7. Juli 2020
Vorzeitige Wechseljahre

Vorzeitige Wechseljahre: Wenn die Kinderplanung mit 30 abgeschlossen ist

Es kommt der Zeitpunkt im Leben jeder Frau, in der sie keine Kinder mehr bekommen kann. Der Übergang von der Phase, in der eine Frau Kinder bekommen kann bis zu zur Phase, in der keine Schwangerschaft mehr möglich ist, wird als Wechseljahre beschrieben. Die meisten Frauen kommen mit Anfang 50 in die Wechseljahre.

Frau frühzeitige Wechseljahre
© iStock

Es gibt aber auch eine Vielzahl von Frauen, die bereits mit Mitte 30 keine Kinder mehr bekommen können. Die vorzeitigen Wechseljahre sind eine Belastung – und die Zahl der Frauen, die vor Ihrem fünfzigsten Lebensjahr in die Wechseljahre kommen, wächst. Über die Ursachen ist noch wenig bekannt.



Plötzlich keine Regelblutung mehr


Die fruchtbaren Jahre einer Frau gehen mit allerlei Einschränkungen einher. Während der Periode leiden viele Frauen unter starken Schmerzen aufgrund der Regelblutung. Die regelmäßig wiederkehrende Periode ist das sichere Zeichen, das eine Frau theoretisch schwanger werden kann.


Für die meisten Betroffenen, die unter vorzeitigen Wechseljahren leiden, bleibt die Periode plötzlich und unerwartet aus. Das Ausblieben der Regelblutung ist in der Regel das erste Zeichen dafür, dass die Wechseljahre viel zu früh eintreten. Die Einnahme der Pille oder ein hormonelles Ungleichgewicht können die Periode ebenfalls hemmen. Beim Gynäkologen hören Frauen meist diese Möglichkeiten zuerst. Führen das Absetzen der Pille oder eine Hormontherapie nicht zum Wiedereinsetzen der Periode, sitzt der Schock bei den betroffenen Frauen meistens tief. Dann lautet die Diagnose fast immer vorzeitige Wechseljahre. Die Symptome während der Wechseljahre kommen neben dem Schock hinzu.



Immer mehr Frauen betroffen

In Deutschland gibt es aktuell keine Statistik, die die Zahl der Frauen erfasst, welche die vorzeitigen Wechseljahre erleben. Das liegt auch daran, dass Wechseljahre sich nicht auf einen festen Zeitpunkt datieren lassen, sondern ein schleichender Prozess sind.
Mit Sicherheit lässt sich sagen, dass die Wechseljahre mit der letzten Blutung eintreten. Tritt die Menopause vor dem vierzigsten Lebensjahr ein, sprechen die Mediziner von vorzeitigen Wechseljahren. Im Schnitt erleben Frauen in der Bundesrepublik diese Veränderung mit dem 52. Lebensjahr. Dann haben die Eierstöcke ihre Funktion dauerhaft eingestellt. Es werden keine Eizellen mehr produziert und die Frau ist unfähig, schwanger zu werden.



Die Ursachen sind unbekannt


Kommt eine Frau vorzeitig in die Wechseljahre, so muss Sie zwar nicht mehr mit Kondomen verhüten oder die Pille nehmen, jedoch sitzt die seelische Belastung meist tief. Ist die Kinderplanung noch nicht abgeschlossen, bedeutet das für Betroffene eine erhebliche emotionale Belastung. Sie wird dadurch verstärkt, dass die Ursache selten zu ermitteln ist.
Zwei Drittel aller Frauen erfahren niemals den Grund, warum ihre Eierstöcke die Funktion einstellten. Nur in einem Drittel der Fälle kann das vorzeitige Eintreten der Wechseljahre auf einen Gendefekt oder eine Autoimmunerkrankung zurückgeführt werden. In diesem Fall raten die Mediziner dazu, mögliche Töchter oder Geschwister ebenfalls zu untersuchen. Eine genetische Vererbung ist nicht ausgeschlossen.



Es gibt kein Heilmittel


Die Wechseljahre sind nicht aufzuhalten. Ganz gleich, ob sie vorzeitig eintreten oder ab dem 50. Lebensjahr. Auch lässt sich der Vorgang nicht umkehren, etwa durch die Einnahme von Vitaminen. Mit der letzten Menopause ist eine Frau nicht mehr in der Lage, schwanger zu werden. Der Vorrat an Eizellen in den Eierstöcken ist aufgebraucht.
Leidet eine Frau an Beschwerden oder nimmt Veränderungen an sich wahr, sollte der erste Weg zum Gynäkologen führen. Bluttests oder Ultraschall bieten die Möglichkeit, den Veränderungen und den Ursachen auf den Grund zu gehen. 
 

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