Alles, was Sie wissen müssen Tipps rund ums Elterngeld

Was ist eigentlich Elterngeld, wie hoch ist es und wann und so muss ich es beantragen? Diese und weitere Fragen klären wir hier.

Elterngeld Tipps rund ums Elterngeld © Rostislav_Sedlacek/istock

Was ist Elterngeld?

Mit dem Elterngeld möchte der Staat Eltern unterstützen, die sich im ersten Lebensjahr ausschließlich um das Neugeborene kümmern möchten. Dieses Elterngeld gibt es ab dem 01.01.2007 und muss beantragt werden. Es soll einen Ausgleich zu dem Verdienstausfall, den der Elternteil erleidet der in Erziehungsurlaub geht, schaffen. Dies macht vielen Eltern die Entscheidung, sich das erste Jahr ganz auf das Baby zu konzentrieren, ein wenig leichter.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Elterngeld zu beantragen?

Erst wenn das Baby geboren ist, kann Elterngeld beantragt werden. Selbstverständlich wird Elterngeld rückwirkend gezahlt. Der Antrag auf Elterngeld ist bei der Elterngeldstelle zu stellen. In vielen Gemeinden ist diese beim Jugendamt angesiedelt. Am besten schauen Sie sich mal die Internetseite Ihres Wohnortes an, da finden Sie die notwendigen Informationen. Auf alle Fälle muss zur Antragsstellung die Original-Geburtsurkunde des Kindes und die Einkommensnachweise der letzten zwölf Monate vor der Geburt bei der Beantragung, vorgelegt werden. Dies gilt für Menschen, die einer nichtselbstständigen Arbeit nachgegangen sind. Bei Selbständigen gilt als Nachweis des Einkommens der Steuerbescheid des letzten Kalenderjahres.

Wer stellt den Antrag, Mutter oder Vater?

Elterngeld kann für die Zeit von 12 Monate beantragt werden. Die Eltern müssen sich einig sein, wer zu welcher Zeit das Elterngeld in Anspruch nehmen möchte. Wie der Erziehungsurlaub, ist auch das Elterngeld teilbar. In diesem Fall kann die Dauer des Elterngeldes auf 14 Monate erhöht werden. Auch Alleinerziehende haben Anspruch auf 14 Monate Elterngeld. Im Falle, dass die Mutter Elterngeld beantragt, gibt es noch eine Besonderheit zu beachten. Wenn die Mutter berufstätig war, bezieht sie ja nach der Geburt Mutterschaftsgeld. Während dieser Zeit hat sie keinen Anspruch auf Elterngeld - sie bekommt ja schon einen Ausgleich zum bisherigen Verdienst. Sollte der Vater Elterngeld beziehen wollen und ist Arbeitnehmer, muss er mindesten sieben Wochen vor dem errechneten Geburtstermin schon Elternzeit beim Arbeitgeber beantragt haben.

Wer hat Anspruch auf Elterngeld?

Alle Eltern, die ihr Baby nach der Geburt selbst betreuen und versorgen. Sicher gibt es hier einige Voraussetzungen. Das Kind muss im gleichen Haushalt leben. Eine eventuelle nebenherlaufende Berufstätigkeit des betreuenden Elternteils darf wöchentlich nicht mehr als 30 Stunden betragen. Der Wohnsitz der Familie muss in Deutschland sein.

Wie hoch ist das Elterngeld?

Dies richtet sich nach dem Einkommen. Es gibt ein sogenanntes Basiselterngeld, beispielsweise für Eltern, die vor der Geburt nicht berufstätig waren. Dieses beträgt € 300,00 pro Monat. Bei berufstätigen Eltern kommt es auf die Höhe des Einkommens an. Wer zwischen € 1000,00 und € 1.200,00 verdiente, bekommt hiervon 67% Elterngeld, ab €1240,00 und mehr beträgt der Satz 65%. Wer allerdings jährlich mehr als € 250.000,00 zu verteuerndes Einkommen hatte, hat keinen Anspruch auf Elterngeld. Bei Ehepaaren liegt die Grenze bei € 500.000,00. Eine Besonderheit gilt bei Menschen, die beispielsweise Hartz IV beziehen. Hier wird das Elterngeld vollständig auf die Grundsicherungsleistung angerechnet.

Was ist Elterngeld Plus?

Das Elterngeld Plus wurde zum 01.07.2015 eingeführt. Elterngeld Plus gilt nicht nur für zwölf Monate, sondern kann für die ersten 2 Lebensjahre des Kindes in Anspruch genommen werden. Allerdings ist die Summe des Elterngeld Plus auch nur 50%. Also wenn das Basiselterngeld € 300,00 sind, sind es bei Elterngeld Plus € 150,00. Rechnen kann sich das aber trotzdem, wenn die Mutter oder Vater gerne wieder in Teilzeit arbeiten möchte. Das Gehalt der Teilzeittätigkeit wird ja immer auf das Elterngeld angerechnet. Dadurch, dass man aber das Ganze splitten kann, ist das nicht weiter tragisch. Beispielsweise bezieht man vom 01.-12.ten Lebensmonat des Kindes Basiselterngeld. Dann fängt man eine Teilzeittätigkeit an und bezieht dann Elterngeld Plus und schon hat man ein paar Euros mehr in der Tasche.

Wo können sich Eltern beraten lassen?

Das Bundesministerium für Familien, Frauen und Jugend hat eine Internetseite, die gute Informationen, rund um dieses Thema bereithält. Im Internet findet man auch verschiedene kostenlose Elterngeldrechner. Dies ist eine sehr schöne Sache. Hier können die Eltern verschiedene Szenarien eingeben und erfahren dann gleich, welchen finanziellen Anspruch sie haben. Beispielsweise ein paar Monate Basiselterngeld, dann teilbeschäftigt und Elterngeld Plus in Anspruch nehmen. Mit dem Online-Rechner bekommt man seinen Anspruch dann gleich in Summe gezeigt. Natürlich helfen auch die Elterngeldstellen weiter.

Fazit:

Jeder, der Nachwuchs bekommen hat, sollte Elterngeld beantragen. Es sei denn, man gehört zu den wirklichen Großverdienern, dann besteht kein Anspruch auf Elterngeld. Alle anderen haben einen gesetzlichen Anspruch. Dies gilt natürlich nicht nur für das erste Kind. Gerade wer Kinder hat, weiß jede finanzielle Unterstützung zu schätzen. Auch bei Mehrlingsgeburten ist Elterngeld zu beantragen. Sicher ist es immer aufregend, wenn ein Baby in die Familie kommt. Aber darüber sollte man die wichtigen finanziellen Angelegenheiten nicht vergessen. Die Mutter hat bis zu drei Monate nach der Geburt Zeit, Elterngeld zu beantragen, der Vater muss da ein wenig früher tätig werden. Wichtig zu wissen: Elterngeld kann 3 Monate rückwirkend gezahlt werden. Wenn sich Eltern also gleich nach der Geburt noch nicht so ganz sicher sind, wer sich wann um das Baby kümmert, ist es nicht ganz so tragisch. Die Antragstellung ist ja frühestens mit der Geburt des neuen Erdenbürgers möglich.

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