.

Korea, China, die USA – durch meinen Job bin ich ziemlich viel unterwegs. Mein Zuhause ist für mich deshalb ein Ort der Entspannung und Geborgenheit. Es gibt für mich nichts Schöneres, als einen gemütlichen Abend mit Freunden zu verbringen. In den eigenen vier Wänden kochen, reden und abhängen, das ist für mich Luxus! Gerade jetzt im Winter, wenn Berlin sich von seiner grauen und ungemütlichen Seite zeigt, mutiere ich gern mal zum Couch-Potato. Deshalb ist mein Sofa auch der Mittelpunkt meiner Wohnung in Berlin. Es ist richtig schön groß, sodass alle meine Freunde darauf Platz haben. Ich liebe das! Vor etwa zwei Jahren ist durch Zufall unser Winter-Sofa-Ritual entstanden, als wir uns den Filmklassiker „Sunset Boulevard“ anschauen wollten. Eine gute Freundin, die gerade zu Besuch war, bereitete dieses russische Rezept für uns zu. Sie nahm dafür diese extrakleinen Kartoffeln, die Drillinge heißen. So entstanden Mini-Häppchen, die man, ohne zu kleckern, auf dem Sofa essen kann. Ich war sofort begeistert von diesem Snack, der einfach in der Zubereitung ist, aber ein explosives Geschmackserlebnis bietet – und außerdem eine Portion Glamour versprüht. Immer wenn ich etwas Zeit habe und in Berlin bin, lade ich zum „Couch-Genuss“. Ein Freund besorgt dann einen alten Film, während ich schon mal den Herd anwerfe. Und beim Aushöhlen und Füllen helfen alle mit. Dann kuscheln wir uns aufs Sofa, stoßen mit Champagner an, und das Heimkino kann starten...

Kaviar-Kartoffeln mit saurer Sahne

FÜR 2 PORTIONEN:

  • 300 g festkochende Kartoffeln (nicht zu groß)
  • 2 kleine Lauchzwiebeln
  • 2 Stiele glatte Petersilie
  • Salz
  • 2 EL saure Sahne
  • 20 g schwarzer Kaviar (beziehungsweise Lachs- oder Forellen-Kaviar).

1. Die Kartoffeln unter fließendem Wasser abbürsten, ungeschält in einen kleinen Kochtopf legen. Kartoffeln knapp mit Wasser bedecken, zugedeckt aufkochen. Wenn das Wasser kocht, die Temperatur auf niedrige Stufe zurückschalten, sodass die Kartoffeln nur noch leicht köcheln.

2. Die Lauchzwiebeln putzen, waschen und in feine Ringe schneiden. Petersilie waschen, trocken schütteln. Blättchen abzupfen und fein hacken. Nach ungefähr 20 Minuten prüfen, ob die Kartoffeln gar sind. Das Wasser abgießen und die Pellkartoffeln kurz unter kaltem Wasser abschrecken.

3. Die Kartoffeln pellen und einen Deckel abschneiden. Das Innere der Kartoffeln mit einem Teelöffel etwas aushöhlen, dabei ringsum einen Rand stehen lassen. Die Kartoffeln nur leicht salzen, da der Kaviar bereits salzig ist. Lauchzwiebeln, Petersilie und das Ausgehöhlte der Kartoffeln mischen und wieder in die Kartoffeln füllen.

4. Saure Sahne glatt rühren und pro Kartoffel etwa 1 gehäuften TL auf die Füllung setzen. Jede Kartoffel mit etwas Kaviar bedecken und alles möglichst heiß servieren.

aus der FÜR SIE 3/2013

Mein Rezept für...

... DIE RETTUNG DER FESTTAFEL

Jeannette Gräfin Beissel von Gymnich (59), die Herrin von Burg Satzvey bei Köln, organisiert jedes Jahr Ritter- und Festspiele auf dem Anwesen. Seit 2008 leitet sie eine Stiftung, die traumatisierten Kindern und Jugendlichen hilft. Nachdem eine Feier der Gräfin Beissel durch zwei Hunde fast geplatzt wäre, konnte sie erst beim Dessert entspannen.

Diesen einen Abend auf Burg Satzvey werde ich nie vergessen! Die ganze Woche war für ein Fest gewienert und gewischt, waren die Teppiche geklopft und das Familiensilber poliert worden. Auf dem großen Tisch im Speisesaal lag die gebügelte leinene Decke mit dem Familienwappen und den passenden Servietten. Wie kleine Soldaten standen Kristallgläser exakt oberhalb der bunten antiken Teller – und je drei Gabeln und Messer wiesen auf ein aufwendiges Menü hin. Alles war perfekt vorbereitet! Als ich die schwere Tür zum Speisezimmer öffnete, um einen letzten prüfenden Blick hineinzuwerfen, wich das Blut aus meinem Gesicht. Die hintere Tür zum Saal stand offen, und die beiden Jack Russell Terrier der Kinder waren neugierig auf die Tische gesprungen. Man sah die braunen Spuren ihrer Pfoten überall auf der Tischdecke. Ich war einer Ohnmacht nahe! Doch dann kam uns eine Idee: Ich holte alle silbernen Aschenbecher (davon haben wir ziemlich viele) und verteilte sie auf die störenden Stellen. Den ganzen Abend zitterte ich, ob jemand die verräterischen Stellen entdecken würde. Aber spätestens als das Zitronengefrorene auf Silberplatten serviert wurde, hatte niemand mehr einen Blick für die (gar nicht benötigten) Aschenbecher, der Abend war gerettet. Jedes Mal, wenn ich dieses Dessert jetzt zubereite, muss ich mit Schmunzeln an diesen besonderen Abend denken – und die Rettung unserer Festtafel.

Zitronengefrorenes im Schokomantel

FÜR 6–8 PORTIONEN:

  • 6 EL Kakaopulver
  • 2 EL + 160 g Zucker
  • 500 g Sahne
  • 1 EL + 1 TL abgeriebene Bio-Zitronenschale
  • 3 Eier
  • 1/8 l frisch gepresster Zitronensaft
  • 125 g geschabte Blockschokolade oder in dünne Scheiben geschnittene Mango oder Ananas.

1. Kakao und 2 EL Zucker mischen. 250 g Sahne steif schlagen. Den Kakao-Mix vorsichtig unterheben, 1 EL Zitronenschale gut untermengen. In eine Springform (26 cm Ø) geben, diese damit ausstreichen, sodass Boden und Rand damit bedeckt sind (alternativ: Dessertringe auf ein mit Alufolie belegtes Tablett stellen und füllen). Mindestens eine Stunde ins Gefrierfach stellen.

2. Eier trennen. Eiweiße steif schlagen, dabei nach und nach 160 g Zucker einrieseln lassen. Noch ca. 3 Minuten weiterschlagen, bis die Masse glänzt. Eigelbe weiß-cremig schlagen, zum Eischnee geben und vorsichtig unterheben. Die restlichen 250 g Sahne steif schlagen. Mit Zitronensaft und 1 TL Zitronenschale zur Eiermasse geben und alles vorsichtig vermengen.

3. Zitronenmasse auf den gefrorenen Schokomantel geben, nochmals über Nacht ins Gefrierfach stellen. Damit sich das Dessert leichter lösen lässt, die Form auf ein mit heißem Wasser befeuchtetes Tuch stellen, ein weiteres heißes Tuch um die Form wickeln. Portionsweise mit Schokoraspeln bestreuen oder mit Früchten belegen. Sofort servieren.

aus der FÜR SIE 2/2013

Linsensuppe mit Wiener Würstchen
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Mein Rezept für...

... WOHLFÜHLMOMENTE AN KRANKEN TAGEN

Zum Reinlegen gut fand Gaby Hauptmann dieses Rezept schon als Kind – sogar dann, wenn sie „krank“ war. Die Bestseller-Autorin („Suche impotenten Mann fürs Leben“) hat in Deutschland über acht Millionen Bücher verkauft. Ihre Werke sind in mehr als 35 Ländern erschienen.

Aus Angst, mir meinen guten Notendurchschnitt zu versauen, erkrankte ich als Kind vor Klausuren gern mal. Da ereilte mich dann morgens ein plötzlicher Fieberschub (nachdem ich das Thermometer ein Weilchen unter die Nachttischlampe gehalten hatte). Oder ich täuschte schwerwiegendes Bauchweh vor – was ja nicht zu überprüfen war. Allerdings hatte meine schlaue Mutter dafür ihre ganz eigene Methode. Sie wusste genau, dass ich bei Linsen mit Saitenwürstchen (so nennt man im Süddeutschen die Wiener Würstchen) auf keinen Fall widerstehen konnte. Jedes Mal also, wenn ich wegen angeblichen Bauchwehs die Schule verpasst hatte, gab es mittags Linsen. Meine Mutter stellte mir einen Teller in mein „Krankenzimmer“ – und weil es so verführerisch duftete, aß ich ihn meist ganz schnell leer. Damit sie mich aber nicht sofort der Lüge überführen konnte, ließ ich immer ein paar Linsen übrig und verstrich sie zum Schluss sorgfältig auf dem Boden des Tellers – schön eine neben der anderen. Meine Mutter hat nie etwas gesagt, aber ich bin mir sicher, manchmal huschte ein Lächeln über ihr Gesicht. Heute ist sie 94, und wenn ich Mutti bitten würde, hätte ich garantiert morgen einen dampfenden Teller Linsen vor mir stehen. Und könnte diese schöne Kindheitserinnerung wieder aufleben lassen...

Linsensuppe mit Wiener Würstchen

Zutaten (für 4 Portionen):

  • 250 g Tellerlinsen
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • 100 g geräucherter, durchwachsener Speck
  • 1–2 EL Olivenöl
  • 2 Lorbeerblätter
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 Prise Zucker
  • Essig zum Abschmecken (toll ist z. B. ein Balsamico-Essig)
  • 4 Paar Saitenwürstchen (das sind Wiener Würstchen)
  • eventuell Petersilie zum Bestreuen.

Zubereitung:

1. Am besten die Linsen über Nacht in kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag gut abtropfen lassen.

2. Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Den Speck ebenfalls in feine Würfel schneiden. Das Öl in einem großen Topf erhitzen, Zwiebel und Speck darin unter Rühren andünsten. Linsen und Lorbeerblätter zugeben. Frisches Wasser zufügen, bis die Linsen knapp damit bedeckt sind. Aufkochen lassen und zugedeckt bei mittlerer Hitze ca. 30 Minuten köcheln, bis die Linsen weich sind.

3. Die Linsen mit Salz, Pfeffer, Zucker und einem guten Schuss Essig abschmecken. Lorbeerblätter entfernen. Die Würstchen auf die Linsen legen und zugedeckt kurz darin erhitzen. Anrichten und mit Petersilie bestreuen. Dazu schmecken Spätzle.

MEIN TIPP:

Wenn keine Zeit mehr ist, die Linsen einzuweichen: die Garzeit einfach um 15–20 Minuten verlängern. Wer mag, kann die letzten 10–15 Minuten noch 2 fein gewürfelte Möhren mit in den Topf geben.

aus der FÜR SIE 01/2013

Indisch gebeiztes Lachsfilet
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Mein Rezept für...

... FERNWEH NACH DEM MEER

Stefan Wilke (33) wurde bereits mit 26 Jahren Küchenchef auf der „Europa“. Davor arbeitete er unter anderem bei Sternekoch Harald Wohlfahrt in der „Schwarzwaldstube“ (Tonbach). Wenn er sich nach fremden Ländern sehnt, genießt er diesen Lachs. Und kann es kaum erwarten loszufahren.

Gehe ich irgendwo in der Welt vor Anker, dann heißt es für mich: auf zum nächsten Markt! Natürlich geht es auch darum, die Vorräte aufzufüllen. Aber Neues und Exotisches zu entdecken, das ist der besondere Reiz dabei. Als ich mich vor ein paar Jahren auf dem Gewürzmarkt im indischen Cochin wiederfand, war ich überwältigt von den intensiven Gerüchen und Farben um mich herum. Aufgetürmt in Säcken wurden unvorstellbare Mengen an Pfeffer, Chili, Zimt, Fenchel oder Koriander angeboten. Ich war berauscht von all diesen Aromen – aber auch von dem Chaos. Denn wenn sich ein Europäer, noch dazu einer in Kochuniform, hierher verirrt, wird er von allen Händlern belagert. Zu Beginn hatte ich nur einen Gedanken: Du musst unbedingt auf deine Sachen aufpassen! Aber dann genoss ich einfach all die exotischen Eindrücke. Von meinem Marktbesuch waren irgendwann noch etwas Koriander und Fenchel übrig, und im Kühlhaus hatte ich noch einen frischen Lachs – so entstand mein „Reiserezept“. Den Lachs mache ich regelmäßig, wenn ich schon eine Weile auf Landurlaub bin und mich das Fernweh packt. Dann lade ich Freunde oder Familie zu mir nach Hause ein, und wir genießen mein asiatisches Reiseandenken, während wir Fotos von meinen Landausflügen anschauen. Bei all den schönen Erinnerungen kann ich es dann kaum erwarten, wieder Anker zu lichten.

Indisch gebeiztes Lachsfilet

Zutaten (für 6-8 Portionen):

  • je 1 Bund Petersilie und Koriander
  • 1/2 Bio-Zitrone
  • 2 Sternanis
  • 1/2 TL Koriandersamen
  • 1 TL Bockshornkleesamen
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 TL schwarzer Pfeffer
  • 1 EL Fenchelsamen
  • 1 EL Madras-Curry
  • 120 g Meersalz
  • 180 g brauner Zucker
  • 1 Lachsseite auf der Haut (1–1,2 kg)

Zubereitung:

1. Petersilie und Koriander waschen, trocken schütteln und grob zupfen. Zitrone heiß waschen, trocken reiben, Schale abreiben. Zitrone halbieren, Saft auspressen. Petersilie, Koriander, Zitronenschale, Anis, Koriandersamen, Bockshornklee, Lorbeer, Pfeffer und Fenchel gemeinsam durch den Wolf drehen oder im Universalmixer zerkleinern. Mit Curry, Salz und Zucker mischen.

2. Lachs waschen, trocken tupfen und eventuell vorhandene Gräten entfernen. Lachs auf Frischhaltefolie legen und mit der Gewürzmischung bestreuen, leicht andrücken. 1–2 EL Zitronensaft darüberträufeln. Lachs fest in Frischhaltefolie wickeln und beschwert mindestens 2 Tage im Kühlschrank ziehen lassen.

3. Gewürze abstreifen. Lachs kurz kalt abspülen, in dünne Scheiben schneiden. Dazu passt ein Dip aus Crème fraîche, Limettensaft, gehackten Kräutern, Chili.

aus der FÜR SIE 26/2012

Spaghetti Napoli
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Mein Rezept für...

... DEN BESTEN TROST DER WELT

Die Soße à la Napoli ist für Véronique Witzigmann Soulfood, Hilfe in der Not oder einfach: ein Rezept fürs Leben. Die Tochter von Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann ist „Marmeladenfee“ – sie stellt Konfitüren und Chutneys nach eigenem Rezept her. Außerdem arbeitet sie als Autorin.

Als ich eines Tages krank auf dem Sofa lag, schaute ich einen Film mit Catherine Zeta-Jones. Sie spielt darin eine erfolgreiche Köchin, die sich plötzlich um das kleine Mädchen ihrer verstorbenen Schwester kümmern muss. Sie kocht die tollsten Dinge für die Kleine, die nichts davon essen möchte. Dann begleitet das Kind irgendwann seine Tante ins Restaurant. Dort zaubert ein Koch ganz „einfache“ Spaghetti mit Tomatensoße für sie. Er setzt sich neben die Kleine und fängt an zu essen. Das Ende vom Lied ist, dass sie heimlich den Teller leer futtert. Diese Szene ist so unglaublich lustvoll gespielt, dass ich großen Appetit auf genau dieses Gericht bekam, es verfolgte mich wirklich tagelang. Als es mir wieder besser ging, führte mein erster Weg auf den Markt, wo ich alle Zutaten dafür einkaufte. Zu Hause entstand dann diese feine Tomatensoße, schön geschmort im Ofen. Das zeigt doch wieder: Es muss nicht immer ein ganz abgefahrenes Gericht sein. Heute habe ich immer ein paar Gläser davon im Vorratsschrank. Und geht es mir oder einem Familienmitglied mal nicht so gut, gibt es einen Teller Spaghetti mit Tomatensoße und Parmesan. Ein absolutes Soulfood – schmeckt und hilft immer!

Tomatensugo aus dem Ofen

FÜR CA. 5 GLÄSER (À 1/2 LITER):

  • 2,5 kg reife Tomaten (am besten San-Marzano-Flaschentomaten)
  • 1 kleine rote Paprikaschote
  • 2 große Dosen Tomaten (à 850 g)
  • 6 Knoblauchzehen
  • 6 EL Olivenöl
  • je 5–6 Rosmarin- und Thymianzweige
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 Zweig Oregano
  • 5 kleine getrocknete Chilischoten
  • 1 EL brauner Zucker
  • 1–2 EL Balsamico-Creme
  • Salz
  • eventuell Pfeffer

1. Den Ofen auf 220 Grad vorheizen. Die frischen Tomaten und die Paprika waschen, putzen und beides grob in Stücke schneiden. Die Tomaten in der Dose mit einem scharfen Messer ebenfalls zerteilen. Den Knoblauch schälen und mit einem Messer andrücken.

2. Das Öl in einem großen Bräter erhitzen und den Knoblauch mit den Kräutern hell anbraten. Die gesamten Tomatenstücke und Chilis zugeben. Die Soße im Ofen dicklich einkochen lassen – das dauert ca. 1 Stunde. Zwischendurch umrühren.

3. Die Soße durch ein Sieb streichen. Nochmals aufkochen und mit Zucker, Balsamico-Creme, Salz und eventuell Pfeffer würzig abschmecken. Die heiße Soße in die sterilisierten Gläser abfüllen, mit Deckeln sofort verschließen. Kühl und dunkel lagern, hält ca. sechs Monate.

4. Zum Genießen die gewünschte Menge der Soße erhitzen und vermischt mit Spaghetti, frischen Basilikumstreifen und gehobeltem Parmesan anrichten.

aus der FÜR SIE 25/2012

Mein Rezept für...

... MÄNNER UNTER KOCHZWANG

Vijay Sapre gründete das Internetportal mobile.de, dessen Verkauf ihn zum Millionär ohne Ziele machte. Ein Restaurant-Praktikum weckte seine neue Leidenschaft fürs Kochen. Heute ist er Herausgeber des Esskultur-Magazins „Effilee“. Aus ein paar Resten im Kühlschrank kochte er schon als 17-Jähriger dieses Gericht – und liebt es bis heute.

Meine erste eigene Wohnung hatte ich mit 17 in Erlangen. Meine Mutter war in eine andere Stadt gezogen, ich wollte nicht zu meinem Vater zurück. Also mieteten mir meine Eltern ein winziges Apartment am Bahnhof. Darin war ein Bett, eine Dusche mit WC und – zu meinem Glück – auch eine Kochstelle mit zwei Platten. Ich fand das großartig! Schließlich war ich der Erste in meiner Klasse, der nicht mehr bei den Eltern wohnte. Die Ernüchterung kam, als ich das erste Mal von meinem Taschengeld Putzmittel und Klopapier kaufen musste. Und natürlich stand auch kein Essen auf dem Tisch, wenn man nach Hause kam. Meine Eltern hatten aber immer schon selbst gekocht und auch uns Kinder dabei mithelfen lassen. So lernte ich neben dem, was ich fürs Abitur so brauchte, auch, für mich selbst zu sorgen. Im Wesentlichen gab es zwei Gerichte: gebratenen Reis mit „dem, was noch so da ist“, und gebratene Nudeln mit „dem, was noch so da ist“. Vor allem Letztere haben mich noch über viele Jahre begleitet und wurden im Laufe der Zeit immer raffinierter. Die kulinarisch wichtigste Verfeinerung sind übrigens die Semmelbrösel. Wenn ich mich richtig erinnere, war das eine Idee des Gitarristen Martin Fekl während unserer gemeinsamen WG-Zeit – Ehre, wem Ehre gebührt!

Gebratene Nudeln

(FÜR 4 PORTIONEN)

Zutaten:

  • 400 g Nudeln (z. B. Fusilli)
  • Salz
  • 1 kleine rote Zwiebel
  • 1/2 Hähnchen (gebraten, vom Vortag)
  • Gemüse – was so da ist (z. B. Paprikaschoten, Champignons, Tomaten, Zucchini, Kürbisfleisch, Erbsen, Bohnen)
  • ca. 2 EL Butter oder Öl
  • ca. 1 EL Semmelbrösel
  • 2 TL gekörnte Gemüsebrühe
  • 1 EL Sojasoße
  • schwarzer Pfeffer
  • 1 Bund Petersilie

Zubereitung:

1. Nudeln in kochendem Salzwasser nach Packungsanweisung bissfest garen.

2. Zwiebel abziehen und in Würfel schneiden. Vom Hähnchen zuerst die Haut entfernen. Dann das Fleisch von den Knochen ablösen und klein schneiden oder würfeln. Das Gemüse je nach Sorte waschen, putzen und klein schneiden.

3. Butter oder Öl in einer großen beschichteten Pfanne bei geringer Temperatur erhitzen. Zuerst die Zwiebelwürfel und Semmelbrösel zugeben und unter Rühren braten, bis die Zwiebeln glasig sind.

4. Nudeln abgießen, abtropfen lassen und in die Pfanne geben. Kurz mitbraten, dann das Gemüse zugeben und unter Rühren 8–10 Minuten braten, bis das Gemüse gar, aber noch bissfest ist.

5. Das Hähnchenfleisch zugeben und unter Rühren 3–4 Minuten mitbraten. Die gekörnte Brühe darüberstreuen, alles mit Sojasoße, Salz und Pfeffer kräftig abschmecken.

6. Petersilie waschen, trocken tupfen. Blättchen von den Stängeln zupfen, fein schneiden. Nudelpfanne damit bestreuen.

Tipp: „Meine Lieblingspasta für dieses Gericht sind Fusilli, diese kurzen Spiralnudeln. Die kann man super mit dem Gemüse auf die Gabel spießen. Klar gehen auch andere kurze Sorten wie Eliche oder Penne.“

aus der FÜR SIE 23/2012

Reibekuchen
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Mein Rezept für...

... EIN SEVENTIESREVIVAL MIT DER GANZEN FAMILIE

Der Duft echter Nostalgie entsteigt einer Pfanne voller Reibekuchen - findet FÜR SIE-Beauty-Chefin Heike Rheker

Groß geworden bin ich in den 70er-Jahren in Düsseldorf. Der Geschmack von Tri Top, Maggi und Fondor war damals mein ständiger Begleiter. Am meisten liebte ich aber die herbstlichen Samstage – da gab es nämlich Reibekuchen! Gefühlte acht Stunden verbrachte meine Mutter damit, mindestens zwei Kilo Kartoffeln und ein halbes Kilo Zwiebeln per Hand zu reiben. Denn nicht nur ich, auch meine beiden Geschwister und mein Vater liebten diese ölgeschwängerten Abende in der Küche. Mein Vater legte dann stets ein Stückchen Lachs auf und ein Stück Pumpernickel unter den frischen Reibekuchen – das sollte das Fett aufsaugen und verdaulicher sein. Meine Schwester duldete nichts als drei goldbraun gebackene Reibekuchen auf ihrem Teller; mein Bruder strich fingerdick Rübenkraut auf seine, und meine knusprigen Taler badeten in einem See von Apfelmus. Nur meiner Mutter war nach der ganzen Braterei meist der Appetit vergangen: Sie ließ sich die knusprige Köstlichkeit erst am nächsten Tag kalt schmecken. Noch heute, wenn ich in Düsseldorf in unsere kleine Straße abbiege, weht mir schon der vertraute Duft meiner Kindheit entgegen. Dann steht meine Mutter seit gefühlten acht Stunden in der Küche, hat Kartoffeln und Zwiebeln per Hand gerieben und die Masse in reichlich Öl ausgelassen – ein Ritual, das sich hoffentlich noch viele Jahre halten wird.

Reibekuchen

(Für 4 Portionen)

FÜR DEN TEIG:

  • 1 kg Kartoffeln,
  • 4 mittelgroße Zwiebeln
  • 2 kleine Eier
  • Salz nach Geschmack
  • 1 Prise Zucker
  • ca. 50 g blütenzarte Haferflocken
  • ca. 1 EL Öl pro Bratvorgang

AUSSERDEM:

  • Pumpernickelbrot
  • geräucherte Lachsscheiben
  • Créme fraîche
  • Apfelmus
  • Rübenkraut


1. Zuerst die Kartoffeln und Zwiebeln schälen und reiben (mit der Küchenmaschine). Dann die Eier, Salz und eine Prise Zucker unterrühren. Zum Schluss so viele Haferflocken zugeben, dass die Kartoffelflüssigkeit etwas gebunden wird. Wenn sich nach 2–3 Minuten etwas Flüssigkeit oben absetzt, ist das nicht schlimm, einfach wieder durchrühren. Das Kartoffelwasser ist wichtig, da es die für die Festigkeit notwendige Stärke enthält.

2. Die Reibekuchen portionsweise mit ca. 1 EL Öl pro Bratdurchgang ausbacken. Die Taler anschließend am besten direkt aus der Pfanne auf den Teller geben. Dazu schmecken entweder geräucherter Lachs und Pumpernickel, ein Klecks Créme fraîche, selbst gemachtes Apfelmus oder Rübenkraut – ganz nach persönlichem Geschmack.

aus der FÜR SIE 22/2012

Schwäbische Maultaschen
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... schwäbische Momente im hohen Norden

Promi-Wirt Herbert Seckler lebt die längste Zeit seines Lebens auf Sylt. Trotzdem ist er zu 100 Prozent Schwabe – und liebt Maultaschen über alles.

Herbert Seckler (61) ist Inhaber der berühmtesten Strandhütte Deutschlands– der „Sansibar“ auf Sylt. Aufgewachsen im Schwabenländle, lebt der gelernte Koch und Weinexperte seit 1974 auf der Nordseeinsel. Seine beiden Kochbücher (Südwest Verlag) bringen die „Sansibar“-Küche zu uns nach Hause.

Sylt ist das Pradies für mich! Schließlich lebe ich schon fast 40 Jahre hier. Und die "Sansibar" ist mein Wohnzimmer. Aber als Zugezogener überfallen einen dann manchmal doch die Erinnerungen an die alte Heimat. Etwa an einem besonders stürmischen Nordseetag oder wenn ich mit Gästen aus dem Süden ein bisschen „geschwäbelt“ habe. Dann träume ich von der grünen und hügeligen Alblandschaft, denke an würzige Maultaschen und ein schönes Viertele Trollinger. In solchen Momenten rufe ich meinen Küchenchef, den Dietmar, und er bekommt den schwäbischen Spezialauftrag: Maultaschen nach Mutters Originalrezept. Beim ersten Mal habe ich ihm noch die Tipps meiner Mutter mitgegeben. "Eigentlich muss man nur zweimal aufpassen", sagte sie mal zu mir. "Die Ränder beim Füllen gut zudrücken - guck mal, so mit der Gabel. Und: Das Wasser darf, sobald die Maultäschle drin sind, nur noch sieden.“ Inzwischen bekommt auch der Dietmar das hin wie eine schwäbische Hausfrau. Und wenn die gesamte „Sansibar“-Familie gemütlich vor dampfenden Tellern mit Maultaschen sitzt, ist für mich Feiertag. Dann genieße ich mit Blick auf die Dünen, die Wellen und die herabstürzenden Möwen ein Stück schwäbische Gemütlichkeit. Und auch wenn Nicht-Schwaben immer wieder staunen: Ein Kartoffelsalat schmeckt dazu am besten!

Schwäbische Maultaschen:

Zutaten:

  • 500 g Mehl
  • Salz
  • 4 Eier
  • 2 EL Öl

Für die Füllung:

  • 75 g magerer Speck
  • 2 Zwiebeln
  • 2 EL Butter
  • 2 alte Wecken (Brötchen)
  • 200 g gekochter Spinat
  • 50 g Petersilie
  • 3 Eier
  • 250 g gemischtes Hack
  • Pfeffer, Muskatnuss
  • Außerdem: 1–2 Eiweiß
  • 1 1/2 l Fleischbrühe

1. Alle Teigzutaten glatt verkneten. In Frischhaltefolie gewickelt ca. 1 Stunde ruhen lassen. 2. Speck und Zwiebeln würfeln, in heißer Butter anbraten. Die vorher in Wasser eingeweichten, jetzt gut ausgedrückten Wecken, Spinat und Petersilie durch den Fleischwolf drehen. Mit den Speckzwiebeln mischen. Diese Masse mit Eiern und Hack verkneten. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. 3. Teig portionsweise dünn ausrollen und in ca. 5 x 10 cm große Rechtecke schneiden. Füllung auf das obere Drittel der Rechtecke verteilen. Die Ränder mit Eiweißen bepinseln, Teig umklappen und zu Quadraten formen. Maultaschen portionsweise in der heißen Brühe 10–15 Minuten ziehen lassen. Mein Tipp: Die Maultaschen kurz anbraten, mit gerösteten Zwiebeln oder Semmelbröseln bestreuen.

Für Sie Heft 21/13

Funke-Pfannkuchen
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... EINE FRAU DIE GAR NICHT KOCHEN KANN

Cornerlia Funkes Leben ist ein Traum: Bücher illustriert, mit dem Schreiben angefangen. Irgendwann: Weltbestseller, Hollywood – bamm! Es gibt nicht viele Frauen, denen man so viel Erfolg so sehr gönnt.

Eine Geschichtenerzählerin nach ihrem Lieblingsrezept zu fragen, obwohl sie die schlechteste Köchin auf diesem Planeten ist, löst bei ihr erst einmal Kopfschmerzen aus. Aber eine essbare Sache bringe ich tatsächlich zustande, und das sind Pfannkuchen. Die amerikanischen Freunde meines Sohnes nennen sie „Germans“. Sie erinnern mich an kalte Wintertage in Hamburg-Ohlstedt, an denen das Frühstück bei Kerzenlicht im Wohnzimmer stattfand, weil es draußen noch so abscheulich dunkel war. Die ersten Pfannkuchen habe ich versucht, als mein Mann mit einem Freund verreist war. Er war so ein Meisterkoch, dass ich meine Dienste am Herd nie angeboten hätte. Eine Reise kann überraschende Früchte tragen – diese lehrte mich Pfannkuchen backen. Die ersten Ruinen kommentierte mein damals noch sehr kleiner Sohn Ben mit „Ach, Mama, die schmecken eigentlich viel besser, wenn sie kaputt sind“. Ist das nicht das perfekte Rezept für jemanden, der keine Geduld und kein Talent zum Kochen hat? Allein der Geruch beschwört tausend Bilder herauf: Meine Tochter Anna im grünen Pullover und grauen Faltenrock, in der Schuluniform ihrer Mädchenschule. Ben noch im Bett. Ich liebe es, meinen Kindern ihr Frühstück ans Bett zu bringen; vermutlich, weil ich es selbst zu gern dort bekomme.

Funke-Pfannkuchen

(Für 4 Stück)

  • 250 g Mehl
  • 1 Prise Salz
  • 5 tagesfrische Eier (Größe M)
  • 1/2 l Milch
  • ca. 40 g Butterschmalz zum Braten

1. Mehl, Salz, Eier und Milch glatt rühren. Teig ca. 30 Minuten quellen lassen.

2. Eine oder zwei Antihaft-Pfannen erhitzen. Jeweils 10 g Butterschmalz hineingeben und heiß werden lassen. Teig kurz durchrühren, jeweils ein Viertel in das heiße Butterschmalz geben. Bei mittlerer Hitze die eine Seite goldbraun backen. Pfannkuchen wenden und von der anderen Seite goldbraun backen.

3. Pfannkuchen wahlweise mit fein geschnittenem geräuchertem Schinken und Schnittlauchröllchen füllen oder mit Nussnougat (Nutella) bestreichen oder Zucker bestreuen.

aus der FÜR SIE 20/2012

Asiatische Nudelpfanne - das Rezept zu dem asiatischen Klassiker finden Sie bei uns
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... EINE HUNGRIGE MEUTE

Als Ministerin braucht Ursula von der Leyen viel Organisationstalent. Als Mutter von sieben Kindern aber auch.

Am Wochenende ist bei uns immer Familienzeit. Ich genieße das sehr nach meiner Arbeitswoche in Berlin. Samstagnachmittags zum Beispiel platzen dann oft unvermittelt die Kinder ins Haus. Sie kommen vom Fußball, oder sie waren draußen bei den Tieren. Ich habe zwei Söhne und fünf Töchter, und besonders am Wochenende haben sie häufig auch noch ein paar Freunde im Schlepp. Und was garantiert immer der Fall ist: Die ganze Bande hat einen Mordshunger.
Dann schart sich alles um den großen Holztisch bei uns im Esszimmer. Das ist normalerweise der Ort, an dem wir oft beisammenhocken, klönen und diskutieren. Aber wenn es schnell etwas Warmes zu essen geben soll, packen alle mit an, und der Tisch wird zur großen Arbeitsplatte. Bei meiner Asiapfanne geht das so: Es werden kleine Berge von Gemüse und Putenschnitzel auf Holzbrettern verteilt. Jeder schnappt sich ein Messer, und alle machen sich über Möhren, Zuckerschoten und Putenschnitzel her, die wir für die Gemüsepfanne brauchen. Ich kann nur sagen: Zum Glück helfen so viele Leute mit, denn sonst würde gerade bei diesem Gericht das Putzen und Schnippeln viel zu lange dauern. Ist alles gut vorbereitet, geht es dann glücklicherweise ganz schnell.
Jetzt nur noch alle Zutaten im großen Wok nach und nach anbraten – und die Nudelpfanne ist fertig! Am Ende frage ich mich oft, was eigentlich mehr Spaß macht: das leckere Essen oder die Zubereitung. Beides ist auf jeden Fall ein ganz besonderer Genuss. Und die heißesten 20 Storys der Woche gibt es regelmäßig als Beilage dazu.

Asiatische Nudelpfanne

Zutaten

800 g chinesische Eiernudeln (Mie-Nudeln)

Salz

10 kleine Putenschnitzel (à ca. 80 g)

10 Möhren

500 g Zuckerschoten

3–4 Knoblauchzehen

4 EL Sonnenblumenöl

5–8 EL Sojasoße (je nach Geschmack)

1/4 l Gemüsebrühe

5 EL Sweet-Chili-Soße (je nach Geschmack)

Pfeffer

1. Nudeln in Salzwasser nach Packungsanweisung garen. Abgießen und abtropfen lassen. Putenschnitzel waschen, trocken tupfen und quer in Streifen schneiden.

2. Möhren putzen, schälen und schräg in dünne Scheiben schneiden. Zuckerschoten waschen, putzen und quer halbieren. Knoblauch schälen und fein hacken.

3. Das Öl in einer großen beschichteten Pfanne oder im Wok erhitzen, das Fleisch darin mit dem Knoblauch 4–5 Minuten bei starker Hitze braten. Das Gemüse zugeben und unter Rühren 5 Minuten mitbraten. Sojasoße, Brühe und Chili-Soße dazugeben und alles bei mittlerer Hitze 3–5 Minuten weitergaren, salzen und pfeffern. Die Nudeln untermischen und 1 Minute unter Rühren mitgaren. Sofort servieren.

aus der FÜR SIE 18/2012

Mariniertes Schweinefleisch vom Grill
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... OLYMPIA-GOLD

Der Jamaikaner Usain Bolt setzt in London voll auf Sieg - 2008 gewann er Gold über 100 und 200 Meter. Live aus London: 4. August 2012 (Vorläufe), 5. August 2012, 22.50 Uhr, Finale über 100 Meter. Sein Lieblingsrezept kommt von Tante Lilly: gegrilltes Schweinefleisch mit Yamswurzel.

Als ich klein war, bin ich nach der Schule immer erst zu meiner Tante Lilly gegangen. Bei ihr gab es oft Schweinefleisch, und mein Lieblingsessen war (und ist auch heute) Jerk Pork mit Yamswurzel. Fleisch konnte ich übrigens nur bei Tante Lilly essen, meine Mutter kocht aus Überzeugung immer nur Gemüse. Wenn ich satt war, lief ich nach Hause und habe mit Mama noch einmal Mittag gegessen. Sie wusste natürlich immer, dass ich von Tante Lilly kam und eigentlich schon satt war. Besonders lecker sind die Yamswurzeln meiner Tante. Sie baut sie in ihrem kleinen Vorgarten selbst an. Die Knollen enthalten viel Vitamin A und Kalium und schmecken ein bisschen wie Süßkartoffeln. Mein Vater und Tante Lilly sagen immer, dass ich durch die Yamswurzeln so stark und schnell geworden bin. Vor jedem Wettkampf gibt mir dieses Essen die Power, um zu siegen. Wenn es irgendwie möglich ist, kommt meine Tante Lilly mit zu den Wettkämpfen in aller Welt. Und kann sie einmal nicht dabei sein, lasse ich mich nach ihren jamaikanischen Rezepten bekochen. Wieder zu Hause, führt dann mein erster Weg zu Tante Lilly an ihren Esstisch. Ich liebe Schweinefleisch und Hühnchen, ohne kann ich gar nicht leben. Bei den Olympischen Spielen in London wird die Konkurrenz groß sein – besonders die über 100 Meter. Zurzeit bin ich der schnellste Mann der Welt – und will es noch lange bleiben. Um Gold zu gewinnen, setze ich auch diesmal auf Tante Lillys Kochkunst.

Jerk Pork (mariniertes Schweinefleisch vom Grill)

FÜR 4–6 PORTIONEN:

  • 1 kg Schweinefleisch (Rippenstück, Schweineschulter oder -nacken ohne Knochen)
  • ca. 3 Pfefferschoten (spanische Peperoni, Jalapeños) oder Chilischoten
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 2 EL Thymianblättchen
  • 2 Knoblauchzehen
  • ca. 2 TL frisch gemahlene Pimentkörner
  • ca. 1 TL Salz
  • 1 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1/2 TL Muskat
  • 1 gute Prise Zimt
  • ca. 2 EL brauner Zucker
  • Saft von 1 Limette
  • 4 EL Öl

1. Fleisch waschen, trocken tupfen. Je nach Fleischstück in Portionen schneiden. Mit der Gabel mehrmals einstechen. In eine Schüssel geben.

2. Schoten waschen, klein schneiden. Frühlingszwiebeln putzen, waschen, fein hacken. Thymianblättchen etwas zerkleinern. Knoblauch abziehen, fein würfeln. Alles mit den restlichen Zutaten mischen, abschmecken, eventuell pürieren.

3. Fleisch mit zwei Dritteln der Marinade (Rest kalt stellen) einreiben, abgedeckt über Nacht marinieren.

4. Fleisch über weiß glühender Holzkohle grillen. Um das typische Raucharoma zu erhalten, künnen noch in Wasser eingeweichte Buchenholzspäne (Räucherholzspäne) zur heißen Glut gegeben werden.

5. Fleisch aus der Marinade nehmen, über direkter Hitze auf dem Grillrost angrillen. Bei indirekter Hitze und geschlossenem Deckel fertig grillen. Mit restlicher Marinade bepinseln.

Dazu Yamswurzeln zubereiten (ähnlich wie Süßkartoffeln): schälen und in Stücke schneiden, dann in Salzwasser 10–20 Minuten garen oder frittieren.

Aus der FÜR SIE 17/2012

Spaghetti mit Garnelen
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... EWIGE LEIDENSCHAFT

Schon als Studentin hat Bettina Böttinger freitags Spaghetti gekocht. Und dazu gab’s ein Glas Valpolicella. Bettina Böttinger ist Journalistin, Buchautorin und Fernsehmoderatorin beim WDR. Mit ihrer eigenen Firma produziert sie unter anderem ihre Talkshow „Kölner Treff“. In der Freizeit geht die 1,80 m große Rheinländerin joggen.

Nudeln machen glücklich – das wusste ich schon als Kind. Kulinarischer Höhepunkt meiner kindlichen Begeisterung: "Mirácoli"! Heute verursacht mir die Fertigmischung leichtes Unwohlsein, früher ließ sie mein kleines Herz höherschlagen. Nudeln mit Tomatensoße aus der Tüte, oller Käse drüber, der schon leicht ranzig roch – herrlich! Feiner war da schon der Nudelauflauf meiner Mutter. Mit Makkaroni, gewürfeltem Kochschinken, frischen Tomaten. Darauf eine Schicht Parmesan, Butterflöckchen und ab in den Ofen. Während des Studiums war ich notorisch knapp bei Kasse, legte aber Wert auf Essen. Jeden Freitag kochte ich in meiner Wohngemeinschaft einen großen Topf Spaghetti, dazu Sauce bolognese und Rotwein, den ich zugegebenermaßen aus Preisgründen noch in der Zwei-Liter-Flasche kaufte. Immerhin Valpolicella. Dazu liefen die Lieder von Mikis Theodorakis im Hintergrund, jeden Freitag unsere „Spaghetti-Musik“. Im Laufe der Jahre habe ich unzählige Pastagerichte ausprobiert. Spaghetti al Olio bleibt mein Klassiker. Weil ich immer im Haus habe, was man dazu braucht. Mal mit, mal ohne Scampi. Mal sehr scharf oder eher dezent. Mal mit sehr viel Knoblauch oder doch lieber sozialverträglicher mit etwas weniger. Valpolicella darf es immer noch sein. Mittlerweile kenne ich mich mit den Weingütern rund um den Gardasee ganz gut aus und bin daher wählerischer geworden. Meine Leidenschaft für die "einen" Nudeln ist aber geblieben!

Spaghetti al Olio

Zutaten (für 3-4 Portionen):

  • 500 g Spaghetti aus Hartweizengrieß
  • Salz
  • ca. 10 EL Olivenöl
  • 10 Knoblauchzehen (nach Geschmack)
  • ca. 3 Chilischoten (aus dem Glas, in Öl eingelegt)
  • 150–200 g Garnelen (ohne Schale, roh oder gekocht)
  • nach Wunsch ein Stück Parmesan

1. Für die Spaghetti in einem großen breiten Topf reichlich Wasser zum Kochen bringen, kräftig salzen. Darin die Spaghetti nach Packungsanweisung al dente (bissfest) kochen.

2. In eine große tiefe Antihaft-Pfanne so viel Olivenöl hineingießen, dass der Boden gut bedeckt ist. Das Öl heiß werden lassen.

3. Knoblauchzehen abziehen, hacken und in dem heißen Öl anbraten. Chilischoten ebenfalls klein hacken, zugeben und unter Rühren nur ganz kurz und nicht zu heiß mitbraten. Garnelen zugeben und darin unter Rühren ca. 2 Minuten braten, gekochte Garnelen nur kurz erhitzen. Alles mit Salz abschmecken.

4. Spaghetti auf ein Sieb abgießen und tropfnass zu den vorbereiteten Zutaten in der Pfanne geben. Abschmecken. Nach Wunsch etwas Petersilie darüberstreuen und frisch geriebenen Parmesan dazu servieren.

Tipp: Beim Abgießen der Spaghetti etwas Nudelwasser auffangen und je nach Konsistenz noch etwas davon unter das fertige Gericht mischen.

Aus der FÜR SIE 16/2012

Thai-Salat
© Martina Meuth
Mein Rezept für...

... ALLE THAILAND-FANS

Die Fernseh-Moderatoren Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer sind fast 30 Jahre verheiratet und moderieren die „Servicezeit“ im WDR (Mo–Fr 18.20 Uhr). Manchmal packt sie das Fernweh. Dann hilft dieser Salat.

Die beste Thai-Küche unseres Lebens haben wir nicht etwa in Thailand kennen- und lieben gelernt, sondern in München. In einer ehemaligen Eckkneipe stieg einem schon beim Hineingehen der herrliche Duft nach blumigem Jasminreis, Koriandergrün und geröstetem Chili in die Nase. Nitaya, die Besitzerin des Restaurants, kochte mit ungewöhnlicher Präzision, erstklassigen Zutaten und vor allem stets mit der nötigen verschwenderischen Menge an Chili und frischen Kräutern. Ihr Thai-Salat von der gehackten Entenbrust, „Laab Ped“ genannt, war für uns immer das Größte. Das rosa gebratene Fleisch wird mit Kräutern und Gewürzen zusammen gehackt und mit Limettensaft säuerlich abgeschmeckt. Dazu servierte sie reichlich Salat- und Kräuterblätter. Auf dem Teller wickelt man dann alles zusammen in die großen Salatblätter und isst die Röllchen mit der Hand. Die Blätter sind also Bestandteil des Gerichts, keine Dekoration. Leider ließen die meisten Gäste die grüne Zutat unberührt zurückgehen. Und dabei sind sie nicht nur köstlich, gerade das Päckchenpacken hat uns immer besonders viel Vergnügen bereitet. Nitayas Restaurant gibt es leider nicht mehr. Wir müssen „Laab Ped“ deshalb selbst zubereiten, wenn uns die Sehnsucht nach Thailand packt. Zum Glück gibt’s alle Zutaten im Asia-Laden. Dann braucht man nur noch ein großes Messer oder das chinesische Küchenbeil – und natürlich ein bisschen Geduld zum Hacken.

Thai-Salat von der Entenbrust

FÜR 4 PORTIONEN:

  • 2 Entenbrüste (ca. 400 g, nur die kleinen weiblichen nehmen)
  • 2 EL Öl
  • 2–3 Schalotten
  • 4 Knoblauchzehen
  • 1 walnussgroßes Stück Ingwer oder Galgant
  • 1 Zitronengrasstängel
  • ca. 3 Chilis
  • 3 Frühlingszwiebeln
  • je 1 Handvoll Minze- und Thaibasilikumblätter
  • 2–3 EL Fischsoße
  • 2–3 EL Limettensaft
  • 1 gestrichener TL Zucker
  • 1 EL gerösteter Reisgrieß (aus normalem Reis, siehe unten)

1. Fleisch häuten, Haut fein würfeln, im Öl knusprig ausbraten. Auf ein Sieb geben, Fett auffangen. Krusteln auf Küchenpapier abtropfen.

2. 2–3 EL Entenfett erhitzen, Fleisch darin sanft rundum anbraten. Zugedeckt 10–15 Minuten ziehen lassen, bis es durch, aber noch saftig ist.

3. Fleisch auf einem Arbeitsbrett mit einem scharfen Messer erst in feine Scheiben, dann in Streifen schneiden, schließlich quer fein hacken. Dann alle übrigen Zutaten, vorher ebenfalls zerkleinert, zufügen und alles hackend mischen, dabei mit Fischsoße, Zitronensaft und Zucker würzen. Reisgrieß und die gerösteten Krusteln darüberstreuen.

4. Auf Salatblättern (z. B. Kopf- oder Eisbergsalat) anrichten, mit viel Kräutern (Thaibasilikum, Koriander, Minze, Melisse) garnieren, einwickeln. Dazu einen Teller rohes Gemüse, zum Beispiel Gurke, Tomaten, Chilis und Long Beans (armlange grüne Bohnen).

Reisgrieß: Rohe Reiskörner in der Pfanne rösten, bis sie springen, duften, aber keine Farbe annehmen. Im Mixer auf Grießgröße zerkleinern.

Aus der FÜR SIE 14/2012

Butterkuchen mit feinen Mandeln - Das Backrezept finden Sie hier bei uns
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Mein Rezept für...

... BESTE FREUNDINNEN

Eine Tasse Milchkaffee, ein großes Stück Kuchen – und für Susanne Fröhlich ist der Tag gerettet. Sie begann ihre Karriere beim Hessischen Rundfunk. Ihr Buch „Moppel-Ich“ brachte den Durchbruch zur Bestsellerautorin.

Es gibt Rezepte, die einfach nur rundherum glücklich machen. Dieser Mandel-Butterkuchen gehört definitiv dazu. Für mich hat er zudem eine ganz besondere Bedeutung: Er ist mein „Freundinnenkuchen“! Das Rezept stammt vom Vater meiner allerliebsten und allerbesten Freundin Conny. Er ist Bäcker und hat mir, nachdem ich zum ersten Mal davon probiert hatte und total begeistert war, netterweise das Rezept verraten. Wenn ich den Kuchen jetzt backe, verbinde ich damit Freundschaft und ein heimeliges Gefühl. Zudem hat er alles, was ein Kuchen für mich braucht: Er ist schön süß, weich, saftig und hat etwas immens Tröstliches und Vertrautes. Bei schlechter Laune hilft ein Stück dieses Kuchens garantiert! Die Mandeln geben ihm eine Extraportion Knusprigkeit und bringen außerdem 15 wichtige Nährstoffe, darunter Vitamin E und Kalzium, mit ins Spiel. Natürlich ist er nichts für Kalorienzähler, und in abgespeckter Version schmeckt er eh nicht besonders gut. Kuchen ist Kuchen, da gehören Butter und Zucker für mich einfach dazu. Für ein Stück noch warmen Kuchen vom Blech lasse ich jede noch so gut aussehende Torte stehen. Kuchen wirkt ursprünglicher, schlichter, das mag ich sehr. Wenige Zutaten, wenig Aufwand, aber ein prächtiges Ergebnis! Ein großes Stück Mandel-Butterkuchen, eine Tasse Milchkaffee und dazu ein paar gute Freundinnen – das ist ein Nachmittag ganz nach meinem Geschmack!

Saftiger Butterkuchen mit Mandeln

Zutaten (Für zwei Bleche):

  • Für den Teig:
  • Gut 400 ml lauwarme Milch
  • 50 g frische Hefe
  • 120 g Zucker
  • 1 kg Mehl
  • 150 g weiche Butter

Für den Belag:

  • 300 g weiche Butter
  • 240 g gehobelte Mandeln
  • 400 g Zucker
  • ca. 125 g geschlagene Sahne

1. Lauwarme Milch in einen hohen Rührbecher gießen, Hefe hineinbröseln und darin auflösen. 1 TL Zucker unterrühren. Mit Frischhaltefolie abgedeckt 10 Minuten gehen lassen.

2. Restlichen Zucker, Mehl und Butter in Flöckchen in eine Rührschüssel geben, Milch-Hefe-Gemisch zugeben, alles mit den Knethaken des Handrührgeräts verkneten. Zur Kugel formen, in die Schüssel geben. Teig oben kreuzweise einschneiden. Schüssel mit Frischhaltefolie abdecken. Teig am warmen Ort ca. 45 Minuten gehen lassen.

3. Teig kurz durchkneten, halbieren. Auf 2 gefetteten Blechen ausrollen. Abgedeckt ca. 30 Minuten gehen lassen.

4. Backofen auf 200 Grad vorheizen. Teigböden mit etwas Wasser bepinseln. Mit den Fingern kleine Mulden in den Teig drücken. Pro Blech 150 g Butter in Flöckchen darauf verteilen, mit 120 g gehobelten Mandeln und 200 g Zucker bestreuen. 5 Bleche nacheinander auf mittlerer Schiene ca. 12 Minuten backen. Danach mit der Hälfte der geschlagenen Sahne bepinseln. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Aus der FÜR SIE 13/2012

Schweinefilet-Topf
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Mein Rezept für...

... FAMILIE-MACHT-STARK-TAGE

We are family – mit dem würzigen Schmortopf von ihrer Mutter kriegt Frauke Ludowig das ganz locker hin. Sie ist seit 1994 Redaktionsleiterin und Moderatorin der Sendung „Exclusiv – das Starmagazin“ auf RTL.

Als ich klein war, war Mamas Schweinefilet-Topf mit Reis unser Leib-und-Magen-Gericht. Es gab ihn meist an Sonn- oder Feiertagen, dann kam immer die ganze Familie zusammen. Mittlerweile ist er ein echter Klassiker bei uns geworden. Mein Mann schwört genauso drauf wie meine beiden Töchter. „Machst du Schweinefilet?“, fragen wir meine Mutter regelmäßig, wenn ein Familientreffen angesagt ist. Man mag ja nicht jedes Gericht aus seiner Kindheit auch als Erwachsener, aber der Filet-Topf schmeckt mir noch immer. Ich verbinde damit Heimat und Familie, beides ist mir sehr wichtig. Weil meine Mädchen Omas Schweinefilet so gern essen, koche ich es inzwischen auch selbst. Ich habe dabei eine Menge von meiner Mutter gelernt. Sie ist eine tolle Köchin, leider gelingt mir das Filet nicht immer so wie ihr. Ich tröste mich dann damit, dass sie ja auch die größere Erfahrung hat. Allerdings habe ich den Filet-Topf auch etwas „modernisiert“.
Ich nehme weniger Sahne als meine Mutter, dafür lieber viel frisches Gemüse. Wenn der würzige Duft durch die Küche zieht, denke ich immer an früher zurück. In meinen Töchtern entdecke ich viel von mir, genau wie ich als Kind sitzen sie ungeduldig am Esstisch und warten auf leckere Sachen. Allzu oft gibt es den Schweinefilet-Topf aber nicht, er soll ja etwas Besonderes bleiben. Wenn sich aber jemand das Gericht wünscht, koche ich es gern – wir fühlen uns dann immer als Familie richtig stark.

Schweinefilet-Topf

FÜR 4 PORTIONEN:

  • 1 kg Schweinefilet
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 EL Öl
  • 1 EL Butter
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • 200 ml Fleischbrühe (Instant)
  • 200 g Crème fraîche
  • 200 g Schlagsahne
  • 500 g Champignons
  • 100 g Katenschinken (fein gewürfelt)
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 TL Senf
  • 1 Bund Petersilie

1. Fleisch trocken tupfen, vorhandene Sehnen und die Silberhaut entfernen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Öl und Butter in einer großen Pfanne erhitzen. Fleisch ca. 10 Minuten braten, sodass es innen noch rosa ist. Fleisch herausnehmen und auf einem Teller abkühlen lassen. Fleischsaft nicht abgießen.

2. Zwiebeln und Knoblauch schälen, fein würfeln und im heißen Bratfett andünsten. Brühe, Crème fraîche, Sahne und Fleischsaft zugießen. Einmal aufkochen, dann pürieren.

3. Pilze putzen, in Scheiben schneiden. Mit den Schinkenwürfeln gemeinsam anbraten. Soße mit Salz, Pfeffer, Tomatenmark und Senf kräftig abschmecken und hinzufügen. Falls die Soße zu flüssig ist, etwas in wenig kaltem Wasser angerührte Speisestärke unter Rühren zur kochenden Soße geben.

4. Das kalte Fleisch in Streifen schneiden und in die Soße geben. Einmal unter Rühren aufkochen lassen. Petersilie waschen, trocken schütteln, fein schneiden. Filet-Topf damit bestreuen. Dazu Reis servieren, Spätzle oder Baguette.

Aus der FÜR SIE 12/2012

Palatschinken
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Mein Rezept für...

... MAMA-IST-DIE-BESTE-TAGE

Schon auf ihrem Puppenherd übte Dagmar von Cramm, perfekte Pfannkuchen zu backen. Mit Erfolg. Heute ist sie Ernährungswissenschaftlerin und erfolgreiche Autorin. Sie lebt mit ihrem Mann in Freiburg und hat drei Söhne.

Düfte dringen tiefer ins Herz als Bilder oder Töne“, meinte schon Rudyard Kipling, Dichter des „Dschungelbuchs“. Nichts prägt sich nachhaltiger ins Gedächtnis ein als die Gerüche unserer Kindheit. Was kann man Kindern also Besseres mitgeben als eine ganze Welt voller himmlischer Gerichte? Ich liebte meine siebenbürgischen Großeltern und die Köstlichkeiten, die meine Großmutter und meine Mutter in der Küche zauberten. Sie ließen mich mitmachen, lobten mich, auch wenn ich regelmäßig ein Küchenchaos veranstaltete. Sie schenkten mir einen elektrischen Puppenherd, der mein ganzes Glück war. Das erste Gericht, das ich perfekt beherrschte, waren Palatschinken – hauchdünn, flaumweich in wenig Butter gebacken. Welten entfernt von den dicken westfälischen Pfannekuchen meiner Heimat Wuppertal. Die Zutaten sind so einfach: Eier, Milch, Mehl, Butter, Zucker, Salz. Das gab es immer. Ich übte so lange, bis ich aus dem Teig von einem Ei sechs oder sieben Palatschinken backen konnte. Noch heute überkommt mich ein Gefühl von Geborgenheit, wenn ich mir den ersten Pfannkuchen vom Stapel nehme, zuckere, aufrolle und diese Mischung aus zartem Teig und körnigem Zucker auf der Zunge zergehen lasse. Meine drei erwachsenen Söhne lieben meine Palatschinken übrigens auch. „Mama, gibt es Pfannkuchen?“, fragen sie, wenn sie nach Hause kommen. Aber sicher. Und Geborgenheit dazu.

Palatschinken

(für 7 - 8 Stück)

  • 1 großes Ei
  • 120 g Mehl
  • 200 ml Milch
  • 1 Prise Salz
  • ein Schuss Mineralwasser mit Kohlensäure
  • ca. 40 g Butter

Außerdem:

  • Zucker
  • Zwetschgenkompott
  • Marillenkonfitüre
  • Schmand nach Geschmack

1. Das Ei mit dem Schneebesen verquirlen. Ein Drittel Mehl einrühren, bis der Teig dicklich ist, dann mit 50 ml Milch verrühren. So im Wechsel Mehl und Milch unterrühren, dass keine Klümpchen entstehen. Mit Salz würzen und mindestens 15 Minuten ruhen lassen.

2. Teig mit etwas Mineralwasser aufschäumen. Ein Stück Butter in einer beschichteten 24-cm-Pfanne zerlassen, eine Kelle Teig hineingeben, unter Schwenken darin verteilen. Mit Deckel 1–2 Minuten backen. Wenden, mit Deckel in 2 Minuten fertig backen. Aus restlicher Butter und Teig 6–7 weitere Pfannkuchen (Palatschinken) backen.

3. Palatschinken mit Zucker, Zwetschgenkompott, Marillenkonfitüre und Schmand servieren.

Wenn mehr Zeit ist: 250 g Quark mit 60 g Zucker, 80 g weicher Butter, 3 Eigelb und Saft und Schale von 1/2 Bio-Zitrone verrühren, 3 steif geschlagene Eiweiß unterheben. Masse auf die Palatschinken streichen, je 2 EL Apfelkompott darübergeben, aufrollen, in eine gebutterte feuerfeste Form legen. 15–20 Minuten im Ofen bei 200 Grad überbacken. Mit Puderzucker bestreuen.

Aus der FÜR SIE 11/2012

Oyster Shooter
© Jan-Peter Westermann (aus dem Buch "Hensslers Küche")
Mein Rezept für...

... HALLO-WACH-MOMENTE

Ex und hopp – so trinkt man den Oyster-Shooter von Star-Koch Steffen Henssler. Und ist im Nu fit. Henssler führt zusammen mit seinem Vater das Restaurant „Henssler & Henssler“ in Hamburg. Sein neuestes Buch: „Schnell, schneller, Henssler!“, Dorling Kindersley Verlag, 19,95 Euro

Meine erste Begegnung mit dem Oyster-Shooter hatte ich in den 90er-Jahren in einer Sushi-Bar in Kalifornien. „Den musst du dir in einem Zug hinter die Binde kippen“, sagte ein Freund zu mir, der uns zwei Oyster-Shooter bestellt hatte. „Auf keinen Fall nur dran nippen.“ Ehrlich gesagt, ich war mir nicht ganz sicher, was da auf mich zukommt. Aber dann: boah, Überraschung. Der bringt einen auf Temperatur. Ich hab gleich fünf Stück davon getrunken. Der Oyster-Shooter wird in einer Art Schnapsglas serviert. Man zieht ihn in einem Zug weg, kaut die Auster durch – das war’s. Aber alle Geschmacksnerven sind danach aktiviert. Die säuerliche Sojasoße trifft auf die Schärfe vom Pfeffer und den Meeresgeschmack der Auster, dazu das feine Aroma der Tomate. Dieser Mix ist unvergleichlich. Für mich gibt es keinen besseren Energie-Kick. Außerdem erinnert mich der Oyster-Shooter immer an meine Ausbildung in den USA. 1999 bin ich mit 44.000 D-Mark, die ich im Lotto gewonnen hatte, nach Los Angeles an die „Sushi Academy“ gegangen. Ich war schwer mit dem Sushi-Virus infiziert und wollte unbedingt an der Academy, die von japanischen Meistern geführt wird, lernen, wie man perfektes Sushi macht. Ich war der erste Deutsche, der die Academy absolviert hat, und so im Stress, dass ich gesunde Energy-Booster gut gebrauchen konnte. Der Oyster-Shooter hält mich heute noch fit und ist ein super Party-Starter.

Oyster-Shooter: So mag ich ihn

(für 4 Portionen)

Für den Shooter:

  • 1 Tomate
  • 1 Schalotte
  • Saft von 1 Limette
  • Salz und Pfeffer aus der Mühle
  • 1/2 Gurke
  • 75 ml Ponzu-Soße (Rezept siehe unten)
  • 4 Austern (ausgelöst)
  • 1 Frühlingszwiebel
  • 1 EL Masago (Fischrogen)

1. Die Tomate kreuzweise einritzen. 10 Sekunden in kochend heißes Wasser legen, herausnehmen und kalt abschrecken. Tomate häuten, halbieren, den Stielansatz und die Kerne entfernen. Das Fruchtfleisch in kleine Würfel schneiden. Die Schalotte schälen und in feine Würfel schneiden. Tomate, Schalotte und Limettensaft mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

2. Die Gurke schälen und klein schneiden. Gurke im Küchenmixer ganz fein pürieren, mit der PonzuSoße mischen und mit Pfeffer abschmecken. Gurkensaft in 4 kleine Schnapsgläser füllen, in jedes Glas 1 Auster geben und 1 EL Tomaten-Salsa darauf verteilen. Die Frühlingszwiebel putzen und fein hacken. Oyster-Shooter mit Masago und Frühlingszwiebel anrichten.

Für die Ponzu-Soße (250 ml)

  • 50 ml Sake (Reiswein)
  • 100 ml Sojasoße
  • 100 ml frisch gepresster Zitronensaft
  • 2 EL Puderzucker

Sake einmal kräftig aufkochen, mit Sojasoße und Zitronensaft verrühren. Puderzucker unterrühren.

aus der FÜR SIE 8/2012

Grießbrei
© Jalag Syndication
Mein Rezept für...

... SEELENTROST

Großer Hunger oder kleiner Kummer – Köchin Sarah Wiener setzt in jedem Fall auf etwas Süßes.

Es gibt eine Speise aus meiner Kindheit, die so tief in mir verwurzelt ist, dass ich sie heute immer noch koche – auch wenn ich mich manchmal selbst darüber wundere. Und das ist: Grießbrei. Ich weiß, dass viele Leute Grießbrei geradezu hassen und diesen Umstand auf ein frühkindliches Trauma zurückführen. Für mich ist Grießbrei alles das, was die Welt erträglicher, schöner macht und nicht nur schnell meinem Körper Kalorien zuführt, sondern auch meine Seele nährt. Als ich klein war, hat mich der Hunger plötzlich während des Spielens oder nach dem Nachhausekommen angesprungen und danach geschrien, sofort befriedigt zu werden. Der Kühlschrank war meist halb leer und meine Kochkunst noch nicht vorhanden. Aber Milch und Grieß gab es immer. Und schon saß ich da mit einer großen Schüssel heißem, duftendem Grießbrei und habe mit dem Löffel Schicht für Schicht genussvoll abgetragen. Grießbrei zu essen war immer auch Trost. So als wollte er mir den Rücken stärken. Er hat mich gewärmt und satt gemacht, ohne dass ich mir an etwas die Zähne ausbeißen musste. Er war weich und warm und süß, und es gab Variationen mit Schokolade, Marmelade, Früchtesirup, Apfelmus, Zimt und Zucker. Das Beste aber: Es ging schnell, der Trost folgte in wenigen Minuten. Und so ist das heute noch ab und an.

Mein geliebter Grießbrei

Zutaten (für eine Portion)

  • 1/4 l Milch
  • 60 g Hartweizengrieß

Außerdem:

  • nach Belieben Honig und Zimt
  • dunkle Kuvertüre
  • Früchte
  • Marmelade oder Apfelmus

1. Die Milch in einem kleinen Topf zum Kochen bringen, den Grieß langsam unter Rühren einrieseln lassen. Grieß bei geringer Hitze ausquellen lassen, dabei immer wieder umrühren.

2. Grießbrei in einen tiefen Teller oder eine Schale füllen und nach Geschmack mit Honig und Zimt, geriebener Kuvertüre, Früchten, einem Klecks Marmelade oder selbst gemachtem Apfelmus (Rezept unten) anrichten.

So mache ich Apfelmus

Zutaten für 4 Portionen

  • 8 mürbe Äpfel (z. B. Boskoop)
  • Saft von 1 Zitrone
  • 1/4 l Weißwein
  • Apfelsaft oder Wasser
  • 2 Brötchen (vom Vortag)
  • 1 Prise gemahlener Ceylon-Zimt
  • 2–3 EL Zucker
  • 50 g Butter

1. Die Äpfel schälen, vierteln, entkernen, in kleine Stücke schneiden. Sofort mit Zitronensaft und Wein, Saft oder Wasser mischen. Die Brötchen in kleine Würfel schneiden.

2. Brötchenwürfel und Äpfel mit Flüssigkeit in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze aufkochen. Bei geringer Hitze köcheln lassen, bis die Äpfel weich sind. Vom Herd nehmen und durch ein Sieb passieren. Zimt, Zucker und Butter unterrühren.

Aus der FÜR SIE 7/2012

Frikadellen
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Mein Rezept für...

... GESTRESSTE MÄNNER

Schlechte Laune gibt’s nicht mehr – und das verdankt unsere Kollegin Kerstin Görn den Frikadellen. Kerstin Görn arbeitet im Food-Ressort bei der FÜR SIE und ist eigentlich unsere Backexpertin. Hackfleisch kann sie aber auch.

Mein Mann Sven ruft mich in der Redaktion an, und ich höre sofort an seiner Stimme, dass er kurz davor ist, an eine imaginäre Decke zu gehen, auf eine Palme odersonst wohin, wenn man auf hundertachtzig ist. An mir kann es nicht liegen, wir haben uns vor ein paar Stunden liebevoll verabschiedet. Also, vermute ich, ist mal wieder der Trainer vom HSV schuld oder der einer anderen Fußballmannschaft oder ein Spieler, der keine Lust auf ein Interview hat. Mein Mann ist Sportreporter und schon deshalb an den meisten Tagen im Stress. Raus zum Trainingsdreh, nur mit einem Coffee to go, und dann kommen die ganzen elf Freunde eine Stunde zu spät. Der Dreh verschiebt sich, der Beitrag muss bis zur Sendung noch geschnitten werden und so weiter. „Hast du heute Abend Lust auf Frikadellen?“, frage ich, und schon klingt Sven ein bisschen sanfter. Also besorge ich in der Mittagspause Rinderhack, den Rest habe ich sowieso im Haus. „Hoffentlich hast du noch nicht abgeschmeckt“, sagt Sven am Abend und krempelt die Ärmel hoch. Schon wesentlich entspannter schaut er in unseren Kühlschrank, schnappt sich die unterschiedlichen Senfsorten, Asia-Soßen, Currypasten und sogar Wasabi. Das Würzen ist für ihn wie Zen, eine Art Küchen-Meditation, die den Stress des Tages vergessen lässt. Und spätestens nach der dritten Frikadelle kann mein Mann schon wieder lachen – und tief durchatmen.

Frikadellen – immer wieder anders (für 4 Portionen)

Zutaten für den Kartoffelsalat:

  • 1 kg gekochte festkochende Kartoffeln (heiß gepellt)
  • 1 Zwiebel
  • ca. 250 ml kräftige Fleischbrühe
  • 2–3 EL Aceto Balsamico bianco
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer (Mühle)
  • 2 EL Pflanzenöl
  • 1 TL Dijonsenf
  • Kräuter
  • Kürbiskernöl.

Zutaten für die Frikadellen:

  • 1 Brötchen (vom Vortag)
  • 1 Zwiebel
  • ca. 6 EL Pflanzenöl
  • 500 g Rinderhack
  • 1 Ei
  • Nach Geschmack: rote Curry- oder Tandooripaste, Wasabi (Tube), Kräuter oder scharfer Senf (Maille), rosa Pfeffer, Chiliflocken, Salz, schwarzer Pfeffer (Mühle), Semmelbrösel.

1. Kartoffeln in Scheiben schneiden, in eine Schüssel geben. Zwiebel schälen, sehr fein würfeln und in der Brühe erhitzen. Mit dem Essig über die Kartoffeln geben, salzen, pfeffern. 30 Minuten durchziehen lassen. Öl und Senf untermischen, Salat abschmecken.

2. Brötchen in warmem Wasser einweichen. Zwiebel schälen, fein würfeln. In 1 EL Öl glasig dünsten, abkühlen lassen.

3. Hack, ausgedrücktes Brötchen, Ei und Zwiebel mit den Knethaken des Handrührgeräts verkneten, nach Geschmack würzen. Frikadellen formen, in Semmelbröseln wälzen, im heißen Öl von jeder Seite ca. 5 Minuten braten. Mit Salat servieren, nach Geschmack etwas gehackte Kräuter und Kürbiskernöl dazugeben.

aus der FÜR SIE 6/2012

Toskanischer Bohneneintopf "Ribollit"
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Mein Rezept für...

... HARMONISCHE EHEN

Aufgebrachte Männer besänftigt man am besten mit einem deftigen Eintopf, findet Yvonne Tschebull. Yvonne und Alexander Tschebull stammen beide aus Österreich, leben jetzt im hohen Norden und führen das Feinschmecker-Restaurant „Tschebull“ in Hamburg

Stellen Sie sich mal vor, Sie haben Gäste eingeladen, wollen etwas ganz Raffiniertes kochen und – zack – brennt Ihnen die Soße an. Da kann man doch aus der Haut fahren, oder? Den Profis geht es genauso, und da mein Mann Alexander und ich unseren Beruf mit ganz viel Leidenschaft ausüben, kochen bei uns im Restaurant neben dem Nudelwasser auch mal die Gefühle über. Wir sind beide Perfektionisten, wollen immer nur Spitzenleistungen bieten. Tja, und wenn dann auch nur eine Winzigkeit schiefgeht, muss einfach jetzt und gleich der Dampf raus. Alexander steht in der Küche, der kann, wenn er will, richtig laut werden. Ich hingegen mache den Service im Restaurant – und muss immer lächeln, auch wenn es in mir brodelt und ich mit meinem Mann am liebsten ein Hühnchen rupfen möchte. Was den Stress natürlich nicht besser macht. Nach solchen Abenden sage ich mir: „Okay, wir müssen reden.“ Dabei gilt aber: nur beim Essen. Für diese Momente haben wir seit Langem unser ganz persönliches Ritual. Spätabends weiche ich noch Bohnen ein, damit es nächsten Mittag zur Sache gehen kann. Mein „Ribollit“, wie dieser toskanische Eintopf im Original heißt, wärmt die Seele und vertreibt Ehekrach besser als der beste Paar-Therapeut. Wir sitzen gemeinsam am Tisch, löffeln die heiße Suppe, spüren ihre wohltuende Wärme. Den Stress von gestern arbeiten wir dabei locker auf und legen alles ad acta. Mein Rezept für ein starkes Team.

Toskanischer Bohneneintopf „Ribollit“

Zutaten

300 g getrocknete weiße Bohnen

1 l Fleischbrühe

  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 kleine Stangen Lauch
  • 1 Möhre
  • 2 Stangen Staudensellerie
  • 1 Zweig Rosmarin
  • 1/2 rote Chilischote
  • 2 EL Olivenöl
  • 100 g gewürfelter Pancetta
  • Salz
  • gemahlener Pfeffer

1. Die Bohnen etwa 8 Stunden in viel Wasser quellen lassen.

2. Die Bohnen abgießen, mit der Brühe und 1/2 l Einweichwasser auffüllen. Die Bohnen 1 – 1 1/2 Stunden kochen, bis sie weich sind.

3. Zwiebel und Knoblauch fein hacken. Vom Lauch das Grün großzügig abschneiden. Lauch, Möhre und Sellerie putzen, waschen und in Würfel schneiden. Die Rosmarinnadeln von den Stielen zupfen, die Chilischote entkernen und waschen.

4. Öl in einem großen Topf erhitzen. Den Pancetta darin glasig angehen lassen. Zwiebel, Knoblauch, klein geschnittene Chilischote und Gemüse darin andünsten, bis sie leicht braun sind.

5. Die Hälfte der Bohnen mit der Suppe im Mixer pürieren und mit der anderen Hälfte zum Gemüseansatz geben. Rosmarinnadeln beigeben und so lange kochen, bis das Gemüse weich ist.

6. Mit Salz und Pfeffer würzen und in einem tiefen Teller anrichten. Den Eintopf zum Schluss mit etwas Olivenöl beträufeln und nach Wunsch mit Parmesan bestreuen.

aus der FÜR SIE 5/2012

Badische Dampfnudeln mit Kartoffelsuppe
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Mein Rezept für...

... "WER BIN ICH"-KRISEN

Es gibt so viele Varianten für Hefeklöße. Die meisten sind süß. Für Jochen Metzger müssen sie herzhaft sein. Der Badener ist Textchef bei der FÜR SIE. Seine Frau Helga isst ihre Dampfnudeln norddeutsch zu Roter Grütze und Vanillesoße.

Die jungen Leute wollen nur eins: so schnell wie möglich raus aus dem Kinderzimmer. Dann sitzen sie plötzlich in ihrer Studentenbude und wissen nicht mehr, wo sie hingehören. So war das auch bei mir. Als ich mit Anfang 20 das Dorf meiner Eltern verließ, vermisste ich stellvertretend für alles andere zuerst die Gerichte meiner badischen Heimat. Das hat mich damals an den Herd getrieben. Ich stand in zugigen Telefonzellen und notierte die Rezepte, die meine Mutter mir in den Hörer diktierte. Sie selbst hatte die Sachen nie schriftlich vorliegen, sondern kochte sie so, wie sie es von ihrer Mutter gelernt hatte. Dampfnudeln – runde Hefeklöße mit dunkler Salzkruste. Dazu Kartoffelsuppe. Ahhhh! Wenn es mir heute schlecht geht, dann stelle ich mich in die Küche und bereite mir und allen, die dabei sind, genau dieses Gericht. Nach dem Essen weiß ich dann wieder, wer ich eigentlich bin und warum es sich lohnt, auf der Welt zu sein. Ich nehme den Löffel in die rechte Hand, die Gabel in die linke, beiße einmal ab von der dampfenden, faustgroßen Hefekugel. Noch während ich kaue, spüle ich mit einem Löffel Suppe nach. Dieser Sekundenbruchteil gehört zuverlässig zu den perfekten Momenten meines Daseins. Dampfnudeln mit Kartoffelsuppe – das ist Heimat, die man kochen kann, Liebe zum Leben, gegart unter einem gewölbten Pfannendeckel aus Glas. Mein bestes Rezept gegen „Wer bin ich?“-Krisen.

Badische Dampfnudeln mit Kartoffelsuppe (für 6 Portionen)

Zutaten für die Dampfnudeln

  • 500 g Mehl
  • 1 Paket Trockenhefe
  • 1 EL Zucker
  • Salz
  • 1 Ei
  • 100 g Butter
  • 1/4 l Milch
  • 80 g Bratfett

Zutaten (für die Suppe)

  • 1 kg Kartoffeln
  • 1 Bund Suppengrün
  • 2–3 EL Brühe
  • 100 g Schmand
  • 1/2 Bund Petersilie

1. Mehl, Trockenhefe, Zucker und eine Prise Salz vermengen. Ei unterkneten. Butter auslassen, warme Milch zugießen. Die Mischung unter den Teig kneten. Zugedeckt ca. 35 Minuten gehen lassen.

2. Kartoffeln und Gemüse schälen, zerkleinern und in 2 l Wasser mit Brühe aufkochen, danach 30 Minuten zugedeckt köcheln.

3. Teig durchkneten, auf etwas Mehl in Rollen formen, in ca. 36 kleine Stücke schneiden und zu Bällchen formen. Zugedeckt weitere 30 Minuten gehen lassen.

4. In einer hohen, beschichteten Pfanne 40 g Bratfett erhitzen, 150 ml kaltes Wasser zugießen, 1 TL Salz gleichmäßig einstreuen. Hälfte der Dampfnudeln mit etwas Abstand in die Pfanne geben, zugedeckt bei mittlerer Hitze ca. 10 Minuten garen. Sobald die Flüssigkeit verdampft ist, Deckel abnehmen, weitere 1–2 Minuten goldbraun braten. Herausnehmen, warm stellen. Übrige Dampfnudeln ebenso braten.

5. Suppe pürieren, mit Schmand und gehackter Petersilie verfeinern.

aus der FÜR SIE 4/2012

Klassischer Käsekuchen
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Mein Rezept für...

... GLÜCKLICHE TEENIES

Was hilft gegen „Keiner liebt mich“-Tage am besten? Ganz klar: ein Käsekuchen, selbst gebacken, sagt Susanne Walsleben. Sie ist stellvertretende Chefredakteurin bei der FÜR SIE und hat mit diesem Rezept schon viele glückliche Stunden gezaubert.

"Mein Bauch hat Hunger, aber mein Kopf sagt, ich gebe ihm einfach nichts." So klingt das, wenn eine 14-Jährige von der ganzen Wucht des Weltschmerzes getroffen wird. Jedenfalls bei uns zu Hause. Der typische Blues meiner Tochter äußert sich in der Regel in einer höchst kritischen Haltung gegenüber allem, was bei uns auf den Esstisch kommt. Kein knuspriges Brot, keine Pasta, Pommes oder Pizza können ihren Appetit wecken. Was ich auch anbiete: Die Speisekarte im Hotel Mama trifft an solchen „Keiner liebt mich“-Tagen auf null Interesse. Spätestens jetzt ist es Zeit, den Backofen vorzuheizen und Mehl, Eier, Butter und Quark aus dem Kühlschrank zu holen. Denn mein Rezept gegen Trübsalblasen heißt: Käsekuchen. Und zwar nicht irgendein Käsekuchen, sondern der köstliche Klassiker, den schon meine Mutter gebacken hat – ohne Gedöns wie Rosinen, Mandarinen, Äpfel. Den pubertären Weltschmerz vertreibt am besten ein ehrlicher Kuchen mit buttrigem Mürbeteigboden und einem sahnigen Belag, der im Mund dahinschmilzt und ein feines Aroma nach Vanille hinterlässt. Dieser Wunderkuchen entfaltet seine Wirkung bereits, wenn er noch im Ofen ist. Dank seiner eigenen Magie lockt er auch den störrischsten Teenager aus seinem Zimmer hinein in die Küche. „Wann ist eigentlich der Kuchen fertig?“, fragt meine Tochter und zeigt mir ein strahlendes Lächeln. „Gleich“, sage ich und schalte den Backofen aus. Adieu, tristesse.

Klassischer Käsekuchen

Zutaten (für den Teig)

  • 300 g Mehl
  • 150 g weiche Butter
  • 100 g feinster Zucker
  • ein Päckchen Bourbon-Vanillinzucker
  • eine Prise Salz
  • ein Ei

Zutaten (für die Füllung)

  • 750 g Quark (20 % Fett i. Tr.)
  • 200 g feinster Zucker
  • ein Päckchen Bourbon-Vanillezucker
  • je ein EL Mehl und Speisestärke
  • abgeriebene Schale von einer Bio-Zitrone
  • 7 Eier (M, getrennt)

1. Teigzutaten verkneten, abgedeckt ca. 30 Minuten kalt stellen. Backofen auf 180 Grad vorheizen.

2. Boden einer Springform (28 cm Ø) mit Backpapier belegen, Rand schließen. Teig etwas größer als die Form rund ausrollen, in die Form legen, dabei einen ca. 5 cm hohen Rand formen. Boden einstechen.

3. Springform mit dem Teig ca. 15 Minuten in den Tiefkühler stellen.

4. Form mit dem gefrorenen Boden sofort in den Ofen (mittlere Schiene) schieben, ca. 15 Minuten vorbacken. Form herausnehmen, Boden darin abkühlen lassen.

5. Quark, 150 g Zucker, Vanillezucker, Mehl, Speisestärke, Zitronenschale und Eigelbe verrühren. Eiweiße steif schlagen. Restliche 50 g Zucker unter Weiterschlagen einrieseln lassen, dann unter die Quarkcreme heben. Auf den Boden geben, glatt streichen. Auf der zweiten Schiene von unten 50–60 Minuten backen. Auskühlen lassen.

aus der FÜR SIE 2/2012

Das Hühnchen umhüllt mit Sesam schmeckt einfach toll zu dem Avocado-Birnen-Salat.
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