20. Dezember 2019
Alte Hochzeitsbräuche – so kann die Ehe nur gelingen

Alte Hochzeitsbräuche

Wer möchte schon planlos in die Ehe starten? Schließlich soll die Ehe glücklich werden. Da bedarf es schon einiger Vorbereitungen, um böse Geister von vornherein zu vertreiben. Alte Hochzeitsbräuche bringen Glück, wenden Dämonen ab und geben der Ehe und dem Brautpaar Schutz und Segen. Der Ursprung vieler Hochzeitsbräuche liegt schon viele hundert Jahre zurück, in einer Zeit, in der Geister und Dämonen ihr Unwesen getrieben haben sollen.

Alte Bräuche verleihen unserer Hochzeit einen Zauber und vertreiben böse Geister
© adobestock
Alte Hochzeitsbräuche

Alte Hochzeitsbräuche


Für Brautschuhe musste man lange sparen

Einst musste lange gespart werden, bevor die Braut sich die Brautschuhe kaufen konnte. Heute gehen Sie in den Hochzeitsladen oder kaufen ihre Brautschuhe einfach online. Doch halt! Angeblich bringt ja genau das Unglück und Ihr Bräutigam wird glauben, dass Sie mit Geld nicht umgehen können. Brautschuhe sollten Sie zusammensparen. Einst, als die Menschen noch arm waren, begannen die Mädchen schon früh jeden Pfennig für die Hochzeitsschuhe zu sparen. Das zeigte dem zukünftigen Ehemann, dass er eine sparsame Frau gefreit hat, die mit dem Geld umzugehen wusste.

Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geborgtes, etwas Blaues

Obwohl dieser Brauch noch heute zelebriert wird, ist er nicht typisch deutsch. Eigentlich stammt dieser Brauch aus England. Jedes Teil trägt ein Symbol in sich: Das Alte symbolisiert die Verbindung zur Familie, aber auch die Dauerhaftigkeit der Beziehung. Das Neue steht für Glück und Hoffnung und für alles, was in der zukünftigen Ehe gemeinsam angeschafft wird. Das Geborgte bezeichnet die Unterstützung fürs Ehepaar. Es steht aber auch für das Glück der Freundin, die schon glücklich verheiratet ist, das auf die junge Braut abfärben soll. Und schließlich etwas Blaues, das für Treue, Ehrlichkeit, Liebe, Bescheidenheit und Ergebenheit steht.

Das Brautkleid und die Dämonen

Der Bräutigam darf die Braut vor der Hochzeit nicht im Brautkleid sehen. Diesen Brauch kennen Sie sicher. Aber wissen Sie auch, warum das so ist? Das Brautkleid symbolisiert Reinheit und Licht. Und so rein soll es die Braut auch in die Ehe begleiten. Und genau deshalb darf der Mann die Braut vor der Hochzeit nicht im Brautkleid sehen, denn in Anwesenheit des Mannes könnten böse Dämonen einen Blick auf die Braut werfen. Die Brautjungfern, die einst ähnliche Kleider wie die Braut trugen, damit die teuflischen Kräfte diese nicht unterscheiden können, sollen den Blick der Dämonen von der Braut ziehen.

Der Brautstrauß zeigt die nächste Braut

Auch das Werfen des Brautstrauß ist ein englischer Brauch. Dort glauben die Menschen, dass ein Stück der Braut Glück bringt. Gemeint ist natürlich nicht die Braut selber, sondern ein Stück vom Kleid, Haarschmuck oder eben Brautstrauß. Das führte zu chaotischen Zuständen während der Hochzeit, denn jeder versucht ein Stück „Braut“ zu ergattern. Und so wurde der Brauch des Brautstraußwerfens erfunden. Übrigens waren die Brautsträuße der Renaissance reine Duftsträuße. So sollte die schlechte Luft in der Kirche, die aufgrund mangelnder Hygiene entstand, übertüncht werden und die Braut vor Ohnmachtsanfällen schützen.

Der Duft der Blüten

Blumenkinder lassen das frisch vermählte Paar auf duftigen Blütenblättern in die Ehe gehen. Sie streuen die schönsten Blätter vor dem Brautpaar. Diese Tradition gibt es schon sehr lange. Der Duft der Blüten soll die Fruchtbarkeitsgöttinnen anlocken und dem jungen Paar viele Kinder bescheren. Sollten Sie sich also viele Kinder wünschen, sollten Sie mit duftenden Blüten nicht geizen.

Der Polterabend

Er ist der wohl älteste noch existierende Brauch zur Hochzeit. Es wird vermutet, dass er noch aus vorchristlicher Zeit stammt. Durch das Zerschlagen von Porzellan und Steingut sollen die bösen Geister vertrieben werden. Doch Vorsicht: Wird Glas zerschlagen, bringt das Unglück. Gepoltert wird vor dem Haus der Braut oder deren Eltern. Traditionell werden die Gäste mit einer Hühnersuppe verköstigt, die für Fruchtbarkeit steht.

Die Entführung der Braut

Dieser Brauch hat einen sehr ernsten Hintergrund. Er geht auf das „Recht der ersten Nacht“ im Mittelalter zurück. Dem Adel war das Recht vorbehalten, in der Hochzeitsnacht die Braut zu entjungfern. Die Bräute wurden von den Vasallen der Obrigkeit abgeholt und dem Herren zugeführt. Dieser nahm die Braut notfalls auch mit Gewalt. Die Trauzeugen hatten die Pflicht, die Entführung zu verhindern.

Nicht jeder Hochzeitsbrauch entstand vor langer Zeit

Wenn Sie nach mittelalterlichen Bräuchen heiraten möchten, müssen Sie sich schon sehr ausführlich mit der Geschichte befassen. Viele Bräuche, die es heute gibt, haben vielleicht ihren Ursprung im Mittelalter, sind aber an die heutigen Gegebenheiten angepasst. Einige Bräuche sind überhaupt erst in unserer Zeit entstanden oder wurden aus anderen Ländern übernommen. Ein paar Bräuche heute wieder aufleben zu lassen, kann aber nicht verkehrt sein, denn schließlich soll Ihre Ehe von Glück gekrönt sein.

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