Basenfasten - So wirkt und funktioniert die Basen-Kur

Basenfasten

Den Körper entlasten, genussvoll essen und auch noch ein paar Pfunde verlieren. Das gelingt mit dem neuen Basenfasten.

Bastenfasten: So wirkt und funktioniert die Basen-Kur
© OksanaKiian/iStock
Basenfasten

Basenfasten

Es ist typisch für diese Jahreszeit, dass wir das Gefühl haben, zu viel und zu schwer zu essen und uns zu wenig zu bewegen. In der Regel ist auch genau dies der Fall, und deshalb legen die meisten von uns im Winter ein bisschen zu. Kein Grund übrigens für ein schlechtes Gewissen. Denn diese Jahreszeit ist zugleich ein idealer Zeitpunkt, um Körper und Seele eine Vitalkur zu gönnen. Mit einer Woche Basenfasten, also Fasten mit Obst und Gemüse – ganz ohne zu hungern. Dadurch kommt der Stoffwechsel wieder in Schwung, die Pfunde schmelzen, und Sie können mit neuer Energie in den Frühling starten.

Auch in der FÜR SIE Redaktion wurde diese Diät schon getestet. Hier berichtet die stellvertretende Chefredaktion Susanne von ihren Erfahrungen mit Basenfasten.

"Basenfasten - sanft entlasten und dauerhaft abnehmen" von Sabine Wacker
© Gräfe und Unzer Verlag
Basenfasten: Mit diesem Ratgeber bringen Sie ihren Säure-Base-Haushalt wieder ins Gleichgewicht: "Basenfasten - sanft entlasten und dauerhaft abnehmen" von Sabine Wacker, 2014 im Gräfe und Unzer Verlag erschienen. 

Säuren und Basen in Balance

Das Geheimnis dieser Fastenmethode ist, dass sie den Säure-Basen-Haushalt des Körpers reguliert und damit den pH-Wert. Säuren und Basen entstehen bei der Verdauung, und beide enthalten für den Körper wichtige Nährstoffe. Ein dauerhafter Überschuss an Säuren belastet jedoch den Organismus, bringt die Verdauung aus dem Takt und verlangsamt den Stoffwechsel. Die Folge: Wir fühlen uns schlapp, sind oft müde. Der Teint wirkt fahl, wir nehmen zu. Mit einem gesunden Maß an Säuren kommt unser Körper dagegen gut zurecht. Er kann sie dank spezieller Puffersysteme neutralisieren oder über Haut, Nieren und Atmung ausscheiden.

Aus tierischen Lebensmitteln, Weißmehlprodukten, Fast Food, Alkohol und Zucker werden Säuren gebildet. Pflanzliche Lebensmittel werden dagegen überwiegend zu Basen umgewandelt. Wie ein Lebensmittel verstoffwechselt wird, hängt von seiner chemischen Zusammensetzung ab, nicht etwa von seinem Geschmack. Zitronen wirken beispielsweise basisch auf den Körper, obwohl sie sauer schmecken. Die Einteilung von Lebensmitteln nach Säure und Basenbildnern geht zurück auf den schwedischen Wissenschaftler Ragnar Berg (1873–1956). Er fand heraus, dass der Säuregehalt der Ernährung unmittelbar

GU Ratgeber Säure-Basen-Balance
© Jochen Arndt
Säure-Basen-Balance: Viele Alltagsbeschwerden lassen sich auf ein Ungleichgewicht des Säure-Basen-Haushalts zurückführen. Der GU Ratgeber "Säure-Basen-Balance" zeigt kompakt und fundiert wie sie Säuren und Basen im Gleichgewicht halten. 

Die Folgen „saurer“ Ernährung


Die Folgen „saurer“ Ernährung

Die Mannheimer Heilpraktikerin und Autorin Sabine Wacker hat gemeinsam mit ihrem Mann, dem Arzt Dr. Andreas Wacker, die gängigen Säure-Basen-Tabellen überarbeitet und die Methode des Basenfastens entwickelt. Beide sind überzeugt, dass ein Säureüberschuss sich nicht nur negativ aufs Wohlbefinden auswirkt, sondern dass viele Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und Osteoporose auch die Folge jahrelanger falscher Ernährung sind. Chronische Übersäuerung kann außerdem zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Störungen führen wie Infektanfälligkeit, Hautunreinheiten, Verdauungsproblemen und Kopfschmerzen. Auch Cellulite wird als Folge einer zu „sauren“ Ernährung angesehen. Denn im Bindegewebe lagert der Körper Stoffwechselprodukte ein, die er nicht ausscheiden kann. Dadurch verliert das Gewebe seine Festigkeit.

Das moderne Basenfasten

Das Besondere am Basenfasten ist, dass der Körper wirkungsvoll entgiftet und entsäuert wird – und leckeres Essen trotzdem erlaubt ist. Obst und Gemüse sind leicht verdaulich, sodass sich der Magen-Darm-Trakt erholt und sich von „Altlasten“ wie Schlackenstoffen befreit. Denn während der ein-, zwei- oder auch dreiwöchigen Fastenkur wird komplett auf säurebildende Lebensmittel verzichtet. Zudem wird beim Basenfasten großer Wert auf saisonale Produkte gelegt, da reifes Obst und Gemüse aus der Region den höchsten Vitamin- und Nährstoffgehalt hat. Von dieser Extraportion Vitalstoffe profitieren alle Zellen und Gefäße.

Der Erfolg ist messbar


Der Erfolg ist messbar

Gewichtsreduktion ist zwar nicht das Hauptziel des Basenfastens. Doch schon in der ersten Woche zeigt die Waage ein deutliches Minus von bis zu vier Kilo – obwohl man sich satt essen darf. Die Pfunde purzeln in erster Linie deshalb, weil der Stoffwechsel wieder richtig funktioniert, was bei einem übersäuerten Körper nicht der Fall ist. Nun kann die Nahrung schneller und besser verwertet werden.

Darüber hinaus verbessert sich bereits nach wenigen Tagen das Hautbild, das Gewebe wird fester, Antriebsschwäche verschwindet. Und auch das obligatorische Mittagstief bleibt aus, weil der Körper für die Verdauung basischer Mahlzeiten viel weniger Energie braucht.

Wer das Basenfasten für sich entdeckt hat, wird seine Ernährung im Anschluss fast automatisch umstellen. Denn verboten sind säurebildende Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Süßigkeiten im Rahmen einer basenreichen Ernährung nicht. Es kommt nur auf das richtige Maß an. Schon wer dreimal täglich Obst und Gemüse isst, hat den Grundstein für ein gesünderes, genussvolles Leben gelegt und hält seinen Körper dauerhaft im Gleichgewicht.

Interview


Interview

Heilpraktikerin Sabine Wacker über Fasten, Stress und kleine Sünden

Was hat Sie und Ihren Mann auf die Idee gebracht, das Basenfasten zu entwickeln? Uns hat gestört, dass die Menschen beim klassischen Heilfasten oft ratlos waren, wie sie sich im Anschluss gesünder ernähren können. Dabei würden sie ja bereits eine Menge erreichen, wenn sie die schlimmsten Säurebildner wegließen. Daraus wuchs vor gut zehn Jahren die Idee, eine basische Fastenwoche zu entwickeln, in der der Grundstein für die Ernährungsumstellung gelegt wird. Weil ich keine passenden Rezepte fand, begann ich, selbst Gerichte zu kreieren. Schnell kamen 80 Rezepte zusammen. Und aus dem Programm unserer Basenfasten-Seminare wurde das erste Buch.

Was ist den Menschen, die Ihre Seminare besuchen, besonders wichtig? Viele merken, dass ihre Ernährung nicht optimal ist. Sie wollen etwas für ihre Gesundheit tun und wünschen sich Anregungen, wie sie alte, ungesunde Ess- Muster löschen und ganz neu durchstarten können.

Wem empfehlen Sie das Basenfasten? Im Grunde jedem, der es will. Das Fasten muss freiwillig geschehen, nur dann ist es ein wirkliches Gesundheitserlebnis. Lediglich Schwangere und Stillende sollten nicht fasten, ebenso Menschen mit schwersten Erkrankungen. Eine basenreiche Kost ist dagegen für jeden zu empfehlen. Diabetiker sollten jedoch vorher ihren Arzt fragen, weil sich ihr Insulinbedarf ändern wird.

Worauf sollte man achten, wenn man im Winter mit dem Basenfasten beginnt? Das Angebot an Obst und Gemüse ist jetzt kleiner. Damit es beim Fasten nicht langweilig wird, sollten möglichst viele heimische Gemüsesorten probiert werden. Generell ist Wurzelgemüse im Winter sehr empfehlenswert, weil es Kraft spendet und wärmend auf den Körper wirkt.

Wie wichtig ist es, in der Fastenwoche Stress zu vermeiden? Das kommt ganz auf den Typ an. Es gibt Power-Menschen, die von früh bis spät in Aktion sind und die Hektik förmlich brauchen. Andere möchten sich lieber bewusst eine Auszeit gönnen. Klar ist aber, dass negativer Stress zu einem Säureüberschuss im Körper führt. Und das ist in der Fastenwoche natürlich nicht erwünscht.

Welche Rolle spielt Sport beim Basenfasten? Er ist enorm wichtig. Denn beim Sport vertieft sich die Atmung, und es wird viel säurebildendes Kohlendioxid abgeatmet. Ideal sind 45 bis 60 Minuten moderates Training am Tag.

Wie hält man die Fastenwoche ohne Ausrutscher durch? Heißhunger kennen die wenigsten, weil die Ernährung und die Geschmacksrichtungen sehr ausgewogen sind und man sich satt essen darf. Wer Lust auf etwas Süßes hat, knabbert einfach ein paar Trockenfrüchte oder Mandeln. Und bei Hunger auf Deftiges gibt’s eine heiße, scharf gewürzte Brühe oder in Olivenöl gebratene Kartoffeln.

Unsere Expertin:

Sabine Wacker (52) ist Heilpraktikerin und hat sich nach dem Medizinstudium auf Schüßler-Salze, Entgiftungstherapien, Fasten und Ernährungsberatung spezialisiert. Seit 1994 praktiziert sie in Mannheim. Zusammen mit ihrem Mann, dem Allgemeinmediziner Dr. med. Andreas Wacker, hat sie das Basenfasten („Die Wacker-Methode“) entwickelt und bereits zahlreiche Ratgeber und Kochbücher zum Thema veröffentlicht. Mehr zum Thema finden Sie auf www.basenfasten.de!

Welche kleinen Sünden erlauben Sie sich im Alltag? Ich gestatte mir alles – nur eben zu seiner Zeit. Natürlich ist ab und zu ein Kaffee drin, ein Stück Kuchen oder ein Glas Sekt. Aber es sind Ausnahmen, für die ich mich ganz gezielt entscheide. Und wer sich basenreich ernährt, also täglich einmal Obst, Gemüse und Salat isst, steckt solche Säure- Attacken locker weg.

Basenfasten
Beim Basenfasten werden Lebensmittel, die beispielsweise Zucker enthalten, rigoros vom Speiseplan gestrichen. Flüssigkeiten, vor allem Wasser und ungesüßte Tees...
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