Natürliche Medizin Pflanzen, die uns heilen

Die beste Medizin wächst direkt vor der Haustür. Die Wirkung vieler Heilpflanzen ist den Menschen längst bekannt – und inzwischen auch wissenschaftlich belegt.

Kraut Augentrost

Augentrost

AUGENTROST lindert Entzündungen

Wo er herkommt: Augentrost kannte man bereits in der Antike. Schon im 1. Jahrhundert nach Christus erwähnte ihn der griechische Arzt Dioskurides in seinen Schriften. Was er kann: Der Name verrät es. Augentrost (lateinisch: „Euphrasia“) hilft bei vielen Augen- und Lidrandentzündungen. Schwellungen, Brennen, vermehrte Tränenabsonderung und Ermüdung, sogar Gerstenkörner lassen sich damit behandeln. Wie wir ihn heute nutzen: „Augenbäder oder -kompressen sollten Sie nicht selbst herstellen“, rät Dr. Martin Adler. „Für die empfindlichen Augen sollte der Pflanzenauszug unbedingt filtriert und keimfrei sein.“ In der Apotheke gibt es entsprechende Produkte, zum Beispiel „Weleda Augen- Apotheke“. Augentrost-Auszüge werden auch in der Kosmetik verwendet, etwa in „Eyeliner liquid“ und „Mascara“ von Dr. Hauschka (Apotheke).

Kraut Bärentraube

Bärentraube

BÄRENTRAUBE bekämpft Blasenentzündung

Wo sie herkommt: Das Heidekrautgewächs stammt aus dem Norden. In Russland wurde es wegen seiner Gerbstoffe früher für die Lederverarbeitung verwendet. Was sie kann: Der wichtigste Inhaltsstoff der Bärentraube ist Arbutin. Es wird im Körper zu einem Stoff umgebaut, der Wachstum und Vermehrung von Bakterien in der Blase hemmt. Wie wir sie heute nutzen: Bärentraubenblätter sind eine der meistempfohlenen Therapien gegen Blasenentzündung. Doch Vorsicht: Bei Überdosierung können sie die Leber schädigen. Kaufen Sie daher am besten Tees aus der Apotheke (z. B. von Sidroga). Oder Sie nehmen – ebenfalls rezeptfreie – Fertigarznei (wie z. B. „Cystinol akut“). Beginnen Sie mit der Therapie am besten gleich beim ersten Anzeichen einer Entzündung, etwa Brennen beim Wasserlassen. Dann kann die Pflanzenmedizin die Krankheit in der Regel stoppen. Ohne ärztlichen Rat sollten auch Bärentrauben-Mittel allerdings nicht öfter als fünfmal im Jahr und nicht länger als jeweils eine Woche angewendet werden.

Kraut Beinwell

Beinwell

BEINWELL verhindert Blutergüsse

Wo er herkommt: Schon in der Antike wusste man, dass Beinwellwurzeln die Heilung von Wunden und Knochen beschleunigen können. Im Mittelalter stellten Ärzte aus der Pflanze Gurgellösungen gegen Zahnweh her. Was er kann: Beinwell-Extrakte heilen nicht nur Blutergüsse, sondern auch Verstauchungen, Prellungen und Zerrungen. Sie regen die Zellbildung an. „In homöopathischen Zubereitungen können sie sogar die Heilung von Knochenbrüchen unterstützen“, erklärt Dr. Martin Adler. „Ich selbst empfehle diese Mittel übrigens auch bei Gelenkschmerzen nach stumpfen Verletzungen.“ Wie wir ihn heute nutzen: Alle Pflanzenteile enthalten giftige Stoffe, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Deshalb sollte man sie nicht auf offene Wunden auftragen und ausschließlich sichere Präparate aus der Apotheke verwenden (zum Beispiel das rezeptfreie „Traumaplant“).

Kraut Arnika

Anrnika

ARNIKA lässt Prellungen abklingen

Wo sie herkommt: Arnika ist als Heilpflanze erst seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Bergbauern hatten damals entdeckt, dass man mit einer verdünnten Blüten-Tinktur Fieber senken konnte. Wild wächst die Blume in Höhenlagen von ganz Mittelund Südeuropa. Am besten gedeiht sie auf sonnigen, feuchten Wiesen mit kieselhaltigem Boden. Was sie kann: Im Volksmund wird Arnika auch die „Schutzheilige der Muskeln und Prellungen“ genannt. Denn ihr Inhaltsstoff Helenalin desinfiziert und hemmt Entzündungen. Zudem kurbelt er die Regenera tion des Gewebes an. In der Homöopathie ist Arnika ebenfalls ein wichtiges Mittel bei Verletzungen. Wie wir sie heute nutzen: Die Heilpflanze steht unter Naturschutz. Kaufen Sie also bitte nur Produkte aus der Apotheke (von Weleda beispielsweise gibt es „Arnika-Salbe 10%“ sowie „Arnika-Gelee“ mit kühlendem Effekt). Extra-Tipp aus der Sportmedizin: Arnika-Massageöl eignet sich auch gut zur Vorbeugung und zur Behandlung von Muskelkater.

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Autor:
Dagmar Metzger