Ökologisch und Sozial Diese Faktoren sprechen für ernste Absichten

Glück kann man nicht kaufen. Aber eine bessere Welt. Zum Beispiel mit Kosmetik, die soziale Projekte unterstützt. Kommt die Hilfe an? Oder geht es nur um Imagepflege?

 

Teamwork erhöht die Trefferquote bei Betroffenen

Wenn eine Beautyfirma mit einer bekannten Organisation mit Siegel kooperiert, ist das generell ein gutes Zeichen, weil diese die Bedürfnisse der Empfänger gut kennt – denn die sind oft völlig anders, als wir Außenstehenden ahnen.

Georgisches Sprichwort

„Spenden sind kein Tropfen auf dem heißen Stein. Sie sind Regen für den Ozean“

Kiehl’s z. B. arbeitet mit dem Verein „Children for a better World“ in München zusammen, der Kindermittagstische in sozialen Einrichtungen organisiert. Und Yves Rocher hat sich den Verein zur Förderung der Blindenbildung in Hannover ins Boot geholt, wo der Katalog von einem Blinden in Punktschrift übersetzt wird. Mit Erfolg: „Die Schminktipps sind gut“, bestätigt Melanie Bause. Denn auch, wenn wir Sehenden es uns vielleicht nur schwer vorstellen können, ist Make-up für sie überraschend wichtig. „Rot war früher meine absolute Lieblingsfarbe. Durch den korallenfarbenen Lippenstift kann ich sie noch einmal spüren und genießen”, erklärt die blinde Frau.

Wenn Kosmetikhersteller dagegen nur mit Schlagwörtern werben, ohne sich bei professionellen Hilfsorganisationen zu informieren, führt das manchmal zu Aktionen, die danebengehen. Kinderarbeit z. B. ist grundsätzlich abzulehnen. Wenn sie aber zu pauschal bekämpft wird, wird vielen Familien in der Dritten Welt die Lebensgrundlage entzogen. „Das ist schwer zu akzeptieren, ist aber so. Die Kinder selbst wünschen sich einfach nur bessere Arbeitsbedingungen“, erklärt Spendenexperte Alexander Glück. Dafür setzen sich auch einige angesehene Organisationen wie Terre des hommes ein, die für gerechtere Löhne und kürzere Arbeitszeiten kämpfen. Alexander Glück: „Wir müssen viel mehr Gespür dafür entwickeln, dass es nicht nur um unsere eigenen Vorstellungen von der ,richtigen‘ Lebensweise geht.“
 

Wer jetzt dranbleibt, zeigt sein wahres Gesicht

Ein weiterer Hinweis auf echte Hilfe ist die Höhe der Spende. Wenn eine Beautyfirma von einer Creme, die 160 Euro kostet, nur 50 Cent für einen guten Zweck weiterleitet, deutet das eher auf eine preiswerte Eigenwerbung hin. Hersteller wie MAC oder Clinique spenden dagegen von Einzelprodukten den kompletten Verkaufspreis, wenn auch nur über einen begrenzten Zeitraum. Dafür aber regelmäßig! An solchen Aktionen kann man erkennen, dass dabei nicht nur die Käuferin selbst spendet, sondern auch der Hersteller, denn der schießt die gesamten Material- und Herstellungskosten zu.

Auch die Finanzkrise dürfte uns zeigen, wem das Helfen ein echtes Anliegen geworden ist. Buchautor Alexander Glück: „Spreu und Weizen werden sich schon bald voneinander trennen, denn Sponsoring steht auf den Streichlisten der Firmen weit oben. Wer daran nicht spart, sondern an sozialen Projekten festhält, meint es mit Sicherheit ernst.“ So entsteht faire Hilfe, die wirklich ankommt. Wie bei Frau Bause, die trotz Blindheit weiterhin in Farben schwelgen kann.

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