Autoimmunerkrankungen und Ernährung

Autoimmunerkrankungen und Ernährung - so kann eine antientzündliche Ernährung bei Myopathien und Co. helfen

Autoimmunerkrankungen beginnen oft schleichend. Sie lösen dauerhafte entzündliche Prozesse im Körper aus, da sich das Immunsystem irrtümlich gegen körpereigene Organe bzw. Zellen richtet. Obwohl Autoimmunerkrankungen nicht heilbar sind, lassen sich ihre Symptome gezielt mithilfe von zielgerichteten Therapien abmildern. Auch die Ernährungsweise kann dabei helfen, das Immunsystem positiv zu beeinflussen. Im Fokus stehen dabei besonders antientzündliche Lebensmittel, die aktiv chronischen Entzündungsprozessen entgegenwirken.

Frau auf einer Wiese
© pixabay.com/Silviarita (CC0 Creative Commons)
Ein Mangel an Vitamin D kann bestimmte Autoimmunerkrankungen auslösen. Wichtig ist also, in den warmen Monaten den Vitamin-D-Speicher aufzufüllen. Zusätzliche Vitamine sollten Immungeschwächte nur nach ärztlicher Absprache einnehmen, um Überdosierungen zu vermeiden. 

Autoimmunerkrankungen – wenn der Körper gegen sich selbst kämpft

Autoimmunerkrankungen sind tückisch, da sie viele Gesichter haben. Wie die deutsche Autoimmun-stiftung erklärt, leiden schätzungsweise bis zu fünf Millionen Menschen in Deutschland an einer Autoimmunerkrankung.  

Viele solcher Krankheitsbilder verlaufen schleichend und in Schüben, wobei einige davon sogar lebensbedrohliche Folgen haben. Ihren Anfang nehmen Autoimmunerkrankungen häufig in der Blutbahn, von wo aus sie sich im gesamten Körper verteilen. Die Ursachen für schwerwiegende Erkrankungen des Immunsystems können Forscher inzwischen immer besser entschlüsseln. Man nimmt an, dass viele Auslöser zusammenkommen, damit eine Autoimmunerkrankung auftritt. Eine mögliche Ursache liegt in der genetischen Veranlagung, die bei Rheuma, Morbus Crohn oder Multiple Sklerose eine Rolle spielen kann. In Kombination mit schädlichen Umweltfaktoren – etwa chemische Giftstoffe – könnte das Immunsystem versehentlich die eigenen Körperzellen angreifen.

Neben der genetischen Komponente könnten auch Infektionen mit bestimmten Erregern (beispielsweise Streptokokken, Herpes und andere) ursächlich für diese Krankheitsbilder sein. Vielfach trägt auch die ungesunde „westliche“ Ernährungsweise dazu bei, dass Autoimmunerkrankungen entstehen. Insbesondere ein hoher Zuckerkonsum, der die Darmbakterien aushungert, fördert Entzündungsprozesse im Körper. Wie vielseitig die dadurch entstehenden Leiden sind, zeigt die Tatsache, dass mehrere Hundert verschiedene Krankheiten bekannt sind:

  • Mediziner unterscheiden zwischen systematischen und organspezifischen Autoimmunerkrankungen sowie deren Mischformen. Bei organspezifischen Krankheiten richtet sich das Immunsystem gegen ein bestimmtes Organ. Bei einem systematischen Krankheitsbild tritt die Reaktion systematisch im Körper auf.
  • Zu den systematischen Autoimmunerkrankungen zählen Mediziner beispielsweise entzündliches Rheuma oder ein breites Spektrum an Muskelerkrankungen (Myopathien). Wie entzündliches Rheuma entsteht, konnte die Wissenschaft bisher nicht eindeutig klären. Erbliche Faktoren sowie negativer Stress gelten als Auslöser, wobei Frauen häufiger als Männer erkranken. Myopathien als Eigenerkrankungen der Muskeln können ebenfalls zu den Autoimmunerkrankungen zählen, sofern sie durch entzündliche Prozesse ausgelöst werden. Obwohl diese Muskelerkrankungen selten auftreten, schränken sie das Leben der Betroffenen stark ein. Typische Beschwerden, die mit einer Myopathie einhergehen, sind krampfartige Schmerzen, rasch ermüdete Muskeln und schlimmstenfalls verformte Gelenke und Knochen. Auch Atemnot und Muskelschwäche treten bei Muskelerkrankungen auf.
  • Zu den bekanntesten organspezifischen Autoimmunerkrankungen gehören Erkrankungen der Schilddrüse (Morbus Basedow, Hashimoto), Typ-1-Diabetes sowie chronisch-entzündliche Darmkrankheiten. Ursächlich für einen erhöhten Blutzuckerspiegel, der zu Diabetes führt, sind Übergewicht, ein Mangel an Bewegung oder eine erbliche Veranlagung. Je nachdem, wie ausgeprägt das Krankheitsbild ist, müssen Betroffene Medikamente nehmen und ihre Ernährung umstellen. Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen brechen mutmaßlich aufgrund von ungünstigen Umweltfaktoren und dauerhaft beeinträchtigten Darmbakterien aus. Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa verursachen schmerzhafte Symptome wie Durchfall, Übelkeit oder Bauchschmerzen.

Wie eine antientzündliche Ernährungsweise bei Autoimmunerkrankungen hilft

Gegen genetische Veranlagungen können Menschen in der Regel wenig ausrichten. Jedoch kann ein Mensch die eigene Lebensweise beeinflussen und dadurch entzündliche Erkrankungen abmildern. Dies betrifft beispielsweise alle entzündungsförderlichen Lebensmittel, die das natürliche Gleichgewicht der Darmbakterien durcheinanderbringen. Um das Immunsystem zu stärken, kommt es auf nährstoffreiche Nahrungsmittel an, die mit ihren Vitaminen und Mineralien positive Darmbakterien fördern. Als „Allheilmittel“ kann die antientzündliche Ernährung zwar nicht gelten – aber sie hilft dabei, das Immunsystem zu schonen und den Körper regenerieren zu lassen.

Bei Hülsenfrüchten ist Vorsicht geboten. In Linsen und bestimmten Bohnenarten sind Lektine enthalten, die bei sensiblen Menschen entzündungsförderlich wirken können. Es ist daher ratsam, Hülsenfrüchte in Maßen zu essen und sie bei der Zubereitung gut einweichen zu lassen.

Welche Lebensmittel zu einer antientzündlichen Ernährungsweise beitragen

Bei einer antientzündlichen Ernährungsweise stehen alle Lebensmittel im Vordergrund, die entzündliche Prozesse im Körper verringern. Bei Krankheiten wie Myopathien helfen vor allem entzündungshemmende sekundäre Pflanzenstoffe, die beispielsweise in Obst und Gemüse stecken. Auch Gewürze wie Kurkuma entfalten aufgrund ihrer ätherischen Öle einen antientzündlichen Effekt. Da ein hoher Blutzuckerspiegel entzündliche Prozesse ebenfalls befeuert, sollten im Rahmen einer antientzündlichen Ernährung „die richtigen“ Kohlenhydrate gegessen werden. Gefragt sind hochwertige Vollkornprodukte, deren Ballaststoffe einem starken Blutzuckeranstieg entgegenwirken. Auch Nüsse und Öle erweisen sich als nützlich: Ihre Substanzen setzen unter anderem antioxidative Vorgänge in Gang, die entzündliche Gelenkschmerzen verringern.

Auf dem antientzündlichen Speiseplan sollten daher folgende Nahrungs- und Lebensmittel stehen:

  • Zahlreiche Obst- und Gemüsesorten, deren Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe wie ein antientzündlicher Cocktail wirken. Sie schützen vor schädlichen freien Radikalen, die Muskelerkrankungen weiter verstärken. Besonders stark wirken Brokkoli, Knoblauch, Spinat und Zwiebeln.
  • Kräuter und Gewürze sind reich an ätherischen Ölen, die nach heutigem Wissensstand positiv bei Autoimmunerkrankungen wirken. Hervorzuheben ist dabei Curcumin, dem eine entzündungshemmende Wirkungsweise nachgesagt wird.
  • Die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA bekämpfen Entzündungen und sollten bei Myopathien Bestandteil des Speiseplans sein. Sie kommen beispielsweise in Lachs oder Makrelen vor. Wichtig ist dabei, ausschließlich hochwertige Fische zu essen, da minderwertiger Fisch mitunter Rückstände von Schwermetallen enthält.
  • Fermentierte Lebensmittel leisten einen wichtigen Beitrag, da sie den Darm gesund halten. Durch den Gärungsprozess setzen sich bioaktive Substanzen frei, die antientzündlich wirken. Zusätzlich fördern die entstandenen Milchsäurebakterien eine gesunde Darmflora, die wiederum das körpereigene Immunsystem unterstützt. Da probiotische Bakterien außerdem Vitamine produzieren, verbessern sie die Knochengesundheit.
  • Gleichzeitig sollten entzündungsförderliche Lebensmittel vermieden werden. Zucker, Weizen und Fertiggerichte mit künstlichen Farb- und Aromastoffen belasten den Körper. Da sie Übergewicht und Bluthochdruck fördern, können sie bestehende Muskel- oder Autoimmunerkrankungen verschlimmern.
  • Neben der antientzündlichen Ernährungsweise empfehlen Naturheilkundler bei Myopathien und ähnlichen Erkrankungen Intervallfasten. Durch die Fastenzeit könnten sich insbesondere chronische Schmerzen deutlich verbessern. Denn in den „enthaltsamen“ Phasen könnte der Körper regenerieren und die freigewordene Energie in die eigene „Reparatur“ investieren.

Ein Mangel an Vitamin D kann bestimmte Autoimmunerkrankungen auslösen. Wichtig ist also, in den warmen Monaten den Vitamin-D-Speicher aufzufüllen. Zusätzliche Vitamine sollten Immungeschwächte nur nach ärztlicher Absprache einnehmen, um Überdosierungen zu vermeiden. 

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