Hautpflege So pflegen Sie empfindliche Haut richtig

Ob Rötungen, Brennen oder Spannungsgefühl – wenn der Teint SOS funkt, ist spezielle Pflege gefragt, die ihn beruhigt und schützt. Erfahren Sie hier, wie man empfindliche Haut richtig pflegt.

Empfindliche Haut richtig pflegen So pflegen Sie empfindliche Haut richtig © andresr/iStock

Empfindliche Haut ist so etwas wie eine Prinzessin auf der Erbse. Sie stört sich an Dingen, die normale Haut gar nicht wahrnimmt. Äußere Einflüsse wie UV-Strahlen, zu viel Pflege oder Duftstoffe in Kosmetika reichen manchmal schon aus, um sensible Haut zu reizen. Die Ursachen und Auswirkungen auf empfindliche Haut sind dabei ganz individuell. Manchmal sind es ganze Körperteile, manchmal auch nur einzelne Hautstellen, die von Rötungen oder Reizungen betroffen sind. Eine beruhigende Pflege ist wichtig, um diesen Beschwerden vorzubeugen und kann bei der Regeneration helfen.

Sensible Haut hat spezielle Bedürfnisse

Eine genaue Definition von empfindlicher Haut ist schwierig, schließlich hat jede Haut ganz unterschiedliche Bedürfnisse, gesundheitliche Voraussetzungen und eine Reizung ganz individuelle Ursachen und Auswirkungen. Ob besonders dünn, trocken oder einfach sensibel – empfindliche Haut neigt zu einem hochgradig ausgeprägten Frühwarnsystem. Sobald die Nervenfasern einen Reiz von außen bekommen, alarmieren sie die Hautzellen und lösen Reaktionen wie Juckreiz, Prickeln und Hitzegefühl aus. Dagegen helfen nur zwei Strategien. Erstens: Immer schön mit Samthandschuhen anfassen. Und zweitens: die Barriere-Funktion der Haut stärken, damit Reizauslöser an ihr abprallen. Das beginnt mit der Reinigung. Um ihren angeschlagenen Säureschutzmantel nicht zusätzlich zu belasten, sollten Hautsensibelchen auf alle Saubermacher verzichten, die zu viele Tenside (Waschsubstanzen) enthalten. Ebenso auf heißes Wasser, alkoholhaltiges Tonic und grobe, mechanische Peelings.

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Empfindliche Haut richtig reinigen

Stattdessen sollten sie extra sanft reinigen, zum Beispiel mit einer Reinigungsmilch, die beruhigendes Thermalwasser enthält und nicht abgespült werden muss. Bei stark gereizter Haut kann so eine zusätzliche Belastung der Haut durch Kalkrückstände aus dem Leitungswasser verhindert werden. Dermatologen sagen übrigens: Wer zweimal täglich das Gesicht reinigt, überfordert seine Haut. Denn dabei werden immer auch Lipide (Hautfette) mit entfernt. Das macht die Hornschicht durchlässig und Reizstoffe haben leichtes Spiel. Ihre Empfehlung: Morgens reicht klares Wasser fürs Gesicht.

Besonders heikel bei empfindlicher Gesichtshaut ist das Entfernen von Make-up. Damit das im wahrsten Sinne des Wortes nicht ins Auge geht, am besten Mandelöl (z. B. von Weleda) oder Produkte zum Make-up-Entfernen benutzen, die auf den pH-Wert der Tränenflüssigkeit abgestimmt sind (z. B. „Pureté“ von Vichy aus der Apotheke). Reinigungswasser mit Mizellentechnologie versprechen außerdem die sanfte Reinigung ohne allzu hautstrapazierendes Reiben mit Wattepads oder Tüchern. Wer auf Zusatzstoffe empfindlich reagiert, für den kann auch schon reines Kokosöl eine schonende Alternative sein.

Peelings bei empfindlicher Haut – ja oder nein?

Wer zu unreiner und gleichzeitig trockener Haut neigt, kann ab und zu ein Peeling in die Gesichtspflege einbauen. Wichtig dabei: nutzen Sie anstelle eines mechanischen Peelings ein Fruchtsäure-Peeling, das die oberen Hautschüppchen ablöst. Übrigens regt die Fruchtsäure auch die Kollagenbildung und damit die Regeneration der Haut an und ist so gleichzeitig ein guter Anti-Aging-Helfer. Das Ergebnis ist ein glatteres, feineres Hautbild und unreine ebenso wie reife Haut profitieren von dieser Methode. Unser Tipp: Um weitere Hautirritationen zu vermeiden, sollten Sie das Fruchtsäure-Peeling einem Hautpflege-Profi überlassen und ein kleines Facial buchen, bei dem Sie eine auf Sie abgestimmte Gesichtspflege erhalten. Gönnen Sie sich diese kleine Auszeit, es lohnt sich! Noch sanfter geht es mit einem Enzym-Peeling, das auch Zuhause ohne Bedenken verwendet werden kann. 

So pflegen Sie sensible Haut am besten

Auch bei der Pflege gilt: Bloß nicht reizen! Deshalb enthalten Cremes für sensible Haut auch möglichst wenig Inhaltsstoffe. Vor allem Duft-, Konservierungs- und Farbstoffe können allergische Reaktionen auslösen. Eine sensitive Creme nutzt daher eine Kombination aus neutralen Inhaltsstoffen, Fetten und Feuchtigkeit. Im Klartext heißt das: Naturkosmetik eignet sich hervorragend zur Pflege von empfindlicher Haut. Intensive Pflege kann in dem Falle auch heißen, den übermäßigen Gebrauch von Pflegeprodukten und Cremes zu vermeiden, denn oft ist auch Überpflegung die Ursache von gereizter Haut. 

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Ob sie gut versorgt ist, verrät sie selbst: Auch drei Stunden nach dem Eincremen fühlt sie sich im Idealfall noch angenehm glatt und geschmeidig an. Beauty-Profis gönnen sich morgens nach dem Duschen ab und zu eine beruhigende Feuchtigkeitsmaske, die mit einem Fächerpinsel aufgetragen wird und 15 Minuten einwirkt. Hyaluronsäure entspannt die Haut, polstert sie auf und macht sie fit. Hinzu kommt noch ein weiterer Effekt: Die sanfte Berührung der feinen Pinselhaare fördert die Ausschüttung entspannender Endorphine. 

Schützen Sie Ihre Haut vor Stress

Stress zehrt schließlich nicht nur an unseren Nerven. Er ist auch ein echter Beauty-Feind. Sobald wir unter Druck stehen, produziert der Körper mehr Stresshormone. Adrenalin heizt den Stoffwechsel an. Die Gefäße erweitern sich, der Blutfluss wird verstärkt. Das kann Entzündungen auslösen, die sich auch auf unserer Haut zeigen. Auch der Botenstoff Histamin wird ausgeschüttet. Folge: Die Haut juckt. Was hilft? Ruhe bewahren. Zum Beispiel mit der so genannten „Harmonieschaukel“: Auf dem Boden sitzend die Arme um die angezogenen Knie schlingen. 20-mal langsam vor und zurückwippen. Entstresst auch: Die Hände zusammenlegen und alle Fingerkuppen gegeneinanderpressen, bis man spürt, wie der Puls zu pochen beginnt. Dabei tief ein- und ausatmen. Nach zwei Minuten wird der Pulsschlag deutlich ruhiger, der Stress lässt nach.