Gesundheit und Fitness Der Stoffwechsel ist so einzig wie unser Aussehen

Aufnehmen, umwandeln, abbauen: Unser Körper bringt ständig Höchstleistungen. Je aktiver unser Stoffwechsel ist, umso leichter fällt das Abnehmen. Erfahren Sie hier mehr!

Der Stoffwechsel ist so einzig wie unser Aussehen

Für gesunde Menschen ist interessant, wie denn nun ihr Stoffwechsel programmiert ist und vor allem die Frage: Was darf ich essen, und worauf sollte ich verzichten, um schlank und fit zu bleiben? Wie wir uns gesund ernähren können, weiß fast jeder: wenig Fett und Zucker, dafür viel Obst und Gemüse sowie ab und zu ein Stückchen Fisch. Doch warum kann der eine nach Herzenslust schlemmen und wird nie dick? Und warum hat der Nächste schon mit vierzig verstopfte Arterien, obwohl er sein Leben lang auf tierische Fette verzichtet und auch sonst gesund gelebt hat? Weil unser Stoffwechsel so individuell ist wie unser Aussehen, sagen Nutrigenomiker, die das komplexe Zusammenspiel zwischen unserem Erbgut und der Reaktion des Körpers auf Nahrungsmittel untersuchen. Ihre Erkenntnis: Generalisierte Regeln, was den Körper fit hält und was ihn krank macht, gibt es nicht. Der Schlüssel dazu liegt im Erbgut. Etwa ein Drittel unserer rund 23 000 Gene ist am Stoffwechsel beteiligt. „Durch die richtige Ernährung können wir in vielen Bereichen mehr bewirken als durch Medikamente“, sagt Pfeiffer. „Studien bei Herzinfarkt-Patienten haben gezeigt, dass sich das Sterberisiko innerhalb von fünf Jahren um 30 bis 50 Prozent verringern kann, wenn die Patienten sich adäquat ernähren.“ Etwa weniger gesättigte Fettsäuren aus Butter und Fleischprodukten essen oder auf Margarine und Back- und Frittierfett verzichten, das besonders gefäßschädliche Trans-Fettsäuren enthält.

Die Zukunft gehört den Ernährungsmedizinern

Bis zur Ernährungsstrategie auf Genbasis, bei der man nach Gentests genau erfährt, was man essen sollte und was nicht, um lange gesund zu bleiben, wird es noch eine Weile dauern. Experten warnen deshalb vor unseriösen privaten Instituten, die das heute schon anbieten (siehe Interview rechts). „90 Prozent der Empfehlungen solcher Tests entsprechen schlichtweg den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung“, kritisiert Professorin Dr. Hannelore Daniel, Nutrigenomik-Forscherin an der TU München. „Wir sind leider noch nicht so weit, dass wir konkrete Angebote machen können“, so Pfeiffer. „Die Bedeutung vieler Genabschnitte ist noch nicht ausreichend erforscht.“ Doch wenn es so weit ist, werden die Ernährungsmediziner großen Zulauf haben. Umfragen haben ergeben, dass 60 Prozent der Bevölkerung bereit wären, für eine individuell zugeschnittene Diät ihre genetischen Informationen preiszugeben.

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Autor:
Dagmar Metzger