Bin ich fit für den Herbst?

Bin ich fit für den Herbst?

Der Sommer geht zu Ende, die Natur erholt sich. Jetzt beginnt eine wundervolle Jahreszeit. Hier verraten Experten, wie wir uns dabei vor Erkältungen, Entzündungen und mentalen Durchhängern schützen.

Frau im Herbst
© iStockphoto
Bin ich fit für den Herbst?

SPORT

Aktiv bleiben – drinnen und draußen

Auch wenn es jetzt auf dem Sofa am gemütlichsten ist: Nichts tut so gut wie Sport! Ob Herz, Atmung, Kreislauf oder Stoffwechsel – Bewegung hilft dem ganzen Körper. Sie stärkt unsere Abwehrkräfte, hält uns fit und gesund. Klar: Im Sommer ging das ganz von allein. Man war automatisch viel unterwegs. Jetzt im Herbst hilft es, wenn wir uns die kleinen Trainingseinheiten ganz bewusst vornehmen. „Gehen Sie am besten dreimal in der Woche mindestens 30 Minuten joggen, walken oder schwimmen“, rät Fitness-Coach Isabelle Spielberger. Optimal für Einsteigerinnen: zehn Minuten walken, fünf Minuten gehen, zehn Minuten walken. Perfekt ausgerüstet ist man übrigens mit atmungsaktiver Kleidung nach dem Zwiebelprinzip: Die unterste Schicht sollte die Feuchtigkeit vom Körper nach außen transportieren, die zweite sollte wärmen und die dritte vor Regen und Wind schützen. Anschließend entspannen wir uns auf dem Sofa. Wir machen es wie die Natur – denn auch die gönnt sich immer mal wieder eine Phase der Ruhe. Die ideale Alternative für drinnen ist Aqua-Fitness. In den Schwimmbädern gibt es viele neue Kurse: Mit Aqua-Hanteln kann man gegen den Wasserwiderstand Muskeln aufbauen, beim Aqua-Cycling mit speziellen Rädern unter Wasser strampeln und beim Aqua-Fatburner gezielt die Strandfigur erhalten. Wer nicht gern ins Wasser geht, findet genügend Alternativen für drinnen im Fitness-Studio, Sportverein oder in den Programmen der Volkshochschulen. Was tun, wenn man vor lauter Arbeit nicht zum Sport kommt? Eine Studie der Universität Queensland tröstet: Wer im Durchschnitt alle fünf Minuten einmal vom Stuhl aufsteht, lebt durch diese kleine Büro-Fitness so gesund wie ein Sportler.

Es muss nicht immer die Joggingrunde sein – oft genügt ein Spaziergang

Viele Menschen vermissen jetzt das Gefühl, in lauen Nächten spazieren gehen zu können. Aber warum nicht auch jetzt noch eine kleine Abendrunde drehen? Wir packen uns warm ein, nehmen eine Stirnleuchte mit, falls es zu dunkel ist – und los geht’s. Und anschließend schlafen wir gleich viel besser ein – wetten?

Tipps von Fitness-Coach Isabelle Spielberger

„Dieser Frucht-Shake hält mich fit: 4 EL gefrorene Beeren, 300 ml Milch und 3 EL Eiweißpulver (z. B. mit Vanille- oder Erdbeergeschmack) im Mixer verrühren. Schmeckt lecker und versorgt den Körper nach dem Sport optimal mit Kohlenhydraten und Eiweißstoffen. Übrigens: Wenn’s regnet, gehe ich zum Joggen jetzt immer in den Wald. Die Blätter halten die Nässe ab, und die Luft ist dort so erfrischend.“

Ernährung im Herbst

ERNÄHRUNG

Jetzt ist gesundes Essen so frisch wie nie

Jetzt gibt es die reiche Ernte des Herbstes. Die Regale beim Einkaufen sind gefüllt mit leckeren, frischen Gemüse- und Obstsorten wie Kohl, Kürbis und Äpfeln. Die darin enthaltenen Stoffe stärken die Abwehrkräfte und schützen vor Erkältungskrankheiten. Als Faustregel gilt: immer schön bunt abwechseln. Denn in roten, gelben und grünen Sorten stecken ganz unterschiedliche Vitalstoffe, die unser Körper braucht. Besonders viel davon liefern zum Beispiel Brokkoli, Paprika, Weißkohl, Rosenkohl, Sanddorn und Zitrusfrüchte. Aber auch Exoten haben es in sich: So steckt in nur zwei Kiwis schon unser kompletter Tagesbedarf an Vitamin C. „Und die Natur liefert uns jetzt noch einen ganz anderen Gesundmacher: nämlich Pilze“, erklärt Ernährungs-Coach Caroline Bienert. Denn was viele nicht wissen: Champignons, Steinpilze und Shiitake enthalten viele natürliche Antibiotika. Übrigens: Es stimmt tatsächlich, dass Erkältungen mit einer Verkühlung beginnen. Viren können die Abwehrkräfte leichter austricksen, wenn der Körper Kraft braucht, um sich warm zu halten. Wer friert, verliert. Deshalb hilft alles, was uns warm hält: heiße Suppen, scharfe Gewürze und wärmende Getränke wie Thymian- und
Lindenblütentee. Doch das ist noch nicht alles. Wussten Sie schon, dass ganz normale Bonbons wirklich vor Halsschmerzen schützen? Das Lutschen regt nämlich den Speichelfluss an – und sorgt dafür, dass sich keine Bakterien festsetzen können.

Die Regel lautet: Gesund stellt um – und zwar von Rot auf Orange

Kürbis und Sanddorn statt Tomate und Erdbeere – viele Menschen kaufen ganz bewusst saisonale Lebensmittel. Das ist gut für die Umwelt – und auch viel gesünder. Denn bei Obst und Gemüse aus der Region sind Vitamine und Mineralstoffe besser erhalten.

Tipp vom Ernährungs-Coach Caroline Bienert

„Eine Wunderwaffe für unser Immunsystem ist Ingwer. Er fördert die Durchblutung, ist gut für den Magen-Darm-Trakt und hat heilende Wirkung. Mein Tipp: Jeden Tag 2–3 Scheiben frischen Ingwer mit 200 ml heißem Wasser übergießen, fünf Minuten ziehen lassen und danach in kleinen Schlucken trinken.“

Psyche im Gleichgewicht

PSYCHE

Lächelnd in den Herbst – wir lieben dieses Wetter

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Test: Wie stark ist Ihre Immunabwehr? Manche Menschen werden so gut wie nie krank, weil sie eine bärenstarke Abwehr haben. Unser Test checkt Sport, Schlaf, Ernährung – wie viele Pluspunkte sammeln Sie? Machen Sie hier unseren Test>>
Kaum wird es kälter und die Tage kürzer, schlägt das vielen von uns aufs Gemüt. Vor allem, wenn eine arbeitsreiche Zeit und Hektik anstehen. Dann wird im Körper vermehrt Cortisol ausgeschüttet, ein Stresshormon, das die Abwehrkräfte schwächt. Auch wenn’s abgedroschen klingt: Wer innerlich abschalten kann, schützt sich davor. Entspannungsübungen, Yoga oder die richtige Atemtechnik – all das hilft, den Cortisol-Spiegel im Blut zu senken. Leichter gesagt als getan. Was rät ein richtiger Mental-Coach? Auch er schickt uns erst mal nach draußen. „Gehen Sie viel spazieren, und atmen Sie dabei bewusst tief durch die Nase ein“, rät Trainer Christian Bischoff. „Die frische Luft versorgt die Milliarden Körperzellen mit neuer Energie und vertreibt Trägheit und trübe Gedanken.“ Der Wechsel zwischen der warmen Luft drinnen und der kalten draußen regt den Kreislauf an, das Sonnenlicht steigert die Vitamin-D-Produktion im Körper und aktiviert die Abwehrkräfte. Auch ein toller Stresskiller: ab und zu einen Wellness-Tag einlegen oder sich zumindest abends mal ein Aromabad gönnen. Sandelholz oder Lavendel sorgen für angenehme Entspannung. Und so geht’s: eine halbe Tasse Milch mit zehn Tropfen Aromaöl mischen und ins Badewasser geben. In der Wanne wärmt sich der Körper auf, die Durchblutung der Schleimhäute wird angeregt, das Atmen fällt viel leichter. Und die Haut wird nebenbei toll geschmeidig.

Das Fotoalbum der Seele – wie wir die guten Sommergefühle mit in den Herbst nehmen

Sie haben das heiße Sonnenlicht über blaues Wasser tanzen sehen? Wunderbar! Ihr Gehirn hat diese Bilder gespeichert – und auch die damit verbundenen Emotionen. Wenn’s jetzt draußen regnet, schließen wir die Augen, atmen durch und denken an unseren Sommer-Moment. Nur für Sekunden – und in unserer Seele wird für Stunden die Sonne scheinen.

Tipp von Mental-Trainer Christian Bischoff

„Anti-Trübsal-Strategie: Machen Sie sich jeden Tag fünf Dinge bewusst, die schön waren. Beispiel: das nette Lächeln der Kassiererin im Supermarkt oder das Kompliment der Kollegin. So kommen Sie raus aus der Negativ-Spirale und rein ins positive Denken.“

Lecker, gesund und erfrischend: Der Drink Jamu Kunyit Asam verspricht all das zu sein. Wir stellen nicht nur das Getränk vor, das auf eine 1.400 Jahre alte...
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