Anzeige
Wechseljahre erkennen und richtig damit umgehen

Wechseljahre verstehen und gut damit leben

Schlaflosigkeit, Gelenkschmerzen, Stimmungsschwankungen – die Wechseljahre können sich auf unterschiedlichste Weise bemerkbar machen. Wir erläutern, was in dieser Zeit im Körper passiert und wie Sie trotz der Veränderungsprozesse Ihre Lebensqualität erhalten

Frau sitzt im Sand und schaut zum Horizont
© Unsplash / @patrickschneider
In den Wechseljahren erleben Frauen den Übergang ihres Körpers in die unfruchtbare Zeit

Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern eine natürliche Phase im Leben jeder Frau. Sie bezeichnen den Übergang von der fruchtbaren zur unfruchtbaren Zeit. Der Körper verändert sich, und was an manchen fast spurlos vorbeigeht, kann bei anderen Beschwerden hervorrufen. Frauen, die mitten im Leben stehen, werden plötzlich überwältigt von den Veränderungen in ihrem Körper – und manchmal auch ihrer Psyche.

Es kommen Unsicherheiten, Ängste und jede Menge Fragen auf: Bin ich schon in den Wechseljahren? Was ändert sich jetzt alles? Was kann ich dagegen tun und wann hört es auf? Wir haben hier für Sie die wichtigsten Antworten zusammengestellt:

Wann komme ich in die Wechseljahre?

Ab etwa Mitte 40 geht es oft los. Es gibt jedoch auch Frauen, bei denen sich die Wechseljahre schon ab dem 35. Lebensjahr bemerkbar machen. Deshalb ist es gut, die Symptome zu kennen, damit Sie rechtzeitig darauf eingehen können. Mit Beginn der Wechseljahre schwanken die Hormonspiegel und nehmen über die Jahre ab. Bis zum Ende der Wechseljahre pendeln sich die Hormone dann auf einer viel niedrigeren Stufe ein. Sowohl das hormonelle Ungleichgewicht als auch der Hormonmangel können bei einigen Frauen zu Beschwerden führen.

Frau lächelt in die Kamera
© Unsplash / @edwardcisneros
Ab etwa Mitte 40 spüren viele Frauen, dass erste Symptome der Wechseljahre auftreten

Wie lange dauern die Wechseljahre?

Das ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Im Durchschnitt dauern die Wechseljahre rund sieben Jahre, bei manchen nur fünf, bei anderen bis zu zehn Jahre und länger. Im Alter von 49 bis 55 Jahren haben die meisten Frauen ihre letzte Regelblutung. Mediziner sprechen dann von der Menopause. Wann diese auftritt, kann erst im Nachhinein bestimmt werden, da die letzte Regelblutung zwölf Monate zurückliegen muss. Nach der Menopause setzt die unfruchtbare Zeit der Frau ein, die sogenannte Postmenopause. Dieser Begriff ist etwas irreführend, denn die Postmenopause ist ein dauerhafter Zustand und keine vorübergehende Pause.

Welche Beschwerden können auftreten?

Mit dem Fortschreiten der Wechseljahre kann es verstärkt zu Beschwerden wie beispielsweise Kopfschmerzen, Brustspannen und vermehrten Wassereinlagerungen vor der Menstruation kommen. Es können auch zyklusunabhängig Symptome wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Libidoverlust, Scheidentrockenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Stimmungsschwankungen auftreten.

Frau sitzt auf dem Boden mit dem Kopf auf den Knien
© Unsplash / @verneho
Frauen in den Wechseljahren spüren oftmals stärkere Stimmungsschwankungen und Niedergeschlagenheit

Absinken des Progesteronspiegels als Ursache

Wieso treten diese Beschwerden auf? Während der Wechseljahre lässt aufgrund des häufiger ausbleibenden Eisprungs zunächst die Produktion des Hormons Progesteron nach. Als Folge ändert sich das Verhältnis des Progesterons zum Östrogen (in Form von Estradiol) im Körper: Es kommt zunächst zu einem Progesteronmangel bzw. zu einer relativen Östrogendominanz (das Östrogen überwiegt). Dies kann vielfältige Auswirkungen haben, wie beispielsweise Brustspannen oder Brustschmerzen vor der Menstruation, unregelmäßige Zyklen oder auch Stimmungsschwankungen.

Nachlassen der Östrogenproduktion

Für die wesentlichen Beschwerden während der Wechseljahre ist insbesondere die nachlassende Produktion von Östrogenen, vor allem von Estradiol, verantwortlich. Dadurch können Beschwerden wie Hitzewallungen und Nachtschweiß, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder Muskel- und Gelenkschmerzen auftreten.

Was tun gegen Wechseljahresbeschwerden?

Der Lebensstil kann entscheidend dazu beitragen, wie Sie sich während Ihrer Wechseljahre fühlen.

Körperliche Bewegung, gerne in sanfter Form wie Spazierengehen, Schwimmen oder Radfahren, ist absolut empfehlenswert. Sie stärkt Knochen und Muskeln, trainiert das Herz und den Kreislauf, baut Stress ab und sorgt für positive Stimmung.

Setzen Sie zudem auf eine möglichst ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung mit einem hohen Anteil an Gemüse und Obst. Auch eine ausreichende Zufuhr von Proteinen und gesunden Fetten ist wichtig. Bei kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln sollten Vollkornprodukte bevorzugt werden. Experten empfehlen, täglich zwei Liter Flüssigkeit zu trinken, beispielsweise Wasser und ungesüßten Tee (ohne Koffein). Softdrinks, Milch und Säfte zählen leider nicht dazu. Auch kann Kaffee getrunken werden, am besten ohne Zucker und maximal fünf Tassen pro Tag.

Mit den Wechseljahren kann eine leichte Blasenschwäche auftreten, Pilates oder Hula-Hoop tragen zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur bei. Schlafstörungen, Unruhe und Gereiztheit können Sie mit Entspannungstechniken und Yoga reduzieren.

Besins_Yams
© Shutterstock
Eine gesunde Ernährung sowie eine Hormonersatztherapie mit Estradiol, auf der Basis von Yamswurzel oder Soja, können Wechseljahresbeschwerden lindern

Hormonersatztherapie für noch mehr Unterstützung

Gehören Sie, wie zwei Drittel aller Frauen, vielleicht auch zu jenen Frauen, die unter den Wechseljahren leiden? Dann kann es sein, dass ein gesunder Lebensstil allein nicht ausreicht, um die Beschwerden zu lindern. Das heißt jedoch nicht, dass Sie die Wechseljahresbeschwerden hinnehmen müssen.

Eine Hormonersatztherapie (Hormone Replacement Therapy, HRT) kann helfen. Dem Körper werden dabei lediglich die Hormone zugeführt, die im Verlauf der Wechseljahre immer weniger gebildet werden. Mit Eintritt der Menopause stellen die Eierstöcke die Hormonproduktion komplett ein. Hier kommt vor allem das auf Pflanzenbasis (z. B. Yamswurzel oder Soja) hergestellte Estradiol in Frage. Es ist mit dem körpereigenen Estradiol der Frau identisch und wird daher als bioidentisches Hormon bezeichnet – man spricht in dem Fall von einer bioidentischen Hormonersatztherapie.

Welche Vorteile bringt eine Hormonersatztherapie?

Zahlreiche Studien bestätigen, dass eine Hormonersatztherapie typische Wechseljahresbeschwerden lindern kann. Daher bezeichnen deutsche Fachgesellschaften die Hormonersatztherapie als wirksamste Behandlungsform sogenannter vasomotorischer Symptome, wie beispielsweise Hitzewallungen und Nachtschweiß. Auch andere mit den Wechseljahren verbundene Beschwerden können verbessert oder behoben werden, etwa Schlafstörungen, depressive Verstimmungen oder Knochen- und Gelenkbeschwerden.

besins_probe
© PR
Bei einer Hormonersatztherapie sind die Hormone individuell dosierbar und können wahlweise auch über die Haut ins Blut gelangen

In welcher Form nehme ich die Hormone ein?

Hormonersatzpräparate stehen Ihnen in unterschiedlichen Anwendungsformen zur Verfügung. Neben Tabletten zur oralen Einnahme ist beispielsweise auch eine transdermale Estradioltherapie, also eine Hormonzufuhr über die Haut mittels einer Creme, eines Gels, Sprays oder Pflasters, möglich. Transdermal angewendetes Estradiol gelangt direkt in den Blutkreislauf. Im Gegensatz dazu muss Estradiol in Tablettenform erst die Leber passieren. Dort entstehen verschiedene Abbauprodukte, welche zu mehr Nebenwirkungen wie beispielsweise Thrombosen führen können.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Eine Hormonbehandlung kommt infrage, wenn Sie unter Wechseljahresbeschwerden leiden und sich in Ihrer Lebensqualität eingeschränkt fühlen. Heute raten Mediziner dazu, die Behandlung möglichst früh zu beginnen, also bereits am Anfang der Wechseljahre mit Auftreten der ersten Beschwerden. Die Hormonersatztherapie sollte so niedrig wie möglich dosiert und nur durchgeführt werden, solange die Beschwerden bestehen.

Eine allgemeingültige Empfehlung über die Dauer einer Hormonersatztherapie gibt es nicht. Allerdings sollten Sie jährlich Wirksamkeit und Verträglichkeit überprüfen lassen und vor allem untersuchen lassen, ob neue Risikofaktoren hinzugekommen sind. Eine Neubewertung, ob die Therapie weiterhin benötigt wird, sollte spätestens fünf Jahre nach Therapiebeginn erfolgen.

Frau mit gelbem Oberteil lächelt Mann an
© PR
Sprechen Sie Ihren Arzt auf eine Hormonersatztherapie an und lassen Sie sich beraten

Sie wählen, wie Sie sich fühlen möchten

Entscheiden Sie selbst, was die Wechseljahre für Sie und Ihren Körper bedeuten. Eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung, regelmäßiger Bewegung, Entspannung und ausreichend Schlaf bildet eine sehr gute Basis für mehr Wohlbefinden. Darüber hinaus können Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf eine Hormonersatztherapie ansprechen und sich beraten lassen. 

Mehr Infos zu dem Thema sowie Therapiemöglichkeiten finden Sie unter wechseljahre-verstehen.de

 

Lade weitere Inhalte ...