Gesundheit: Wahr oder falsch? 6 Vorurteile über pflanzliche Ernährung

Wahr oder falsch? 6 Vorurteile über pflanzliche Ernährung

„Ich ernähre mich jetzt vegan“ – diesen Satz hört man mittlerweile von immer mehr Menschen. Die pflanzliche Ernährung ist zum regelrechten Trend geworden und verspricht eine schlankere Figur, bessere Gesundheit sowie schönere Haut. Kritiker warnen hingegen davor, dass eine rein pflanzliche Ernährung ungesund sei und sich ein Nährstoffmangel nicht verhindern ließe. Es ranken sich also viele Vorurteile rund um das Thema des Veganismus und somit haben wir für Sie einmal geprüft, welche davon eigentlich stimmen und welche nicht …

Belegte Brote: Schönheitsgeheimnis vegane Ernährung?
© Unsplash/Ella Olsson
Wahr oder falsch? 6 Vorurteile über pflanzliche Ernährung

Schlank bleiben oder werden, so lautet das Ziel vieler Frauen, und zwar längst nicht nur um die Osterfeiertage herum. Allerdings ist das ein komplexes Unterfangen, wobei vor allem die Bewegung und Ernährung eine wichtige Rolle spielen. Ansätze für Diäten gibt es bekanntlich zahlreiche, allerdings sind sie nicht alle gesund und zielführend. Immer häufiger setzen Abnehmwillige daher auf die pflanzliche Ernährung, denn sie ist angeblich gesund, zugleich umwelt- sowie tierfreundlich und scheinbar nimmt man davon auch noch quasi „automatisch“ ab. Aber stimmt das überhaupt? Und wie sieht es mit weiteren Vorurteilen aus?

1. Vorurteil: Veganer sind schlanker

Viele Veganer sind schlank, das ist richtig. Das liegt aber vor allem daran, dass sich vor allem Menschen für den Veganismus entscheiden, die ohnehin sehr gesundheitsbewusst sind und großen Wert auf eine gesunde Ernährung legen. Sie haben also einen rundum gesunden Lifestyle und achten somit bei ihren Nahrungsmitteln nicht darauf, tierische Produkte zu meiden. Sie setzen zudem meist auf vollwertige Lebensmittel, vermeiden Zucker und Fertiggerichte kommen bei ihnen ohnehin nicht in den Kühlschrank. Das Vorurteil, dass der Veganismus automatisch schlank macht, stimmt also leider nicht. Denn wer sich vegan, dennoch aber ungesund und zu kalorienreich ernährt, kann ebenso zunehmen wie ein „Mischköstler“ auch. Allerdings kann die pflanzliche Ernährung bei einer Diät helfen, wenn sie vor allem auf kalorienarmem Gemüse und sättigenden Vollkornprodukten basiert. Denn so werden Heißhungerattacken ebenso vermieden wie „dickmachende“ Lebensmittel. Ganz so einfach ist das mit dem Abnehmen also leider nicht – auch nicht als Veganer.

2. Vorurteil: Veganer sind gesünder

Wenn sich also viele gesundheitsbewusste Menschen für die vegane Lebensweise entscheiden, muss sie ja tatsächlich positive Effekte auf die Gesundheit haben, richtig? Richtig! Tatsächlich konnten bereits mehrere Studien beweisen, dass durch eine rein pflanzliche Ernährung das Krebs- sowie Herzinfarktrisiko sinkt. Gleichzeitig werden der Blutdruck und Cholesterinspiegel stabilisiert, das Hautbild verbessert sich und auch das Risiko von Übergewicht sinkt. Allerdings ist der Veganismus noch nicht umfassend erforscht und auch hier lassen sich gewisse Zusammenhänge mit einer allgemein gesünderen Lebensweise vermuten, die eben viele Veganer pflegen. Unterm Strich gelten pflanzliche Nahrungsmittel aber als gesünder im Gegensatz zu jenen tierischen Ursprungs und somit ist eine hauptsächliche oder rein pflanzliche Ernährung eine gute Idee.

3. Vorurteil: Veganismus ist eine Mangelernährung

Als Zwischenfazit lässt sich also festhalten: Ja, pflanzliche Ernährung ist gesünder, aber… Es gibt also ein „Aber“! Viele Menschen behaupten, eine vegane Lebensweise würde zwangsweise einen Nährstoffmangel mit sich bringen, der sich nicht vermeiden lässt und weshalb der Veganismus niemals gesund sein kann. Das stimmt so allerdings nicht ganz. Tatsächlich haben Veganer ein höheres Risiko für einen solchen Nährstoffmangel, allerdings lassen sich fast alle Nährstoffe auch durch pflanzliche Lebensmittel aufnehmen – und das sogar auf gesündere Art und Weise. Wer also auf eine ausgewogene Ernährung und den Verzehr der „richtigen“ Lebensmittel achtet, muss keinesfalls in eine Mangelernährung rutschen. Eine Ausnahme gibt es allerdings, und zwar das Vitamin B12. Denn dieses kommt ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor, weshalb Veganer dieses supplementieren müssen. Allerdings weisen viele „Mischköstler“ ebenfalls einen solchen Mangel auf, häufig sogar zusätzlich bei weiteren Nährstoffen, und leben daher auch nicht gesünder als ein Veganer.

4. Vorurteil: Vegane Ernährung ist kompliziert

Es gibt also zahlreiche gute Gründe, um sich für die vegane Ernährung zu entscheiden. Viele Menschen haben auch durchaus den Willen, aber schlichtweg nicht das Durchhaltevermögen. Deshalb hat sich das Vorurteil etabliert, dass vegane Ernährung kompliziert und im Alltag schwierig umzusetzen sei. Das stimmt jedoch nur, wenn Sie viel auswärts essen, zum Beispiel in der Kantine oder beim Imbiss um die Ecke. Denn dann gibt es häufig noch kein oder nur ein kleines Angebot an veganen Alternativen. Wer jedoch selbst kocht beziehungsweise sich für unterwegs Snacks vorbereitet, für den ist die vegane Ernährungsweise nicht komplizierter als die Mischkost. Beim Kochen, Brotbelegen & Co wird nur eben auf die tierischen Lebensmittel verzichtet. Sinnvoll kann es zudem vor allem beim Einstieg sein, moderne sowie digitale Helfer für Veganer zu nutzen, die zum Beispiel Rezeptideen bereitstellen oder beim Ernährungsplan unterstützen. Wenn Sie also „richtig“ an die Sache herangehen, ist die vegane Ernährung keinesfalls kompliziert!

5. Vorurteil: Veganes Essen ist teurer

Ein weiteres Vorurteil, das sich hartnäckig hält, lautet: Veganer müssen mehr Geld für ihre Lebensmittel ausgeben. Viele Menschen behaupten also, dass sie sich zwar gerne pflanzlich ernähren würden, sich das aber schlichtweg nicht leisten können. Das ist allerdings eine willkommene Ausrede, denn dieses Vorurteil stimmt nicht. Zwar sind Lebensmittel, die explizit als „vegan“ ausgewiesen sind und zum Beispiel einen Wurst- oder Fleischersatz darstellen, tatsächlich sehr teuer. Jedoch müssen diese nicht konsumiert werden. Experten raten sogar explizit davon ab. Stattdessen ist der Veganismus vor allem dann gesund, wenn er hauptsächlich auf frischem Obst sowie Gemüse und Vollkornprodukten basiert. Und diese sind keinesfalls teurer als eine Mischkost mit Fleisch, Fisch oder Fertiggerichten. Im Gegenteil: Unterm Strich kommen Sie mit solchen „natürlichen“ Lebensmitteln meist deutlich günstiger weg als mit verarbeiteten oder tierischen Produkten im Einkaufswagen.

6. Vorurteil: Veganismus ist ebenso umweltschädlich

Die Gründe, weshalb jemand vegan lebt, sind stets unterschiedlich und individuell. Für viele Veganer spielt aber auch das Wohl von Tieren und der Umwelt eine wichtige Rolle. Nun wird jedoch oft behauptet, Menschen mit pflanzlicher Ernährung würden viel Soja verzehren, dafür werden bekanntlich die Regenwälder abgeholzt und das wiederum schadet der Umwelt und dem Klima. Falsch! Einerseits ist bei einer veganen Ernährung der Verzehr von sojahaltigen Lebensmitteln nicht notwendig und selbst wenn, so gibt es auch viele Produkte mit unbedenklicher Herkunft. Andererseits fließen rund 80 Prozent der weltweiten Sojaernte in die Viehfutterproduktion, sprich für Schlacht- und Nutztiere. Es sind also nicht die Veganer, für welche der Regenwald abgeholzt wird.

Diese Beispiele machen deutlich, dass Sie nicht blind irgendwelchen Vorurteilen glauben sollten. Stattdessen ist es immer sinnvoll, sich selbst aus seriösen Quellen zu informieren und vielleicht sind Sie ja nun auch gewillt, den Veganismus zumindest mal auszuprobieren…

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