Freitag, 24. Juli 2015 - 9:14

Susi trifft Lutz von Maleknitting

Strick-Bloggerin Susi Strickliesel hat in ihrer Strick-Karriere schon viele Dinge erlebt, doch dass Männer sich in Kneipen treffen, um gemeinsam zu stricken, ist auch für sie neu und überaus interessant. Für ein kleines Interview traf sie Lutz Staake von Maleknitters und fand erstaunliche Dinge über Männer und ihre außergewöhnliche Liebe zum Sticken heraus. 

Susi Strickliesel und Maleknitter Lutz vergnügen sich im Strick-Tippi - Das Interview finden Sie hier. Susi trifft Lutz von Maleknitting © Susi Strickliesel

Auf Facebook habe ich vor einiger Zeit die Seite Maleknitting entdeckt und bin neugierig geworden. Einen strickenden Mann sieht man leider viel zu selten. Kurzerhand haben Lutz Staake aus München und ich uns online ausgetauscht, und im Frühjahr dieses Jahres endlich persönlich auf der h+h Messe kennengelernt und ihm ein paar Fragen gestellt. Schade eigentlich, dass ich als Frau in der gemütlichen Männerrunde nicht mal mitstricken darf.

Susi Strickliesel: Wie bist Du zum Stricken gekommen?

Lutz Staake: Vor gut drei Jahren wurde meine Nichte Mia geboren. Als fleißiger Onkel (Professional Uncle -No Kids) war es meine Pflicht, das kleine Ding mit Geschenken zu überhäufen. Meine Tante war da ganz pragmatisch und hat meiner Nichte eine Rassel gestrickt. Sie habe es sich bei YouTube selbst beigebracht. Stricken konnte ich bis dahin nicht, also habe ich es mir mit einem Buch und den Tipps meiner besten Freundin selbst beigebracht.

S: Kannst Du auch häkeln oder betreibst Du andere Handarbeiten?

L: Ich bin ein totaler Noob was Häkeln betrifft. Ich hab zu Thanksgiving mal Karotten als Tischdeko gehäkelt und zwei Mützen. Aber mir selber gefällt das Muster nicht so gut. Da finde ich Stricken filigraner.

S: Strickst Du hauptberuflich oder hast Du auch einen “normalen” Job? Ist es dein Ziel das Stricken zum Fulltimejob zu machen?

L: Ne, ich bin im Netz schon ganz gut aufgehoben und liebe es, mit anderen Usern digital zu kommunizieren. Sei es nun mit Nutzern, mit Fans auf Facebook oder mit anderen Bloggern. Das kann ich gut und will es gar nicht mehr missen. Ich weiß gar nicht, ob ich noch so viel Freude am Stricken hätte, wenn ich es hauptberuflich machen müsste. 

S: Du veranstaltest regelmäßig Maleknitting-Events. Wie sind diese Events entstanden?

L: Die Idee zu Maleknitting kam von einem Bekannten, der immer wieder mal auf Facebook gesehen hat, dass ich stricke. Als er eines Abends ein kühles helles in einer Kneipe trank, dachte sich: "Mei, hier ist’s doch perfekt, um eine Strickrunde unter Männern ins Leben zu rufen!", und er hatte Recht. Wir trafen uns also zum ersten Mal in einer St. Pauli Fußballkneipe. Nachdem wir nicht so recht wussten, wie man uns aufnimmt, haben wir uns ins Eck unter den Fernseher gesetzt, um ja niemanden zu stören. War schon witzig, dass die Leute immer in unsere Richtung starrten, aber gar nicht mal weil wir strickten, sondern weil das Fußballspiel so spannend war und wir nun mal direkt bei dem Fernseher saßen. Dass die Social-Media-Welt klein ist, habe ich dann einen Tag später feststellen dürfen: einer der Besucher twitterte, dass er am vergangenen Abend, in einer Kneipe, strickende Männer gesehen hätte. Eine Bekannte machte mich dann auf den Tweet aufmerksam und „schwupps“, wurde ein regelmäßiges Treffen für strickende Männer ins Leben gerufen.

S: Falls männliche Strickwütige dies lesen, wann finden Maleknitting-Events in den nächsten Monaten statt und wo?

L: In München treffen wir uns - mal mehr, mal weniger regelmäßig - am ersten Donnerstag im Monat. Neben München finden die Maleknitting-Meet-Ups allerdings auch noch in Köln und Frankfurt statt. Jeder Kerl, der ein Meet-Up in seiner Stadt veranstalten möchte, ist herzlich willkommen. Gern kann man mich vorher anschreiben, ich helfe dann beim Organisieren. Die Treffen sind ein Wenig wie ein Mädelsabend, nur halt mit Männern und Strick-, bzw. Häckelnadeln.

S: Welche Ziele und Träume hast Du noch für Maleknitting?

L: Leider zu viele (lacht). Ich würde gerne mehr Männer vorstellen, die, wie ich, vom Stricken fasziniert sind. Deren Geschichte erzählen und sagen, was sie so auszeichnet. Außerdem würde ich gerne einmal den Herstellungsprozess der Wolle, vom Schaf bis zum Knäuel, mitverfolgen. Dazu gehört das Scheren, Spinnen, Färben und natürlich das Stricken. Falls auch ein Schäfer unter den Lesern sein sollte, kann er sich gern bei mir melden und mich zu sich einladen. 

Über Susi Strickliesel

Hallo, mein Name ist Susi Strickliesel und ich bin stricksüchtig! Ich bin 36 Jahre alt und neben meinem Job als Casting & Production Associate im Musicalbereich ist Stricken ein ganz grosses Thema in meinem Leben. Ich stricke immer und überall und lasse meine Facebookgemeinde mit lustigen Fotos und anderen Beiträgen daran teilhaben.

Einige Prominente tragen eine Susi Strickliesel Strickmütze, u.a. Johannes Strate, Stefanie Hertel und Tom Beck und die Kunden können sich die gleiche Mütze für sich selbst bestellen oder ein eigenes Modell aus über 100 verschiedenen Farben zusammenstellen. Hinter Susi Strickliesel steht keine Firma, ich mache alles selbst, jede Mütze wird von mir selbst gestrickt, jeder Beitrag von mir verfasst und jede Anfrage persönlich beantwortet. Bei mir gibt es keine Massenware, in jeder Mütze steckt gleich viel Susi Liebe! Ich freue mich riesig auf diesen Blog und die Kooperation mit FürSie.de , da deren Liebe zum Thema Stricken mein Herz zum Hüpfen bringt!

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