Schlaf-Tipps Störende Geräusche mit Musik bekämpfen

Manchmal haben es selbst die Murmeltiere unter den Schläfern schwer, weil Licht, Hitze und Krach nerven. Was bringt Menschen die ersehnte Ruhe?

Den Tagesrhythmus der Helligkeit anpassen

4500 Kilometer weiter nördlich, im norwegischen Hammerfest, ist der Tag zurzeit fast 21 Stunden lang. Erst kurz vor 23 Uhr beginnt die Nacht. Gut zwei Stunden später geht die Sonne schon wieder auf. Die meisten Bewohner haben damit kein Problem – sie schlummern im Schnitt drei bis vier Stunden weniger als im Winter. „Wenn wir im Sommer schlechter oder kürzer schlafen, ist das gar nicht schlimm“, sagt der Regensburger Schlafexperte Professor Jürgen Zulley. „Im Sommer benötigen wir ohnehin weniger Nachtruhe als im Winter. Durch das viele Licht wird das ,Schlafhormon' Melatonin unterdrückt. Wir sind also generell wacher.“

Feste Regeln für die Schlafdauer gibt es nicht

Feste Regeln für die Schlafdauer gibt es sowieso nicht. Wer ab Juni also statt um 8 Uhr schon um 5 Uhr die Augen aufschlägt und sich munter fühlt, sollte besser aufstehen, statt nachzurechnen, wie viele Stunden Schlaf die Nacht gebracht hat. „Es kommt nicht auf die Gesamtdauer an, sondern auf die Zahl der Tiefschlafphasen“, erklärt Professor Zulley. „Die können unterschiedlich schnell aufeinanderfolgen.“ Was aber, wenn man trotz Komplett-Verdunkelung des Schlafzimmers nicht zur Ruhe kommt? Wenn Sie es mit einer Schlafmaske probieren wollen, lassen Sie sich am besten in der Apotheke beraten. Dort gibt es Modelle, die zwar etwas teurer sind als viele Kosmetikprodukte, aber auch nicht drücken und den Lidern genug Platz lassen (z. B. „Schlafmaske 3D“ von Ohropax). Außerdem schwitzt man mit ihnen nicht. Melatoninausschüttung und Schlafdauer kannman zudem durch die Ernährung beeinflussen. Das haben US-Mediziner der Perelman School of Medicine in Pennsylvania kürzlich herausgefunden. Gute Schläfer essen demnach abwechslungsreicher als schlechte Schläfer. Überraschendes Detail: Offenbar sorgen Nudeln mit vegetarischer Tomatensoße für eine besonders solide Nachtruhe.

Durchgefallen ist in der Studie dagegen das süße „Betthupferl“, wie es zu Großmutters Zeiten noch empfohlen wurde: Schokolade lässt uns offenbar nicht länger oder besser schlafen. „Auf jeden Fall sollten Sie Ihre Verdauung zur Ruhe kommen lassen, bevor Sie sich hinlegen“, empfielt Professor Jürgen Zulley. „Zwischen der letzten Mahlzeit und Schlafbeginn sollten idealerweise mindestens drei bis vier Stunden vergehen.

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