Tipps: Denken Sie sich schlank

Tipps: Denken Sie sich schlank

Wer sich mental auf dünn programmiert, verliert tatsächlich Gewicht, zeigen aktuelle Studien. Die neuen Psycho-Pillen für die Figur heißen Fantasie, Achtsamkeit und Lässigkeit.

Schlanker Bauch mit Messband
© iStockphoto
Tipps: Denken Sie sich schlank

Stellen Sie sich vor, Sie schauen nach zwei Wochen Diät an sich herunter und Ihre Beine haben plötzlich ganz andere Konturen. Oder die Verkäuferin im neuesten Trendladen zwitschert plötzlich: „Aber Sie können doch alles tragen!“ Stellen Sie sich jetzt vor, Sie haben zwei Wochen Diät gemacht und nicht mal der eigene Mann hat was bemerkt. Vorm Anprobieren eines Bikinis überfällt Sie immer noch der große Horror. Und beim Anblick jedes Butterbrots kommt die Angst vorm Jojo-Effekt wieder hoch.
Merken Sie was? All diese Situationen haben mit Ihrem Körper im Grunde herzlich wenig zu tun – umso mehr aber mit Ihrer Psyche. „Wenn der Kopf nicht will, können die Kilos nicht purzeln“, sagt der Hamburger Heilpraktiker und Ernährungsexperte Dieter Heymann, 53, „denn dann wird jede Diät zum Feindbild.“

Abnehmen beginnt mit einer Änderung der Einstellung, davon sind immer mehr Experten überzeugt. Der Einfluss des eigenen Bewusstseins – und noch mehr des Unterbewusstseins – auf unsere Figur steht zunehmend im Mittelpunkt von Forschungen. Die bisherigen Erkenntnisse deuten alle in die gleiche Richtung: Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen Köpfchen und Körper, zwischen Essen und Emotion.

Die Vorstellung zu essen macht schlank

Pfundige Gedanken: Warum schon die Vorstellung zu essen satt macht

Gerade haben amerikanische Wissenschaftler festgestellt, dass selbst Essen, das nur in unserer Fantasie stattfindet, satt machen kann. Wenn das stimmt, wäre es eine Diät-Revolution. Wir könnten unsere Hungergefühle besiegen, ohne wirklich zu essen. 33 Schokolinsen und 33 Käsewürfel: Das war die Versuchsanordnung bei einer Studie im amerikanischen Pittsburgh. Die Versuchspersonen sollten sich die Leckereien ganz genau vorstellen: ihren Geruch, ihren Geschmack, die Konsistenz, und sie dann in ihrer Fantasie langsam verzehren.
Das erstaunliche Ergebnis: Diejenigen, die in Gedanken bereits 33 Schokolinsen oder Käsewürfel zu sich genommen hatten, verputzten später „in echt“ erheblich weniger davon als die Probanden in Vergleichsgruppen, die die Imaginationsübung nicht gemacht hatten. Das Sichsatt-Denken funktioniert aber nur, wenn man sich im Kopf wirklich detailliert ausmalt, wie man die Nahrungsmittel isst. „Das deckt sich mit unserer überraschenden Erfahrung, dass Frauen selbst beim Fasten kein Problem damit haben, für ihre Familien mit Hingabe die köstlichsten Gerichte zu kochen“, sagt Heilpraktiker Heymann. Die Erklärung: „In ihrer Fantasie essen sie mit. Gleichzeitig ist das Ego stolz, an den eigenen Zielen festzuhalten.“

Wenn die Vorstellungskraft ausreichen kann, satt zu werden, welche mentalen Tricks könnten sonst noch helfen, zur schlanken Hochform aufzulaufen? Auf Erinnerungsvermögen setzt der Ernährungsforscher Dr. Jeffrey Brundstrom aus Bristol in England. In einer Untersuchung fand er heraus: Je besser wir uns an unsere letzte Mahlzeit erinnern, desto weniger Appetit verspüren wir im Lauf des Tages. Wer seine Lasagne jedoch achtlos zwischen Computer und Fernseher verschlingt oder die Mittagspause vertratscht und kaum wahrnimmt, was er eigentlich gerade isst, hat schneller wieder Hunger – und damit größere Probleme abzunehmen.

Achtsamkeit ist das Zauberwort

„Achtsamkeit“ heißt das neue Zauberwort beim Abnehmen

Vom mentalen Mechanismus, über den Kopf sein Ernährungsverhalten umzustellen, handelt auch das neue Buch „Die Minus-1-Diät“ (Südwest Verlag, 12,99 Euro). Jede Woche lässt man ein Genussmittel weg, etwa Zucker, weißes Mehl oder Alkohol, und achtet genau darauf, wie man sich fühlt und was mit dem Körper passiert. Nach acht solchen Wochen – auch Zyklen genannt – soll man angeblich exakt wissen, wo die persönlichen Stolperfallen auf dem Weg zum Wunschgewicht liegen.

Nehmen Achtsame also automatisch ab? „Ja“, sagt Autor Ronald Schweppe, „alle Versuchspersonen, die unsere Weglass-Wochen durchgezogen haben, haben mindestens ein bis zwei Kilo verloren, manche sogar sieben Kilo.“ Nicht, weil der Verzicht auf Kaffee plötzlich dünn macht, sondern weil man „persönliche Verhaltensmuster“ entdecke, etwa dass man zum Kaffee auch immer gern einen Keks knabbert. Solche Muster zu verändern ist die wichtigste mentale Vorbedingung zur Traumfigur.

Schritt für Schritt mit Gewohnheiten brechen

Schritt für Schritt mit geliebten, aber ungesunden Gewohnheiten brechen

Keine Macht ist stärker als die Macht der Gewohnheit. Diese Psycho-Falle erkannte schon vor 16 Jahren Elsye Birkenshaw in ihrem Bestseller „Denken Sie sich schlank“ (Audio-CD, Ariston, 7,95 Euro). Dahinter steckt ein biochemischer Ablauf: Unser Gehirn belohnt altvertraute Schritte durch die Ausschüttung von Botenstoffen, die uns guttun. „Man braucht mindestens 21 Tage, um Gewohnheiten zu ändern“, fand Birkenshaw heraus.

Viele Experten teilen inzwischen ihre Sichtweise und sagen: Kleine Schritte sind besser als die große Radikalkur, die man doch nicht durchhält. Patric Heizmann empfiehlt in dem neuen Ratgeber „Ich bin dann mal schlank“ (GU, 19,99 Euro): „Verändern Sie Ihr Leben nicht nur beim Essen, sondern auch in anderen Bereichen. Gehen Sie mal einen anderen Weg zur Arbeit. Räumen Sie das Wohnzimmer um.“ Der Effekt: Das Gewohnheitstier in Ihnen muss sich umorientieren, die Gehirnsynapsen schaffen Platz für neue Erfahrungen – und Erfolgserlebnisse.

Dranbleiben

Das Gefallen am neuen schlanken Selbst motiviert, dranzubleiben

PSYCHO-TRICKS FÜR EINE GUTE FIGUR:

Eine gesunde Ernährung beginnt nicht in der Küche, sondern im Kopf. So stellen Sie Ihr Gehirn auf Abnehmen um!

  • Buch statt Glotze Zu viel Fernsehen macht dick, nicht nur wegen der Chips-Tüte, sondern weil das Flimmerlicht Stresshormone freisetzt, und die stoppen die nächtliche Fettverbrennung. Viel besser: Lesen Sie sich in den Schlaf!
  • Süße Gewohnheiten vermeiden Unregelmäßig sündigen ist okay, regelmäßig sündigen ist schlecht. Mit dieser einfachen Formel halten Sie Ihr Köpfchen auf Kurs.
  • Unterstützung ordern Lassen Sie sich inspirieren, am besten von einem Coach oder Trainer: Positive Anstöße stimulieren Glückshormone im Gehirn, die das Durchhalten erleichtern.
  • Disziplin kann sinnlich sein Nö, sagt Ihr Kopf? Irrtum: Pariserinnen sind dünn, weil sie viel zu Fuß gehen, und zwar in Pumps, nicht in Laufschuhen.
  • Immer mit der Ruhe! Der Trick der ewig Schlanken: sich Zeit lassen beim Essen. Verblüffend, aber wahr: Genießer sind schneller satt und essen weniger.
  • Rechts oder links? Salat oder Pasta? Auch Übergewicht ist letztlich die Folge Ihrer Entscheidungen. Je öfter Sie sich das klarmachen, desto leichter fällt es, konsequent zu sein.

„Der Körper zieht nur mit, wenn der Geist happy ist“, sagt der Heilpraktiker Dieter Heymann. Er betreibt am Plöner See das Seehotel „Dreiklang“. Dort machen zahlreiche Frauen – und oft auch deren Ehemänner – eine Stoffwechsel- Diät, die sie quasi auf „schlank“ umprogrammiert. Das Programm, ähnlich gestrickt wie der Hollywood-Hit Metabolic Diet, setzt auf Proteine statt Kohlenhydrate, das Wichtigste aber: Heymann motiviert seine Gäste jeden Tag. Er nimmt sie mit auf Fitnesswalks, gibt ihnen Entspannungsmassagen und bekocht sie nach neuen Rezepten. „So eine Unterstützung ist enorm wichtig, um Veränderung durchzuhalten“, sagt der Leiter des Instituts für Ernährungspsychologie in Göttingen Dr. Thomas Ellrott („Fettfalle Supermarkt“, Neuer Umschau Verlag, 10 Euro).

Ob strenger Coach oder inspirierendes Vorbild: Sie stärken unser positives Denken und die Willenskraft, wirken wie eine Vitamin-C-Spritze für den Geist. „Willpower zählt“, sagt Autor Roland Schweppe. „Wirklich das Ziel zu haben, abzunehmen, ist etwas ganz anderes als ein bloßer Vorsatz.“ Champagner und eine neue Frisur als Diät-Assistenten Aber auch eine „gewisse Lässigkeit“ kann nicht schaden, sagt Heilpraktiker Dieter Heymann: „Ein starker Wille heißt ja nicht, dass man verbissen sein muss.“ Das ist das mentale Geheimnis der ewig Schlanken, die nach einer Völlerei an Festtagen oder Familienfeiern automatisch – ja, fast unbewusst – bei der nächsten Mahlzeit kürzertreten. Und zwar ganz ohne Qual!
Ähnlich hält es die Queen der Dünnen, die Französin Mireille Guiliano, 64, die in ihrem internationalen Bestseller „Warum französische Frauen nicht dick werden“ (Berliner Taschenbuch Verlag, 9,95 Euro) humorvoll schreibt: „Ein Glas Champagner, eine neue Frisur und ein neues Parfum können jedes Essen ersetzen.“ Wie wahr!

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