Die Ungewissheit mit dem Coronavirus: War ich schon infiziert?

Die Ungewissheit mit dem Coronavirus: War ich schon infiziert?

Was zu Beginn des Jahres ziemlich harmlos klang, hat unser ganzes Leben durcheinandergewirbelt: das Coronavirus. Es scheint uns zudem nicht temporär zu begleiten, sondern wird uns vermutlich noch eine ganze Weile beschäftigen. Wissenschaftler forschen mit Hochdruck, die Datenlage ändert sich permanent. In den Medien ist die Corona-Pandemie das beherrschende Thema. Täglich konfrontieren uns Experten mit aktuellen Zahlen. Wir erfahren die Anzahl bestätigter und neuer Fälle. Gleichwohl nehmen wir die Anzahl der Genesenen und die zu beklagenden Todesfälle wahr. Dabei handelt es sich um die offiziellen Werte, die Dunkelziffer ist jedoch ungleich höher. Je länger die Pandemie andauert, umso mehr Menschen fragen sich: War ich bereits infiziert und wie finde ich es heraus?

Kranke Frau: War ich schon mit Corona infiziert und wie finde ich es heraus?
© adobestock
Die Ungewissheit mit dem Coronavirus: War ich schon infiziert?

Coronavirus: Gewissheit nur durch Tests

Das Coronavirus hat zu einer noch nie dagewesenen Situation geführt, die Menschen und Wirtschaft wie ein Schlag traf. Der verhängte Lockdown verunsicherte zutiefst. Niemand wusste so richtig, welches Verhalten richtig ist. Schützen Masken und Einweghandschuhe tatsächlich oder sind sie eine übertriebene Reaktion auf ein vermeintlich harmloses Virus? Genügen nicht die gleichen Hygiene- und Sicherheitsregeln wie bei einer normalen Grippe? Bin ich bereits mit dem Coronavirus infiziert und weiß es nur nicht? Trotz aller Schutzmaßnahmen ist es nicht ausgeschlossen, sich den SARS-CoV-2-Virus einzufangen. Dabei lähmt eher die Vorstellung, am akuten Atemwegssyndrom zu leiden, das tödlich verlaufen kann.

Ein Test verschafft Klarheit. Doch für Menschen ohne Symptome ist es nicht so leicht, sich testen zu lassen. Der Hausarzt soll entscheiden, wann ein Test sinnvoll ist. Allerdings sind Hausärzte in Corona-Zeiten schwer zu erreichen. Damit bleibt am Ende nur der Rat des Robert-Koch-Instituts, im Zweifelsfall zuhause zu bleiben. In der Konsequenz geben die aktuellen Fallzahlen nur den Status der getesteten Personen wieder. Die Dunkelziffer wird viel höher liegen, zumal nicht alle infizierten Personen Symptome aufweisen. Die erste Welle der Corona-Pandemie ebbt allmählich ab. Daher ist der Informationsbedarf groß, ob der ein oder andere schon infiziert war.

Corona-Antikörpertests: Status der Durchseuchung

Seit wenigen Wochen sind Antikörpertests auf dem Markt. Sie sollen die Immunität nach überstandener Corona-Infektion (SARS-CoV-2) anzeigen. Gleichwohl vermitteln sie auch ein Bild zur Durchseuchung der Bevölkerung. Doch wie sicher sind Antikörpertests? Die Erwartungen sind hoch. Schließlich sollen sie eine gewisse Sicherheit zurückgeben. Wer ohne es zu wissen bereits infiziert war und nun für eine gewisse Zeit immun ist, lebt freier. Extreme Schutzmaßnahmen sind nicht notwendig und Besuche bei Eltern und Großeltern ohne Risiko möglich. Das Gesundheitswesen und die Politik erhalten schließlich essenzielle epidemiologische Daten, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Solange weder wirksame Impfstoffe noch Medikamente auf dem Markt sind, kann nur eine durchseuchte Bevölkerung (etwa 70 Prozent) die Infektionsverbreitung stoppen. Inwiefern schon eine gewisse Immunität vorherrscht, erfährt der Interessierte durch einen Corona-Antikörpertest. Allerdings raten Mediziner nur zu Selbsttests, wenn ein Grundwissen zum SARS-CoV-Virus vorhanden ist.

Die richtige Interpretation von Corona-Antikörpertests

SARS-CoV-2-Antikörper sind erst etwa zwei Wochen nach Krankheitsbeginn ausgebildet und damit nachweisbar. Wird der Antikörpertest früher gemacht, führt dies höchstwahrscheinlich zu einem falschen Ergebnis. Zudem sollte die Interpretation des Resultats einem Labor überlassen werden und nicht einer Farbmarkierung analog einem Schwangerschaftstest. Derzeit gibt es zwei Möglichkeiten, den Antikörpertest durchzuführen: in einer Praxis mit dem nur Ärzten zugänglichen Serumtest Anti-SARS-CoV-2-ELISA oder durch ein Testkit, wie cerascreen®. Die beiden Verfahren unterscheiden sich dadurch, dass im ersten Fall die Arzthelferin in der Praxis Blut abnimmt. Im zweiten Fall zapft sich die Privatperson selbst Blut ab. In beiden Fällen gehen die Blutproben an ein medizinisches Labor zur Auswertung der IgA- bzw. IgG-Antikörper. Die Ergebnisse liegen dann in maximal 48 Stunden nach Eingang im Labor vor.

Sicherheits- und Hygieneregeln auch bei Immunität beherzigen

"Nichts ist so unsicher wie die Sicherheit". Das Coronavirus beherrscht seit Monaten die Schlagzeilen. Es vergeht jedoch kein Tag, an dem vermeintlich vorhandenes Wissen nicht korrigiert wurde. Zunächst war das Coronavirus vergleichbar mit dem Grippevirus, es wurde verharmlost. Dann war das Coronavirus plötzlich viel gefährlicher und verursachte die Lungenerkrankung Covid-19. Besondere Schutzmaßnahmen waren jedoch nur für Risikopatienten erforderlich (Personen mit Vorerkrankungen). Zudem sollten vor allem ältere Menschen geschützt werden, Jugendliche und junge Erwachsene seien kaum betroffen. Die Realität sah anders aus. Atemschutzmasken brachten gemäß Robert-Koch-Institut keinen Schutz. Wenige Tage nach der Aussage revidierte das Institut die Aussage. Inzwischen haben Wissenschaftler festgestellt, dass SARS-CoV-2 nicht nur die Lunge, sondern auch alle anderen Organe befällt.

Wir wissen noch längst nicht alles über das Coronavirus und zu wenig Verlässliches. Gleichzeitig ist jedoch Wissen essenziell, um nicht in Panik zu verfallen. Daher ist es hilfreich, sich durch seriöse Podcasts auf dem Laufenden zu halten. Empfehlenswert sind dabei die angebotenen Podcasts von renommierten Virologen. Sie berichten regelmäßig über neue Entwicklungen und Studien. Die bekanntesten Experten sind Christian Drosten (Chef der Virologie an der Charité, Berlin), Dr. Heinz-Wilhelm Esser (Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und Kardiologie) und Alexander Kekulé (Virologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg).

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