Garten dekorieren

Tipps für den Bauerngarten

Eigentlich wollte Ilka Mahro nur ein Haus auf dem Lande. Doch dann legte sie einen Bauerngarten an, der heute ein beliebtes Ausflugsziel ist.

buschige Rosen Tipps für den Bauerngarten © jalag-syndication.de

Hier biegen sich schlanke Gräser im Ostseewind. Dort verströmen Wiesenraute und Sonnenhut ihren zarten Duft. Dazwischen reckt der violette Kandelaber-Ehrenpreis seine Blütenkerzen in die Luft. Ilka Mahro, 49, komponierte ihren Bauerngarten im ostholsteinischen Schashagen wie ein Maler seine Bilder, hat ihn strukturiert nach Farben, Formen und Themen: Blüten-Show, Lounge-Ecke, Nutzgarten. Die Pracht wirkt wie zufällig gewachsen, doch steckt in jedem Beet und Busch Pflanzenwissen: Was blüht im Frühling, im Sommer, im Herbst? Stimmt die Balance zwischen senkrechten Stauden und breiten Gewächsen? „Mit Pflanzen kann man malen wie ein Künstler mit dem Pinsel“, sagt die Gartenkennerin.

Ihr grünes Refugium kostet dennoch wenig Zeit: Nur zwei Wochen im Februar reichen, sagt sie, um alles in Schuss zu halten. Natürlich müsse man ab und an verblühte Akeleien abschneiden und den Rasen mähen. „Aber das empfinde ich nicht als mühsam“, sagt Mahro. „Gärtnern gilt bei vielen als anstrengend. Das ist doch wirklich schade.“ Und dies war für Ilka Mahro auch ein Beweggrund, zusammen mit einer Handvoll Gleichgesinnter die Initiative „Tag des offenen Gartens“ ins Leben zu rufen: Auf ihren Reisen nach Holland und England hatte sie erlebt, wie Hobbygärtner ihre Pforten für Neugierige öffneten, sich mit ihnen austauschten, Anregungen gaben und allen Besuchern Lust auf Baum und Kraut machten. Seit zehn Jahren nun empfängt Ilka Mahro auf ihrem Grundstück Garteninteressierte, an manchen Tagen kommen bis zu 900 Besucher. „Da gibt man viel von sich preis, so ein Garten ist ja fast wie eine Wohnungseinrichtung.“

Es passierte eher zufällig, dass Ilka Mahro ihr Hobby zum Beruf machte: So viele Menschen fragten sie um Rat, dass sie heute als professionelle Gartengestalte- rin ihr Geld verdient. Was sie weiß, hat sie sich selbst beigebracht. Einen Gartenbau-Studienplatz hatte sie nach der Schule zwar sicher, trat ihn aber nicht an, weil das erste ihrer drei Kinder unterwegs war. Ein Glücksfall – denn so entwickelte sie durch Erfahrung einen ungewöhnlich luftig-leichten Stil.