Inhaltsstoffe Woher weiß man, dass Q10 in Cremes hilft?

Geht’s Ihnen auch manchmal so? Man steht vor einem riesigen Angebot von Pflegeprodukten mit Anti-Age-Versprechen und fragt sich: Was steckt da eigentlich drin?


Woher weiß man, dass Q10 in Cremes hilft?

Entdeckt wurde Q10 erst 1957. Der Brite Peter Dennis Mitchell erhielt 1978 den Nobelpreis für Chemie, weil er herausgefunden hatte, wie die Energieumsetzung durch das Coenzym funktioniert. Da die Erkenntnisse für Körperzellen meist auch für Hautzellen gelten, nahm die Forschungsabteilung Anti-Aging und Hautalterung bei Beiersdorf in Hamburg diese Spur auf. Deren Leiter Dr. Thomas Blatt: „Durch Farbkodierungen in Zellkulturen konnten wir bis in die Einzelzelle nachweisen, dass die Wirkstoffe tief in die Zelle hineinkommen und dort biochemische Prozesse beeinflussen.“ Q10 als Bestandteil von Creme zieht leicht und schnell in die Haut ein. Dr. Blatt und sein Team fanden in Tests bestätigt: „Das Coenzym erhöht den Energiepegel der Zelle. Dadurch funktionieren die Stoffwechselaufgaben wie die Bildung von Hyaluronsäure wieder besser. Die Anti-Aging-Wirkung von Q10 ist in zahlreichen Anwendungsstudien nachgewiesen worden. Die Haut wird elastischer, dichter, feine Linien und Falten sind reduziert.“

Wie kann es zu einem Mangel an dem Coenzym kommen?

Es gibt Phasen mit erhöhtem Bedarf, etwa nach körperlichen Anstrengungen wie Leistungssport, bei Stress, durch zu viel Alkohol und Nikotin und durch Krankheiten. Dann wird im Organismus das Coenzym umverteilt: dorthin, wo es am dringendsten gebraucht wird. Die Zellen anderer Organe sind somit unterversorgt. Wenn etwa das Herz mehr Q10 benötigt als sonst, dann könnte das Resultat sein, dass die Haut mehr Falten bekommt. Mit der Zeit lässt die Fähigkeit des Körpers, Q10 herzustellen, nach. Bei 50-Jährigen liegt sie um ein Viertel niedriger als bei 20-Jährigen. Außerdem wird die Durchblutung schlechter. So kann Q10 nicht mehr so gut transportiert werden.

In welchen Nahrungsmitteln steckt die hilfreiche Substanz?

Q10 ist in Fleisch, Geflügel und fetten Seefischen enthalten, in Eiern, Pflanzenölen, Nüssen, Kartoffeln, Brokkoli und Hülsenfrüchten. Man kann nicht überdosieren: Der Körper füllt lediglich seine Q10-Speicher auf. Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

Wie kann Haarpflege mit Q10 etwas bringen?

Die Anwendung im Haarpflegebereich ist noch relativ neu. „Dort wirkt das Coenzym in erster Linie auf die Kopfhaut und stimuliert die Haarwurzel, sodass das Haar von innen wieder aufgebaut werden kann“, erklärt Dr. Blatt. Deshalb könne man Q10 gut einsetzen, um anspruchsvolles Haar zu kräftigen.

Unser Experte

Der Humanbiologe Dr. Thomas Blatt, Leiter der Forschungsabteilung Hautalterung bei Nivea Beiersdorf, schrieb seine Doktorarbeit unter anderem über das Coenzym Q10

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