20. September 2021
Alles Wichtige rund um den Krankheitsverlauf bei Neurodermitis

Alles Wichtige rund um den Krankheitsverlauf bei Neurodermitis

Neurodermitis ist eine chronische Erkrankung der Haut, die in Schüben mit wechselndem Krankheitsbild verläuft. Dementsprechend gibt es Phasen, in denen die Haut nahezu erscheinungsfrei ist und die Erkrankung kaum spürbar und sichtbar ist. Im Wechsel kommt es zu akuten Krankheitsphasen mit unterschiedlich stark ausgeprägten Symptomen. Medizinisch wird Neurodermitis auch als endogenes Ekzem und atopische Dermatitis bezeichnet. Wie sich Neurodermitis konkret äußert bzw. wie sich die Krankheit auf die Haut Betroffener auswirkt und welche Hautpartien bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen jeweils betroffen sind, haben wir für Sie zusammengefasst.

Frau im Badezimmer
© Pexels/EKATERINA BOLOVTSOVA

Hautveränderungen während einem Neurodermitisschub

Ekzeme, die stark jucken und häufig auch nässen sind typische Anzeichen für einen Schub bei Personen, die unter Neurodermitis leiden. Über mehrere Tage oder auch Wochen hinweg bleibt der Juckreiz bestehen und durch das Nässen bilden sich in vielen Fällen Verkrustungen auf der Haut. Durch anhaltende Entzündungen, die sich in Intervallen wiederholen, kann es zur großflächigen Verdickung der Haut kommen. Diese geht auch mit einer Vergröberung der Hautoberfläche einher. In der Fachsprache in der Medizin wird diese Hautveränderung als Lichenifikation bezeichnet. Je nach Ausprägung und äußeren Einflüssen können bei Neurodermitis auch weitere Symptome auftreten. Dazu zählen unter anderem mit starken Schmerzen einhergehende Einrisse in bestimmten Hautregionen wie beispielsweise in den Mundwinkeln oder an den Fingern. Diese können mitunter auch Krustenbildung, Fissuren und sogar Geschwürbildungen nach sich ziehen.

Hinweis: Klingen nach einem akuten Schub die Entzündungen allmählich ab, bleibt die Haut besonders empfindlich. Das Hautbild nach Schüben ist durch starke Trockenheit gekennzeichnet. Verursacht durch den Mangel an Fett und Feuchtigkeit kann es an manchen Hautarealen zu einer vermehrten Schuppenbildung kommen.

Wie sich Neurodermitis äußert, ist vom Alter der Patienten abhängig

Neurodermitis kann bereits bei Säuglingen auftreten - häufig schon zwischen dem zweiten, dritten Lebensmonat. Typischerweise sind bei Säuglingen insbesondere die Wangenpartie sowie der behaarte Teil des Kopfes bzw. die Kopfhaut betroffen. Angefangen bei Rötungen bilden sich in der Folge Schuppen von gelblich weißer Farbe sowie kleine Bläschen, die aufplatzen können. Das daraus resultierende nässende, verkrustete Ekzem ist im alltäglichen Sprachgebrauch auch unter der Bezeichnung Milchschorf bekannt, da das Erscheinungsbild an verbrannte Milch erinnert.

Hinweis: Mit Milchschorf verwechselt wird häufig der sogenannte Kopfgneis. Im Gegensatz zu den hart verkrusteten Stellen bei Milchschorf liegen bei Kopfgneis weiche, fetthaltige Schuppen vor. Sie können sich innerhalb der ersten Wochen nach der Geburt auf der Kopfhaut des Babys ausbreiten. In der Regel verschwinden sie jedoch mit der Zeit wieder von selbst.

Bei Kleinkindern und Kindern im Grundschulalter sind es andere Hautregionen, an denen sich die Krankheitssymptome zeigen. An Beugern wie Kniekehlen, Ellenbogen sowie den Handgelenken breiten sich bei dieser Altersgruppe die Ekzeme aus. Daher wird auch vom Beugenekzem gesprochen. Darüber hinaus können aber auch weitere Körperbereiche wie Gesicht, Nacken, Oberschenkel oder allgemein der Oberkörper betroffen sein.

Mit rund 3 - 5 Prozent ist der Anteil an Erwachsenen, die an Neurodermitis leiden, deutlich geringer als bei Kleinkindern und Jugendlichen. Insbesondere im Bereich der Augenlider und zwischen den Augenbrauen sowie an der Haut am Hals zeigen sich bei Erwachsenen die Symptome. Ekzeme an den Augenlidern und im Bereich zwischen den Augenbrauen oder auch im Stirnbereich treten oft im Frühjahr und Sommer während der Pollensaison auf.

Hinweis: Wenn eine Neurodermitis erst im hohen Erwachsenenalter auftritt oder nach langer Pause erneut ausbricht, sind häufig die Hände und Füße betroffen. Beim atopischen Handekzem treten Ekzemherde im Bereich der Zwischenräume zwischen den Fingern auf bzw. an den Innenseiten der Finger. Bei manchen Menschen befinden sich die stark juckenden, roten Ekzeme auch auf der Handfläche oder den Fingerrücken.

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