Orientalische Wellness In einen Berg aus Seifenschaum gehüllt

Ein Traum aus Schaum, Massagen und warm-feuchtem Klima: Das ist orientalische Wellness. Unsere Autorin hat das Reinigungs-Ritual getestet.

In einen Berg aus Seifenschaum gehüllt
Danach werde ich mit dem Ganzkörperpeeling versöhnt: Dorothée bedeckt mich mit einem Berg aus duftendem Seifenschaum – so muss es sich anfühlen, wenn man auf Wolken schwebt. „Reine Kernseife, völlig ohne Zusatzstoffe“, sagt sie, streicht mit jetzt wieder sanften Handbewegungen über meine Haut und massiert den Schaum ein. Ein erneuter Guss, dann beginnt die Ölmassage. Dorothée knetet, walkt, dehnt, drückt und packt dabei genau richtig zu, weder zu zögerlich noch zu heftig.

Bei gedämpftem Licht in Ruhe abkühlen
Als sie mir zum Abschluss den Kopf massiert und die Haare wäscht, bin ich kurz versucht zu fragen, ob sie einen Fanclub hat und ob ich ihm beitreten kann. Eingehüllt in einen Bademantel und mit einem Handtuchturban auf dem Kopf, gehe ich in den Ruheraum, den Camekan. „Dort kommt der Körper wieder auf Normaltemperatur“, verabschiedet mich Dorothée. Der große Raum wirkt so, wie sich ein Westeuropäer den Harem eines Sultans vorstellt: gedämpftes Licht aus einem imposanten Kronleuchter, dazu Kerzen, glitzernde Dekostoffe, viele mit Brokat bezogene Kissen, Nackenrollen, Fußhocker und bequeme Polster, auf denen Frauen in Bademänteln mehr liegen als sitzen und süßen Granatapfeltee trinken. Auch ich suche mir eine bequeme Ecke – und tue etwas für mich sehr Ungewöhnliches: nichts.

Entspannt und frisch zurück in den Alltag
Nachdem ich den Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen mit viel Tee ausgeglichen habe, bin ich schließlich so weit, wieder in meine Alltagskluft zu steigen und meinen Ausflug in den Orient zu beenden. Nach drei Stunden, die wirklich wie im Flug vergangen sind, verabschiede ich mich. Bin ich jetzt ein anderer Mensch, wie Nazli versprochen hatte? Das sicher nicht. Aber ein deutlich entspannterer, der sich richtig wohlfühlt in seiner frisch abgeschmirgelten Haut.

1 2 3
Schlagworte:
Autor:
Susanne Kohl