Abnehmen Die OMG-Diät

Der Brite Venice A. Fulton verspricht: 6 Kilo weg in nur 6 Wochen – mit dem schrägsten Abnehmprogramm der Welt, der OMG-Diät. Was hinter dieser Diät steckt und welche Regeln es gibt, lesen Sie hier.

OMG Diät Die OMG-Diät © mangostock - Fotolia.com

Der Kaffeeabsatz im Land der Teetrinker stieg rasant an, als Venice A. Fultons OMG-Diät in England Tausende Anhänger fand. Nun will der Londoner Sportwissenschaftler und Personal Trainer auch uns mit seinen schrägen Abnehmregeln schlank machen. Übrigens: OMG steht für „Oh, my God“ – ein Ausruf atemloser Begeisterung.

Die OMG-Diät verspricht eine effektive Gewichtsreduktion binnen weniger Wochen. Dabei gibt es drei verschiedene Ansätze mit unterschiedlichen Gewichtsverlusten. Schwierigkeitsgrad 1 ist "Wave". Hierbei sollen Abnehmwillige fünf Kilogramm in sechs Wochen verlieren. Beim zweiten Schwierigkeitsgrad "Blaze" verspricht Fulton ganze sieben Kilo in sechs Wochen und neun Kilogramm sollen es bei "Quake" sein.

Das Ziel der Diät ist Fettabbau, straffere Haut, schlanke Beine, ein knackiger Po, ein flacher Bauch, schönes Haar und gesunde Nägel.  

Die wichtigsten OMG-Regeln

  1. Es gibt kein Frühstück, sondern nur zwei Tassen schwarzen Kaffee ohne Zucker und Milch. Warum? Weil Kaffee beziehungsweise Koffein die Fettverbrennung ankurbelt. Wer keinen Kaffee mag, kann stattdessen grünen Tee trinken.
  2. In 15 °C kaltem Wasser baden – und zwar täglich für 15 Minuten, am besten noch vor dem Frühstück. Ein kaltes Bad hilft, den Stoffwechsel auf Touren zu bringen.
  3. Es gibt nur drei Mahlzeiten täglich.
  4. Snacks und Kleinigkeiten zwischendurch sind verboten, um die Fettverbrennung zwischen den Mahlzeiten nicht zu unterbrechen.
  5. Luftballons aufblasen – so oft wie möglich, denn das trainiert die Bauchmuskeln.
  6. Säfte und Smoothies werden vom Ernährungsplan gestrichen. Sie verführen dazu, jede Menge (Frucht-) Zucker zu schlucken. Auch süßes Obst eher meiden.
  7. Mit Kohlenhydraten sparsam sein. Maximalmenge pro Tag: eine Portion, die der Größe von vier Smartphones entspricht. Fulton empfiehlt proteinreiche Lebensmittel.
  8. Keinen anstrengenden Sport treiben, sondern das, was Spaß macht. Dabei ständig in Bewegung bleiben: besser langsam spazieren gehen, als beim Joggen ins Schwitzen zu kommen.
  9. Ausreichend Schlaf.
  10. Während der sechs Wochen gibt es keine diätfreien Tage.

 

Luftballons und kalte Bäder machen schlank

Im exklusiven Gespräch mit FÜR SIE verrät uns der Brite Venice A. Fulton, was sich hinter seinen Tipps verbirgt und warum sie tatsächlich wirken.

Herr Fulton, was haben Sie heute morgen gefrühstückt?
Erst mal nur schwarzen Kaffee. Was andere Leute „Frühstück“ nennen, esse ich ein paar Stunden später: einen Naturjoghurt und ein bisschen Obst.

aMachen Sie selbst auch die OMG-Diät?
Ich mag das Wort „Diät“ nicht.

Wieso nicht?
Die Leute assoziieren mit dem Wort „Diät“ automatisch „weniger essen“. Das macht aber keinen Spaß. Denn es bedeutet ja Verzicht, und das ist kein guter Weg, ein Problem anzugehen. Für mich wäre es durchaus ein Verzicht, wenn ich morgens mein Müsli nicht hätte. So geht’s anfangs jedem. Das zeigt, wie abhängig wir von Gewohnheiten sind. Aber spätestens nach einer Woche wird Ihr Körper nicht mehr murren. Ernährungsexperten sagen, das Frühstück sei die wichtigste Mahlzeit des Tages. Man solle lieber das Abendessen weglassen. Ich sage: Nutzen Sie den Morgen besser, um Fett zu verbrennen, statt Frühstückskalorien auf die Rippen zu packen. Auf das Abendessen zu verzichten ist bescheuert. Das ist schließlich unsere Lieblingszeit, mit Freunden und Familie zusammenzusitzen und  etwas gemeinsam zu machen.

Um morgens meine Fettverbrennung anzuheizen, schicken Sie mich in eine Badewanne mit kaltem Wasser – das klingt nach Folter.
Aber das Ergebnis ist grandios! Im kalten Wasser verliert man ratzfatz Wärme. Der Körper antwortet mit einer Erhöhung des Stoffwechsels, und zwar mehrere Stunden lang. Dabei verbraucht er jede Menge Kalorien.

Kann ich erst mal lauwarm baden?
Gute Idee. Fangen Sie mit 20 Grad an. Sie werden staunen, wie schnell Ihr Körper sich an kaltes Wasser gewöhnt.

Und nach dem Bad empfehlen Sie Sport?
Ich empfehle „Bewegung“. Das Wort „Sport“ ängstigt viele Menschen, besonders, wenn sie ein paar Kilo zu viel wiegen. Wir können unsere Muskeln immer und überall arbeiten lassen, nicht nur beim Sport. Sie müssen dafür nicht ins Schwitzen kommen. Hauptsache, Sie bleiben nicht still sitzen.

Außerdem soll ich Luftballons aufblasen?
Ja, das macht nämlich Spaß! Es bewirkt zwar keinen Fettabbau, aber es macht den Bauch flacher. Weil dabei ein versteckter Muskel aktiviert wird, der bei Sit-ups und ähnlichen Übungen gar nicht in Aktion kommt – der Bauchstraffer namens Transversus.

Ganz schön schräg, Ihre Ratschläge. Trotzdem ist Ihr Buch in England ein Bestseller. Wie erklären Sie sich das?
Das OMG-Konzept spricht die Leute an, weil es frische Ideen hat und jeder selbst entscheiden kann, was gut für ihn ist, statt bevormundet zu werden. Es bringt nichts, einfach nur „esst weniger Kohlenhydrate“ zu fordern.

OMG beschränkt meinen Menüplan auch. Sie behaupten sogar, Obst sei schädlich.
Das meiste Obst hat zu viel Fruktose, also Fruchtzucker. Der bremst das Hormon Leptin, das uns signalisiert, dass wir besser mit dem Essen aufhören sollten. Besonders gefährlich sind übrigens Smoothies und Säfte. Es ist unnatürlich, durchs Trinken so viele Kalorien so rasch zu sich zu nehmen. Mutter Natur hat vorgesehen, dass wir auf einen Baum klettern und eine Banane essen, und nicht, dass wir eine ganze Staude trinken.

Was sollte ich denn essen?
Alles, was Sie mögen. Deshalb finden Sie in meinem Buch auch keine Rezepte. Beschränken Sie sich nur auf drei Mahlzeiten pro Tag. Keine Snacks! Man verbrennt nur zwischen den Mahlzeiten Fett. Je öfter Sie essen, desto kürzer sind Ihre Fettverbrennpausen.

Wenn ich dank OMG dann wieder in meine Lieblingsjeans passe, wie sollte ich dann weitermachen?
Bleiben Sie dabei! Wie gesagt, OMG ist keine Diät im traditionellen Sinne, also hat es auch kein Ende. Natürlich müssen Sie nicht alles, was ich vorschlage, immer und ewig machen. Manche meiner Leser nutzen nur ein paar meiner Techniken und bleiben dauerhaft schlank.

 

Kritik von Experten

Ernährungswissenschaftler kritisieren den niedrigen auf Obstverzehr. Dem Körper mangelt es bei einer solchen Ernährungsweise an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen. Der Verzicht auf das Frühstück kann bei den Abnehmwilligen zu Heißhungerattacken führen. Auch das kalte Bad am Morgen kann unangenehme Nebenwirkungen wie beispielsweise Kreislaufprobleme haben. 

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