9. April 2021
Das sind die 10 besten Städte für Familien

Das sind die 10 besten Städte für Familien

Auch wenn vielen Familien das ländliche Idyll vorschwebt – die Realität sieht aus unterschiedlichsten Gründen oftmals anders aus. Dabei zeigen verschiedene Studien und Rankings, dass der alte Gegensatz von Stadt und Land längst überholt ist. Familienfreundliche Städte gibt es sehr wohl und wir stellen sie Ihnen vor.

Wo Familien am besten wohnen

Was macht eine Stadt familienfreundlich?

Die Menschen zieht es wieder mehr in die Städte. Dieser Trend lässt sich seit einigen Jahren beobachten und inzwischen ist er so ausgeprägt, dass selbst abseits der Metropolen die Zuwanderungszahlen steigen. Sogenannte „Schwarmstädte“ versprechen alles, was es in den pulsierenden – und völlig überlaufenen – Großstädten der Republik auch gibt, allerdings vorläufig noch zu geringeren Kosten.

Für Familien mit Kindern gestaltet sich die Situation allerdings noch einmal anders als für Alleinstehende, die den Umzug wagen. Der erste Schritt zu einem solchen Unterfangen muss daher immer der kritische Blick auf die strukturellen Voraussetzungen vor Ort sein: Erfüllt die neue Heimat überhaupt die Kriterien, um als familienfreundlich durchzugehen?

Im Grunde genommen ist es vergleichsweise einfach, grundsätzliche Kriterien festzulegen, mit denen sich die Familien- und Kinderfreundlichkeit einer Stadt „messen“ lässt. Dazu gehören:

  • Paaren wird durch die städtischen Bedingungen die Entscheidung für ein Leben mit Kind(ern) erleichtert.
  • Das heißt unter anderem, dass kindgerechte Entfaltungs- und Lebensräume vorhanden sind und diese gesichert werden.
  • Kernfamilien und Familiennetzwerke haben die Möglichkeit, ihr Leben eigenverantwortlich zu gestalten bzw. werden sie in dieser Eigenverantwortlichkeit gestärkt.
  • Familien werden von strukturellen Rücksichtslosigkeiten (damit ist beispielsweise die verbreitete Benachteiligung von den Menschen gemeint, die sich für eine Familie entscheiden – was sich etwa in rein leistungsbezogenen Löhnen wiederspiegelt, bei denen familiäre Bedürfnisse keine Rolle spielen) entlastet.
  • Geraten die Familien einmal in eine wie auch immer geartete Notlage, können sie sich auf entsprechende Hilfestellungen verlassen.

Um noch einmal auf den Punkt der strukturellen Rücksichtslosigkeiten zurückzukommen: Dabei handelt es sich zwar um ein Problem, dem auf kommunaler Ebene in verschiedenen Bereichen entgegengetreten werden kann. Allerdings liegen die Ursachen dieses Problems viel tiefer – sie sind ein vielfach anzutreffendes gesellschaftliches Thema. Das zeigt sich dann eben nicht nur dann, wenn der Individuallohn keinen Unterschied macht, ob damit eine einzelne Person oder eine Familie ernährt werden muss.

Kinder unerwünscht?

Vielmehr wird die Tendenz, Familien mit Kindern zu benachteiligen, in vielen Kleinigkeiten des alltäglichen Lebens deutlich. Wenn es beispielsweise nicht mehr selbstverständlich ist, dass Kinder sich gefahrlos auf der Straße aufhalten können, ganz gleich, ob sie dort spielen wollen oder ihren Schulweg zurücklegen. Oder wenn es an baulichen Maßnahmen fehlt, die in dieser Hinsicht Abhilfe schaffen können. Es wird aber auch deutlich, wenn etwa die Nachbarschaft zu Kindern als Belästigung empfunden wird, weil die ja hin und wieder mal lauter sind als der erwachsene Durchschnittsbürger.

Für viele mag das kurios und unwahrscheinlich klingen, in der Realität hingegen sind Beschwerden über „Kinderlärm“ hingegen keine Seltenheit. Ein Trost für Familien: Die deutschen Gerichte sind meistens toleranter als die Nachbarn, ganz einig sind allerdings auch sie nicht, wie weit die Grenzen für Kinderlärm gezogen werden sollen – nur ein Beispiel für eine Problematik, die gerade in den Städten, in denen alle viel enger zusammenleben, vorherrscht.

Kinderlos – auch nicht der richtige Weg

Übrigens: Es ist umgekehrt nicht zwingend ein Vorteil, in Deutschland kinderlos zu leben. Zumindest als Frau bedeutet das nämlich – immer noch – mit Vorurteilen konfrontiert zu werden. Offensichtlich schließt es sich trotz aller Widersprüchlichkeit nicht aus, auf der einen Seite eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber Familien an den Tag zu legen und auf der anderen Seite mit Unverständnis zu reagieren, wenn eine Frau keine Kinder hat oder will. Sicher ist das auch eine Frage der Perspektive, trotzdem würde man sich wünschen, wenn ein wenig mehr Verständnis für Lebensentwürfe bestünde, die nicht dem eigenen entsprechen.

Wo die Städte handeln können und müssen

Die Städte haben also prinzipiell schon genug damit zu tun, den unterschiedlichsten Lebensstilen gerecht zu werden (dazu gehört im Übrigen auch ein neues Verständnis von Familie, das sich mit unterschiedlichen Lebensphasen durchaus verändern kann). Dass sie darüber hinaus etwas in Sachen Familien- und Kinderfreundlichkeit tun, ist einer gewissen Notwendigkeit geschuldet: Es geht schließlich um nicht weniger als die Sicherung der eigenen Zukunft. Zu den Bedingungen, die eine zukunftsfähige Entwicklung einer Stadt fördern können, zählt nämlich unter anderem eine ausgewogene demographische Entwicklung. In Zeiten einer alternden Gesellschaft eine kaum zu unterschätzende Herausforderung, die aber eben deutlich macht, wie wichtig Familien letzten Endes für die Städte sind.

Aber wo setzen die bei einer familienfreundlichen Gestaltung an, wo können sie überhaupt ansetzen?

Die soziale und kulturelle Infrastruktur

Wo Familien und Kinder leben sollen, da müssen sie alles Notwendige finden. Naheliegend ist in dieser Hinsicht die Versorgung der Kinder, sprich: Es müssen ausreichende Betreuungs- und Erziehungsangebote geschaffen werden, die nicht als Ersatz für das Familienleben dienen, sondern dieses sinnvoll ergänzen. Das schließt ein differenziertes Schulangebot (inklusive sicherer Betreuungszeiten) ebenso ein wie Tagesmütterdienste oder Freizeit- und Kultureinrichtungen. Das bedeutet aber eben auch, dass die Eltern genügend Angebote vorfinden, um für sich selbst Hilfe in Anspruch nehmen zu können, unabhängig davon, um welchen Lebensbereich es sich gerade dreht.

Das städtische Wohnen

Aus Perspektive einer Familie ist ein Umzug in eine Stadt keine kleine Herausforderung. Nicht nur wegen des logistischen Aufwands, sondern auch wegen der vielen finanziellen Belastungen, die damit einhergehen. Die größte davon sind und bleiben die Immobilienpreise in deutschen Städten, gegen deren steigenden Kurs auch die Mietpreisbremse ein allenfalls unzureichendes Mittel ist.

Aus städtisch-kommunaler Perspektive gilt es daher, andere Lösungen zu finden und anzubieten. Wenn es um die Erschließung von Bauland geht, sollten Familien mit Kindern direkt berücksichtigt werden. Interessant auch der Ansatz, das Mehrgenerationenwohnen in der Stadt zu fördern oder mit flexibleren Grundrissen dafür zu sorgen, dass Familien einerseits ihre Bedürfnisse befriedigen können, ohne dabei zu viel bezahlen zu müssen.

Ein nicht unwesentlicher Faktor außerdem: Spiel- und Begegnungsflächen für alle Generationen, die im Idealfall ein wenig Natur in die Stadt bringen.

Die Verkehrsplanung


Daran schließt sich auch gleich ein weiteres, stadtplanerisches Problem an – die Gestaltung der Verkehrsinfrastruktur. Wie etwa kann dafür gesorgt werden, dass der öffentliche Nahverkehr optimal auf die Bedürfnisse von Familien und Kindern zugeschnitten ist? Wie können Wege, die häufig von Kindern genutzt werden, sicherer gestaltet werden?

Das sind nur die vermutlich drängendsten Fragen einer familienfreundlichen Verkehrsplanung. Dabei kann die Thematik noch viel weiter aufgefasst werden, viel kreativer. Was ist zum Beispiel mit Stadtplänen, die sich mehr an den Interessen von Kindern orientieren? Und wie verhält es sich mit der Umweltverträglichkeit? Das ist immerhin kein Thema, um das sich nur die Kommunen kümmern, sondern das auch bei den Einwohnern eine immer größere Rolle spielt – gibt es damit nicht genug Anknüpfungspunkte, um die Verkehrserziehung gleich um den Nachhaltigkeitsgedanken zu erweitern?

Der Arbeitsmarkt

Ein Faktor, der für die Stadtentwicklung in ihrer Gesamtheit von größtem Belang ist: die wirtschaftliche Entwicklung. Üblicherweise ist die schon Anreiz genug, damit Familien mit Kindern in die Städte ziehen. Immerhin sind die Chancen deutlich größer, auf dem Arbeitsmarkt fündig zu werden und noch dazu ist Pendeln längst nicht für alle eine – oder besser: die optimale – Option. Wenn es um die Ausgestaltung des Arbeitsmarktes geht, ist damit nicht allein das Schaffen neuer Arbeitsplätze gemeint (denn sie sind meistens ohnehin vorhanden).


Wichtiger ist es vielmehr, neu zugezogene Familien außerhalb ihres beruflichen Umfelds aufzufangen, ihnen die sozialen und schulischen Angebote gezielt näherzubringen. Auf der anderen Seite kann die Stadt auf die Betriebe einwirken und diese bei der Entwicklung von Angeboten unterstützen, die sich der Familienfreundlichkeit der Arbeitgeber widmen: von betrieblicher Kinderbetreuung bis hin zu regionalen Ausbildungsmärkten können nämlich auch die Unternehmen ihren Teil dazu beitragen, dass die Stadt familienfreundlicher wird.

Unterstützung in allen Lebenslagen

Da in den Städten häufig Kernfamilien auf sich allein gestellt sind und nicht, wie es etwa auf dem Land oft sehr viel leichter zu bewerkstelligen ist, von einem vergleichsweise engen Beisammen sein des Familiennetzes profitieren können, brauchen sie einfach mehr Unterstützung. Die kann von ehrenamtlicher Seite geleistet werden, kann aber auch mit verschiedensten wirtschaftlichen Hilfen – etwa durch ermäßigte Gebühren, wo diese fällig werden – erreicht werden.

Die Kommunen selbst müssen sich dabei auch fragen, ob ihre Angebote kinder- und familienfreundlich sind. Wie ist es zum Beispiel um die Öffnungszeiten der Ämter bestellt, sind diese für Familien mit Kindern erreichbar, wenn diese die Zeit dafür aufbringen können?

Worauf Familien besonders achten

Jede noch so gut gemeinte Maßnahme muss letztlich aber doch ins Leere laufen, wenn nicht explizit danach gefragt wird, was für die Familien am wichtigsten ist, wenn es um die Stadt als Wohnumfeld und „Lebensraum“ geht. Das ist nicht wirklich einfach zu beantworten, da die Vorstellungen der Familien keineswegs homogen sind – was im Grunde genommen nicht verwundern kann, sich aber bei einer nur oberflächlichen Beschäftigung mit dem Thema leicht übersehen lässt.

Preis und Leistung müssen stimmen

Ungeachtet der vielen Handlungsfelder, in denen sich die urbane Familienfreundlichkeit verbessern ließe, bleibt am Ende aber vor allem die Wohnfrage stehen, auf die es Antworten zu finden gilt. Zentral hierbei: das bestmögliche Preis-Leistungsverhältnis, gemessen an den jeweiligen Bedürfnissen.

In diesem Zusammenhang spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle, nicht zuletzt die steigenden finanziellen Anforderungen, die durch das Leben mit Kind(ern) entstehen – die zu bewältigenden Ausgaben legen quasi automatisch eine gewisse Obergrenze für die reinen Wohnkosten fest. Was an sich schwierig genug wäre, aber das sinkende Budget für eine adäquate Wohnung erweist sich mit den hohen Ansprüchen als tatsächliches Problem. Man denke nur an die Schwierigkeit, in der Stadt Einfamilienhäuser bereit zu stellen.

Unterschiedlichste Vorstellungen und Bedürfnisse

Und dabei ist noch nicht einmal berücksichtigt, dass sich etwa die Ansprüche und Bedürfnisse der Kinder mit der Zeit deutlich ändern und die Wohnfrage zusätzlich verschärfen können. Oder dass etwa die steigende Anzahl von Alleinerziehenden-Haushalten wieder eine ganz eigene Herausforderung für den vorhandenen Wohnraum darstellt – von den ganzen anderen Herausforderungen einmal abgesehen, die Alleinerziehende zu bewältigen haben. Wenn die Kinder zwischen den Wohnungen der Elternteile „pendeln“, können sie trotzdem erwarten, jeweils ein eigenes Zimmer vorzufinden. Gerade mit zunehmendem Alter wird das zu einem Grundbedürfnis.

Die familienfreundlichsten Städte 2020 – ein Überblick

Damit steht immer noch die nicht ganz unerhebliche Frage im Raum, welche deutschen Städte sich denn nun aktuell durch ihre Familienfreundlichkeit hervortun. Wir haben die Städte für Sie zusammengefasst.

1. München

2. Stuttgart

3. Hamburg

4. Hannover

5. Frankfurt

6. Dresden

7. Berlin

8. Düsseldorf

9. Leipzig

10. Köln

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