Welche Impfungen sind wirklich wichtig? Welche sogar ein unnützes Risiko? Risiko im Blick

Von Masern bis zur Grippe – mittlerweile existieren für 14 Krankheiten Impfempfehlungen. Einige sind umstritten.

Rikiko im Blick

Der Pathologe Ulrich Bonk über die gängige HPV-Impfpraxis.

Professor Dr. Ulrich Bonk

Vorsitzender des Tumorzentrums der Bremer Krebsgesellschaft. Er unterrichtet zurzeit Ärzte und Krankenschwestern in Äthiopien, wie sie Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs unter dem Mikroskop erkennen.

Soll man seine 12-jährige Tochter heute gegen Gebärmutterhalskrebs impfen – oder lieber nicht?

Ich rate Ihnen, sich gründlich zu informieren. Fragen Sie einen Gynäkologen, der sich Zeit nimmt für eine ausführliche Erklärung. Auch Frauengesundheitszentren, das Internet und Krankenkassen liefern Informationen, um Pro und Contra genau abzuwägen.

Warum ist diese Impfung plötzlich so stark in der Kritik?

Der Impfstoff wurde eingeführt, ohne dass Gewinn und Schaden ausreichend bewertet wurden. Der Hersteller wollte das Mittel rasch auf den Markt bringen. Zudem gab es Krankenkassen, die die Kostenübernahme ankündigten, obwohl noch keine offizielle Impfempfehlung vorlag. Vor einigen Monaten hat ein Wissenschaftlerteam die vielen Unsicherheiten der Impfung offengelegt.

Schützt die Impfung doch nicht?

Es steht leider nicht fest, dass sie tatsächlich Krebs verhindert. Es ist bislang nur bewiesen, dass geimpfte Frauen weniger Krebsvorstufen aufweisen.

Was bringt sie dann wirklich?

Die Impfung kann die Ansteckung mit den beiden Virustypen HPV 16 und 18 verhindern, die Krebs am Gebärmutterhals auslösen können. Es besteht jedoch die Gefahr, dass bei geimpften Frauen andere Viren vom selben HPV-Typ die Rolle des Krebsauslösers übernehmen.

Und wie geht es nun weiter?

Derzeit wird die Studienlage neu bewertet. Der Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen überprüft, ob die HPV-Impfung auch zukünftig als Kassenleistung gelten soll.

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Autor:
Bernhard Hobelsberger