Späte Schwangerschaft Erst Karriere, dann Kinder

Im Geburtsvorbereitungskurs sitzen neuerdings immer mehr Anfang-Vierzigjährige: Spät Kinder zu bekommen liegt im Trend. Was sind die Gründe dafür? Welche Vorteile hat das – und welche Nachteile?

Schön eins nach dem anderen – in dieser pragmatischen Lebensplanung vieler reiferer Mütter sieht Dr. Wisch mann einen Vorteil für die Kinder: „Frauen im fortgeschrittenen Alter haben meist das Gefühl, schon ihre Ziele erreicht zu haben – im Gegensatz zu jüngeren Frauen. Daher können sie sich viel eher auf den Nachwuchs konzentrieren.“ Dieser Vorteil kann sich allerdings in manchen Fällen auch ins Gegenteil verkehren. Dann nämlich, wenn Mütter ab 40 es mit ihrer Fürsorge übertreiben: „Helikopter-Mütter“ nennt die Wissenschaft Frauen, die ihr (meist einziges) Kind von morgens bis abends umschwirren, behüten und fördern wollen.

Dabei gehen sie das „Projekt Kind“ oft mit dem gleichen Ehrgeiz an wie vorher ihren Job: organisieren musikalische Früherziehung, Englisch-Sprachkurs und Kinder- Yoga – alles im Glauben, ihr Kind auf diese Weise am besten zu unterstützen. Und lassen dabei außer Acht, dass sie es so auch wichtiger eigener Erfahrung berauben. Die Erwartungen an den Nachwuchs sind oftmals größer als bei jungen Müttern. Schließlich müssen viele Frauen ab 40 ziemlich lange auf ihr Wunschkind warten. Schon ab 25 nimmt die Fruchtbarkeit bei Frauen kontinuierlich ab. Bis dahin besteht pro Zyklus eine Chance von etwa 30 Prozent, schwanger zu werden, ab 40 nur noch von 5 Prozent. Dann setzen viele Paare auf medizinische Hilfe. Ein oft langer und steiniger Weg.

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