Erkältung: Was im Körper passiert
Eine Erkältung wird meist durch Viren ausgelöst. Sie beginnt oft mit Kratzen im Hals, dann folgen Schnupfen, Husten und manchmal Abgeschlagenheit oder leichtes Fieber. Mehr als 200 verschiedene Viren können dahinterstecken, deshalb erkälten sich Erwachsene oft mehrmals im Jahr.
Antibiotika helfen bei Viren nicht. Die Behandlung zielt darauf ab, Beschwerden zu lindern, bis das Immunsystem die Erreger besiegt hat. Die Ansteckung erfolgt meist über Tröpfchen beim Husten und Niesen oder über die Hände. Viren überleben eine Weile auf Oberflächen wie Türklinken.
Wie lange dauert eine Erkältung?
In der Regel klingen die Beschwerden nach sieben bis zehn Tagen ab. Husten kann auch länger anhalten. Ansteckend sind Sie vor allem in den ersten Tagen. Bleiben Sie in dieser Zeit möglichst zu Hause, schonen Sie sich und halten Sie Abstand zu anderen.
Was hilft bei einer Erkältung?
Ruhe ist das Wichtigste. Trinken Sie reichlich, am besten Wasser und ungesüßte Tees. Salbeitee empfinden viele als wohltuend für den Hals, Thymian wird traditionell bei Husten getrunken, Ingwertee wärmt. Auch eine Hühnersuppe tut gut. Sie liefert Flüssigkeit, Salz und Wärme und ist leicht zu essen. Wärmende Rezepte finden Sie bei den leichten Rezepten.
Für verstopfte Nasen helfen Kochsalzlösungen als Spray oder zum Spülen. Dampfbäder und feuchte Raumluft machen das Atmen leichter. Bei Halsschmerzen sind Lutschtabletten oder Gurgeln mit Salzwasser angenehm. Ein Ingwershot schmeckt vielen Menschen und wärmt von innen. Ob er die Erkältung verkürzt, ist nicht sicher belegt. Fiebersenkende Mittel setzen Sie nach Packungsbeilage und Rücksprache mit der Apotheke ein.
Wie kann ich mich vor Erkältungen schützen?
Ein Wundermittel gibt es nicht, wohl aber viele Gewohnheiten, die zusammen wirken. Dazu zählen ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse und der Verzicht aufs Rauchen. Auch dauerhafter Stress schwächt die Abwehr. Mehr dazu lesen Sie bei Stress und Psyche. Gründliches Händewaschen ist die einfachste Schutzmaßnahme in der kalten Jahreszeit.
Mit zunehmendem Alter reagiert das Immunsystem etwas langsamer. Für Menschen ab 60 empfiehlt die Ständige Impfkommission unter anderem eine jährliche Grippeimpfung. Lassen Sie sich dazu in der Hausarztpraxis beraten.
Wann zum Arzt?
Gehen Sie zur Ärztin oder zum Arzt, wenn das Fieber über drei Tage anhält oder sehr hoch ist, wenn Atemnot, Brustschmerzen oder starke Ohren- und Gesichtsschmerzen auftreten oder wenn es nach einer Woche nicht besser wird. Auch bei chronischen Erkrankungen sollten Sie früher nachfragen.
Hausmittel und was sie leisten
Viele bewährte Hausmittel lindern Beschwerden, ohne die Erkrankung zu heilen. Lauwarme Wadenwickel können bei Fieber angenehm sein, sofern Hände und Füße warm sind und Sie nicht frösteln. Honig in warmem Tee beruhigt den Hals, ist aber für Kinder unter einem Jahr tabu. Zwiebelsaft, Inhalationen mit Kamille oder ein Brustwickel gehören zu den traditionellen Anwendungen. Probieren Sie aus, was Ihnen guttut, und achten Sie dabei auf die Signale Ihres Körpers.
Häufige Fragen
Erkältung oder Grippe, wo liegt der Unterschied?
Eine Grippe beginnt meist plötzlich mit hohem Fieber, Gliederschmerzen und starkem Krankheitsgefühl. Eine Erkältung entwickelt sich langsamer und verläuft milder.
Wie viel Thymiantee darf ich trinken?
Drei bis vier Tassen am Tag gelten als übliche Menge. Bei Vorerkrankungen oder in der Schwangerschaft fragen Sie bitte in der Apotheke nach.
Hilft Vitamin C gegen Erkältung?
Es kann bei manchen die Dauer leicht verkürzen, verhindert eine Erkältung aber in der Regel nicht. Eine ausgewogene Ernährung deckt den Bedarf meist.
Darf ich bei Erkältung Sport treiben?
Bei leichtem Schnupfen ist ein Spaziergang in Ordnung. Bei Fieber oder starken Beschwerden sollten Sie pausieren.