15. Oktober 2021
Alles Wichtige über Wunden

Wunden: Alles Wichtige auf einen Blick

Autsch, das hat wehgetan! Und jetzt haben Sie eine Wunde. Oft sind solche Verletzungen im Alltag zwar unangenehm, aber nicht gefährlich. Trotzdem sollten sie optimal versorgt werden, damit sie auch ohne Komplikationen heilen. Hier erfahren Sie mehr über Wundarten und Wundversorgung.

Wunde
© Unsplash/Diana Polekhina

Die Wundarten

Wunden sind Gewebsverletzungen, die auf verschiedene Weisen entstehen können. Unterteilt werden sie grob in traumatische, chronische und iatrogene Wunden.

Traumatische Wunden

Diese Wundart tritt im Alltag am häufigsten auf. Sie wird deshalb weiter unterschieden in:

  • mechanische Wunden: Zu ihnen gehören unter anderem Schnitt- und Schürfwunden, aber auch Biss-, Riss- und Stichwunden, die durch mechanische Einwirkung von außen entstehen.
  • thermische Wunden: Das sind Gewebsschäden, die durch Verbrennungen und Erfrierungen entstehen. Außerdem werden auch Verletzungen durch Stromschläge hier eingeordnet, da dabei große Hitze entsteht.
  • chemische Wunden: Sie entstehen durch eine Verätzung von Haut oder Schleimhäuten durch starke Laugen oder Säuren.

Auch Strahlenschäden zählen zu den traumatischen Wunden.

Chronische Wunden

Während traumatische Wunden durch ein plötzliches oder kurzfristiges Ereignis entstehen, sind chronische Wunden ein langfristiges Problem. Als chronisch gilt eine Wunde zum einen dann, wenn nach acht Wochen immer noch keine Heilung zu erkennen ist.¹

Zum anderen gehen chronische Wunden oft mit einer sie verursachenden Grunderkrankung einher. Typische chronische Wunden sind solche, die durch Diabetes mellitus oder Tumore entstehen. Auch der Dekubitus ist eine chronische Wundform.

Iatrogene Wunden

Als iatrogen werden alle Wunden bezeichnet, die im Rahmen einer medizinischen Behandlung vom Arzt selbst verursacht werden. Dazu zählen Schnitte mit Skalpell oder Laser, Punktionen, gezielte Verätzungen oder Amputationen.

Von der Wunde zur Heilung

Die Wundheilung setzt sofort nach der Verletzung ein und zieht sich über mehrere Phasen. Blutet die Wunde, schützt sich der Körper vor einem zu großen Verlust durch Gerinnung. Das geronnene Blut füllt die Wunde. Der Eiweißstoff Fibrin verklebt sie zusätzlich und schützt die Verletzung zudem vor dem Eindringen von Keimen. Dieses Fibrin erkennen Sie an der gelblichen Kruste, die es bildet, sobald es getrocknet ist.

Während die Wunde nach außen abgeschlossen wird, beginnt im Körperinneren die Entzündungsreaktion. Sie richtet sich gegen bereits eingedrungene Keime, aber auch gegen zerstörte Körperzellen. Etwa drei Tage benötigt der Körper, um die Wunde zu reinigen und Keime zu entfernen.² Diese Phase kann aber auch länger dauern, wenn bei einer Wunde die Heilung beeinträchtigt ist. Während die Verletzung im Körperinneren bereits beginnt abzuheilen, bildet sich auf der Oberfläche ein schützender Schorf.

Ab dem zweiten Tag beginnt der Körper außerdem, das zerstörte Gewebe zu ersetzen. Dieser Vorgang dauert insgesamt etwa zwei Wochen.³ Dafür wandern spezielle Zellen, die Fibrinoblasten, zur Wunde und beginnen, neues Bindegewebe zu bilden. Auch die zerstörten Blutgefäße beginnen nachzuwachsen und versorgen das neue Gewebe im Wundareal wieder mit Sauerstoff und Nährstoffen.

In dieser Phase ist die Wunde noch recht empfindlich. Sie sollte deshalb geschützt werden. Das kann zum einen einfach heißen, die Wunde zu schonen und keinen starken Reizen auszusetzen. Ist das nicht möglich, sollten Sie sie abdecken.

Die richtige Wundversorgung

Vor allem kleine, punktuelle Wunden wie Stiche oder Bisse von Nagetieren bluten kurz, schwemmen dabei die Keime schon wieder aus, bevor der Körper die Blutung stoppt. Oft kommen sie dabei ohne Wundversorgung aus.

Anders ist das bei großflächigeren und verschmutzten Wunden. Die sollten Sie auf jeden Fall reinigen und abdecken. Haben Sie nichts anderes zur Hand, genügt für die Wundreinigung in der Regel auch Leitungswasser. Spezielle Wundlösungen sind aber oft milder, bekämpfen dafür gleichzeitig gezielt die eindringenden Keime. In jeden Fall gilt: Spülen Sie die Wunden großzügig aus.

Anschließend können Sie die Verletzung mit einem Pflaster oder einer Bandage abdecken. Vor allem bei auseinanderklaffenden Wunden können Sie die Wundheilung fördern, indem Sie die Ränder mit sogenannten Wundnahtstreifen näher zueinander ziehen.

Während Sie alltägliche, kleinere Wunden problemlos selbst versorgen können, sollten Sie sehr tiefe oder großflächige Wunden immer von einem Arzt behandeln lassen. Mit der professionellen Wunderversorgung vermeiden Sie Komplikationen, die mit Größe und Tiefe der Wunde wahrscheinlicher werden. Außerdem kann der Arzt große Wunden auch nähen oder kleben, um so die Heilung zu unterstützen.

Chronische Wunden gehören auf jeden Fall in die Hand von Spezialisten. Da jede Wundart und mitunter sogar jede einzelne chronische Verletzung einer sehr spezifischen Behandlung bedarf, sollten Sie sich nicht selbst daran versuchen.

Um bei Wunden die Heilung zu fördern, sollten Sie dem Bereich außerdem die nötige Ruhe gönnen. Das bedeutet zum einen: Fassen Sie nicht unnötig darauf. Das heißt aber auch, dass Sie den Körperbereich möglichst wenig bewegen sollten, wenn die Wunde im Bereich eines Gelenks liegt. Vermeiden Sie außerdem Zigaretten und Alkohol. Sie hemmen die Wundheilung.

 

¹ Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Chronische Wunden. URL: https://www.gesundheitsinformation.de/chronische-wunden.html (14.10.2021).

² Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz: Wunden und Wundheilung. URL: https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/verletzungen/wunden-wundheilung (14.10.2021).

³ ebd.

Lade weitere Inhalte ...