Wenn Zucker krank macht Diabetes bei Kindern

Immer mehr Kinder erkranken an der Volkskrankheit Diabetes. Für die Eltern ist es erstmal ein Schock, wenn die Diagnose gestellt wird. Diabetes ist eine Erkrankung, die das Leben grundlegend verändert. Man muss allerdings die Diabetesformen unterscheiden.

Diabetes bei Kindern Diabetes bei Kindern © Maya23K/iStock

Diabetes Typ 1 

Die meisten betroffenen Kinder sind Typ 1 Diabetiker. Bei dieser Form der Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr. Dies muss also von Anfang an zugeführt werden. Insulin ist ein Hormon das den Blutzuckerspiegel kontrolliert. Diabetes Typ 1 ist genetisch bedingt und nicht heilbar. Durch eine gesunde Lebensweise und den modernen Insulinen der Pharmaindustrie, kann man aber durchaus gut damit leben. Wenn bei dem Kind also ein Diabetes Typ 1 diagnostiziert wird, sollten Eltern nicht verzweifeln. Mit der richtigen Therapie sind die Lebenserwartung und die Lebensqualität absolut vergleichbar mit einem gesunden Kind. 

Diabetes Typ 2 

Der Diabetes Typ 2 entwickelt sich leider immer mehr zur Volkskrankheit. Früher nannte man diesen Typ 2 auch Altersdiabetes. Durch unsere ungesunde Lebensweise leiden aber immer mehr Kinder unter einem Typ 2 Diabetes. Das muss nicht sein. Gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung sind der beste Schutz. Hier haben die Eltern einen großen Einfluss. Das Positive am Typ 2 Diabetes ist, das er heilbar ist. Die Bauchspeicheldrüse produziert hier immer noch ein Restinsulin, durch die richtige Behandlung, kann es zur Heilung kommen. 

Wie erkenne ich Diabetes beim Kind?

Wenn das Kind große Urinmengen ausscheidet, ein extremes Durstgefühl hat und oft eine Leistungsschwäche zeigt, sollte auch an Diabetes gedacht werden. Der Typ 1 Diabetiker ist meist sehr schlank und hat, obwohl er viel Nahrung zu sich nimmt, mit Gewichtsverlust zu kämpfen. Beim Typ 2 Diabetiker ist Übergewicht die Hauptursache. 

Wie wird die Diagnose gestellt?

Als erstes wird der Arzt eine ausführliche Anamnese vornehmen. Dann folgt die körperliche Untersuchung. Sinnvoll ist eine Nüchtern-Blutzuckermessung. Dafür wird der Arzt den Pateinten am frühen Morgen in die Praxis bestellen. Das Kind sollte nüchtern sein und auch keine zuckerhaltigen Getränke zu sich genommen haben. Durch einen einfachen Blutzuckertest wird der Nüchtern-Blutzuckerwert bestimmt. Dies können Sie natürlich auch zu Hause machen, sinnvoll ist es den Test an mindestens 2 aufeinanderfolgende Tage zu machen. Sollte der Nüchtern-Blutzuckerwert 126mg/dl überschreiten, liegt der Verdacht auf eine Diabetes-Erkrankung nahe. Zur Absicherung kann dann auch noch eine Blutuntersuchung durchgeführt werden, die den HbA1c Wert bestimmt. Der HbA1c Wert gibt Auskunft über den Blutzuckerspiegel der letzten 2 bis 3 Monate. Sollte dieser über 6,5 Prozent liegen, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit Diabetes vor. 

Als letzte Möglichkeit der Diagnose gibt es noch den Antikörper-Suchtest. Durch eine Blutprobe kann auf Autoantikörper untersucht werden. Diese sind typisch für einen Diabetes Typ 1, bei Diabetes Typ 2 lassen sich solche Autoantikörper nicht nachweisen. 

Die Diagnose steht fest und nun?

Das Kind hat Diabetes Typ 1 und die Eltern fragen sich, wie es weitergehen soll. Keine Angst – man kann heute sehr gut mit dieser Krankheit leben. Sicher wird der Anfang eine Umstellung. Aber die Eltern werden nicht alleine gelassen. Direkt nach der Diagnose erhalten Eltern und Kind eine spezielle Diabetes-Schulung. Diese ist auch absolut notwendig. Die Eltern und auch das Kind müssen lernen, die Krankheit zu verstehen. Wichtig ist auch, sich mit der täglichen Nahrungsaufnahme zu beschäftigen. Welche Kohlenhydratmenge stecht in welchen Lebensmitteln – danach richtet sich die Menge des Insulins, das gespritzt werden muss. Insulin „drückt“ den Blutzucker nach unten. Dies bedeutet vor der Mahlzeit muss ausgerechnet werden, wieviel Insulin notwendig ist, um den Blutzuckerspiegel auf einem gesunden Level zu halten. Das hört sich nun komplizierter an als es ist. Die Medizin bietet hier zahlreiche Hilfsmittel an. Sei es die Insulinpumpe oder auch eine kontinuierliches Blutzuckermess-System. Dieses zeigt kontinuierlich die Blutzuckerwerte an und warnt, wenn der Blutzuckerspiegel zu sehr sinkt oder auch steigt. Die größte Gefahr für Typ 1 Diabetiker sind immer Unterzuckerungen. Dem muss unbedingt vorgebeugt werden. Aber auch ständig zu hohe Blutzuckerwerte sind eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Auf Dauer werden dadurch die kleinen Gefäße geschädigt. Dies betrifft vor allen Augen und Füße. Für den Typ 1 Diabetiker ist eine gute Schulung und eine vernünftige Therapie die beste Möglichkeit seine Erkrankung in den Griff zu bekommen.

Ein wenig anders ist dies beim Typ 2 Diabetiker. Als erstes sollte hier an den Lebensgewohnheiten gefeilt werden. Schon eine Reduzierung des meist vorhandenen Übergewichtes kann viel bewirken. Anfangs wird der Typ 2 Diabetiker noch mit Tabletten behandelt werden können. Erst wenn dies aussichtlos ist, muss auch er Insulin spritzen. Auch hier ist Schulung der erste Schritt in die richtige Richtung. Typ 2 Diabetes ist heilbar, wenn der Patient bereit ist, seine Lebensgewohnheiten zu ändern. Vor allen bei Kindern braucht es keinen Typ 2 Diabetiker zu geben. Die Eltern sind hier gefordert, ihr Kind gesund zu ernähren und für ausreichend Bewegung zu sorgen. Dies ist wirklich eine Gelegenheit mal die eigene Lebensweise zu überdenken. Sicher spielt auch bei Typ 2 die Genetik eine gewisse Rolle. Nicht jedes übergewichtige Kind bekommt gleich Diabetes – aber die Eltern können es verhindern. 

Fazit

Gibt es in der Familie Diabetiker und haben Sie den Verdacht, Ihr Kind könnte daran erkrankt sein, nehmen Sie ärztliche Hilfe in Anspruch. Die Erkrankung ist gut in den Griff zu bekommen. Durch Schulungen und ausreichend Information, gepaart mit moderner Medizin. Die Forschung entwickelt sich immer weiter, es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch Diabetes Typ 1 heilbar ist. Aber heute schon ist es möglich, gut und lange mit dieser Krankheit zu leben. 

 
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