Körper gegen Körper Die Bedeutung der Therapie - je früher, desto besser

Autoimmunerkrankungen beginnen schleichend und verlaufen in Schüben. Oft merken Ärzte erst sehr spät, dass der Körper einen Kampf gegen sich selbst führt. Dabei können frühzeitige Therapien helfen.

Die Bedeutung der Therapie - je früher, desto besser

Eine frühzeitige Behandlung kann die Erkrankung zwar nicht heilen, sehr wohl aber ihr Fortschreiten verlangsamen oder gar stoppen. Gelenkrheuma etwa lässt sich komplett zum Stillstand bringen, wenn es frühzeitig richtig behandelt wird. Innerhalb der ersten sechs Monate werden die Karten gelegt. Die stärkste Waffe im Krankheitsschub sind Immunsuppressiva, zum Beispiel Kortison. Diese unterdrücken die Bildung der autoaggressiven Immunzellen, bewirken aber auch, dass das Immunsystem insgesamt auf Sparflamme läuft. Was unter Umständen dazu führt, dass auch die „guten“ Teile der Abwehr, mit denen der Körper Viren, Bakterien oder Krebszellen in Schach hält, an Schlagkraft einbüßen, der Patient also für die alltäglichen Angriffe der Krankheitserreger anfälliger wird.
Gezielter wirken Biologika, die gentechnisch herstellt werden. Sie beeinflussen spezifische Botenstoffe, die dann die krank machenden Zellen zerstören, in ihrer Aktivität hemmen oder ihre Wirkung als Entzündungsvermittler neutralisieren. Das restliche Immunsystem lassen sie in Frieden. Die eigentliche Ursache der Autoimmunerkrankung können aber auch Biologika nicht beseitigen. Das erhofft man sich von ganz neuen Therapieansätzen wie den Stammzelltherapien oder den Immuntoleranz-Therapien. Diese Verfahren, an denen intensiv geforscht wird, versprechen die Um- und Neuprogrammierung des entgleisten Immunsystems. Sie sollen die Erkrankung nicht nur zum Stillstand bringen, sondern auch heilen. Noch werden diese Therapien allerdings nur bei schwerkranken Patienten angewandt, denn es kann zu lebensgefährlichen Infektionen kommen.

 

 

 


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Autor:
Uta König