Krisenbewältigung „Nach dem Bandscheibenvorfall habe ich mich zurück ins Leben getanzt“

Glücklicher und entspannter sind diese drei Frauen jetzt nach schweren Krisen. Kampfsport, Yoga und Nia haben ihnen geholfen, ihr Leben in neuem Licht zu sehen. Was unter Körpertraining zu verstehen ist und wie es funktioniert, lesen Sie hier.

Körpertraining Tanzen „Nach dem Bandscheibenvorfall habe ich mich zurück ins Leben getanzt“ © FatCamera/iStock

Vera Mukti Hatzakes (56) ist heute Nia-Trainerin

Frau Hatzakes, Sie kommen gerade aus dem Nia-Unterricht, nächste Woche leiten Sie einen Tanz-Workshop auf Korfu. Sie malen, organisieren Ausstellungen und vieles mehr. Waren Sie schon immer so aktiv? Nein, vor ein paar Jahren war das unvorstellbar. Da saß ich zu Hause im Sessel, konnte mich zeitweise gar nicht bewegen. Ich hatte keinen Job, keine Perspektive und war ziemlich verzweifelt.

Was war passiert?

Ich hatte einen zweifachen Bandscheibenvorfall, der wahnsinnige Schmerzen verursachte. Anderthalb Jahre war ich krankgeschrieben, konnte nicht mehr richtig am Leben teilnehmen und wurde immer depressiver. Das eine kam zum anderen, es war wie eine Spirale, die sich immer nur abwärtsdrehte.

Wie sind Sie da rausgekommen?

Das war wohl eine Art Eingebung. Ich hatte ja vor der Verletzung schon mal Nia ausprobiert. Das ist eine Mischung aus Jazzdance, Tai-Chi, Feldenkrais und anderen Bewegungsformen. Als die Schmerzen mal weniger stark waren, dachte ich einfach: Probier’s doch mal wieder. Also habe ich meinen ehemaligen Nia-Lehrer angerufen. Er hat mir dann ein paar sanfte, weiche Übungen gezeigt, die auch für Menschen mit Rückenproblemen geeignet sind. Nia ist da unglaublich flexibel. Man kann einsteigen, egal wie alt man ist, welche Kondition oder Konfektionsgröße man gerade hat.

Und die Schmerzen sind einfach verschwunden?

Nicht sofort. Zuerst passierte etwas anderes. Es fühlte sich an, als würden durch das Tanzen meine Akkus wieder aufgeladen. Nach jedem Mal fühlte ich mich fitter und auch fröhlicher. Die Krankheit stand plötzlich nicht mehr so im Mittelpunkt. Ich war offen dafür, neue Leute kennenzulernen, wurde kreativer und bekam wieder Lust, das Leben anzupacken.

Das Training hat auch auf Ihre Seele gewirkt?

Genau. Ich wollte nicht mehr in meinen Beruf als Küchenleiterin zurück und habe mich zur Nia-Lehrerin ausbilden lassen – obwohl viele in meinem Bekanntenkreis die Hände überm Kopf zusammengeschlagen haben. Die hatten Zweifel, ob man sich mit Mitte 50 noch so einer „brotlosen Kunst“ widmen sollte. Zum Glück hab ich in meinem Leben schon viel ausprobiert und hatte nie große Skrupel vor einem Neuanfang. Und ich war ganz sicher, dass Nia mein Weg ist. Ich hatte ja erfahren, was diese Art der Bewegung bewirken kann. Das jetzt an andere weiterzugeben macht einfach Spaß.

Hand aufs Herz: Gab’s nie einen Moment, in dem Sie diesen Schritt bereut haben?

Nie! Ich arbeite heute zwar mehr als zuvor, und reich werde ich dabei sicherlich auch nicht. Aber ich kann Privatleben und Job perfekt miteinander verbinden. Ich bin nie gestresst.

Infos: www.nia-bewegt-dich.de

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