Forschung Stichhaltige Erfolge der chinesischen Medizin

Wissenschaftliche Studien bestätigen die praktische Erfahrung: Die kleinen Stiche helfen bei vielen Erkrankungen

Stichhaltige Erfolge der chinesischen Medizin

Hier eine Auswahl, wo sich ein Behandlungsversuch mit TCM durchaus lohnt:

Rücken- und Gelenkschmerz: Bei chronischem Knie- und Rückenschmerz ist Akupunktur am eindeutigsten anerkannt – bei diesen beiden Diagnosen gibt es den heilsamen Piks sogar auf Krankenschein. In einer großen Studie erwies sich die Nadeltherapie bei der Behandlung chronischer Lendenwirbelsäulenleiden der Standardtherapie mit Massagen, Krankengymnastik und Medikamenten eindeutig überlegen. Nach 10 TCM-Behandlungen ging es 48 Prozent der Patienten besser, die schulmedizinische Behandlung half nur 27 Prozent. Als ähnlich groß erwies sich der Nutzen der kleinen Stiche bei Kniegelenksarthrose. Während die schulmedizinische Behandlung 28 Prozent der Patienten helfen konnte, spürten 51 Prozent der Patienten nach 10 bis 15 Nadelterminen deutliche Linderung ihrer Beschwerden. Gut bewährt hat sich die Akupunktur auch beim Tennis-Ellenbogen, der oft durch Computerarbeit entsteht.

Kopfschmerz: Akupunktur wirkt bei Spannungskopfschmerz und Migräne ähnlich gut wie Medikamente. Laut einer Studie der TU München sank die Zahl der Anfälle nach 12 Sitzungen im Schnitt von fünf auf zwei pro Monat. Das spart Tabletten ein – für Menschen mit häufigen Kopfschmerzen ein großer Nutzen.

Allergien und Asthma: Viele Studien belegen die Wirksamkeit der Akupunktur in der Behandlung von Asthma. Die Nadeltherapie bewirkt eine Erweiterung der Bronchien bei leichtem Asthma und ein subjektiv besseres Empfinden. Einige Untersuchungen zeigten darüber hinaus, dass sich die Blutwerte bestimmter Abwehrzellen besserten. Eine Studie der Berliner Charité ergab: Neun von zehn Allergikern ging es noch drei Monate nach der Nadelung besser, acht von zehn Asthmatikern verspürten eine deutliche Besserung.

Gute Therapeuten

Hier finden Sie einen guten Therapeuten

  • DÄGfA Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur e. V., www.daegfa.de.
  • AGTCM Arbeitsgemeinschaft für klass. Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin, www.agtcm.de.
  • Internationale Gesellschaft für Chinesische Medizin, www.tcm.edu.

Darüber hinaus sollten Sie sich bei Bekannten oder Kollegen umhören – oft bekommen Sie auch auf diese Weise einen Tipp. Eine ausführliche TCM-Diagnose kostet zwischen 100 und 150 Euro, daran anschließende Akupunktursitzungen je nach Aufwand zwischen 25 und 80 Euro.

Übelkeit und Erbrechen: Ob Übelkeit infolge von Narkose, Chemotherapie oder Schwangerschaft – über 40 Studien bescheinigen, dass die Nadelung vom „Inneren Passtor“, einem Punkt an der Unterseite des Handgelenks, hilft.

Reizdarm: Menschen mit Reizdarmsyndrom haben nach einer Untersuchung der Universitätsklinik Heidelberg nach 10 Akupunkturbehandlungen weniger Bauchschmerzen. Das Stresshormon Kortisol sank, Verdauung und Schlaf besserten sich.

Bluthochdruck: Menschen mit leichtem bis mittelschwerem Bluthochdruck können mit 10 bis 15 Akupunktursitzungen ihre Werte senken. Auch Tai Chi nimmt Druck aus den Adern. Der Erfolg stellt sich nach drei Monaten Training ein (4- bis 5-mal 45 Minuten pro Woche).

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