Donnerstag, 27. Oktober 2016 - 16:33

Redaktionstest: Haarentfernung mit Licht

Es klingt innovativ: Mit konzentrierten Lichtblitzen wird die Haut schonend von Haaren befreit, und das Wachstum neuer Haare wird blockiert. Ob es funktioniert? Social Media Managerin Heidi Nicklich hat es getestet.

Philips IPL Lumea Prestige Redaktionstest: Haarentfernung mit Licht © Philips

Wie funktioniert die Technologie?

IPL bedeutet "Intense Pulsed Light". Bei dieser Technologie werden Haare mit Lichtimpulsen behandelt, wobei ein optischer Filter die Haut vor UV-Licht schützt. Der Farbstoff (Melanin) im Haar nimmt dieses Licht auf, wandelt es in Lichtenergie um und leitet diese in die Haarwurzel. Damit werden die Haarfollikel quasi ruhiggestellt. Daraufhin fällt das Haar auf natürliche Weise aus, und ein Nachwachsen wird verhindert. Klingt ebenso kompliziert wie innovativ, aber ob es auch funktioniert? Das will ich gerne testen.

Gerät: Philips Lumea Prestige SC2009

Preis: ca. 500 € UVP

Nutzungszeitraum: 8 Behandlungen (24 Wochen)

IPL - Echte Alternative zum Rasieren? 

Heidi Nicklich

Social Media Managerin und Kitchen Girl Heidi Nicklich testete das Epiliergerät Philips Lumea Prestige.

Ich war ziemlich gespannt auf den Test, denn ich habe mich schon mit einigen alternativen Enthaarungsmethoden beschäftigt, von Enthaarungscreme über Epilieren bis hin zu sandpapierartigen Rubbelpads. Keine hat mich bisher mehr überzeugt als das Rasieren, denn das geht am schnellsten, auch wenn die Wirkung nicht lange vorhält. IPL wollte ich schon länger ausprobieren, schließlich soll man mit diesem Haarentfernungssystem bis zu acht Wochen Ruhe vor den Haaren haben.

Schutzbrille oder nicht?

Ich habe mich schon bevor das Gerät eintraf im Internet schlau gemacht und neugierig die Erfahrungsberichte und Fragenkataloge gelesen. Es gibt drei verschiedene Aufsätze für die Anwendungsbereiche Gesicht, Körper und Bikinizone. Außerdem fragen ziemlich viele Leute nach, ob eine Schutzbrille nötig ist. Auch von einem weißen Stift zur Abdeckung von Muttermalen ist die Rede. Beides ist in dem Paket nicht enthalten. In der Gebrauchsanweisung und auf der Philips-Website finde ich den Hinweis, eine Schutzbrille sei nicht nötig.

Die erste Benutzung

Warum die Leute aber so zahlreich danach fragten, wurde mir bei der ersten Benutzung klar. Die roten Lichtblitze waren ziemlich grell, auch wenn man die Öffnung des Gerätes fest auf die Haut drückte. Ein versehentliches Blitzen direkt in die Augen ist aber nich möglich, denn das Gerät löst erst aus, wenn die Öffnung komplett von Haut bedeckt ist. Dann erscheint ein grünes Licht und man kann den Auslöser betätigen. Dieser Schutzmechanismus macht es allerdings auch ein wenig knifflig, denn ich habe die Variante mit dem dauerhaft gedrückten Auslöser und dem Gleiten über die Haut nicht hinbekommen. Ständig musste ich neu anlegen und den Winkel minimal anpassen, fest aufdrücken und schauen, dass der Kontakt ausreichend war – besonders am Schienbein war das häufig der Fall, weshalb ich das Gerät dort immer schräg zum Knochen angesetzt habe. Zuerst kam mir das Prozedere ziemlich langwierig vor, doch ich brauchte nicht länger als 15 Minuten für die Beine. Damit liegt die Gebrauchsanweisung richtig. Besonders toll fand ich, dass man das Gerät gemütlich vor dem Fernseher benutzen kann. Es gibt keine Schweinerei wie beim Epilieren, und Wasser, wie beim Rasieren, braucht man auch nicht.

Vorherige Enthaarung empfohlen

Am ersten Tag habe ich auf den Beinen alle Stufen getestet, um zu sehen, welche ich vertrage. Ich habe alle Stufen ohne Probleme vertragen. Grundsätzlich tat die Behandlung nicht weh, aber man merkt nach einer Weile, wie die Belichtungsfläche warm wird. Verbrennungen können dabei aber nicht entstehen, es fühlt sich nur etwas heiß an. Ein kleines Zwicken merkt man lediglich, wenn die Haut nicht vorher enthaart wurde. Das riecht man aber auch, ähnlich wie beim Föhnen. Dass man vorher enthaaren sollte, steht aber auch in der Beschreibung, denn das Licht soll möglichst direkt die Haarwurzeln erreichen. Als Enthaarungsmethoden kommen dabei aber nur Rasieren und Epilieren infrage, von Enthaarungscreme wird wegen der Chemikalien abgeraten (übrigens auch von Selbstbräuner 48 Stunden rund um die Behandlung). Außerdem sollte die Hat nicht direkt vorher enthaart werden, damit sie nicht frisch gereizt ist. Ich hab es immer am Morgen gemacht, wenn ich am Abend "blitzen" wollte.

Ergebnisse der Behandlung

Nach der IPL-Behandlung fühlt sich der Bereich noch etwas merkwürdig und warm an, aber es traten weder Rötungen noch Jucken oder Ausschlag auf, was man ja von anderen Methoden (Rasieren, Epilieren und Co.) gewohnt ist. Die ersten vier Behandlungen führte ich im Zwei-Wochen-Takt durch. Zu Beginn merkte ich beim Haarwachstum kaum einen Unterschied, lediglich in der Bikinizone zwickte es beim Nachwachsen weniger als zuvor. Erst nach der dritten Behandlung erkannte ich, dass an allen behandelten Stellen fleckenweise weniger Haare nachwuchsen. Dass das fleckenweise auftrat, erklärt sich durch die unterschiedlichen Wachstumszyklen, in denen sich die Haare jeweils befanden. Ab der fünften Behandlung müssen nur noch vier Wochen Abstand eingehalten werden.

Jetzt, nach acht Behandlungen, merke ich definitiv eine Verlangsamung des Haarwachstums. Statt alle zwei bis drei Tage zu rasieren, merke ich die ersten (und ganz weichen) Stoppeln erst nach zwei Wochen. Das finde ich großartig und ich werde das Gerät auf jeden Fall weiterbenutzen und schauen wie weit ich das noch ausreizen kann. Eine Haarentfernung, die bist zu acht Wochen anhält, kann ich mir noch nicht vorstellen, aber wenn es soweit ist, werde ich diesen Bericht ergänzen.

Kleines Manko: die Behandlung verstärkt trockene Haut an den Beinen noch ein wenig, also habe ich fleißig gecremt. Das ist aber zu verkraften, wenn man sich dafür die Hautirritationen durch das Rasieren spart.

Das sollte man bei der IPL-Behandlung beachten

Das Gerät ist nicht für dunkle Hauttypen geeignet, bei der Haarfarbe gilt allerdings: je dunkler, desto besser. Für hellblonde, rote, weiße und graue Haare werden jedoch keine guten Ergebnisse prophezeit. Man sollte unbedingt Leberflecke, Muttermale, Tattoos, permanentes Make-Up, Narben und Wunden auslassen. Auf Amazon gab es Diskussionen um einen weißen Stift, mit dem man diese Hautstellen abdecken könnte. Dieser ist aber weder im Lieferumfang enthalten, noch steht in der Gebrauchsanweisung etwas davon. Auch auf der Herstellerseite gibt es keinen Verweis auf diesen „Trick“. Ich habe mich einfach bemüht, keine Leberflecke zu treffen und sie mit dem Finger abgedeckt. Die Wichtigkeit dieser Regel wurde mir bewusst, als ich einmal meinte, mit dem Gerät einen meiner Leberflecke getroffen zu haben. Ich war mir nicht mehr sicher, aber er erschien mir dunkler als sonst. Ein Besuch bei meinem Hautarzt konnte bestätigte den Verdacht glücklicherweise nicht. Auch für die weitere Nutzung des IPL-Geräts gab mein Hausarzt mir sein Go - lediglich von der Behandlung der Hautmale riet er mir mit Nachdruck ab.

Fazit 

Die Behandlung ist angenehm, geht schnell und ist nicht ortsgebunden (wenn der Akku aufgeladen ist). Ich bin sehr zufrieden mit dem Philips Lumea Prestige SC2009 und würde ihn meinen Freundinnen weiterempfehlen. Allerdings sind 500 Euro durchaus ein stolzer Preis für diesen Luxus. Gerade für Frauen, die mit dunklem Haarwuchs auf heller Haut zu kämpfen haben, dürfte das Gerät aber eine große Erleichterung darstellen.