Schlaf-Tipps Wie viel Schlaf ist normal?

Manchmal haben es selbst die Murmeltiere unter den Schläfern schwer, weil Licht, Hitze und Krach nerven. Was bringt Menschen die ersehnte Ruhe?

„Als ich zu meinem Freund nach Rom gezogen bin, habe ich in den ersten Wochen kaum ein Auge zugemacht“, erzählt die Kölnerin Silvia Dreher. „Autos, Mopeds, Palaver im Straßencafé unter der Wohnung rund um die Uhr: selbst durch die geschlossenen Scheiben ein unfassbarer Lärmpegel.“ Ihr Lebensgefährte dagegen ratzte unbeeindruckt vom Treiben auf der Via Aurelia. „Dass uns Geräusche in einer fremden Umgebung stören, ist normal“, erklärt Schlaftherapeut Dr. Jacobs. „Unser Körper aktiviert ein archaisches Sicherheitssystem“, ergänzt sein deutscher Kollege Professor Zulley. „Das Gehirn schaltet auf erhöhte Wachsamkeit, um die neue Umgebung unter Kontrolle zu behalten.“

Was man dagegen tun kann? Kurzfristig können Ohrstöpsel helfen, mittelfristig hilft Mutter Natur: Man gewöhnt sich nämlich automatisch an die fremden Geräusche. Denn was wir Nacht für Nacht hören, blendet unser Kopf mit der Zeit recht zuverlässig aus. Der Beschützer im Nebenbett beruhigte Silvia Dreher nicht etwa, sondern störte sie zusätzlich. Experimente an der Uni Wien ergaben: Männer schlafen zwar besser, wenn der gewohnte Partner neben ihnen liegt. Frauen kommen aber besser zur Ruhe, wenn sie allein schlafen. Ein Trick der Natur, so die Forscher. Als Mütter müssten wir ja sofort reagieren, wenn der Nachwuchs Hilfe braucht. Motorknattern oder eine jaulende Katze können uns den Schlaf rauben. Andere Klänge bringen ihn. Babys schließen zufrieden die Augen, wenn man ihnen ein Schlaflied vorsingt. Das klappt auch im Erwachsenenalter.

Statt die lärmende Welt mit Ohrstöpseln auszuschließen, können Sie sie auch mit schönen Sounds übertönen. Warum nicht tatsächlich mit Schlafliedern, die uns als Kinder schon geholfen haben? Viele gibt es als Apps (z.B. „Sounds für Baby“ bei Google Play, gratis, oder „Gute Nacht“ im iTunes Store, 2,69 Euro). Oder Sie hören spezielle Trance-CDs, die zielgerichtet ins Traumland führen (etwa „Entspannt schlafen“, Blue Planet, 19,95 Euro). „Wer mit seiner Musik ins Bett geht, besorgt sich besser eine Zeitschaltuhr“, rät Dr. Gregg D. Jacobs. „Nach 45 Minuten sollte Ruhe einkehren, sonst stört selbst der sanfteste Jazz Ihren Tiefschlaf.“

Wie viel Schlaf ist normal?

Erwachsenenalter von 5 bis 10 Stunden variieren. Generell nimmt es aber mit zunehmendem Alter ab. Die durchschnittliche Schlafdauer in Stunden:
Baby: 18 Std.
Schulkinder: 10–12 Std.
Erwachsene: 7–8 Std.
Senioren: 4–6 Std.

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Ruheräume für einen Mittagsschlaf. Ist das wirklich gesund? „Es ist sogar sehr empfehlenswert“, sagt FÜR SIE Vertrauensarzt Dr. Martin Adler. „Unsere innere Uhr hat nämlich um die Mittagszeit eine natürliche Ruhephase eingebaut. Wer dann maximal eine halbe Stunde schläft, ist hinterher viel leistungsfähiger.“ 30 Minuten sind die Grenze. Wer tagsüber nicht länger einnickt, findet nachts genau dieselbe Ruhe wie sonst auch. Allerdings: Vielen fällt es schwer, mittags auf Kommando die Augen zu schließen. „Machen Sie es sich bequem, atmen Sie tief, entspannen Sie sich“, rät Dr. Adler. „Sie werden sehen: Ihr Körper lernt unglaublich schnell. Bald brauchen Sie mittags nur noch Sekunden, um einzuschlafen.“

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