Hat der Ehering bald ausgedient? Immer mehr Paare lassen sich piercen, anstatt einen Hochzeitsring zu tragen

Der Trend des Körperkults liegt nicht nur bei der Generation unter 20 hoch im Kurs. Immer mehr Ehepaare verzichten auf das Tragen von Verlobungs- oder Eheringen und lassen sich stattdessen an denselben Körperstellen piercen. Besonders beliebt sind versteckt getragene Dental-Piercings, aber auch gut sichtbare Körperregionen werden gerne gepierct. Ebenso ist das Tragen von Intimpiercings eine Modeerscheinung, welche bei Brautpaaren immer beliebter zu werden scheint. Wir klären auf über mögliche Risiken beim Piercen und liefern Ihnen jede Menge Experten-Ansichten aus der bunten Welt des Piercing-Schmucks.

Hochzeitsring Immer mehr Paare lassen sich piercen, anstatt einen Hochzeitsring zu tragen © Photo by Tyler Nix on Unsplash

Das Durchstechen bestimmter Körperregionen hat eine lange Tradition

Dokumentationen über Piercing gehen bis in die Jungsteinzeit zurück. Die frühesten Malereien, die das Piercen darstellen, sind etwa 7.000 Jahre alt. Die Funktion der frühen Piercings lag dabei vermutlich weniger in einer optischen Verschönerung des menschlichen Körpers, sondern diente wohl in erster Linie dazu, die Stammeszugehörigkeit zu kennzeichnen. Neben einer Abgrenzungsfunktion unter den verschiedenen Volksstämmen ist es auch möglich, dass das Piercing den sozialen Status und die Rang-Höhe einzelner Individuen in der Gruppe veranschaulichte. Einer weiteren Theorie zufolge sind junge Männer mit einem Piercing ausgezeichnet worden, wenn sie eine gewisse Reife erlangt hatten und in den Bund der Erwachsenen aufgenommen wurden. Ähnliche Zeremonien gibt es unter Naturvölkern auch heute noch.

Ist Piercing gefährlich?

Die gepiercte Körperstelle kann bis auf dreifache Normalgröße anschwellen. Dies ist eine völlig normale Reaktion des Körpers, die in der Regel binnen 7 – 14 Tagen wieder verschwunden ist. Um eine Infektion der Piercingwunde auszuschließen, arbeiten Piercer im Studio absolut steril und achten auf ein Höchstmaß an Hygiene. Damit die frische Piercing-Wunde ohne Komplikationen abheilen kann, gibt es einige Nachsorgemaßnahmen für die erste Zeit zu Hause nach dem Piercen.

So wird in der Regel von fachmännischen Piercern der Einsatz von Macrogol-haltigen Salben empfohlen, wie zum Beispiel Betaisodona. Es ist wichtig, das frische Piercing sauber zu halten und gegen eindringende Keime zu desinfizieren. Das Tragen eines Pflasters oder spezieller Verbände für Piercings ist aber nicht notwendig, bei einem Intimpiercing oder bei im Körper liegenden Piercings wie dem Zungenpiercing wird keine spezielle Wundbehandlung durchgeführt.

Auf seiner Website rund um das Thema Piercing Schmuck kann man nicht nur Körperschmuck bestellen, sondern Autor Andreas Preisler bietet den Lesern hier auch umfangreiche Hintergrundinfos rund um Risiken, Kosten und Pflege der einzelnen Piercingarten.

Was kostet ein Piercing, dürfen sich auch Jugendliche piercen lassen?

Mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten ist es auch Jugendlichen unter 18 Jahren möglich, sich piercen zu lassen. Häufig reicht es aus, eine entsprechendem von den Eltern unterschriebene, Erklärung zum Piercing-Termin mitzubringen. Manche Piercer fordern zusätzlich die Kopie eines amtlichen Lichtbildausweises der Erziehungsberechtigten. Am besten, die Jugendlichen werden durch ihre Eltern ins Piercingstudio begleitet, dann können vor Ort eventuell nötige Ausweis-Dokumente für das Piercen von Minderjährigen vorgelegt werden.

Die Preise für ein Piercing variieren je nach Körperregion und dem mit dem Piercen verbundenen Zeitaufwand. Die Frage „Was kostet ein Piercing“ kann nicht standardmäßig beantwortet werden. Die regionalen Gegebenheiten, wie etwa Raummiete und Personalkosten, können die Preise für ein Piercing teilweise erheblich beeinflussen. Was ein Piercing kostet, ist in den unterschiedlichen Bundesländern also verschieden und kann auch innerhalb einer Großstadt abweichen.

Mit etwa 15 bis 50 Euro sind Piercings an Ohr und Nase am günstigsten, dentale Piercings haben eine Preisspanne von etwa 20 – 50 Euro, Intimpiercings bei Frauen und Männern können hingegen bis zu 150 Euro kosten. Entscheidet sich ein Brautpaar für diese Art des Schmucks, um ihre Zusammengehörigkeit auszudrücken, fallen also in etwa dieselben Kosten an wie für ein Paar einfache Eheringe aus Gold.

Welche Trends gibt es noch beim Hochzeitsschmuck?

Neben Piercings anstatt Eheringen zu tragen lassen sich manche Paare auch tätowieren. Dabei wird der Name des Ehepartners verwendet, das Hochzeitsdatum ist auch sehr beliebt. Trägt man das Datum der Eheschließung für die Ewigkeit unter der Haut, kann dieser wichtige Tag im gemeinsamen Leben eines Paares nie mehr von den Eheleuten vergessen werden.

Brautleute wählen außerdem häufig gleiche Tribals oder entwerfen eigene Motive für Tattoos anstatt Eheringen. Auch anderer Schmuck, wie Halsketten oder Armreife kommt in manchen Fällen zum Einsatz. Eines haben aber alle Brautpaare gemeinsam: Sie möchten sich auf eine möglichst individuelle Art und Weise als zusammengehörend in der Außenwelt präsentieren. Mit einem Piercing gelingt dies ebenso gut wie mit einem Ehering.

 
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