19. Oktober 2020
Hörsturz als häufige Ursache von frühzeitiger Schwerhörigkeit

Hörsturz als häufige Ursache von frühzeitiger Schwerhörigkeit

Zu den häufigsten Ursachen einer Schwerhörigkeit im mittleren Lebensalter gehört neben Lärm und verschiedenen Grunderkrankungen der Hörsturz. Wir klären auf. 

Hörgerät Geers
© Geers

Laienhaft ausgedrückt handelt es sich bei einem Hörsturz gewissermaßen um eine ähnliche Erkrankung, wie ein Herzinfarkt oder Schlaganfall. Nur eben im Innenohr, in dem es zu einer akuten Durchblutungsstörung kommt. Auch die Risikofaktoren ähneln denen von Herz- und Hirninfarkt, nur besteht keine Gefahr für Leib und Leben, sehr wohl aber für das Gehör. Nicht schnell genug therapiert, drohen bleibende Schäden. Jedoch lässt sich auch die häufige Folge Schwerhörigkeit mittlerweile sehr gut behandeln. Ist es ein Hörgerät von Nöten, findet jeder Betroffene in Zusammenarbeit mit einem HNO-Arzt oder einem Hörgeräteakustiker das richtige Modell. 

Was haben Diabetes mellitus und Schwerhörigkeit gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel. Beiden allerdings eilt der Ruf voraus, eine typische Sache älterer Menschen zu sein. Und bei beiden trifft dies nicht uneingeschränkt zu. Tritt die typische Altersschwerhörigkeit, ihrem Namen entsprechend, tatsächlich erst in der späteren Lebensphase auf, gibt es viele Formen schlechten Hörens, die auch schon jüngere Menschen von mitunter sogar unter 40 Jahren betreffen. Hier ist vor allem der Hörsturz ein nicht seltener und gefürchteter Auslöser. Ungeachtet der Ursache für eine Schwerhörigkeit empfehlen die Experten von Geers, frühzeitig HNO-ärztliche Hilfe und eine Hörgeräteversorgung in Anspruch zu nehmen. 

Dauernder Stress und eine ungesunde Lebensweise setzen dem Innenohr zu

Die bekannteste Ursache für einen Hörsturz ist andauernder Stress. Das Ohr ist ein häufiges Ventil für einen unruhigen Lebenswandel, so klagen viele chronisch gestresste und überlastete Menschen beispielsweise über Ohrgeräusche (Tinnitus). Ein Hörsturz geht mit einem plötzlichen Hörverlust einher und ist definitiv ein Grund für schnelles Handeln. Von ärztlicher Seite erhält der Patient zunächst Infusionen zur Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes, zudem auch häufig Kortison. Aber wie kommt es überhaupt dazu, dass sich Stress so ungünstig auf die Durchblutung des Innenohres auswirkt? HNO-Ärzte sehen eine ständige Verengung der versorgenden Blutgefäße – eine Reaktion bei ständigem Stress – als Hauptursache. Aber auch andere Ursachen, vor allem eine ungesunde Lebensweise, gelten als typische Risikofaktoren. Darüber hinaus sind dies: 

  • Diabetes mellitus
  • Bluthochdruck 
  • Rauchen
  • Erhöhte Cholesterinspiegel
  • Infektionen 

Auch unfall- oder verschleißbedingte Schädigungen der Halswirbelsäule gelten laut Deutschem Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e. V. als potenzieller Risikofaktor für einen Hörsturz. 

Arbeitsbedingungen ebenfalls häufig ursächlich

Wie erwähnt kann ein stressiger Job einen Hörsturz und damit die Gefahr einer Schwerhörigkeit im mittleren Alter begünstigen. Aber auch eine berufliche Tätigkeit, in der man viel Lärm ausgesetzt ist, schädigt ohne entsprechenden Gehörschutz das Ohr und mündet oft in einem schon früh nachlassenden Hörvermögen. Zudem lauern in der Freizeit Gefahren: Besuche in der Disco, Festivals und Konzerte können enorme Lärmemissionen freisetzen. Auch Menschen, die schon in jungen Jahren ständig über Kopfhörer laute Musik hören, bekommen sehr früh Hörprobleme. Beruhigend zu wissen, dass es eine sehr fortschrittliche Hörgeräteversorgung gibt. Darauf sollte man aber nicht von vorneherein bauen, sondern das Gehör optimal vor schädlichen Einflüssen schützen. Durch eine gesunde Lebensweise, ausreichend Erholungsphasen und im lärmenden Umfeld durch einen Gehörschutz, kann man schon einiges abfangen. Für die Freude an lauter Musik, gibt es sogar spezielle Ohrstöpsel, die das Gehör vor zu großem Lärm schützen, die rhythmischen Bassklänge aber trotzdem spürbar lassen.  

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