Späte Schwangerschaft Nerven und Geld für das späte Glück

Im Geburtsvorbereitungskurs sitzen neuerdings immer mehr Anfang-Vierzigjährige: Spät Kinder zu bekommen liegt im Trend. Was sind die Gründe dafür? Welche Vorteile hat das – und welche Nachteile?

Selbst wenn es nach unzähligen Hormonspritzen und teils schmerzhaften Punktionen endlich klappt, endet jede dritte Schwangerschaft ab 40 mit einer Fehlgeburt. Auch die Wahrscheinlichkeit, ein Kind mit Downsyndrom zu bekommen, steigt bis 45 auf 1:20. „Viele Frauen und Männer unterschätzen, wie emotional anstrengend solche Prozeduren sind: In jeden Versuch wird erneut Herzblut investiert. Wenn es dann nicht klappt, ist die Enttäuschung groß“, so Dr. Wischmann. „Für die Männer ist oft besonders schlimm, dass sie sich so untätig fühlen.“ Nicht wenige Paare brächen die Behandlung ab, weil sie diese Gefühlsachterbahn nicht länger ertragen könnten. Und nicht jede Partnerschaft halte diesem Belastungstest stand. Abgesehen davon kostet jede Behandlung neben Nerven auch Geld: Bei Frauen ab 40 zahlt die Kasse nichts zu den Kosten von rund 3000 bis 4000 Euro dazu.

Trotz allem macht der Experte den Frauen über 40 Mut: „Wenn ältere Schwangere medizinisch optimal betreut sind, haben sie eine genauso große Chance, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen, wie jüngere.“ Außerdem seien Ältere oft besser über alles, was mit Schwangerschaft und Geburt zusammenhängt, informiert. Eine Studie der Uni von Südkalifornien belegt zudem: Wenn schon nicht körperlich, so haben reifere Frauen den jüngeren etwas an psychischer Stärke voraus. Und noch ein ganz profanes Motiv spricht fürs späte Muttersein: Nachwuchs ist eine super Anti-Aging-Therapie. Kinder halten jung – im Kopf und im relaxten Umgang mit anderen.

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