Ab morgen bin ich schlank

Ab morgen bin ich schlank

Abnehmen und dabei auch noch mit Genuss essen? Das klingt zu schön, um wahr zu sein. Dr. Heike Englert ist Professorin für Ernährungsmedizin in Münster. Die Methode, mit der inneren Stimme abzunehmen, wurde von ihr exklusiv entwickelt. FÜR SIE testet's aus!

gluecks-coach
© iStockphoto/Thinkstock
Ab morgen bin ich schlank

Dr. Heike Englert ist Professorin für Ernährungsmedizin in Münster. Die Methode, mit der inneren Stimme abzunehmen, wurde von ihr exklusiv entwickelt

Frau Dr. Englert, Ihr Coaching-Programm „Schlank mit der Kraft der Emotionen“ verspricht einen neuen Weg zur Wohlfühl-Figur. Doch wie soll das gehen, ohne Diät und ohne zu hungern?

Wer weniger wiegen möchte, überdenkt natürlich die Auswahl und Menge seiner Nahrungsmittel. Aber was ist eigentlich so schlimm daran, ein bisschen zu hungern? Das ist für uns heute schließlich kein lebensbedrohlicher Zustand mehr. Echter Hunger sieht anders aus.

Aber der Magen ist leer, und das lässt sich ja oft nur schwer aushalten …

Genau da liegt das Problem: Statt zu schauen, was genau hinter diesem Gefühl steckt, versuchen wir einfach nur, unsere Bedürfnisse schnell und sofort zu befriedigen. Die Leere im Magen könnte ja auch etwas mit der Leere im Leben zu tun haben.

Das heißt, eigentlich könnten wir alle problemlos weniger wiegen. Warum gibt es dann immer mehr Übergewichtige?

Weil allein das Wissen um Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße und Kalorien ja noch nichts verändert. Es ändert sich aber schnell etwas, wenn uns bewusst wird, dass Essen und Gewicht Teil unseres Lebensgefühls sind. Schlank sein heißt für jeden etwas anderes, der eine spricht von 90 Kilo, der andere von 50 Kilo. Aber viele Menschen erhoffen sich eigentlich etwas anderes: mehr Lebendigkeit, Freude und Lebensleichtigkeit zum Beispiel.

Also innere Zufriedenheit mit sich und dem Leben …

Richtig. Es geht um die Fülle des Lebens, wie ich es nenne. Oft genug werden negative Gefühle wie Frust, Ärger, Wut, aber auch Langeweile einfach „weggegessen“ – Essen ist die perfekte Bewältigungsstrategie. Wir würden gern den Chef anschreien, so wütend sind wir auf ihn – tun es aber natürlich nicht. Wir würden so gern mit einem Freund reden, doch keiner hat Zeit. Das dick belegte Brot oder der Schokoladenkuchen lenkt ab, tröstet und sorgt für Zufriedenheit. Warum? Weil Fett und Zucker das Stresshormon Cortisol im Blut reduzieren und die Produktion des Wohlfühlhormons Serotonin ankurbeln.

Der Körper gaukelt uns also etwas vor?

Ja. Man ist schließlich immer noch einsam, und der Stress in der Firma ist nach wie vor da.

Oft liegen Verhaltensmuster aber auch tief verborgen im Unterbewusstsein …

Das stimmt. Wenn wir nicht achtsam sind, also gut auf unsere innere Stimme hören, dann fühlen wir uns einfach nur schlecht und wissen gar nicht so genau, warum. Deshalb ist mein Programm auch keine Diät, an dessen Ende garantiert so und so viele Pfunde verschwunden sind. Essen ist ein Ausdruck unserer Lebensauffassung, der Lebensgestaltung. Und die zu verändern ist ein Prozess, der ruhig auch mal länger dauern darf.

Wie kann ich diesen Prozess denn anschieben?

Ein guter Anfang ist gemacht, wenn Sie spüren, was Ihnen wirklich am Herzen liegt, und Sie realistische Ziele formulieren können. Aus einer Marilyn Monroe wird bestimmt keine Twiggy werden. Aber darum geht es auch nicht. Es geht um Zufriedenheit, Fröhlichkeit, Lebensfreude – das sind die Emotionen, die wir aktivieren wollen, und die Kraft dieser Gefühle wollen wir für unser Ziel des Schlankseins nutzen.

Irgendwann müssen wir vermutlich mal raus aus unserer Komfortzone, oder?

Ja, schon, und dabei braucht man dann auch etwas Disziplin und Momente, in denen wir uns mit Herz und Verstand Mut zusprechen. Manchmal muss man sich auch eine Ausnahme gönnen. Haben Sie ein wenig Geduld und Nachsicht mit sich selbst, dann gelingt Konsequenz immer besser!

Ich habe alle Zeit der Welt

Der inneren Stimme zu lauschen aktiviert die „Schlank-Kräfte“ Positive Gefühle geben Kraft und Energie – beide braucht man auf dem Weg in ein leichteres Leben. Um den inneren Slim-Coach zu wecken, hat Heike Englert ein Programm entwickelt, aus dem wir fünf einfache Übungen vorstellen „Ich bin eine tolle Frau und habe viele Stärken“ Natürlich gibt es sie – die Frauen mit Modelmaßen. Und zu allem Überfluss lächeln sie uns auch noch von vielen Plakaten entgegen. Die Zähne strahlend weiß, die Haare duftig und dann diese Figur … kein Gramm zu viel, eher ein paar Gramm zu wenig. Da fällt es manchmal ganz schön schwer, sich selbst schön und attraktiv zu finden. Doch Heike Englert stellt klar: Ausstrahlung und Zufriedenheit sind nicht nur eine Frage der Kleidergröße. Warum also nicht mit anderen Stärken Eindruck machen?

Deshalb beginnt das Slim-Coaching mit einer Übung, bei wir uns endlich mal selbst loben dürfen. Konkret sieht der erste Schritt auf dem Weg zum schlanken Ich so aus: Man legt eine Liste mit all den Dingen an, die einem bisher schon geglückt sind. Zum Beispiel: die Ausbildung, das Studium, der Job. Das gemütliche Zuhause, die Kinder, die zufrieden groß geworden sind. Die zauberhaften Rosen, die jedes Jahr bis in den Oktober hinein blühen. Die ältere Nachbarin, die sich freut, wenn man für sie einkauft. Heike Englert: „Wer möchte, kann auch einen wertschätzenden Brief an sich selbst schreiben und darin alles notieren, was man an sich selbst mag.“ Liste und Brief machen einem die eigenen Stärken wieder bewusst. Und helfen auf dem Weg zur Wohlfühl-Figur ungemein. An frustigen Tagen einfach die Liste wieder hervorholen – und schon hebt sich die Laune.

„Ich sehe mein Ziel vor mir, ich kann es spüren“

Freude, Glück, Stolz, Zuversicht, Hoffnung – positive Gefühle haben eine enorme Energie und sind Grundlage für jede Veränderung. Über unsere Sinne können wir diese Kraft aktivieren. Was nach komplizierter Psychologie klingt, ist eigentlich ganz einfach. Professor Heike Englert: „Wir spüren die Energie deutlicher, wenn wir uns auf eine Fantasiereise begeben.“ Und das geht so: Gönnen Sie sich einen Moment Zeit, schließen Sie die Augen und malen Sie sich aus, wie Sie mit Ihrer neuen Wohlfühl-Figur den Sommer erleben. Sie sind zum Beispiel an einem schönen Ort, am Strand oder auf einer Wiese. Vielleicht tragen Sie ein neues Kleid oder einen sexy Bikini. Sie sehen bewundernde Blicke, ein Lächeln, vielleicht bahnt sich ein Flirt an. Lassen Sie Ihre Fantasie spielen, malen Sie sich Bilder mit Düften, Musik und Farben aus. Das heizt die Motivation an, entspannt und macht Spaß.

Coffee to go, Pizza auf die Hand, das belegte Brötchen neben dem Computer oder die Pasta beim „Tatort“ – in unserer schnelllebigen Gesellschaft haben wir oft nur nebenbei Zeit, um zu essen oder zu trinken. Doch Forscher haben entdeckt: Je achtsamer wir essen, desto länger fühlen wir uns gesättigt und zufrieden – und halten bis zur nächsten Mahlzeit durch, ohne etwas zu naschen. Aber das ist noch nicht alles: Nach Heike Englert ist die bewusste Pause ein „Zeit-für-mich-Moment“, mit dem wir uns verwöhnen. Soll doch das Telefon später wieder klingeln, jetzt wird stimmungsvoll der Tisch gedeckt, jeder Bissen ohne Hast genossen. Und plötzlich nehmen wir wieder unsere Gefühle wahr: Habe ich wirklich Hunger – oder brauche ich nur kurz eine Pause oder eine Freundin für ein tröstendes Gespräch?

Bin ich eigentlich satt und esse nur weiter, weil die Runde am Tisch so nett ist?

Essen hat nicht nur etwas mit Sattwerden, sondern auch mit sozialen Kontakten zu tun. Theoretisch ist das nicht neu, aber in der Praxis vergisst man es oft. Zu Beginn reicht eine „bewusste“ Mahlzeit am Tag, das Ganze soll ja nicht in neuen Stress ausarten. Diese Art entspannter Aufmerksamkeit erlernt man ohnehin am besten schrittweise. Sicher gibt es Tage, an denen man in alte Muster zurückfällt. Macht nichts! Wer das erkennt, ist schon ein gutes Stück vorangekommen. Auf dem Weg zur Wohlfühl-Figur hilft es, die inneren Signale des Körpers wahrnehmen zu lernen. Negative Emotionen, die viel Energie schlucken und zu Unzufriedenheit führen, spürt man auch körperlich.

Ein Drücken im Magen, die Last auf der Schulter, Enge im Hals. Positive Emotionen wie Dankbarkeit, Fürsorge und Liebe aber auch – sie erzeugen ein warmes, wohliges Gefühl. Oft genügt schon das Lächeln eines Kindes, ein Blick aus Hundeaugen, die ersten Sonnenstrahlen nach einem Regenguss – die große Leidenschaft ist gar nicht nötig. Qualität geht auch hier über Quantität – wie beim Essen. Haben Sie noch ein Lieblingsfoto von früher in der Schublade? Es kann ein Kinderfoto sein, der erste Urlaub mit der neuen Liebe, die Hochzeit. Betrachten Sie es in Ruhe, spüren Sie das positive Lebensgefühl von damals: Sie waren in Einklang mit sich selbst. Je länger Sie sich an den Moment der Aufnahme erinnern, desto mehr schöne Gefühle steigen in Ihnen wieder auf. Nach Heike Englert können Sie so Ihren inneren Coach aktivieren: kleine Übungen, mit denen wir lernen, uns von positiven Emotionen leiten zu lassen.Jetzt haben wir unsere Wohlfühl-Figur vor Augen, und ein bisschen seelischen Ballast haben wir auch schon über Bord geworfen. Aber dann tappen wir doch in die Falle der alten Gewohnheiten.

Nach Professor Englert ist das ganz normal und lässt sich mit ein paar Tricks abwehren. Zum Beispiel, indem wir aufschreiben, was wir ohnehin jeden Tag diszipliniert tun. Etwa pünktlich aufstehen, Zähne putzen, Frühstück vorbereiten und vieles mehr. Und genauso, wie das Zähneputzen Routine ist, kann auch der Verzicht auf das, was dick macht, in den Alltag eingegliedert werden. Verzichten bedeutet eben nicht, ständig Diät zu halten. Aus eigenem Antrieb das zweite Stück Kuchen abzulehnen – das kann eine Erfahrung sein, auf die man stolz ist. Heike Englert: „Das Verlassen der Komfortzone bedeutet, alte Gewohnheiten links liegen zu lassen. Und sich auch mal zuzumuten, den Mangel ein Stück weit auszuhalten.“ Sich nicht von negativen Stimmungen zum Essen verleiten zu lassen ist eine sehr kraftvolle Emotion. Sie macht Lust, irgendwann bewusst zu sagen: „Jetzt gönne ich mir was Leckeres.“ Spätestens dann hat man sein schlankes Ich gefunden.

Erfahrungsberichte


„Mein Talisman bewahrt mich vor dem Kuchen“

Die stellvertretende FÜR SIE-Chefredakteurin Susanne Walsleben (55) kämpft immer mal wieder mit ein paar Kilos zu viel

Es ist ja nicht so, dass ich ständig sitze. Im Gegenteil. Ich habe zwei Pferde, bin viel draußen. In der Redaktion findet mein Job hauptsächlich am Computer statt, aber ich steige Treppen, statt Aufzug zu fahren, nehme öffentliche Verkehrsmittel. Allerdings esse ich gern – und leider oft zu viel. Vor allem Nudeln. Unter Stress wird es dann schnell noch eine Portion mehr. Resultat: Nach dem Winter kneift meine Sommerreithose, man sieht jedes Speckröllchen. Mit Hilfe eines Tests finde ich heraus, welcher Ess-Typ ich bin, und lande beim Normalesser. Na bitte. Und wie werde ich jetzt schlanker? Erster Schritt: konkrete Ziele formulieren. Nicht: Ich will abnehmen. Besser: Ich will leicht sein, mein Pferd soll wenig Gewicht tragen. Vor dem Start der Reise zum schlanken Ich gehe ich noch mal alle Etappen durch. Welche Hindernisse könnten auf dem Weg liegen? Werde ich im Job in den nächsten Wochen mehr gefordert als sonst? Ein Talisman soll mich begleiten, er erinnert an schöne Momente, die ich mit meinem schlanken Ziel verbinde. Ich wähle eine alte Turnierschleife, und tatsächlich hilft sie mir, den Kuchen auf dem Konferenztisch zu ignorieren. Ich nehme sie kurz in die Hand, denke daran, wie gut ich mich damals gefühlt habe. In einer Meditation visualisiere ich ein Einhorn. Federleicht galoppiert es durch die Luft. Auf seinem Rücken eine pummelige Elfe? Undenkbar. Nach zwei Wochen wiege ich zwei Kilos weniger. Und die Reithose passt schon viel besser.

„Ich genieße das Essen jetzt bewusster“

Unsere Back- und Koch-Expertin Kerstin Görn (55) hat das Emotions-Coaching getestet – und schon zwei Kilo verloren

Eigentlich meinte ich, meine Schwächen beim Essen ganz gut zu kennen. Doch die Übungen haben mir vieles erst bewusst vor Augen geführt. Dass ich ein echter Genuss- und Impuls-Esser bin, zum Beispiel. Im Supermarkt kaufe ich eher spontan ein, statt meinen Plan für ein kalorienarmes Gericht umzusetzen. Oder dass ich in emotional belastenden Situationen immer wieder zu Süßigkeiten greife und das nicht einmal wirklich registriere. Und das Coaching hat mich dazu gebracht, den Dingen, die mir Freude bereiten, jetzt mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Ich stehe jeden Morgen eine halbe Stunde früher auf (Stolz!!) und gehe mit unserem Welsh Terrier Murphy spazieren – früher habe ich mich mit meinem Mann abgewechselt. Mein geliebtes After-Work-Essen am Freitagabend beim Italiener genieße ich jetzt noch bewusster und mache mir kein schlechtes Gewissen. In meinem Job als Koch-Journalistin bin ich natürlich vielen Versuchungen ausgesetzt. Wenn es zu arg wird, male ich mir das schlanke Ich, das in mir steckt, vor dem inneren Auge aus: im Sommer auf Mallorca im Pool schwimmen, im schicken Bikini und mit flacherem Bauch. Für den Urlaub will ich mir einen schmalen, kurzen Sommerrock leisten. Wunderbar! Bei diesen Gedanken bin ich immer ganz euphorisch und supermotiviert. Eine geniale Übung! Mein Fazit: Die Wahrnehmung schärfen und mich selbst beobachten – das klappt inzwischen ganz wunderbar.

Mit allen Sinnen genießen - kommen Sie mit auf den Weg zur Wohlfühl-Figur

Lust auf ein Coaching mit der Ernährungs- und Achtsamkeits-Expertin Heike Englert? Dabei lernen Sie das Erfolgsprogramm und den Weg zum schlanken Ich intensiv kennen. Exklusiv für FÜR SIE-Leserinnen gibt es das eintägige Seminar „Lass los, was dich dick macht“ mit Professor Heike Englert. Sie können unter folgenden Terminen wählen:
Samstag, 1. Juni 2013, in München
Samstag, 21. September 2013, in Hamburg

Die Seminare dauern jeweils von 10 bis 17 Uhr. Maximal 20 FÜR SIE-Leserinnen können pro Kurstermin mitmachen. Die Teilnahme am Seminar kostet inklusive Snacks und Getränken 219 Euro pro Person. Wenn Sie sich verbindlich anmelden möchten, schreiben Sie eine E-Mail an redaktion@fuer-sie.de.

Buchtipp: Heike Englert: „Lass los, was dich dick macht. Der 4-Wochen-Coach“. Kein typischer Diät-Ratgeber, sondern eine Anleitung zu mehr Lebensfreude – mit einfachen Übungen zur Selbstanalyse. Gräfe und Unzer, 19,99 Euro

Wege zur Wunschfigur
Ein neuer Schlank-Trend schickt jetzt die Pfunde zum Teufel. „Abnehmen durch Achtsamkeit“ funktioniert so gut, weil die ADA-Methode im Kopf beginnt.
Weiterlesen
Lade weitere Inhalte ...