Salz in der Hausapotheke Die sanfte Heilkraft der Kristalle

Kochsalz und seine Verwandten aus dem Reformhaus sind wahre Arznei-Multitalente. Als Badezusatz, in Tinkturen und Masken helfen sie bei Beschwerden von Allergien bis Stress.

Meersalz Die sanfte Heilkraft der Kristalle © jalag-syndication.de

Allergien

Eine verstopfte Nase, Niesattacken – Heuschnupfen kann den schönsten Frühlingstag verderben. Die häufigsten Verursacher, fliegende Pollen, heften sich an die Schleimhäute, reizen sie und lassen sie anschwellen. Meerwasser-Nasentropfen reinigen sie, und die Symptome bessern sich oder verschwinden ganz. Rezeptur: 1 g Meersalz in 100 ml warmem Wasser auflösen und die Mischung in ein Pipetten-Fläschchen füllen. Bei Bedarf beliebig oft benutzen, das Mittel trocknet die Schleimhäute nicht aus. Allergiemedikamente kann die Salztherapie meist nicht ersetzen, aber in vielen Fällen (mit dem Arzt abklären) lässt sich die Dosis reduzieren.

Bronchitis

„Sole ist für die Bronchien wie Sonnenschutzcreme für die Haut“, sagt Professor Dr. Wolfgang Petro. Er ist Leiter einer Sole-Studie, die im Salz-Kurort Bad Reichenhall durchgeführt wurde. Demnach bessern sich Hustenreiz und Schmerzen, wenn man den Dampf einer ein- bis zweiprozentigen Salzlösung (Sole) inhaliert. Er wirkt entzündungshemmend, abschwellend und krampflösend auf die Atemwege. Dazu erleichtert er das Abhusten und kann sogar Asthma lindern. Der Mediziner empfiehlt Inhalationen auch vorbeugend: „Sie stärken die Immunkraft ganz allgemein. Gerade bei Anfälligkeit für Erkältungen, bei sportlicher Betätigung und einfach für das Gefühl, befreit durchzuatmen, ist das Inhalieren mit Sole ratsam.“ Anwendung: 800 ml heißes Wasser in einen großen Topf oder eine Schüssel gießen, 1 EL Kochsalz zugeben. Handtuch über den Kopf legen und den Dampf etwa 10 Minuten ruhig und tief einatmen.

Erkältungen

Salz hat eine hervorragende Abwehrkraft. Beginnende Anzeichen wie Halsschmerzen und Schluckbeschwerden lassen sich mit einer Gurgellösung rasch in den Griff bekommen. Dafür 1 TL Kochsalz in einem Glas lauwarmem Wasser auflösen und damit gurgeln – morgens und abends. Hilft auch prima bei gestressten Stimmbändern und Heiserkeit. Gegen eine verschnupfte Nase haben sich Nasenduschen bewährt (in Apotheken, ca. 10 Euro). Als Spülmittel 1 g Meersalz in 100 ml warmem Wasser auflösen und morgens und abends nach Beschreibung benutzen. Nasenduschen können übrigens auch Nebenhöhlenentzündungen vorbeugen.

Gelenke

Die Schwerkraft verlangt ihnen einiges ab. Salzwasser hebt sie in gewisser Weise auf: Es „trägt“ unser Gewicht und lässt uns schweben. Das entlastet auch Muskeln und Sehnen und hilft dem Körper, sich insgesamt zu regenerieren. Darum tun Badekuren in warmer Sole bei rheumatischen Erkrankungen so gut. In den üblichen Badewannen zu Hause lässt sich der Effekt des Abhebens und Sichtreiben-Lassens nicht nachahmen. Aber gegen überanstrengte Gelenke und verkaterte Muskeln kann ein Salzwasserbad zu Hause Wunder wirken: Es entspannt die Muskulatur, regt den Stoffwechsel an und beschleunigt so die Heilung. Für das Bad 3 kg Kochsalz in die Wanne geben und in angenehm warmem Wasser auflösen. Nicht länger als 25 Minuten liegen bleiben, um den Kreislauf zu schonen.

 

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