Sonnenschutz Wenn aus einem Sonnenbrand Hautkrebs wird

Sommer, Sonne, Strand - und Brand? Wenn nach ausgiebigem Sonnenbaden ohne den richtigen Sonnenschutz ein Sonnenbrand entsteht, kann es gefährlich werden. Denn so leicht steckt unsere Haut die Entzündung nicht weg. Je nach Hauttyp und Häufigkeit können Sonnenbrände sogar zu Hautkrebs führen. So können Sie sich schützen!

Hautkrebs durch Sonnenbrand Wenn aus einem Sonnenbrand Hautkrebs wird © mabe123/iStock

Alleine in Deutschland erkranken jährlich 224.000 Menschen an Hautkrebs. Die Ursachen sind unterschiedlich: genetische Veranlagung, ein heller Hauttyp und vor allen Dingen der regelmäßige Besuch eines Solariums und das Sonnenbaden ohne angemessenen Sonnenschutz mit vermehrten Sonnenbränden. Welche Formen des Hautkrebses es gibt, wie Sie sich vor UV-Strahlung schützen können und wie eine Behandlung der Krankheit aussieht, erfahren Sie hier. 

Schutz vor Sonnenbrand und Hautkrebs

Ein Sonnenbrand ist eine Entzündung der Epidermis, also der obersten Hautschicht, verursacht durch zu viel UV-Einstrahlung. Bei einem leichten Sonnenbrand treten Rötungen auf, unsere Haut fühlt sich empfindlich und schutzbedürftig an, meist "brennt" sie unangenehm. Ein schwerer Sonnenbrand hingegen, bei dem auch die Dermis, eine tiefer liegende Hautschicht, betroffen ist, kann sogar Blasen werfen und zu Kopfschmerzen und Übelkeit bis hin zu Erbrechen führen. Eine anschließende Narbenbildung an der betroffenen Stelle ist nicht ausgeschlossen. Sind Sie häufig von Sonnenbränden betroffen, setzt auch die Hautalterung früher ein. Eine sogenannte "Lederhaut" kann sich bilden. Doch viel schlimmer: Gerade bei hellen Hauttypen können häufige Sonnenbrände zu Hautkrebs führen. Wie Sie sich davor schützen? Die Regeln sind einfach und sollten regelmäßig befolgt werden:

  • Richtig cremen: Mindestens 30 Minuten vor dem Sonnenbaden sollten Sie sich als Schutz vor der Sonne eincremen, damit die Sonnenmilch (mindestens Lichtschutzfaktor 20, bestenfalls LSF 30 und bei sehr heller, empfindlicher Haut sogar LSF 50) genug Zeit zum Einziehen und Wirken hat. 
  • Mit langer Kleidung bedecken: Ein schönes Strandtuch oder ein langärmliger, luftiger Kimono schützen die Haut zusätzlich bei einem ausgedehnten Strandspaziergang.
  • Liegen Sie lieber nicht im prallen Sonnenschein und meiden Sie besonders die Mittagssonne, denn diese ist am intensivsten. Sie möchten trotzdem braun werden? Keine Sorge, unter dem Sonnenschirm und im Schatten bekommt Ihre Haut auch Farbe, wird aber deutlich weniger gestresst. 
  • Regelmäßig nachcremen, gerade nach dem Schwimmen. 
  • Tragen Sie eine Sonnenbrille mit UV-Schutz, damit auch Ihre Augen vor der Strahlung geschützt sind.
  • Bestimmte Medikamente machen die Haut lichtempfindlicher, und das Risiko für Hautkrebs erhöht sich. Falls Sie Medikamente einnehmen, erkundigen Sie sich vorher bei Ihrem Arzt, ob Sie besondere Maßnahmen für den Sonnenschutz ergreifen sollten.
  • Seien Sie achtsam, denn Wind lässt uns die warmen Sonnenstrahlen weniger intensiv wahrnehmen. Möglicherweise setzten Sie deshalb Ihre Haut länger der Strahlung aus. Gehen Sie regelmäßig in den Schatten, auch wenn es sich in der Sonne noch gut anfühlt.

Behandlung von Sonnenbrand

Ist es doch zum Sonnenbrand gekommen, sollten Sie schnell reagieren. Je nach Intensität des Brandes gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten: 

  • Ein Sonnenbrand entzieht der Haut Flüssigkeit. Deshalb: Trinken, trinken, trinken.
  • Cremes mit Kamille oder Aloe Vera wirken entzündungshemmend und beruhigend.
  • Kühlen Sie Ihre Haut mit Tüchern, die Sie vorher in kaltes Wasser gelegt haben.
  • Acetylsalicylsäure kann als Medikament eingenommen werden und hemmt Entzündungen von innen.
  • Hydrocortison ist in speziellen Gels oder Lotionen enthalten und hat sich ebenfalls bei der Behandlung von Sonnenbränden bewährt.

Hautkrebs: Erste Symptome

Übermäßige UV-Einstrahlung schädigt die Haut, indem sie das Erbgut zerstört, wodurch Zellen mutieren können. Der Fall, dass dabei Krebszellen entstehen, ist nicht unwahrscheinlich. Fallen Ihnen plötzlich ungewöhnliche Hautveränderungen auf, dann zögern Sie nicht lange und suchen Sie schnellstmöglich einen Arzt auf! Wird Hautkrebs früh erkannt, stehen die Heilungschancen gut. Wird der Krebs hingegen erst spät behandelt, fallen die Erfolgschancen drastisch ab. 

Formen von Hautkrebs: Der schwarze Hautkrebs

Es gibt zwei Formen von Hautkrebs: den weißen Hautkrebs und den schwarzen Hautkrebs. Doch kommen wir zuerst zu dem etwas leichter zu erkennenden, dem schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom). Es gibt unzählige Subtypen, aber grundsätzlich tritt der schwarze Hautkrebs in Form einer dunkel pigmentierten Hautveränderung auf. So erscheint zum Beispiel ein superfiziell spreitendes Melanom in flächiger, brauner, grauer, rosafarbener oder sogar blau-schwarzer Fleckenform, die sich von der umliegenden, gesunden Haut scharf abgrenzt. Oft entstehen besagte Flecken auf der Brust, am Rücken oder an den Extremitäten. 

Ein noduläres Melanom wirft Knoten, erscheint tumorartig und erhaben – verfärbt sich dabei sehr dunkel und ist die schwerste und aggressivste Form des schwarzen Hautkrebses.

Das akrolentiginöse Melanom ist die seltenste Form von schwarzem Hautkrebs. Betroffene erkennen es durch fleckenartige Verfärbungen an den Handflächen, Fußsohlen, unter den Nägeln oder an den Fingern/Zehen. Achtung: Man kann das akrolentiginöse Melanom leicht mit einer Warze oder Nagelverletzung verwechseln.

Formen von Hautkrebs: Der weiße Hautkrebs

Beim weißen Hautkrebs unterscheidet man zwischen dem Stachelzellkrebs und dem Basalzellkrebs, der ebenfalls unterschiedliche Subtypen aufweist. Während der Stachelzellkrebs, auch Spinaliom genannt, als pickelartige, gelblich verhornte Hügel mit rötlich entzündeter Umrandung auftritt, die nach und nach wuchern und tiefer mit der Haut verknoten, tritt der Basalzellkrebs (Basaliom) oft von Haaransatz bis Oberlippe oder auch an den Ohrmuscheln auf. Er ist durch perlmuttartige, weiß-gräuliche Knötchen zu erkennen, die sich nicht ohne leichte Blutung ablösen lassen. Sowieso ist eine immer wiederkehrende Blutung typisch für den Basalzellkrebs, sowie die muldenartige, mittige Einkerbung in den immer größer werdenden Knötchen, auf denen feinste Äderchen erkennbar sind. 

Die Haut als das größte, menschliche Organ, verändert sich ständig. Irritationen, Unreinheiten oder kleine, entzündete Verletzungen sind normal und können immer auftreten, nicht sofort muss die Ursache Hautkrebs sein. Schauen Sie sich Bilder von den verschiedenen Arten des Hautkrebs im Internet oder in Ratgeber-Büchern an, um ein Gefühl für den Unterschied von normalen Veränderungen der Haut zu tatsächlichem Hautkrebs zu bekommen. Beobachten Sie Ihre Haut aufmerksam, gerade wenn eine Erkrankung an Hautkrebs in der Familie liegt. Fällt Ihnen eine besonders extreme Hautveränderung auf, suchen Sie schnellstmöglich einen Spezialisten auf.

Behandlung von Hautkrebs und Heilungschancen

Hautkrebs, insbesondere der schwarze Hautkrebs, wird meist durch eine Operation behandelt, bei der das Melanom chirurgisch entfernt wird. Weitere mögliche Behandlungswege von Hautkrebs sind die Chemo- und Strahlentherapie (bei dem Wurf von Fernmetastasen) oder die immunmodulierende Therapie, bei der durch gespritzte Medikamente oder aufzutragende Cremes das Immunsystem aktiviert wird. Diese Therapie wird nach der operativen Entfernung der Melanome eingesetzt, um das Streuen von Metastasen zu verhindern.

Die Heilungschancen sind von der Verbreitung des Tumors samt Metastasen und vom Zeitpunkt der Diagnose abgängig. Hat der Tumor bereits gestreut und ein Großteil des Körpers ist vom Krebs befallen, sinken die Heilungschancen stark ab. Ist der Hautkrebs noch im frühen Stadium, kann er meist komplett geheilt werden.