12. November 2021
Zero Waste Badprodukte ganz einfach selber machen

Zero Waste Badprodukte ganz einfach selber machen

Es sind oft die kleinen Dinge, die man am meisten Müll anhäufen. So zum Beispiel Abschminktücher, Wattepads oder Einlagen für die Periode. All dies sind Dinge, die wir brauchen, die jedoch auf das große Ganze gerechnet sehr viel Abfall verursachen und in der Summe auch ins Geld gehen. Durch den Trend der Nachhaltigkeit gibt es mittlerweile diverse Angebote von wiederverwendbaren Alternativen. Doch nicht jede Firma ist auch wirklich nachhaltig, manchmal handelt es sich um Greenwashing und auch diese Produkte haben natürlich einen Preis. Dabei lassen sich viele Produkte super einfach selbst herstellen, sogar aus alten gebrauchten Stoffen, die jeder daheim herumliegen hat.

© Milena Trifonova/Unsplash
Nie mehr Wattepads und Abschminktücher kaufen!

Ein neues Leben für alte Waschlappen

Ein ausgedienter Frottee-Waschlappen muss nicht zwingend im Müll landen. Das Leben kann ganz einfach verlängert werden, in dem er zu einer Wattepad-Alternative verarbeitet wird. Das spart nicht nur Plastik und Kosten, sondern auch Abfall.

Waschbare Abschminkpads sind ganz einfach hergestellt. Der alte Waschlappen wird einfach in die gewünschte Form zerschnitten und wieder zusammen genäht.

Dabei kann man einfach auf beiden Seiten alte Handtücher oder Waschlappenmaterialien nutzen, man kann sich einen Frotteestoff zulegen oder sich wunderschön bedruckte French Terry Stoffe kaufen und diese mit einer Hälfte Frottee oder Handtuch kombinieren, um dem ganzen einen persönlichen und bezaubernden Touch zu verleihen. Auch die Größe lässt sich ganz nach individuellen Bedürfnissen und Wünschen anpassen. Da diese Pads waschbar sind (am besten in einem Wäschenetz), können sie immer wieder verwendet werden und sparen Geld, Abfall und Ressourcen.

Hier noch einmal eine detaillierte Anleitung zum Selbermachen in sieben Schritten:

  1. Stoff in die gewünschte Form schneiden, zum Beispiel in Kreise oder kleine Rechtecke.

  2. Dabei genügend Rand lassen, die fertigen Produkte werden kleiner sein als die zu Beginn ausgeschnittene Form.

  3. Zwei Elemente der gleichen Form und Größe aufeinander legen, mit der zukünftigen Innenseite nach außen, also quasi „auf links“.

  4. Mit einer Nähmaschine (oder von Hand, dies bedarf aber etwas Geduld) einmal rund herum nähen.

  5. Dabei ein kleines Stück freilassen.

  6. Nach Abschluss des Nähens mithilfe des kleinen noch offenen Abschnitts und gegebenenfalls einem Stift als Hilfsmittel das Pad auf die richtige Seite wenden, sodass die schönen Stoffe nun außen sind

  7. Das Loch mit einer Naht verschließen.

Es braucht vielleicht zwei oder drei Anläufe, um genau herauszufinden, wie man es selbst am besten handhabt, doch dieses DIY ist auch für absolute Anfänger machbar, da es einfach und schnell umgesetzt ist. Wer schon deutlich mehr Erfahrung hat, kann die neuen Pads auch besticken oder gleich einen Vorrat anlegen und diesen als perfektes kleines Geschenk für Freunde und Familie nutzen.

Stoffbinden selbst gemacht

Auch Binden und Einlagen für die Periode lassen sich einfach selbst herstellen, ganz ohne den vielen Plastikmüll, die zusätzlichen Kosten und die gebleichten Stoffe, die auf Dauer nicht gut für die Haut sind. Selbstverständlich gibt es auch hier wieder Produkte fertig zu kaufen, welche nachhaltiger sind als einmalig genutzte Tampons oder Binden, um die ja seit einigen Jahren ohnehin heiß diskutiert wird.

Die Alternativen reichen von Periodenunterwäsche über Menstruationscups bis hin zur Free Bleeding Movement und bieten eine Bandbreite an Möglichkeiten, die je nach Lebensstandard und eigenem Wohlbefinden angepasst oder natürlich auch kombiniert werden können.

Wasch- und wiederverwendbare Stoffbinden gehören für viele Frauen mittlerweile zur nachhaltigen Standardausstattung im Bad oder der Tasche. Kaufen kann man sie von kleinen regionalen Unternehmen, doch man kann sie auch selbst machen, sofern man die Muße dazu hat. Alles was man dazu braucht? Ein altes T-Shirt aus Baumwolle oder einen der oben bereits erwähnten schönen Stoffe sowie ein Moltontuch. Letzteres wird zur saugfähigen Einlage der Binde, da hier ein normaler Stoff natürlich nicht ausreicht.

Während die Abschminkpads und Miniwaschtücher zur Not auch mit der Hand genäht werden können, sollte bei den Binden auf eine Nähmaschine zurückgegriffen werden, da es sich um verschiedene und dickere Stoffe handelt und es außerdem viel Reibung und Flüssigkeit standhalten muss.

Zuerst werden alle Teile nach einer Vorlage ausgeschnitten und vorbereitet. Dann wird wieder, wie bei den Pads, „auf links“ vernäht, ohne es komplett zuzunähen, da sie noch einmal gewendet wird, damit die schöne Seite außen zu sehen ist.

Anschließend wird der vorbereitete Bindeneinsatz durch das noch immer offene Loch eingefügt und platziert. Erst danach wird der noch offene Rand vollständig verschlossen. Als finalen Touch werden dann noch Druckknöpfe an den Flügeln der Binde vernäht, damit sie auch ohne Klebestreifen beim Tragen fest an ihrem Platz bleibt und nicht verrutscht.

Tipp: Um die Binden aus Stoff vollständig von Blut zu reinigen, sollten sie zunächst in kaltes Wasser eingelegt werden, bevor sie in die Waschmaschine kommen. Am besten werde sie gleich nach Gebrauch in das Wasser, welches auch aus einer sanften Seifenlauge bestehen kann, eingelegt. Dies verhindert langfristige, unschöne Flecken, da sich so das oxidierte Eisen aus dem Stoff löst und es länger wie neu aussieht.

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