Ideen für den Schrebergarten Heiß begehrte Schrebergärten

Schrebergärten, die lange als piefig galten, sind heute bei Städtern heiß begehrt – die Nachfrage übersteigt das Angebot. Wie aus einer Parzelle ein Kleinod wird, zeigt das moderne Laubenidyll eines Berliner Paares

schrebergarten Heiß begehrte Schrebergärten © jalag-syndication.de

Eine Handvoll Johannisbeeren vom Busch angeln, ein stattliches Exemplar Löwenzahn aus dem Staudenbeet ziehen und eine Gießkanne voll Wasser über dem Topf mit duftiger Zitronenverbene leeren: Bevor der 42-jährige Meik Szydlik und seine Frau Nicola, 39, die Tür zu ihrer Laube öffnen, drehen sie immer erst eine Runde durch ihren Schrebergarten vor den Toren Berlins – ihr stadtnahes Stückchen Natur, ihr Erholungsraum. Beide sind auf dem Land groß geworden. Und in der Wohnung fehlte ihnen und ihren zwei Töchtern, 5 und 13, einfach die Bewegungsfreiheit. So wie vielen Tausend anderen in Berlin, Hamburg oder München, die das grüne Vergnügen entdecken, das lange als piefig bespöttelt wurde. In den Metropolen übersteigt die Nachfrage das Angebot. Fast die Hälfte der seit 2003 neu verpachteten Parzellen ging an junge Familien, so eine aktuelle Studie des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

Gärtnern ist Leidenschaft

Rund zwei Millionen Menschen beackern bundesweit 50 000 Hektar Kleingärten. Längst haben Trendforscher den Schrebergarten zur Lifestyle-Oase ausgerufen, gärtnern heißt jetzt „Flower- Lounging“ und Laubenpieper wie die Szydliks „Neo-Natures“. Als hippe Trendsetter sieht sich das Paar allerdings nicht. Die zwei sind professionelle Gartenplaner mit dem nachvollziehbaren Bedürfnis, auch privat einer der ältesten Leidenschaften der Kulturgeschichte nachzugehen – dem Gärtnern. Die Szydliks hatten Glück, als sie vor zehn Jahren eine Parzelle suchten. Sie fanden die Kleingartenanlage an der Bornstedter Kirschallee, die im Rahmen der Potsdamer Bundesgartenschau 2001 geschaffen wurde: Gärten wechseln sich dort ab mit breiten Wiesenstreifen und Wegen, die aus der Stadt hinausführen. „Das moderne, offene Konzept ohne Zäune gefiel uns“, erzählt Nicola Szydlik. Für 645 Euro Pacht, Nebenkosten und Vereinsbeiträge im Jahr genießen sie nun ihr Kreativatelier im Freien.
 

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