Experten-Rat

Sonnencreme richtig anwenden

Die Sonne scheint! Hautartz Dr. Welf Prager gibt Auskunft über die richtige Anwendung von Sonnencreme und gibt Ratschläge zum Umgang mit der Sonne.

Sonnencreme Sonnencreme richtig anwenden © istockphoto

DR. WELF PRAGER ist Hautarzt, Allergologe, Venerologe und Phlebologe. Er ist Partner des renommierten Dermatologikums Hamburg. Neben seiner dermatologischen Ambulanz sind seine Schwerpunkte operative Dermatologie, Hautkrebsvorsorge, ästhetische Dermatologie und Chirurgie sowie Lasermedizin

"Messen Sie Sonnencreme mit dem Löffel ab"

Wir alle freuen uns auf den Frühling, Licht und Wärme, die ersten Sonnenstrahlen. Dabei sollten Sie Ihre Haut nicht vergessen und auch jetzt schon an den Sonnenschutz denken. Viele meiner Patienten glauben, der sei erst im Hochsommer nötig. Tatsächlich haben die UV-Strahlen aber schon im Frühjahr viel Kraft. Rötungen oder gar Sonnenbrand sollten Sie unbedingt vermeiden. Sonnenlicht fördert die Hautalterung. Viel schlimmer aber: Es kann die Entwicklung von Hautkrebs in Gang setzen.

„Wie viel Creme soll ich denn nehmen?“, werde ich häufig gefragt, und: „Welcher Lichtschutzfaktor ist nötig?“ Grundsätzlich kann man sagen, dass es ein Zuviel nicht gibt. Ich empfehle einen Lichtschutzfaktor von 30 bis 50+, abhängig von Hauttyp und Art der Sonnenexposition. Der von Fachgesellschaften festgelegte Richtwert sind zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Hautfläche. Wie Sie die abmessen? Falls Sie einen Teelöffel zur Hand haben, kein Problem: 1 TL Sonnenschutz (ca. 5 g) reicht für das Gesicht. Für den gesamten Körper brauchen Sie ungefähr 30 Gramm Sonnenschutzmittel. Das ist eine gute Handvoll.

Verreiben Sie Creme oder Lotion gut und lassen Sie sie ausreichend lange einziehen. Es wird empfohlen, sich etwa 30 Minuten, bevor man sich in die Sonne begibt, einzucremen. Besonders wichtig sind die „Sonnenterrassen“ Nase, Lippen und Ohren. Die Ohrläppchen werden übrigens oft vergessen! Ganz besondere Aufmerksamkeit verdient auch der Rücken. Meine Kollegen von der Universität Wien haben nämlich kürzlich eine wegweisende Untersuchung veröffentlicht.

Die neue Erkenntnis: Sonnenbedingte Veränderungen auf dem Rücken, beispielsweise Sommersprossen, Falten und Altersflecken, sind als Risikofaktoren für Hautkrebs sogar noch bedeutender als ein heller Hauttyp oder rötliche Haarfarbe. Möglicherweise liegt das daran, dass wir den Rücken nicht ständig der Sonne aussetzen. Wenn er dann ungewohntes UV-Licht abbekommt, ist er stärker in Gefahr. Wahrscheinlich wird der Rücken auch eher vernachlässigt, weil man ihn schlecht selbst cremen kann.

Und noch eine Bitte: Lassen Sie sich regelmäßig vom Arzt auf Anzeichen von Hautkrebs untersuchen. Die Hautkrebsvorsorge wird alle zwei Jahre von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Wie bei allen Krebsarten gilt: Je früher gefährliche Veränderungen erkannt werden, desto besser sind die Heilungschancen.

Machen Sie den Test: Welcher Sonnenschutz ist der Richtige?

 
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Autor:
Dagmar Metzger