Kostenlose Anleitung Käfer-Pantoffeln selber machen

Niedlich! Diese modischen Unikate werden erst aus „Feltro“-Wollgarn gestrickt und gefilzt, dann wird die Filzsohle verklebt und das Oberteil angenäht. Dann heißt es: rein in die Puschen!

Kaefer-Pantoffeln Käfer-Pantoffeln selber machen © Herbert Dehn/Lana Grossa

Käfer-Pantoffeln

Größe:
Je nach Schuhgröße 38–44. Sohlenstoff vor dem Filzen: 46 cm x 50 cm (Breite x Höhe), Sohlenstoff nach dem Filzen: 32 cm x 32 cm (Breite x Höhe).

Material:
Lana Grossa Feltro (100% Wolle, Lauflänge 50 m/50 g), 200 g in Dunkelgrau meliert (Fb 04), 100 g in Bordeaux (Fb 15) oder Pink (Fb 38), Stricknadel Nr. 7 und 9, Espadrilles- Sohlen Art. 975 104 von Prym, Sekundenkleber oder Heißkleber.

Maschenprobe vor dem Waschen:
Glatt rechts mit Nadel Nr. 9: 9,5 M und 13,5 R = 10 x 10 cm.

Grundmuster:
Glatt rechts in Reihen: In Hin-R alle M rechts str, in Rück-R alle M links str.

Randmasche:
Glatter Rand: 1. M jeder R abheben, letzte M jeder R str.

Perlmuster:
1 M rechts und 1 M links im Wechsel, M in jeder R versetzen.

Pantoffeln

Sohlen:
Mit Nd Nr. 9 44 M anschl und 50 cm glatt rechts str. M abketten.

Pantoffel-Oberteile:
2 identische Oberteile str. Mit Nd Nr. 7 in Bordeaux oder Pink 30 M anschl und 3 R im Perlmuster str. Nach Zählmuster „Polka-Dot“ arb und 1x die 1.–36. R str. Für beide Farbvarianten die Punkte in Dunkelgrau meliert einstr und für jeden Punkt ein eigenes kleines Knäuel verwenden. Alle M abketten. Alle drei Teile nach Anleitung verfilzen. Stoffe nach dem Waschen in Form ziehen und liegend trocknen lassen.

Ausarbeiten:
Aus dem Dunkelgrau melierten verfilzten Stück den Umriss der Sohlen zuschneiden. Sohlen mit einem gut heftenden Textilkleber bestreichen und die zugeschnittenen Sohlen passgenau darauf legen. Fest andrücken und mit Büchern beschweren. Aus den beiden gepunkteten verfilzten Rechtecken die Oberteile der Schuhe zuschneiden. Dafür die den Sohlen beigelegte Schablone / Schnittmuster benutzen. Die passende Schuhgröße auswählen. Die zum Fuß zeigende Kante ist die Kante mit Perlmuster und bildet den Abschluss. An der Rundung ca 1 cm Nahtzugabe zugeben und Oberteil zuschneiden. Mit einem doppelten Zwirn an die Espadrilles- Sohle nähen.

Filzen in der Waschmaschine mit "Feltro" von Lana Grossa

So wird's gemacht

Machen Sie zuerst eine Maschen- und Filzprobe, und zwar mit der angegebenen Waschtemperatur des Modells.

Die Maschenprobe: 
Schlagen Sie dafür mindestens 4, besser noch 6 M mehr an, als für 10 cm nach dem Waschen beim jeweiligen Objekt angegeben sind. Auch in der Höhe sollten Sie ca. 6–8 R mehr stricken, als für die Maschenprobe angegeben sind. Legen Sie das Maßband oder einen Maschenzähler zuerst vor dem Waschen unter den Maschen an und zählen Sie die Maschen im Bereich von 10 cm, außerdem neben den Maschen, um die Reihen auf 10 cm zu zählen. Wichtig dabei ist, das Maßband nicht am Rand, sondern in der Mitte des Gestricks anzulegen, die Randmaschen verfälschen das Ergebnis.

Da Sie nach dem Filzen keine Maschen mehr zählen können, messen Sie nun auch noch die Außenkanten des Gestricks in Höhe und Breite und notieren dazu die gesamte Maschenund Reihenzahl.

Nach dem Filzen ziehen Sie das Probeläppchen in Form und messen die Länge und Breite. Nun können Sie die Anzahl der Maschen auf 10 cm berechnen: Sie teilen die Gesamtanzahl der (gestrickten) M durch die Breite des Filzläppchens, z. B. Sie haben 37 M gestr, das Läppchen ist gefilzt 22 cm breit = 37 : 22 = 1,68 = gerundet 1,7 M pro Zentimeter = 17 M auf 10 cm in der Breite. In der Höhe rechnen Sie genauso, z. B. hatten Sie 46 R notiert, das Läppchen ist 20 cm hoch: 46 : 20 = 2,3 R pro Zentimeter = 23 R auf 10 cm in der Höhe.

Filzen in der Maschine:
Als Temperatur wird in der Regel 40 Grad eingestellt, bei Teilen, die bei 60 Grad gewaschen werden, wird explizit darauf hingewiesen (dabei wird der Filz dichter und fester). Legen Sie ein altes Handtuch und einige Tennisbälle zum Gestrick in die Waschmaschine und wählen Sie einen normalen Waschgang (z. B. für Hemden) mit Schleudergang und ein einfaches Vollwaschmittel. Die Waschmaschine sollte maximal zu 2/3 gefüllt sein.

Anzahl der Waschvorgänge:
Manche Modelle werden statt einmal sogar zweimal hintereinander gewaschen. Den Hinweis finden sie immer in der Zeile „Nach dem Waschen (2x)“ in der Klammer. 2x bedeutet entsprechend 2x waschen, steht ein 1x in der Klammer, wird das Modell nur 1x gewaschen.

Faktoren, die das Filzen beeinflussen:
Nun können Sie sowohl die Maschenprobe vor und nach dem Waschen vergleichen. Grundsätzlich kann man sagen, stimmt die Probe vor dem Waschen überein, dann ist sie auch nach dem Waschen gleich. Vorausgesetzt, Sie verwenden das gleiche Garn und die gleiche Farbe, denn das sind Faktoren, die das Ergebnis erheblich beeinflussen.

Der Grad der Verfilzung beträgt durchschnittlich 30–40 %, wird jedoch, da es sich bei der Wolle um ein Naturprodukt handelt, von folgenden Punkten maßgeblich beeinflusst: 1. Das Ausgangsmaterial der Rohwolle ist verschieden. 2. Die Färbung der Wolle bewirkt einen unterschiedlichen Einsprung = Schrumpfung beim Filzen. 3. Waschvorgänge laufen in den verschiedenen Maschinen unterschiedlich ab, auch das Waschpulver ist ausschlaggebend. 4. Die individuelle Strickart beeinflusst das Ergebnis.

Maschenprobe

Machen Sie eine Maschenprobe! Stricken Sie dafür ein 12 x 12 cm großes Stück im Muster Ihres ausgesuchten Modells. Danach zählen Sie Maschen und Reihen im Bereich 10 x 10 cm aus. Sind es weniger Maschen als in der Anleitung angegeben: Stricken Sie fester oder nehmen Sie dünnere Nadeln (1/2 bis ganze Nadelstärke). Haben Sie mehr Maschen gezählt: Versuchen Sie, lockerer zu stricken beziehungsweise nehmen Sie dickere Nadeln.

Bitte beachten Sie: Strickarbeiten fallen unterschiedlich aus. Daher sind die Maschenproben-Angaben auf den Banderolen der Wolle nicht als verbindlich anzusehen. Außerdem werden diese immer auf der Basis glatt rechts erstellt. Für eine perfekte Arbeit ist daher die Maschenprobe im gewünschten Muster ein Muss. Damit Ihr Wunschmodell nicht nur schön aussieht, sondern auch passt!

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