Körper gegen Körper Eine Umstellung der Ernährung kann helfen

Autoimmunerkrankungen beginnen schleichend und verlaufen in Schüben. Oft merken Ärzte erst sehr spät, dass der Körper einen Kampf gegen sich selbst führt. Dabei können frühzeitige Therapien helfen.

Eine Umstellung der Ernährung kann helfen

Um Schüben entgegenzuwirken, ist es wichtig, Stress abzubauen oder Entspannungstechniken zu erlernen. „Jeder hat im Alltag erlebt, dass die psychische Verfassung das Immunsytem beeinflusst“, so Professor Friedrich Haag. „Bei Stress kriegt man zum Beispiel leichter eine Erkältung.“ Inzwischen haben experimentelle Befunde untermauert, wie sehr Stresshormone in die Wirkungsweise der Abwehr eingreifen. So kann Stress bei multipler Sklerose zur Auslösung von Erkrankungsschüben beitragen.
Auch die Umstellung der Ernährung kann hilfreich sein. Manche Lebensmittel hemmen, andere fördern die Produktion von Entzündungsstoffen. Arachidonsäure ist in Fleisch und Eiern enthalten. Ein Verzicht wirkt sich oft günstig bei Gelenkrheuma aus. In den letzten Jahren hat sich die positive Wirkung von Vitamin D aufs Immunsystem herausgestellt. „Fast alle Immunzellen verfügen über Rezeptoren für Vitamin D“, erläutert Haag. „Es trägt zu einer Umprogrammierung der Immunantwort bei, hemmt entzündungsfördernde Reaktionen und stärkt die regulatorischen, sprich dämpfenden Elemente der Immunreaktion.“ Vitamin D findet sich etwa in Fisch oder Lebertran. Vor allem aber entsteht es im Körper unter Einfluss von UVLicht. Da Sonne in unseren Breiten oft Mangelware ist, kann es Sinn machen, den Vitamin-D-Spiegel im Blut zu kontrollieren und bei Bedarf in Pillenform zu ergänzen.

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Autor:
Uta König