Eine Woche Basenfasten

Eine Woche Basenfasten

Fasten? Das schaff ich im Alltag nicht, sagte FÜR SIE-Food-Chefin Brigitte Kesenheimer. Und nutzte ihren Österreich-Urlaub für eine Kur. Eine Woche Bastenfasten, um fit in den Frühling zu starten.

Neustart Energie
© THOMAS DASHUBER
Eine Woche Basenfasten

Eine Woche kein Kaffee! Davor graut mir am meisten, als ich in Österreich eintreffe. Ich habe nämlich gebucht. Nein, keinen Ski-Aufenthalt auf einer Hütte, sondern eine Woche Basenfasten. Ich brauche eine Auszeit, weg von Job und fettem Essen – ich starte mein Projekt „Frühlingsfit“. Zum ersten Mal probiere ich es mit Basenfasten, einer Light-Version des Fastens, die von Heilpraktikerin Sabine Wacker vor 17 Jahren entwickelt wurde. Basenfasten nach Wacker ist keine radikale Hungerkur, sondern soll den Körper sanft entsäuern. Und zwar ohne die sonst oft angebotenen Nahrungsergänzungsmittel – ganz auf natürliche Weise. Säuren entstehen vor allem beim Abbau tierischer Lebensmittel in unserem Körper, aber auch bei Alkohol, Kaffee, Getreideprodukten und Zucker. Der Körper neutralisiert diese Säuren mit Hilfe von Mineralstoffen. Kommt er damit nicht hinterher, „parkt“ er den Überschuss im Bindegewebe. Oder er besorgt sich Mineralstoffe aus dem Körper.

Cellulite, stumpfe Haare, brüchige Nägel

Basenfasten im Urlaub:


Ausgewählte Hotels in Deutschland, Österreich und Italien bieten „basenfasten“ nach der Wacker-Methode an. Eines davon ist das Naturhotel Kitzspitz in Tirol.

Das alles äußert sich dann beispielsweise in Form von Cellulite, stumpfen Haaren, brüchigen Nägeln – und Übergewicht. „Basenfasten wirkt da wie eine Art innerer Frühjahrsputz. Eingelagerte Säuren werden endlich ausgeschleust. Die besten Basenlieferanten sind Lebensmittel mit reichlich Kalium, Magnesium und Kalzium, bei geringem Eiweißanteil“, verrät Ernährungs-Expertin Sabine Wacker. „Das heißt konkret: Es gibt viel Obst und Gemüse.“ Interessant finde ich diese Methode schon lange, aber ich habe mich im Alltag bisher nicht getraut. Man sollte dabei zweimal täglich kochen – denn ab 14 Uhr soll nur noch gegartes Gemüse auf den Tisch kommen, da Rohkost Schwerstarbeit für die Verdauung ist und leicht zu Blähungen führt. Auch für die Mittagspause müsste ich mir immer etwas vorbereiten. Und dann noch die „Nebenwirkungen“ wie Kopfschmerz, Schwindel und Zittrigkeit. Nein, den Stress wollte ich mir im Alltag nicht antun! Ganz zu schweigen von der obligatorischen Darmreinigung, mit der ich mich auch nur ungern beschäftigen wollte. Immerhin: Diese fiel dann bei mir dank Glaubersalz weniger schlimm aus als erwartet! Bei meinem Österreich-Urlaub muss ich mich allerdings um gar nichts kümmern – außer um mich selbst.

Sport und Sauna

Frau trinkt Wasser
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Dreimal am Tag steht das Essen auf dem schön gedeckten Tisch, draußen lockt der Schnee zum Wandern, und drinnen warten Fitnessraum, Sauna und einige Basenbehandlungen. Dieses All-inclusive-Programm bringt mehr als Entspannung: Sport regt den Stoffwechsel an. In der Sauna schwitzt man Giftstoffe aus. Beim Basenfasten dünstet man ohnehin mehr aus als üblich, der Schweiß riecht intensiver. Entwickelt hat Sabine Wacker ihre Form des Fastens mit Blick auf einen Langzeiteffekt. „Basenfasten ist ein Neustart für Gesundheit und Seele. Man bekommt einen Schubs, seine Ernährung auf Dauer umzustellen. Denn wer die Wirkung auf den Körper mal selbst erlebt hat, gibt danach besser auf sich acht.“ Ein Vorteil des Basenfastens: Trotz der Mahlzeiten entstehen kaum Abfallstoffe, und das gibt dem Körper Zeit, seine „Altlasten“ zu entsorgen. Das Ergebnis davon macht sich nicht nur auf der Waage bemerkbar. „Sogar Beschwerden wie Migräne, Neurodermitis oder Rheuma können durch eine dauerhaft basische Ernährung gelindert werden oder verschwinden sogar“, so Sabine Wacker. Sie empfiehlt, nach der Kur auf einen neuen Ernährungs-Mix zu setzen: 80 Prozent basische und nur 20 Prozent saure Lebensmittel. „Im Alltag klappt das natürlich nicht immer. Als Ausgleich macht man deshalb ein bis zwei Fastenwochen im Jahr.“ Als ich am ersten Kur-Tag mein Essen bekomme, denke ich: „Nur so wenig?“ An den Möhren-Spaghetti kaue ich eine Weile herum und fühle mich auch satt. Aber leider nur kurz – dann knurrt mein Magen schon wieder.

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Ein Neustart Basen Fasten Kur Obst
© THOMAS DASHUBER
Eine Woche Basenfasten

Auch der Kaffee-Entzug macht sich bald bemerkbar: Ich habe heftig pochende Kopfschmerzen. „Das ist ganz normal“, erklärt mir Fastenleiterin und Hotelchefin Bibiana Loock. „Die ersten ein, zwei Tage sollte man kein großes Programm machen, da ist Ausruhen und Entspannen an gesagt. Wenn sich der Körper ans Entgiften macht, fühlt man sich zuerst immer schlapp und müde.“ Diese Abgeschlagenheit macht sich bei mir vor allem am zweiten Morgen bemerkbar. Ich fühle mich zittrig, als hätte ich gerade eine schwere Erkältung hinter mir. Zum Fitwerden gehe ich raus an die frische Luft. Mehr als ein halbstündiger Spaziergang ist aber leider nicht drin: Bei drei Litern Wasser und Tee am Tag ist die Toilette meine beste Freundin. Warum ist Trinken so wichtig? „Weil ein Großteil der Entgiftung über die Nieren, also über den Urin, stattfindet. Und mit viel Flüssigkeit tun sich die Nieren da einfacher“, erklärt Bibiana Loock. Überhaupt empfinde ich die alltagstauglichen Tipps meiner Fastenbetreuerin als überaus hilfreich. „Zehnmal Brot pro Woche ist ein bisschen viel“, befindet sie bei der Auswertung meines Essprotokolls, das ich vor der Kur bei ihr abgegeben habe. „Als Ersatz empfehle ich morgens einen Obstsalat mit Nüssen. Und mittags etwas seltener Pasta – vielleicht gibt’s beim Essen mit den Kollegen ja auch was mit Kartoffeln? Die sind im Gegensatz zu Nudeln nämlich basisch.“

Am dritten Tag kommt es dann: das Hochgefühl. Die Kopfschmerzen sind weg, der große Hunger auch. Ich hätte echt nicht gedacht, dass ich mich so schnell an einen 700-Kalorien-Tag gewöhne. Die größte Überraschung: Ich fühle mich morgens schon total fit. Ganz ohne Kaffee. Und das Aroma der frischen Früchte in meinem Müsli kann ich richtig auskosten. So intensiv habe ich schon lange nicht mehr geschmeckt! Jetzt gönne ich mir auch die zur Kur gehörenden Basenbehandlungen. Unter anderem einen Leberwickel, der beim Entgiften unterstützt. Und eine Bürstenmassage – feine Kupferfäden darin reinigen die Haut und machen sie wieder babyweich. Danach gehe ich noch ein bisschen in die Sauna. Diese Kombination aus Fasten und Wellness-Urlaub – das ist für mich perfekt! Nach einer Woche sind all meine Pickelchen vom Dekolleté verschwunden, und ich bekomme Komplimente für meine strahlende Haut. Dass ich außerdem drei Kilo weniger wiege, freut mich natürlich besonders. Überhaupt: Zu Hause bleibt die Waage für mich ein zusätzlicher Ansporn, morgens auf mein Marmeladenbrot zu verzichten und den Kaffee-Verbrauch in Zukunft ein bisschen zu reduzieren. Und sollte ich mich mal wieder schlapp fühlen, baue ich einfach zwischendurch einen Fastentag mit Obst und Gemüse ein – das schaffe ich auf jeden Fall.

Wie isst man basisch?

Am Geschmack erkennen wir leider nicht, ob ein Lebensmittel im Körper sauer oder basisch wirkt. Denn obwohl eine Zitrone sehr sauer schmeckt, wirkt sie wegen ihres hohen Mineralstoffgehalts doch basisch. Basisch wirken: Gemüse, Kartoffeln, Pilze, Obst, Kräuter und Kräutertees, ungeschwefeltes Trockenobst, kalt gepresste Öle, viele Nüsse und Samen. Wichtig: nur reifes Obst und Gemüse essen und saisonal auswählen. Sauer wirken: vor allem Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte. Aber auch Getreideprodukte wie Reis, Grünkern, Haferflocken, Nudeln und die meisten Brotsorten. Außerdem: schwarzer und grüner Tee, Kaffee, Früchtetee, Alkohol, Limonaden, Süßigkeiten sowie Fertigprodukte. Mehr unter www.basenfasten.de

So sieht ein Tag beim Basenfasten aus

• Morgens gibt’s ein Basen-Müsli aus Obst, frisch gepresstem Saft, und statt Flocken kommen Chufas rein (nussig schmeckende gemahlene Erdmandeln)
• Zum Mittagessen nehme ich erst eine Suppe (z. B. Erbsencremesuppe) und danach noch ein warmes Gemüsegericht wie Kürbistörtchen mit Spinat
• Abends bekomme ich ebenfalls ein Menü aus Suppe und Gemüsegang
• 2,5 bis 3 Liter Wasser, auch mal mit Ingwer aromatisiert, sowie Kräutertees trinke ich am Tag. Wichtig: kein Mineralwasser, da Kohlensäure sauer wirkt
• Wenn ich zwischendurch Heißhunger habe, kann ich etwas Obst, Trockenfrüchte oder einige Mandeln knabbern

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