22. März 2021
Gesundheitstrend Heilpraktiker als Alternative zur Schulmedizin

Gesundheitstrend Heilpraktiker als Alternative zur Schulmedizin

Die Nachfrage nach Behandlungsalternativen steigt. Die Patienten wünschen sich ganzheitliche Ansätze für ihre geistige und körperliche Gesundheit. Schon seit einigen Jahren ist dieser Trend erkennbar. Neben der Traditionellen Chinesischen Medizin sind auch Akupunktur, Homöopathie, Ayurvedische Medizin, Chiropraktik oder Psychotherapie in den Fokus gerückt. Heilpraktiker dürfen Krankheiten diagnostizieren, lindern und heilen. Dabei wenden sie Mittel der Naturheilkunde an. Häufig sind sie eine Ergänzung zur naturwissenschaftlichen Medizin, manchmal sind sie eine Alternative für die Patienten.

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Heilpraktiker werden

Für die Begriffe Heilpraktiker und alternative Heilmethoden gibt es keine einheitliche Definition. Die einen halten die Praktiken für fragwürdig, andere sind davon überzeugt und gehen nur zum Arzt, wenn es nicht anders geht. Dabei zeigen viele alternative medizinische Methoden bemerkenswerte Effekte, die von Ärzten und den Krankenversicherungen anerkannt sind. Kritiker wenden immer wieder ein, dass die Ausbildung zum Heilpraktiker nicht intensiv genug ist. Wer Arzt werden möchte, braucht vom Studienbeginn bis zur Approbation etwa sechs Jahre. Die Heilpraktiker-Ausbildung dauert ein bis drei Jahre, in Abhängigkeit von der Vorbildung. Es gibt verschiedene Ausbildungsvarianten mit Fernunterricht, Präsenzunterricht und gemischte Formen. Private Institute, wie das BTB-Bildungswerk für therapeutische Berufe bieten diese Ausbildung und verschiedene Spezialisierungen an.

Da es keine offiziell festgelegte Ausbildung gibt, kann theoretisch jeder, der beim zuständigen Gesundheitsamt eine kurze Prüfung abgelegt hat, als Heilpraktiker tätig werden. Der Amtsarzt prüft die Anwärter gemäß den „Leitlinien zur Heilpraktikerüberprüfung“.

Heilpraktiker begreifen den Körper als Gesamtsystem

Die konventionelle Medizin betrachtet und behandelt Körper und Geist meistens getrennt. Für Heilpraktiker ist der menschliche Körper ein Gesamtsystem aus Körper und Geist. Diese ganzheitliche Herangehensweise kollidiert sehr oft mit der schulmedizinischen Herangehensweise, die von Symptomen ausgeht und die körperlichen Ursachen dafür sucht. Die Behandlungsmethoden der alternativen Medizin sind häufig wissenschaftlich wenig belegt. Einige der Behandlungsprinzipien, die zwischenzeitlich gut erforscht sind, kommen verstärkt auch in der modernen Schulmedizin zum Einsatz.

Alternativmedizin – ein weit gefasstes Themengebiet

Es gibt keine strenge Definition für den Heilpraktiker. Jeder kann selbst entscheiden, mit welchen naturheilkundlichen Methoden er die Behandlung der unterschiedlichen Beschwerden in Angriff nimmt. Die meisten legen großen Wert darauf, dass Körper und Geist in engem Zusammenhang stehen. Sie setzen auf die Selbstheilungskräfte des Körpers. Die meisten Alternativmediziner in Deutschland arbeiten seriös, sie sind zuverlässig und arbeiten sehr sorgfältig. In der Berufsordnung für Heilpraktiker sind Standards für Sicherheit, Hygiene und ethische Grundsätze vorgegeben, genauso wie eine Pflicht zur Weiterbildung. Die Berufsordnung für Heilpraktiker (BOH) gilt für alle Heilpraktiker, die dem Verband deutscher Heilpraktiker angehören.

Was zeichnet einen guten Heilpraktiker aus?

Für einen guten Heilpraktiker stehen Gesundheit und Sicherheit seiner Patienten an erster Stelle. Er berät offen und ehrlich über mögliche Risiken und Nebenwirkungen der Therapie. Er verspricht weder Wunderheilungen noch unrealistische Behandlungsergebnisse. Wenn es notwendig ist, schickt er seine Patienten zu einem anderen Ansprechpartner, der für ein bestimmtes Thema besser qualifiziert ist, wie beispielsweise Hebammen oder Augenärzte. Wenn es in der naturwissenschaftlichen Medizin erprobte Therapien für die Erkrankung seines Patienten gibt, weist er darauf hin. Er drängt seine Patienten nicht dazu, Wundermittel mit besonders mystisch, exotisch oder natürlich klingenden Namen zu kaufen.

Was Alternativmediziner nicht dürfen

Auch für Alternativmediziner besteht Niederlassungspflicht, sie dürfen nicht umherziehen und ihre Medizin praktizieren. Darüber hinaus ist es ihnen verboten,

  • Betäubungsmittel oder verschreibungspflichtige Medikamente zu verordnen
  • Geburtshilfe zu leisten
  • Masern oder andere Infektionskrankheiten zu behandeln
  • Erkrankungen im Bereich Mund, Kiefer und Zähne zu behandeln
  • zu röntgen
  • den Tod festzustellen

Welche alternativmedizinischen Methoden gibt es?

Wie in der Schulmedizin auch, gibt es bei den Alternativmedizinern verschiedene Behandlungsansätze. Die nachfolgende Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Naturheilkunde

Naturheilkunde ist ein Überbegriff für verschiedene alternative Behandlungsverfahren. Sie bezieht die Natur und natürliche Prozesse in den Behandlungs- und Heilungsprozess mit ein, wie Ernährung, Bewegung, Heilpflanzen, Sauerstoff, Wasser, Entspannung und Psyche.

  • Phytotherapie
    • Phytotheraphie ist die Pflanzenheilkunde.
  • TCM – Traditionelle Chinesische Medizin
    • Die Behandlungsmethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin sind vielfältig: Akupunktur, Kräutertherapie, Schröpfen, um nur einige zu nennen. Akupunktur findet immer mehr den Weg in europäische Arztpraxen, nachdem Studien die Wirksamkeit belegen konnten. Die Nadeln können bei verschiedenen Leiden helfen, beispielsweise bei Kopfschmerzen, Migräne, Allergien, Arthrose oder Rückenschmerzen.
  • Ayurveda
    • Ayurveda ist ein Begriff aus dem Sanskrit und bedeutet „die Weisheit vom Leben“. Die indische Heilkunst gibt den Menschen sozusagen eine Bedienungsanleitung für ihren Körper. Lebensweise, Ernährung, Bewegung und Lebenseinstellung sind als Gesamtkonzept anzusehen. Ist alles im Gleichgewicht, ist der Mensch gesund. Ist das System nicht im Gleichgewicht entstehen Krankheiten. In wissenschaftlichen Studien ist belegt, dass ayurvedische Methoden beispielsweise bei Morbus Crohn, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder Bluthochdruck gut wirken.
  • Homöopathie
    • Die Homöopathie ist ebenfalls ein ganzheitlicher Ansatz. Der Grundsatz lautet: „Ähnliches mit Ähnlichem heilen“. Ziel der Behandlung ist es, die Selbstheilungskräfte zu mobilisieren.
  • Aderlass
    • Ein Aderlass ist eine uralte Behandlungsmethode. Dabei nimmt der Heilpraktiker Blut mit einer größeren Kanüle aus einer Vene. Die Menge ist dabei nicht festgelegt. Ziel ist es, das Blut zu reinigen und von Giftstoffen zu befreien.
  • anthroposophische Heilkunde
    • Bei diesem Ansatz ist auch die Seele in die Behandlung miteinbezogen. Anthroposophie bedeutet „die Weisheit vom Menschen“. Es geht darum, herauszufinden, wo das Gleichgewicht im Körper gestört ist. Die Mistel-Therapie gehört zur anthroposophischen Medizin. Sie soll Selbstheilungskräfte aktivieren und die Nebenwirkungen der Chemotherapie lindern.
  • Kneipp-Therapie

    • Pfarrer Sebastian Kneipp ist weithin als der Wasserdoktor bekannt, denn der Kneipp-Therapie liegt Wasser zugrunde. Auch hier handelt es sich um einen ganzheitlichen Ansatz und eine Lebenseinstellung. Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen, Entspannung und ein geordnetes Leben stärken das Immunsystem und regen die Selbstheilungskräfte an.

  • Osteopathie
    • Die Osteopathie ist eine manuelle Therapieform. Bei dieser ganzheitlichen Behandlung stehen Skelettapparat und Psyche im Fokus. Gezielte Handgriffe lösen Verspannungen und verklebtes Gewebe. Damit fließt die Energie im Körper wieder. Gleichzeitig mobilisiert diese Therapie die Gelenke und stärkt die Skelettmuskulatur. Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen lassen sich damit sanft lindern. Osteopathie hilft auch bei Funktionsstörungen der inneren Organe.
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