16. Dezember 2020
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einem Eisenmangel?

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einem Eisenmangel?

Eisenmangel gehört weltweit zu den häufigsten Mangelerscheinungen. Immerhin betrifft er etwa 600 Millionen Menschen. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer. Die Gründe für einen Eisenmangel können sehr unterschiedlich sein, die Symptome sind oft nicht gleich auf den ersten Blick zu erkennen. Auf die leichte Schulter sollten Sie die Mangelerscheinung aber nicht nehmen.

Frau fasst sich an die Schläfen
© iStock

Warum ist ein Mangel an Eisen problematisch?

Eisen ist eines der wichtigsten Spurenelemente und an vielen Prozessen beteiligt. Eisen ist für die Aufnahme und Speicherung von Sauerstoff sowie die Blutbildung zuständig. Außerdem ist Eisen an zahlreichen biochemischen Prozessen beteiligt wie dem Zellwachstum.

Durch verschiedene Faktoren kann es zu einer verminderten Aufnahme von Eisen oder zu einem hohen Verlust kommen. Ein Eisenmangel macht sich nicht gleich bemerkbar, da meist noch Reserven in den Eisenspeichern vorhanden sind. Der Körper verliert ohnehin täglich Eisen. Der Verlust ist aber so gering, dass er normalerweise durch die Nahrung wieder ausglichen werden kann. Verliert der Körper mehr Eisen als Sie zu sich nehmen, entsteht ein Eisenmangel.

Bei diesen Symptomen sollten Sie Ihr Eisen prüfen lassen

Die ersten Anzeichen für einen Eisenmangel sind trockene Haut, rissige Mundwinkel, brüchige Nägel und ausfallende Haare. Darauf reagieren aber nur die wenigsten Menschen, denn nur selten werden diese Symptome mit einem Eisenmangel in Verbindung gebracht.

Stellen sich Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Konzentrationsschwäche, Herzrasen und Kopfschmerzen ein, sollten Sie Ihren Eisenwert unbedingt überprüfen lassen. Meist gesellen sich auch noch eine blasse Gesichtsfarbe, Schwindel bei Anstrengung und eine erhöhte Infektanfälligkeit hinzu.

Wie wird ein Eisenmangel behandelt?

Voraussetzung für die Behandlung von Eisenmangel ist die Erforschung der Ursache. Je nach Ursache können die Behandlungsmöglichkeiten bei Eisenmangel unterschiedlich sein. Ist die Ursache nicht vor der Behandlung beseitigt, tritt die Mangelerscheinung immer wieder auf. Das ist vor allem dann wichtig, wenn die Ursache in Blutungen liegt.

Oft ist bei einem Eisenmangel eine Umstellung der Ernährung erforderlich. Besonders dann, wenn der Mangel durch eine falsche Ernährung ausgelöst ist. Eine eisenreiche Ernährung mit hochwertigen Hülsenfrüchten, Fleisch, Fisch und Nüssen ist erforderlich. Pflanzliches Eisen kann vom Körper meist schlechter aufgenommen werden, deshalb sollten Sie sich als Vegetarier oder Veganer genau überlegen, wie Sie zu Ihrer täglichen Dosis Eisen kommen.

So wird eine Anämie behandelt

Wenn die Umstellung der Ernährung auf einen eisenreichen Speiseplan nicht ausreicht und bereits eine Anämie vorliegt, ist eine Behandlung mit Eisenpräparaten erforderlich. Diese gibt es als Dragees, Tabletten und Saft. Nicht jedes Präparat kann von jedem gleich gut aufgenommen werden.  Außerdem gibt es einige Lebensmittel, welche die Aufnahme von Eisen erschweren. Dazu gehören schwarzer Tee, Kaffee, Milch und Milchprodukte sowie Weißmehl. Auch verschiedene Medikamente verhindern die Aufnahme von Eisen wie zum Beispiel Aspirin.

Bei der Behandlung mit Eisenpräparaten wird ein zweiwertiges Eisen bevorzugt, da dieses besser aufgenommen werden kann als dreiwertiges Eisen. Die Aufnahme von Eisen kann mit Vitamin C verstärkt werden. Die Eisenwerte sollten Sie beim Arzt immer wieder prüfen lassen.

Bei einer Unverträglichkeit von oralen Eisenpräparaten oder sehr schweren Nebenwirkungen kann Eisen auch intravenös verabreicht werden. Dies ist auch bei entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen möglich. Allerdings ist eine solche Behandlung selten, da die Präparate meist gut vertragen werden. In den meisten Fällen gibt es bei Einnahme auch eine rasche Besserung.

Können Sie sich vor einem Eisenmangel schützen?

Natürlich, mit einer ausgewogenen, gesunden Ernährung können Sie einem Eisenmangel vorbeugen. Pro Tag benötigen Sie etwa 1 bis 4 Milligramm Eisen. Der Tagesbedarf ist sehr individuell und von verschiedenen Kriterien abhängig. Eisen aus Fleisch wird etwa dreimal besser aufgenommen als pflanzliches Eisen. Ein sehr guter Eisenlieferant ist dunkles Fleisch aber auch Leber. Leber hat übrigens den höchsten Eisengehalt. Beim Gemüse liegt der höchste Eisengehalt in Mangold, Grünkohl, Brokkoli, Linsen, Bohnen und Erbsen. Und nein, Spinat gehört nicht zu den Favoriten.

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