Sonne aus der Tube Selbstbräuner: Tipps zur Anwendung

Wir klären alle Fragen bezüglich Anwendung und Wirkung von Selbstbräunern. 

Selbstbräuner: Tipps zur Anwendung Selbstbräuner: Tipps zur Anwendung © stock4you-Fotolia

Einfach auftragen, und schon nach ein, zwei Stunden hat die Haut den begehrten Look – „wie von der Sonne geküsst“. Diese Zauberei gelingt heute immer perfekter. Klebrige Konsistenz mit unangenehmem Geruch und scheckiger Tönung – alles Vergangenheit, denn die neuen Selbstbräuner stecken voll beeindruckender Inhaltsstoffe und dienen damit gleichzeitig der Pflege der Haut. Wie sie wirken und was Sie beachten sollten, beantworten wir hier.

Was löst die Tönung aus?

Dafür sorgt der Bräunungsstoff DHA (Dihydroxyaceton), ein Zuckermolekül. Es reagiert mit Eiweißen in der oberen Hautschicht, sodass dort braune Pigmente gebildet werden. Dieser Vorgang dauert sechs bis acht Stunden. Früher rochen Selbstbräuner recht unangenehm – das ist bei den modernen Mixturen nicht mehr so. Die wasserfeste Bräune hält einige Tage und verschwindet mit der natürlichen Hautabschuppung. Es kann allerdings sein, dass es zu Trockenheit kommt. Dabei werden feinste braune Pigmente (Melanoide) gebildet, die sich oberflächlich wie ein hauchdünner Film verteilen.

Schaden die Produkte der Haut?

Nein, denn DHA ist ein Stoff, der im Körper selbst vorkommt. Er kann jedoch dafür verantwortlich sein, dass die Haut trockener wird, weil er die Aminosäuren bei ihrer Hauptaufgabe, dem Speichern von Feuchtigkeit, stört. Immer mehr Kosmetikfirmen verwenden deshalb in ihren Selbstbräunern Erythrulose. Dieser neu entdeckte Zucker arbeitet mit den Aminosäuren der tieferen Hautschichten zusammen und verbessert deren Feuchtigkeitsbindung. Er bräunt langsamer, dafür lang anhaltender und wird deshalb oft mit DHA kombiniert. Im Gegensatz zum Solarium besteht bei Selbstbräunern weder Falten- noch Hautkrebsrisiko.

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Gibt es Turbo-Selbstbräuner?

Normalerweise beginnt die Farbreaktion gleich nach dem Auftragen, ist aber frühestens nach einer Stunde sichtbar und erst nach rund sechs Stunden abgeschlossen. Die neue Generation von Selbstbräunern funktioniert wesentlich schneller. Der Trick: Die Produkte arbeiten in zwei Schritten. Sie enthalten spezielle, sofort tönende Pigmente, deren Farbe gleich nach dem Auftragen sichtbar ist. Parallel dazu wird das DHA aktiv. Je höher sein Anteil, umso schneller und intensiver wird die Bräunung. Normalerweise sind rund 2 Prozent DHA enthalten, in sogenannten Turbo- Bräunern dagegen bis zu 5 Prozent.

Und wenn die Haut trotz Selbstbräuner blass bleibt?

Das kann tatsächlich vorkommen. Rund 10 bis 15 Prozent der deutschen Frauen fehlt in der Haut komplett oder teilweise eine ganz besondere Aminosäure, die für die Reaktion mit dem Bräunungsstoff DHA verantwortlich ist. Kleiner Trost: Wer auf eine zart getönte Haut nicht verzichten möchte, weicht auf Bronzing-Gelee oder natürlich tönenden Terracotta-Puder aus.

Was ist beim Auftragen wichtig?

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Die beste Basis für eine ebenmäßige und lang anhaltende Bräune ist eine glatte, feine Haut. Darum – egal ob im Gesicht oder am Körper – immer vorher ein Peeling machen. Abgestorbene Hautschüppchen werden so gründlich entfernt. Denn: Je glatter die Haut, desto ebenmäßiger wird die Bräunung. Wer die Beine tönen möchte, sollte unbedingt vorher alle Härchen beseitigen. Wachsen, Epilieren, Rasieren am Besten am Abend davor erledigen, dann kann sich die Haut über Nacht beruhigen. Forscher fanden aber auch heraus: Entscheidend für eine schöne Bräune ist ein guter Feuchtigkeitsgehalt der Haut. Solche Partien bräunen viel besser als trockene. Also regelmäßiges Eincremen nicht vergessen. Außerdem: Für Gesicht und Körper verschiedene Cremes benutzen, da die Gesichtshaut viel empfindlicher ist und eine Creme braucht, die auf ihre speziellen Bedürfnisse abgestimmt ist. 

Wie behandelt man die Hände?

Nach dem Auftragen Händewaschen nicht vergessen, die Innenflächen verfärben sich sonst gelb-orange. Dabei den Handrücken möglichst nicht abspülen. Oder später einen Klecks Selbstbräuner daraufgeben und zwischen den Handrücken verreiben. Zum Schluss die von Natur aus schlecht bräunenden Partien (Innenseiten der Arme, zwischen den Fingern) mit einem feuchten Tuch abwischen. Drei Stunden lang nicht duschen, baden oder Sport treiben, sonst wird es fleckig.

Welche Rolle spielt der Hauttyp?

Ob zarter Goldton oder warmes Cappuccinobraun – alles ist möglich, doch für einen natürlichen Look sollte der Selbstbräuner nur wenige Nuancen dunkler sein als die momentane Hautfarbe. Bei frühlingsblassem Teint immer eine extrahelle Variante wählen, dann abwarten, was auf der Haut passiert. Fällt die Tönung zu leicht aus, alles am nächsten Tag wiederholen. Um die Färbung zu erhalten, ein- bis zweimal die Woche nachcremen. Schimmert die Haut leicht orange, ist das ein Hinweis auf einen gestörten Säureschutzmantel, zum Beispiel durch ein aggressives Duschgel.

Was lässt sich gegen Flecken tun?

Vor allem die Hornhaut an Füßen, Knien und Ellenbogen neigt zur Fleckenbildung. Je dicker die Hornschicht, desto intensiver fällt die Färbung aus. Deshalb diese Partien extraglatt schmirgeln und dick mit einer feuchtigkeitsspendenden Lotion oder Crème einreiben. Das mildert den Effekt. Hinterher immer gründlich die Hände waschen. Zeigen sich auf der Haut trotzdem Flecken oder eine zu intensive Bräunung, nochmals nachpeelen. Anschließend mit einem Wattepad abreiben, der mit alkoholhaltigem Gesichtswasser getränkt ist. Hartnäckige braune Spots mehrmals mit einer halbierten Zitrone behandeln. Fruchtsäure lässt die Farbe verblassen. Nehmen Sie sich Zeit: „Scheckige“ Ergebnisse entstehen oft nur, weil zu schnell gearbeitet wurde.

Kann man Reste vom letzten Jahr noch verwenden?

Die meisten Hersteller empfehlen, ein einmal geöffnetes Produkt innerhalb von sechs bis zwölf Monaten komplett zu verbrauchen. Außerdem sollten Sie Selbstbräuner immer kühl lagern, da sonst der bräunende Aktivstoff DHA unwirksam wird.

Ist Spray besser als Creme?  

Model dunkle Lippen

Make-up Trends

Das ist eine Frage der persönlichen Vorliebe. Angeboten werden alle Varianten: Gel, Creme, Spray und Schaum. Auf jeden Fall sollte man darauf achten, für das Gesicht Selbstbräuner mit speziellen Zusätzen wie Aloe vera, Hyaluronsäure, Olivenextrakt oder Nachtkerzen-Öl zur Pflege zu verwenden. Denn die Haut ist hier pflegebedürftiger als am Körper. Neue Hightech-Sprays sind ideal für schwer erreichbare Partien wie den Rücken, wirken auch ohne Einreiben mit den Händen und ziehen schnell ein.
Unsere Empfehlung: Für trockene Haut sind reichhaltige Cremes oder Öle ideal. Für fettige und Mischhaut empfehlen sich ölfreie Lotionen und Gele. Sprays sind für Einsteiger und Eilige gut geeignet. Einfach zu dosieren: Selbstbräuner-Tücher für Gesicht, Hals und Dekolleté.

Ist mit Selbstbräuner getönte Haut weniger sonnenempfindlich?

Nein, außer die Produkte enthalten einen Lichtschutzfilter (steht auf der Tube). Doch das ist selten. Selbstbräuner färben nur die oberste Hautschicht. Die körpereigene Melanin-Produktion, die für den Sonnenschutz zuständig ist, wird nicht angekurbelt. Auch wenn die Bräune dazu verleitet, sich ungeschützt in die Sonne zu legen, empfindet unsere Haut das anders. Deshalb zusätzlich einen Sonnenschutz auftragen.

Was tun, damit nichts abfärbt?

Erst anziehen, wenn der Selbstbräuner vollständig eingezogen ist. Das kann bis zu 30 Minuten dauern – mit Sprays, Tüchern und Gelen geht es schneller. Vorsicht: Aus Seide, Wolle und Synthetik gehen die typischen Verschmutzungen meist nicht mehr raus.

Und wenn’s doch scheckig wird?

Bilden sich trotz aller Vorsicht braune Flecken, können die mit einem Peeling etwas aufgehellt werden. Spezialpeelings (z. B. „Exfoliese Body Polisher“ von Beaubronz, 180 ml ca. 27 Euro) entfernen sie sogar ganz.
 

Gut zu wissen
 

Was ist professionelles Tanning?

Perfekt für alle, die zu ungeduldig oder ungeschickt für die Selbstanwendung sind. Die Bräune wird mit einem Airbrush- Gerät gezielt aufgesprüht und ist garantiert streifenfrei. Viele Hollywoodstars schwören bereits darauf, in Deutschland ist Spray-Tanning noch neu (im Kosmetikstudio, ab ca. 25 Euro). Die Farbe hält meist bis zu neun Tage.

Wie verbessert man die Wirkung?

Wie natürliche Bräune hält auch künstliche länger auf geschmeidiger Haut. Reichhaltige Körperlotions durchfeuchten und verzögern die Abschuppung. Bodylotions mit geringem Bräunungsanteil verlängern die Tönung zusätzlich und sind daher sehr gut geeignet für die Selbstbräunung.  

Schon mal daran gedacht, Kosmetik für Haut und Haare selbst herzustellen? Wir verraten Ihnen in diesem Artikel hier wie es geht >>

 

 
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Autor:
Astrid Jürgens