Gewächs für Genießer Der Name stammt aus der Karibik

Sie ist der Star in jedem Park und der Stolz eines jeden Gärtners. Denn die Magnolie entfaltet ihre ganze Pracht nur dann, wenn sie sich wirklich wohlfühlt

Die Magnolie ist eine Kosmopolitin. Ihren Namen erhielt sie auf der karibischen Insel Martinique. Der französische Botaniker Charles Plumier (1646–1704) entdeckte dort eine Pflanze, die bei den Einheimischen den Namen „Talauma“ trug. Zu Ehren von Pierre Magnol (1638–1715), dem Mitbegründer unseres modernen Systems zur Klassifizierung der Pflanzen, gab er ihr den Gattungsnamen „Magnolia“. In China wiederum wachsen mehr als die Hälfte der 245 Arten. Im schweizerischen Tessin befindet sich die berühmte Magnolien-Baumschule von Otto Eisenhut. Und in Neuseeland werden derzeit die spektakulärsten Neuzüchtungen gemacht.

Buchtipp

Oliver Kipp: „Magnolien“, Callwey Verlag, 144 Seiten, 56 Euro. Opulente Bilder, nützliche Gartentipps: Das 2008 mit dem Deutschen Gartenbuchpreis ausgezeichnete Werk ist eine wunderbare Hommage an die Magnolie.

Aber die Schöne ist trotz aller gärtnerischen Hochleistungen eine kapriziöse Dame geblieben. In unseren Breitengraden mit Magnolien zu gärtnern ist und bleibt ein gewisses Risiko. Die wunderbare Blütenfülle, der frühe Farbenrausch – alles kann durch eine einzige Frostnacht zerstört werden. Mit der Magnolie zu leben lehrt uns, das Schicksal zu akzeptieren und uns bewusst am gelungenen Moment zu erfreuen. Welch ein Geschenk! 
 
Tipps

  • Die Magnolie hat einen großen, flach ausgebreiteten Wurzelballen. Der Umfang entspricht in etwa dem Ausmaß der Baumkrone. Die Pflanze trocknet leicht aus und muss besonders im ersten Jahr regelmäßig gewässert werden.
  • Magnolien lieben lockeren, leicht sauren Boden. Den Strauch mit Ballen im Frühjahr oder Herbst pflanzen, Containerware ganzjährig. Magnolien mögen es sonnig und windgeschützt.
  • Ein Rückschnitt ist bei Magnolien nicht nötig. Wenn man ihren Wuchs eindämmen möchte, lichtet man vorsichtig die Baumkrone aus, am besten im Spätsommer. Wer Zweige für die Vase schneiden möchte, sollte dies erst tun, wenn die Knospen schon leicht geöffnet sind. Im Haus öffnen sie sich dann vollständig, halten aber höchstens eine Woche.
  • In der Wilhelma, dem Zoologisch- Botanischen Garten Stuttgarts, blühen im April 70 Magnolienbäume (www.wilhelma.de).
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Autor:
Almut Siegert