Weinkunde Köstliche Edelbrände

Im Winter die Aromen des Sommers schmecken: Edle Brände können mehr als nur einheizen – wenn man sie genießt

Köstliche Edelbrände Köstliche Edelbrände © Gernot Weiser-Fotolia


Wer hochwertigen Schnaps schnell hinunterkippt, bringt sich um das wahre Geschmackserlebnis. Es gibt weit mehr zu entdecken als nur die wohlige Wärme des Alkohols, die sich nach dem Schluck im Bauch ausbreitet.

Wichtig: die Temperatur. Der gute Geist sollte weder aus dem Gefrierfach noch zu warm serviert werden, 16 Grad sind optimal. Und auf das Glas kommt es an. Am besten ist ein kleines, bauchiges Glas mit Stiel und hochgezogenem Kamin. Anders als beim Weinverkosten schnüffelt man an Bränden nur sehr vorsichtig, schließlich haben wir es mit einem höheren Alkoholgehalt zu tun. Schon der erste intensive Kontakt verrät Ihnen das Wichtigste. Eine klar erkennbare, ausgeprägte Frucht ist ein Qualitätsindiz, während leichte Schärfe vom Alkohol auf eine gewisse Derbheit hinweist. Gönnen Sie sich nun eine Verschnaufpause. Erst danach dürfen Sie richtig zur Sache gehen. Kein zaghaftes Nippen am Glase: Nehmen Sie einen beherzten Schluck und genießen Sie das Geschmacksfeuerwerk in Ihrem Mund! Rollen Sie den feurigen Brand mit der Zunge hin und her. Ergründen Sie die konzentrierten und komplexen Fruchtaromen. Wunderbar sanft sollte der kostbare Saft die Kehle hinunterrollen.

Wenn Sie sich mit einem wahren Edelbrand eingelassen haben, dann wird das Vergnügen weder durch raues Kratzen und alkoholisches Brennen noch durch bitteren Nachgeschmack getrübt. Bei einem hochwertigen Destillat sollten – wie bei einem Wein – die aromatischen Bestandteile harmonisch aufeinander abgestimmt sein. Die Frucht muss sauber, klar erkennbar und vor allem spezifisch markant schmecken. Ein Edelbrand darf nicht gezuckert sein, die Fruchtsüße kommt einzig und allein durch die optimale Reife der Früchte zustande.

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